Sozialismus/Kommunismus

Forschungszentrum für die Verbrechen des Kommunismus in Talinn

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Festung Patarei im Hafen von Talinn; Quelle: postimees/scanpix

Im ehemaligen Patarei-Gefängnis in Talinn, Estland, sollen ein Forschungszentrum und ein Museum der Verbrechen des Kommunismus entstehen. Die deutsche Stiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt das Vorhaben.

Die frühere Festung im Hafen der estnischen Hauptstadt war von 1920 bis 2002 Gefängnis. Von 1940 bis 1990 war es NKWD- bzw. KGB-Gefängnis, unterbrochen nur von 1941 bis 1944, als Nazideutschland das Baltikum besetzt hatte und dort NS-Gegner einsaßen.

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Die DDR unter den zehn führenden Industrieländern der Welt?

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Dieser Fake hielt sich jahrzehntelang im Osten wie im Westen.

Die ostdeutschen Kommunisten platzten vor Stolz. Sie konnten ihren Untertanen und dem Westen so beweisen, wie toll der Kommunismus war.

Die Feststellung kam aus dem Westen. Besser hätte es nicht sein können. Allerdings waren es die SED und ihre Medien, die die Behauptung als erste wieder verschwinden ließen, weil sie, was man im Osten erkannt hatte, nicht stimmte.

Im Westen hielt sie sich noch lange. Für die West-Linken war es der Beweis, dass der Kapitalismus ein Auslaufmodell war. Die anderen wollten sich die DDR schönreden. Die Brüder und Schwestern im Osten konnten so auch ein wenig stolz sein und man brauchte kein allzu schlechtes Gewissen zu haben, dass man in der richtigen Himmelsrichtung wohnte.

Die SED erwähnte den Spitzenplatz der DDR unter den ersten zehn Industrienationen erstmals 1958 und noch zehn Jahre lang.

Angeblich lag es an einer Rangliste der Weltbank. Das stimmt nicht, schreibt der Potsdamer Wirtschaftsprofessor und DDR-Wirtschaftsexperte André Steiner in der Zeitschrift Gerbergasse 18. Bei der Weltbank war es nicht um Industrieproduktion gegangen, sondern um das Bruttoinlandsprodukt. Die DDR rangierte bei der Weltbank zwischen den Plätzen 15 und 20

Allerdings sind die statistischen Probleme beim Vergleich von Wirtschaftsdaten verschiedener Staaten ziemlich groß. Die Statistikämter der Staaten haben unterschiedliche Erfassungsmethoden, eine Umrechnung in eine einzige Währung ist schwierig. Besonders schwer war es bei den sozialistischen Staaten. Die gaben keine Daten oder nicht alle heraus. Daher ließ die Weltbank den Ostblock ab 1980 weg.

Die OECD führte keine solche Statistik. Fündig wurde Steiner bei der UNO. Die aber verglich nur die Zahl der in der Industrie Beschäftigten. Da schnitt die DDR anfänglich noch gut ab. Bald aber schob sich Polen vor die DDR. Allerdings begann sich die westliche Industriegesellschaft in Richtung Dienstleistungsgesellschaft zu entwickeln. Die kommunistische Vorstellung von Stahl und Eisen als Säulen ökonomischer Potenz war veraltet. Die Zahl der Beschäftigten sagte zudem nichts aus über die Produktivität. Man konnte mit weniger Beschäftigten produktiver sein.

Schließlich nahm sich die DDR-Statistikbehörde der These an. Die volkseigenen Statistiker erkannten, dass vergleichbare Daten zwischen Staaten kaum realistisch zu ermitteln waren und sagten das auch. Immerhin konnten sie mit ihren Berechnungen und Schätzungen die DDR auf Platz 10 halten. Sie wollten aber nicht, dass ihre Berechnungen öffentlich wurden. Anscheinend, so meint Steiner, trauten sie ihnen nicht. Ab 1970 sank die DDR bei der Industrieproduktion ab, seit 1984 war sie auf Platz 15.

Die SED sprach fortan nur noch ohne Rangangabe von „einem der führenden Industriestaaten“.

André Steiner, Wie die DDR unter die zehn führenden Industrieländer der Welt geriet, in: Gerbergasse 18, 3/2017, pp 3-7

 

 

Die Wende der Linkspartei: Fluchtrute statt Zuchtrute

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Die Verlogenheit der Linken wird wieder einmal deutlich. Sie haben Mauern gebaut, um Menschen einzusperren, sie haben Flüchtlinge erschossen oder ins Zuchthaus gesteckt. Jetzt haben sie sich wieder einmal gewendet und fordern legale Fluchtruten[sic]:

kipping

Oxfam: alle Jahre wieder

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Genauer gesagt, alle zwei Jahre alarmieren die Kampagnenmacher/-innen von Oxfam , dass ein paar Dutzend Superreiche reicher sind als … die Hälfte der Weltbevölkerung, alle Bundesdeutschen zusammen, ihr Vermögen in Geldscheinen höher als der Mount Everest ist, 5o Millionen auswanderungswillige Afrikaner davon acht Jahre zu Hause wie Gott in Frankreich leben könnten. (Zutreffendes bitte ankreuzen!)

