Informationskompetenz

Klimawandel 1975: Es wird kälter

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Ein Bericht aus Newsweek vom April 1975 (Der komplette Artikel)

via @stevesgoddard

Umverteilung und Energiewende

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Zurzeit ist mir die Information über die aus dem Ruder laufende Umstellung auf erneuerbare Energien wichtiger als die Beobachtung und Kommentierung der DDR-Aufarbeitung. Den Rest des Beitrags lesen »

Fake-News: Klima und Umwelt (mit vielen Links!)

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Umfrage aus dem Umweltministerium: Was die Ministerin herausliest, obwohl es nicht drinsteht.

Dieter Nuhr über den ARD-Brennpunkt

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„Der kanadische Wissenschaftler Steven Pinker hat eine Kulturgeschichte der Gewalt geschrieben und festgestellt: Noch nie in der Geschichte der Menschheit starben prozentual gesehen so wenig Menschen an körperlicher Gewalt wie heute. In Naturgesellschaften starb früher teilweise jeder Sechste durch Erschlagen. Bloß erfuhr das niemand, weil es um Viertel nach acht keinen „Brennpunkt“ gab.“

Dieter Nuhr in „Die Rettung der Welt“.

ARD sucht nach Fake-News

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„faktenfinder“ nennt sich das Portal, das die ARD gerade gestartet hat, um „gezielte Falschmeldungen“ und ihre Urheber ausfindig zu machen.

Zuerst dachte ich, die überprüfen ihre Nachrichtensendungen und Magazine und was sie von dpa kriegen. Etwa das Narrativ des ARD-Nahost-Korrespondenten über die Wasserversorgung auf der Westbank. Oder sie überprüfen den Wahrheitsgehalt von „Studien“ über Pay Gap oder wachsende Armut, bevor sie deren Inhalt verkünden. Oder die dpa-Mitteilung, dass Juden Trumps Wahl finanziert hätten.

Aber nein, es geht nicht um das eigene Schaffen. Es geht – natürlich – um Lügen, Halbwahrheiten und Gerüchte im Netz. Das ZDF plant das gleiche. Die ARD produziert keine Fake-News, sondern höchstens „handwerkliche Fehler“.

Update: Die FAZ spricht inzwischen von der „Fake-News-Suche“ als neuem Big Business. Es gäbe

  • ARD-faktenfinder
  • Correctiv (finanziert von G. Soros, BILD, Spiegel, Deutsche Bank)
  • Deutschland sicher im Netz
  • Deutsches Internet-Institut
  • Stiftung digitale Chancen
  • Hoaxmap (Will Fake-News gegen Geflüchtete aufspüren)
  • Clicksafe (EU)
  • in Vorbereitung: ZDF-Faktenfinder
  • Jeff Jarvis, der Internet-Nerd, will gar weltweit die Fake-News-Produktion erforschen. (Jarvis informiert sich über das Weltgeschehen durch Twitter und Facebook und meint, wenn BILD den Lesern Kameras schenke, sei das die Zukunft des Journalismus; GS)

Bemerkenswert ist, dass zahlreiche Querverbindungen zur Kahane-Stiftung bestehen und manche Fake-Expert*innen an mehreren Stellen präsent sind. Jedenfalls gibt es neue Arbeitsplätze für alle, die etwas mit Medien und Kommunikation machen wollen.

Weitere Fake-News-Beiträge im Blog

Fake-News von Greenpeace

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Da wir gerade beim Thema sind: Der Schuss gegen alles, was rechts ist, geht gelegentlich nach hinten los. Nicht nur Rechte verbreiten Fake-News oder postfaktische Narrative.

Jetzt ist Greenpeace dran. NGOs sind mächtig, aber bislang niemanden verantwortlich – weder für den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen, noch für die Konsequenzen ihres Tuns, noch dafür, dass ihre Aktionen erreichen, was sie zu erreichen vorgeben. NGOs sind zudem nicht demokratisch legitimiert.

Die mächtige Umweltorganisation muss sich derzeit in Kanada für ihre Fehlinformationen über einen Holzlieferanten vor Gericht verantworten. Die haben für Insolvenzen und Arbeitsplatzverlusten geführt. Greenpeace entschuldigt sich und macht weiter.

Ludger Weiß berichtet in Salonkolumnisten.

Überhaupt: Was ist mit den ökologischen Katastrophenszenarien der vergangenen Jahrzehnte? Zuletzt macht das angebliche Aussterben der Eisbären wegen des angeblichen Verschwindens der polaren Eismassen Furore.

Es fehlt an Informationskompetenz

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Beiträge wie den vorhergehenden schreibe ich besonders gerne. Mir hat es schon im Unterricht Spaß gemacht, Schülern kritisches Denken beizubringen, zu hinterfragen, nicht alles zu glauben, was man hört und liest. „Informationskompetenz vermitteln“ kann man fachmännisch dazu sagen.

Wobei der Begriff im Internetzeitalter leider auf den Hund gekommen ist. Gemeint ist jetzt nicht substantielle, inhaltliche Prüfung von Informationen im Sinne von Quellenkritik, sondern die Durchsicht, ob digitale Quellen zuverlässig sind. Kriterien wären: der Autor wird genannt, ein Impressum ist vorhanden, die Sprache ist verständlich und fehlerfrei, die Seite enthält Updates usw.

Ich bedaure fast, dass Informationskompetenzvermittlung nicht das Kernthema des Blogs ist. Aber auf manche „Studien“, in denen Fakes produziert und von der Tagesschau unkritisch verbreitet werden, weise ich doch hin.

Im Mittelpunkt des Medieninteresses stehen derzeit nur Fakes und Postfakes, die aus dem rechten, dem „dunklen“ Spektrum der politischen Welt stammen. (Enthält dieser Satz schon Rassismus gegen Journalisten?)

