Berlin

Berlin bleibt Berlin. Google kommt nicht

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In London, Madrid, São Paulo, Seoul, Tel Aviv und Warschau gibt es Google bereits einen Campus. In Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg hatte Google dafür ein altes Umspannwerk gekauft. Dort aber haben Aktivisten Google in zur Erleichterung des grünen Stadtbaurats in die Knie gezwungen. Sie befürchten die Gentrifizierung des Kiezes.

Google macht gute Miene zum bösen Spiel und überlässt das Haus sozialen Aktivisten. Die Firma Betterplace wird ein Institut eröffnen, das linke Hetze bekämpfen soll und eine weitere Einrichtung macht ein soziales Projekt für Kinder.

Die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Popp, die einzige wirklich Vorzeigbare im ideologiegesättigten rot-rot-grünen Berliner Senat, freut sich angeblich, dass jetzt einmal die „nicht gewinnorientierte Ökonomie“ in Berlin zum Zug kommt.

Das hätte sie einfacher haben können: Man hätte 1989 bloß die SED weitermachen lassen sollen.

Eine weitere „erfreuliche“ Nachricht für Berlin: Sie ist nicht mehr deutsche Start-up-Hauptstadt. Nordrhein-Westfalen ist produktiver.

VW denkt noch weiter: Der Konzern eröffnet zwei IT-Forschungszentren, eins in den USA, eins in China.

Die neue Zürcher Zeitung (NZZ) schreibt unter den Text, in dem sie darüber berichtet: Weiteres Kurioses und Unerwartetes aus aller Welt finden Sie jeden Tag in unserer Kolumne «Aufgefallen».

Nun berichtet der Tagesspiegel erleichtert, dass wenigstens Siemens in Spandau ein Innovationszentrum bauen will. Es sollte letztlich eine neuer Stadtteil in Spandau entstehen, auch Wohnungen waren vorgesehen.

Der Baubeginn des Innovationscampus in Erlangen war 2016.

Wie bei Google gab es auch bei Siemens Irritationen bei den Berlin-Plänen, so dass Siemens die geplante Investionssumme verringern oder weltweit nach einem Standort suchen wollte. Die in Berlin stärkste und mitregierende Partei, Die Linke., versagte bislang dem Konzern die Erweiterung eines denkmalgeschützten Hauses in Mitte zur Konzernrepräsentanz. Anscheinend erlauben sie es jetzt doch.

Das lese ich in der FAZ, nicht im Tagesspiegel.

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Flucht 1972: Ein Tunnel neben dem Checkpoint Charlie

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Tunnel Checkpoint Charlie

An Weihnachten 1971 beginnen drei junge Männer von einem Keller neben dem Grenzübergang Checkpoint Charlie aus, einen Tunnel nach West-Berlin zu graben. Einer der drei ist in eine West-Berlinerin verliebt und will zu ihr. Anfang Januar 1972 gelingt die Flucht durch den 20 Meter langen Tunnel.

Die Voraussagen eines Marxisten bei der deutsch-deutschen Vereinigung 1990

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Hans G. Helms war studierter Sprachwissenschaftler, wurde Musiker und Komponist. Dann lernte er die Kritische Theorie der Marxisten Horkheimer und Adorno kennen. Sein wichtigster Lehrer war aber der DDR-Wirtschaftshistoriker Jürgen Kuczynski.  Schwerpunkte von Helms wurden kapitalismuskritische Texte zu Städtebau, Computer und Kapitalkonzentration, sowie zur angeblich faschistoiden BRD.

Im Reclam-Band „Die Stadt als Gabentisch. Beobachtungen der aktuellen Städtebauentwicklung, hrsg. von Hans G. Helms, wagt er 1991 eine Prognose zur Entwicklung Berlins nach der Vereinigung.

Heute schmunzelt man darüber, was ein ideologisch verbohrter Marxist da zusammenfantasierte.

„Wie die unheilvolle Geschichte uns gelehrt hat, lässt sich die ökonomische Machtergreifung zwischen Elbe und Ural von keinem Ort aus effektiver organisieren und dirigieren als von der logistisch opportun situierten und zudem noch repräsentativen Ausgangsbasis an der Spree… (p 5) Den Rest des Beitrags lesen »

ZDF-Konzert mit linksextremer Musik untersagt

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Die Bauhaus-Stiftung in Dessau untersagt ein Konzert, das das ZDF mit der linksextremen Musikgruppe „Feine Sahne Fischfilet“, zu deren Fans Außenminister Maas zählt, im Bauhaus in Dessau veranstalten wollte. Die Bauhaus-Stiftung will keine politische Agitation in ihren Gebäuden.