Man sollte den Gleichheitsfanatiker/-innen von Oxfam einen Planeten schenken, auf dem sie ihren Gleichheitsstaat ausprobieren dürfen.

Thilo Spahl schrieb vor zwei Jahren „Wofür die 62 Reichsten der Welt gut sind“.

60x Deutschland: Wochenschaubeiträge aus Ost und West

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Die Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung hatte ich 2012 vorgestellt. Sie enthält eine Menge interessanter Filme zu den Themen DDR, Deutschlandpolitik und „Wende“.

Neben den damals empfohlenen Filmen erwähne ich heute die Produktion „60x Deutschland“ für jedes Jahr von 1949 bis 1990 (noch bis 2009 weitergeführt). Wochenschaubeiträge aus Ost- und Westdeutschland zusammenstellt. Die Länge ist jeweils 15 Minuten. Z. B. das Jahr 1964.

Es war eines der besten Jahre unter SED-Herrschaft. Die Flucht aus Ostdeutschland konnte Dank der Mauer 1961 weitestgehend gestoppt werden und führte vorübergehend zu einer Konsolidierung. Mit der Regentschaft Erich Honeckers, der Walter Ulbricht stürzte und ab 1971 Erster Sekretär des Zentralkomitees wurde, kam die Planwirtschaft endgültig an ihre Grenzen. Die Kosten der von H. forcierten Sozialpolitik waren von der Zentralverwaltungswirtschaft dauerhaft nicht zu erwirtschaften.

Lang ist´s her, dabei war´s eigentlich gestern.

Kunstausstellung „Hinter der Maske“: Weder Fisch noch Fleisch

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Das neue Potsdamer Kunstmuseum, das Palais Barberini, mag ich sehr. Es ist ein wunderschöner Bau geworden. Es ist hervorragend organisiert. Es hat eine Caféteria; im Sommer kann man draußen, an der wieder entstandenen Flußpromenade, sitzen.

Sogar mit der Potsdamer Stadtentwicklung notorisch unzufriedene Linksaußen und Linksalternative, die die Stadtmitte am liebsten mit Sozialwohnungen, selbst verwalteten Kunsthäusern und Begegnungszentren der Zivilgesellschaft zustellen würden, trauen sich wegen der überwältigenden Bewunderung für das Haus nicht, es mit Graffiti zu „schmücken“.

Zur Zeit ist dort die Ausstellung „Hinter Maske. Künstler in der DDR“ zu sehen. Den Rest des Beitrags lesen »

Die DDR und die Juden

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Im Beitrag Die Juden und die DDR: Neue Linie ab 1988 und mehreren anderen ging es um Antisemitismus und Aufarbeitung des Massenmordes der Nazis an den europäischen Juden in Ostdeutschland.

Im Beitrag Antisemitismus in der DDR und die Folgen wurde auf eine westdeutsche Arbeit verwiesen. Deren Schwäche ist, dass sie Antisemitismus rechts verortet und in der DDR vor allem Antizionismus erkennt.

Hier habe ich jetzt eine umfassende Darstellung (bis 1967) zum Thema entdeckt:

Mario Keßler (1995), Die SED und die Juden – zwischen Repression und Toleranz. Politische Entwicklungen bis 1967

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Der Goldbroiler. Eine Fallstudie zur Planwirtschaft

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Eine Kundenbedürfnisse befriedigende Gastronomie war nicht Herzensangelegenheit der sozialistischen Wirtschaftsplaner. Im Vordergrund stand der Auf- und Ausbau der kollektiven Nahrungsaufnahme in Betriebskantinen, Schulen, Krankenhäusern, Kinderbetreuungseinrichtungen und FDGB-Ferienheimen. Das sollte auch dazu dienen, das individuelle Einkaufen von Lebensmitteln und den Besuch von Gaststätten einzuschränken. Die Versorgungsmängel, sichtbar in leeren Schaufenstern und Regalen wäre weniger erkennbar gewesen. Die Zahl der privaten Gaststätten ging in Berlin in den 60er Jahren um ein Drittel zurück. Die der staatlichen nahm aber nicht zu.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, vor allem frischen, war ein schwieriges Geschäft für die marxistischen Ökonomen.

Nach dem Vorbild der westdeutschen „Wienerwald-Restaurants“ eröffneten 1967 in Ostberlin drei „Goldbroiler“-Gaststätten, in denen gegrillte halbe Hähnchen angeboten wurden. Diese gastronomischen Einrichtungen wurden überrannt. Die industrielle Mastanlage in Königs-Wusterhausen konnte den Bedarf nicht erfüllen, eine weitere musste eingerichtet werden. Die aus England stammenden Grillgeräte brachen im Dauerbetrieb zusammen. Das Personal wechselte wegen der hohen Arbeitsbelastung häufig und reichte auch nicht aus.

