Als Sprecher eines Ministeriums muss man nichts wissen. Es reicht, wenn man zwei Sätze parat hat. Zumal in der Bundespressekonferenz selten regierungskritische Fragen gestellt werden. Das tut fast nur Boris Reitschuster. Des wegen ist er beim Regierungssprecher Seibert und den „Kollegen“ von der Süddeutschen Zeitung unbeliebt. Diese hatten eine Kampagne gestartet, um ihn aus der Bundespressekonferenz, einer Einrichtung einer Journalistenvereinigung, zu entfernen.
Die zwei Sätze sind: „Ich werde das nachreichen“ und am Beispiel eines Meisters dieser Übung, Herrn Ewald, dem Sprecher des Ministers Jens Spahn: „Es ist unüblich, dass die Regierung etwas interpetiert oder bewertet.“
Mit den Worten Reitschusters: „
Am 26. März habe ich auf der Bundespressekonferenz dem Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Oliver Ewald, folgende Frage gestellt: „Heute haben Herr Wieler und Herr Spahn darauf verwiesen, dass wieder eine Überlastung der Intensivstationen drohen könnte. Im September gab es laut DIVI knapp 31.000 Plätze auf Intensivstationen. Inzwischen sind es 24.000. Wie kam es zu diesem massiven Rückgang um rund 20 Prozent mitten in der Pandemie?“
Ewald antwortete: „Ich kann an dieser Stelle nicht die Aussagen von Herrn Wieler und Herrn Spahn interpretieren oder bewerten, da bitte ich um Nachsicht. Die Auflistungen der Intensivkapazitäten sind im täglichen Situationsbericht des RKI hinterlegt. Da gibt es auch umfassende Erläuterungen zu der Entwicklung und auch Einschätzungen des RKI. Darauf möchte ich Sie verweisen.“ (https://reitschuster.de/post/intensivbetten-wie-medien-angst-schueren-und-verschleiern/)
und
Reitschuster zitiert die Berliner Zeitung mit dem Satz: Die Bundesregierung habe keinen wissensch. Beleg für die Wirksamkeit eines Lockdown. Er fragt: „Hat die Reg. einen wiss. Beleg?“
Der gewitzte Ministerialbeamte antwortet: „Die Regierung pflegt grundsätzlich nicht, die Meinung von Journalisten zu bewerten. Der Lockdown und das Schweigen der BundesregierungMein Video von der heutigen Bundespressekonferenzrumble.com, ab Min 16:10
Nachtrag:
FRAGE REITSCHUSTER: Zum dritten Mal stelle ich die Frage, weil Sie sie nicht beantwortet haben, Herr Ewald: Wie viele von den Reklameträgern sind geimpft, wie viele nicht?
EWALD: In der laufenden Kampagnenphase werden neben Günther Jauch auch Uschi Glas und Sepp Maier auftreten. Ich kann Ihnen sagen, dass Frau Glas bereits geimpft worden ist, und zwar Ende März.
Obwohl normalerweise bei jeder Frage eine Möglichkeit zur Nachfrage besteht, war mir das Mikrophon schon abgedreht, und meine Nachfrage deshalb in der Übertragung nicht mehr vernehmbar, und auch im Protokoll gibt es sie nicht (sie war aber im Saal gut zu hören): Das heißt also, zwei Drittel waren nicht geimpft. https://reitschuster.de/post/pr-gau-nur-einer-der-teilnehmer-an-spahns-impf-reklame-kampagne-wirklich-geimpft/