SPD-Präsident Steinmeier hatte für ein Konzert in Chemnitz geworben, bei dem diese Kulturschaffenden auftraten.

Hoffen wir, das sich die Stiftung nicht geschadet hat und ihr zukünftig weniger Staatsknete zugeteilt wird.

Texte der Musiker

Ganz klar ist mir nicht, ob die Absage wegen angekündigter Proteste gegen die linksextreme Musik oder wegen dieser getroffen wurde. Jedenfalls hat die Bauhaus-Stiftung nicht nur die beabsichtigten rechten Protestdemos gegen die linksextremen Musiker ganne, sondern wollte auch in den derzeitigen Auseinandersetzungen in Chemnitz und Cottbus nicht Partei ergreifen.

David Berger zitiert die ZDF-Pressestelle: „Feine Sahne Fischfilet gehört derzeit zu den erfolgreichsten deutschen Punk-/Ska-Bands. Der Erfolg des aktuellen Albums „Sturm und Dreck“ ist der Anlass für das Konzert. In den vergangen Jahren war die Band u.a. bei bedeutenden deutschen Festivals wie „Rock am Ring“, „Rock im Park“ oder „Southside“ vertreten.“

„Grundsätzlich gilt die Freiheit von Kunst und Kultur“.

Wenn das so ist, fragt Berger sich erstaunt, warum man nicht auch sehr erfolgreiche Bands wie „Frontalkraft“, „Sturmwehr“ oder „Stahlgewitter“ eingeladen hat. „Machen diese doch auf der rechten Seite nichts sonderlich anderes als das, was das Fischfilet auf der linken bietet.“

Wahrscheinlich will das ZDF nicht hinter der ARD zurückstehen. Dort durften die Kunstschaffenden von Fischfilet ein Lied für den Tatort beisteuern.

Berlins Kultursenator Lederer lädt jetzt ins leer stehende Bauhaus-Archiv nach Berlin ein. Das Bauhaus hätte eine antifaschistische Tradition, die die Dessauer Stiftung mit Füßen träte. Frau Grütters (CDU) ist wieder, wie schon bei der Ablösung von Hubertus Knabe, einer Meinung mit Lederer. Auch Professoren der Dessauer Bauhaus-Universität protestieren gegen die Absage.

Gerrit Bartels, Mitarbeiter des linken Tagesspiegels, erblickt in der Absage an die Fischfilet-Kunstschaffenden einen Beleg für den Rechtsruck in Deutschland. Der Journalist erklärt uns die Missverständnisse bei Fischfilet: Man müsse wissen, dass die besungene Gewalt gegen Polizisten die Gewaltphantasie eines zuvor von Polizisten zusammengeschlagenen Aktivisten wäre. Mithin also Kunst.

Wann lädt der Bundespräsident wieder zu einem Konzert ein? Der SPD-Mann kann sich freuen: einen Tag nach der Absage hat sich das Anhaltinische Theater Dessau bei den Kulturschaffenden von Fischfilet für die Absage entschuldigt. Die Stadt Dessau begrüßt den Sinneswandel des Intendanten.

Eine ZDF-Produktion über die linken Musiker und ihren Frontmann läuft derzeit in einigen Bundesländern im Rahmen der Schulkinowoche. Der Film schildert den Kampf der Musiker gegen die AfD.

ZDF: Bald auch „Frontalkraft“, „Sturmwehr“ oder „Stahlgewitter“ im Kulturprogramm?

Update: Der nächste antifaschistische Musikschaffende drängt ins ZDF

US-Star-Reporter Tom Brokaw über seine Reportage am 9.11.89

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„Vermassel das hier nicht!“

Mauerfall (5).jpg
Mauerfall-Jubiläum 2009

Stolpert Lederer?

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In Chemnitz wurde eine Neo-Nazi-Truppe ausgehoben, die angeblich für morgen ein Attentat geplant hatte. Auf WhatsApp verabredeten sie sich zum Bürgerkrieg und wollten in den verbleibenden zwei Tagen eine Waffe für den Umsturz kaufen. Gefunden wurde bisher nur ein Luftgewehr. Schon wird gezittert vor einem neuen 1933. (War es Schlecky Silberstein?)

Unterdessen wurde

der Generalbundesanwalt Runge entlassen

der Verfassungsschutzpräsident Maaßen entlassen

beim Chef der Bundespolizei sind sie dran

Berlin hat schon die passende Generalstaatsanwältin

die Bausenatorin macht sozialistische Wohnungsbaupolitik, ihr Berater ist ein strammer Ex-SEDler, der nur knapp am Staatssekretärsposten vorbeischrammte

Der sozialistische Kultursenator hat Direktor Knabe, den er seit Jahren auf dem Kieker hat, aus der Gedenkstätte Hohenschönhausen geworfen. Die umbenannte SED hat einen Pfahl aus ihrem Fleisch gezogen.