Es war wohl nicht möglich, Hähnchen mit einer Standardgröße und einem Standardgewicht zu züchten. Aber es gab den Standardpreis von 3,50 Mark pro Hälfte. Der kostendeckende Preis hätte bei 6 Mark liegen müssen. Der staatliche Zuschuss für die drei ersten Berliner Gaststätten betrug 800.000 Mark. Man ging dazu über, die Hähnchen nach Gewicht zu verkaufen…

Patrice G. Poutrus, Die Erfindung des Goldbroilers. Über den Zusammenhang zwischen Herrschaftssicherung und Konsumentwicklung in der DDR

Köln 2002, digital erfasst in: Zeithistorische Studien / Die Erfindung des Goldbroilers. Über den Zusammenhang zw. Herrschaftssicherung und Konsumentwicklung in der DDR (Band 19)

Lese-Vorschlag: Die Seiten 201 – 226

Siehe auch u. a. im Blog: Tentmann, Die Herrschaft der Dinge und Suchergebnis „Planwirtschaft“

Nachtrag: Über die Produktion von Streichholzschachteln in Kuba schreibt Klaus Leciejewski. Es ist keine Satire, sondern eine exakte Beschreibung von Planwirtschaft!

Das Ströbele-Syndrom der linken Parteien

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Der irrlichternde „Pazifist“ Hans-Christian Ströbele stellt auf seinen Schreibtisch eine Getränkedose mit Guevara-Konterfei und gedenkt aus Anlass des 50. Todestages des Massenmörders und Stalinverehrers in einem Tweet wehmütig der Zeiten, als die Linken „Che“ schreiend durch Berliner Straßen zogen.

Johannes Hampel 2009 über Guevara auf einem Wahlplakat Ströbeles.

Ströbele bietet das übliche Bild eines linksextremen Zeitgenossen: Kämpferisch für Ehe für alle und Gender Mainstreaming, gegen Freihandel und die USA. Aber kein kritisches Wort zu Tien An Men oder gar zu Guevaras Konzentrationslagern in Kuba und seiner Teilnahme an Erschießungen.

Ströbele hetzte gegen Solidarnosc in Polen und hatte nichts gegen den Einmarsch der UdSSR in Afghanistan. Für die Linksextremisten in El Salvador sammelte er, gemeinsam der taz Geld für Waffenkäufe. (Deswegen auch Ströbele selbst: „Ich bin kein Pazifist.“) Wegen Unterstützung der terroristischen Vereinigung RAF, Ströbeles „lieben Genossen“, wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er gründete ein „Netzwerk Selbsthilfe“, das bis heute die Antifa mit Geld versorgt.

Zettels Raum mit Zitaten von S

Richard Herzinger über Guevara

NZZ über Guevara

Reinhard Mohr über das „Ströbele-Syndrom“ deutscher Linker:

Mohrs These (in der FAZ): Linke sind gegen rechts, gegen Rassismus, „Chlorhühnchen, Gen-Kartoffeln und Ampelmännchen“. Aber bei wirklichen Gefahren verlasse sie ihr Urteilsvermögen.

Was ich bei der Recherche wieder gefunden  habe: Jan Fleischhauer führt vor, wohin sich ein Fanatiker verirren kann: Ströbele und das Bratfett bei McDonald´s.

Wie sich Ströbele von einer Türkin anhören muss, dass er als verantwortungsvoller Politiker versagt, wenn er immer nur von Migranten als Opfern spricht.

Altersweisheit für alle!

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Dr. Gregor Gysi durfte kürzlich in der leider sehr affirmativen Oktoberrevolutionsfeier des Deutschen Historischen Museums in Berlin eine erfolgreichere Wiederholung des Putsches von Lenin wünschen. Dazu fiel mir ein, dass der pfiffige Dialektiker auch schon Fidel Castro bewunderte. Der starb vor gut einem Jahr.

Castro ist bei vielen Linksaußen beliebt: dem RAF-Anwalt Ströbele, der ehemaligen Linksparteivorsitzenden Lötzsch, ver.di-Gewerkschaftern und Dr. Wagenknecht.

Reinhard Mohr geht der Frage nach, warum so viele Linke einem Diktator nachtrauern.

Mir fällt dazu der Spruch ein: „Wer mit 20 Jahren nicht Sozialist ist, der hat kein Herz, wer es mit 40 Jahren noch ist, hat kein Hirn.“

Raoul Castro hat jetzt auch seinen Rückzug als kubanischer Machthaber angekündigt. Zuletzt ließ er noch Dissidenten verhaften, die in einer psychiatrischen Klinik ein Theaterstück aufführten. Die Vorstellung wurde abgebrochen und die Staatssicherheit verhaftete die Schauspieler.

Die Zustände in diesem „Krankenhaus“ werden hier geschildert (in Englisch).