Deswegen findet man diese Stories nicht beim rbb oder beim Rechercheverbund von SZ, NDR und WDR:

  • Die Wirtschaftsministerin feiert in einer Broschüre die Energiewende. Im aktuellen Energiewende-Index von McKinsey haben sich dagegen elf von 15 Indikatoren verschlechtert und: „Es wird noch teurer“. (Die Welt/N24)
  • In Novo. Argumente für den Fortschritt wird zu einem Bericht verlinkt, der nachweist, dass die CO2-Konzentration in Deutschland nach 17 Jahren Energiewende 10mal höher als in Frankreich ist (in Englisch). Visualisiert ist das auch auf einer informativen interaktiven Karte, auf die Dirk Maxeiner hinweist. Frankreich produziert seinen Strom überwiegend in Atomkraftwerken.
  • Wie Wikipedia Klimainfos manipuliert: Der Hamburger Forsythien­strauch

Welches Schindluder mit Daten auch in der Wissenschaft getrieben wird, beschreibt Thomas Perry im Cicero.

Neue Studie: Reiche haben es besser

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Gerade höre ich alle 30 Minuten in den Radio-Nachrichten, dass Reiche länger leben. Überraschung!!!

Der wissenschaftliche Nachweis dafür war überfällig. Den Verdacht hatte ich schon lange, weil: Champagner ist gesünder als Bier, Rumpsteak nachhaltiger als Kartoffelsuppe. Außerdem machen Reiche länger Urlaub als Arme, wohnen mehr Reiche in Fünfsternehotels als Arme, fahren Reiche in sicheren Autos mit schadstoffgereinigter Innenbelüftung, Arme in rostenden, krebserzeugenden Blechbüchsen. Chefarztbehandlung ist bei Reichen 47,32mal häufiger als bei Armen.

Auch bei den Vornamen gibt es eine auffällige Ungleichheit: Die beliebtesten Vornamen bei reichen Kindern sind Sarah und David, bei den armen Kevin und Selina.

Reiche heiraten häufiger untereinander, als dass Reiche Arme heiraten.

Erste Reaktionen in der Welt der Politik gibt es schon:

So fordert Katja Kipping Chefarztbehandlung für alle. Die Grünen wollen eine Reichensteuer auf Champagner und Rumpsteak. Die Piraten (doch, die gibt es noch!) fordern eine Quote für schichtspezifische Heiraten. Durch Deckelung des heteronormativen Anteils sollen homosexuelle, Mehrpersonen- und andersgeschlechtliche Ehen berücksichtigt werden. Frauenministerin Schwesig (SPD) hat die Werbeagentur Scholz & Friends mit einer Kampagne für die Gleichstellung von diskriminierten Minderheiten mit Reichen beauftragt. Die Integrationsbeauftragte Özoguz (SPD) lässt, so ist aus gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören, prüfen, ob Migranten nicht in Fünfsternehotels untergebracht werden müssen. Die UN-Menschenrechtskommission hatte unlängst angekündigt, die Menschenrechtsverstöße in deutschen Flüchtlingslagern zu untersuchen. Einer entsprechenden Rüge will Frau Özoguz zuvorkommen.

Die Geschäftsführerin der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, erhält Mittel aus dem Innen- und dem Justizministerium für die Gründung eines dringend notwendigen Instituts zur Erforschung der sozialen Ungleichheit. Direktor sollte Prof. Dr. Butterwegge werden. Da er keine Frau ist, erhebt der Zentralrat der Gleichstellungsbeauftragten Einspruch. Keine Einwände gibt es gegen Martin Schulz, den designierten SPD-Parteivorsitzenden, als Schirmherrn. Als Institutsleiterin ist jetzt Prof. Dr. Cornelia Wustmann Favoritin. Sie könnte ihre Erfahrungen beim Entwerfen von Strategien zum Abbau von Ungleichheit zwischen Männern und Frauen einbringen. Aus der Queer-Redaktion des Tagesspiegels ist aber Kritik zu hören. Es wäre an der Zeit, aus den Lippenbekenntnissen zur sexuellen Vielfalt endlich Taten erwachsen zu lassen und jemandem (Klingt das nicht zu maskulin?) aus der LGSBTQ-Community den Führungsposten zu geben.

Die Vereinigung der Assistenzprofessor*innen hat eine erste Liste von 60 Themen für Diplom-, BA- und MA-Arbeiten sowie Dissertationen zur grassierenden Verarmung zusammengestellt und fordert für die Betreuung zwanzig unbefristete AssistenzprofessorInnenstellen.

Und jetzt im Ernst:

Die Tagesschau, der angebliche Tempel seriöser Berichterstattung, vermeldet heute um 20 Uhr wieder einmal, dass arm ist, wer 60% des Äquivalenzeinkommens oder weniger hat. Herr Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband darf wieder seinen Armutsbericht verkünden, nach dem die Armut in Deutschland wächst und wächst. Seine Partei, die Linkspartei, freut sich über diese Wahlkampfvorlage.

Siehe dazu: „Die Sache mit der Armutsforschung“ v. 25.2.15. Dort wird erklärt, warum der Maßstab „Äquivalenzeinkommen“ nicht dazu taugt, Armut zu definieren.

Es ist traurig, dass Tagesschau und andere Mainstream-Medien den Schwachsinn mit den Armutsstatistiken ständig wiederkäuen.

Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik hält auch die offizielle Armutsstatistik für unseriös: „Niemand, der sich ernsthaft mit dem Thema befasst“, nehme die offizielle Statistik ernst.

Rainer Zitelmann im European über Vorurteile gegenüber Reichen