Mit Millionen € aus dem Bundeshaushalt betreibt die NGO der Ex-IM Kahane („Habe niemandem geschadet.“) mit Broschüren, Internet-Plattformen, Unterrichtseinheiten und einem vom Land Thüringen finanzierten Institut den Kampf gegen islamkritische, konservative und rechtsextreme Äußerungen und kontrolliert das Internet.

Und jetzt fehlt noch der ARD-Brennpunkt: Die bösen Nationalsozialisten von Chemnitz wollen einen Bürgerkrieg auslösen.

Demokratie leben
Foto einer Gruppe des antifaschistischen Projekts „Demokratie leben“

 

Die Welt zum Fall Lederer

Nachtrag 8.10.18: Alexander Wendt auf publicomag: Der diskrete Charme des Rufmords

Wendt zitiert die Spiegel-Online-Kolumnistin Magarete Stokowski, die dazu aufruft, #MeToo-Anschuldigungen als Waffe gegen unliebsame Politiker zu nutzen:

„Gerade erst hieß es in einem ‘taz’-Interview, jemanden fälschlicherweise einer Sexualstraftat zu beschuldigen, sei ‘das perfekte Verbrechen, um einen Mann aus dem Weg zu räumen, ohne selbst ein Risiko einzugehen’. Wenn man eine Weile drüber nachdenkt: ein großes Versprechen.

Wenn es so wäre: Was hindert uns? Gibt es nicht genug ätzende Leute, die man auf diese Art loswerden könnte? Ist es nicht geradezu fahrlässig, Despoten, Rechtspopulisten und Ausbeuter an der Macht zu lassen, wenn man sie so einfach unschädlich machen könnte? Wäre es nicht unsere heilige weibliche Pflicht, dafür zu sorgen, dass sie nicht noch mehr Schaden anrichten, bevor wir dann in Ruhe die Trümmer der letzten Jahre aufräumen? Aufräumen können wir doch auch gut.“

(http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sexuelle-belaestigung-gibt-es-eine-weibliche-geheimkraft-a-1129326.html)

 

Endlich sind sie Hubertus Knabe los: struktureller Sexismus

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Update 15.10.18:

Knabe hatte zuletzt seinen Stellvertreter entlassen. Die Senatsverwaltung wirft ihm daraufhin vor, dass er dazu gar nicht befugt sei. Der Kultursenator ist der Dienstvorgesetzte. Warum hat der drei Jahre von den Vorwürfen gegen den Stellvertreter gewusst und ihn nicht entlassen? 

Der angeblich so umfassend recherchierte und aufklärende Text von Alexander Fröhlich im linken Tagesspiegel klärt diesen Widerspruch nicht auf.

Knabe wurde nie vollständig über die Verfehlungen seines Stellvertreters informiert. Zuletzt musste er ein Schreiben einfordern, über das ihn der rbb informiert hatte. Ein Gerichtsverfahren, das Knabe gegen seinen Stellvertreter angestrengt hatte, wurde eingestellt.

Der Direktor der Gedenkstätte Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, Dr. Hubertus Knabe, wurde vom Stiftungsrat unter Vorsitz des sozialistischen Berliner Kultursenators, Klaus Lederer, freigestellt und soll abgelöst werden.

Knabe soll gegen die sexuellen Verfehlungen seines Stellvertreters nicht energisch genug vorgegangen sein. Die Vorwürfe lauten „sexualisierte Machtstrukturen“ und „struktureller Sexismus“ (s. u.). In den Zeitungen ist von Sexismusvorwürfen gegen die „Führungsetage“ die Rede, also auch gegen Knabe.

Die Vorwürfe wg. Knabes anscheinend autoritären Führungsstils reichten wohl nicht aus. Ein strafrechtliches Verfahren gegen seinen Stellvertreter, das Knabe angestrengt hatte, wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt.  Zum sog. strukturellen Sexismus ist keine Untersuchung bekannt.

Nachdem die Vorwürfe gegen Knabe sogar manchem Journalisten arg pauschal vorkamen, hat sich jetzt auch noch eine Frau gefunden, die von Knabe sexuell belästigt worden sein will.

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Schön war die Zeit (2)

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Aus: Der Spiegel einestages (Wenn Der Spiegel insgesamt so gut wäre wie sein Kanal einestages, hätte ich das Abo 2010 nicht gekündigt.)

West-Berlin vor der Wende: Paradies der Sozialisten