Russland

Putins Propagandasender RT entlarvt die Skripal-Attentäter

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Die deutschen Putin-Trolle hatten sich ereifert, als Groß-Britannien seine Indizienbeweise für den russischen Mordversuch an dem Überläufer Skripal vorlegte: Abwarten, keine Vorverurteilung, Russland um Mithilfe bitten, nicht gleich Russland verdächtigen.

Dann passierte etwas Absonderliches. Die Neue Zürcher Zeitung schreibt darüber:

„… abstossend war die Art und Weise, wie das russische Aussenministerium die Untat von Salisbury den Briten in die Schuhe schieben wollte und wie es die Schweiz in die Kontroverse hineinzog, indem es fälschlicherweise behauptete, im Labor Spiez habe man ein westliches Nervengift und nicht Nowitschok als Kampfstoff identifiziert.

Nun hat Russland mit einem vom Propagandasender RT ausgestrahlten Interview mit den beiden mutmasslichen Killern ein besonders fatales Eigentor geschossen. Die beiden Männer, die sich genau zur Tatzeit in Salisbury aufhielten und sich während eines Kurztrips an der gotischen Baukunst der dortigen Kathedrale ergötzt haben wollen, wirkten derart unglaubwürdig, dass sie sich unfreiwillig selbst entlarvten. Sie konnten die einfachsten Dinge nicht plausibel erklären, etwa weshalb sie zweimal hintereinander nach Salisbury reisten, weshalb sie in das Wohnviertel Skripals gingen und weshalb über ihre angebliche Geschäftstätigkeit keinerlei Informationen vorliegen. Wären sie harmlose Touristen, die ein normales Leben in Russland führen, so gäbe es einfache Mittel, dies zu beweisen…

Dass Putin nun persönlich für die Unschuld der beiden Russen einsteht und den Anstoss zu dem skurrilen Fernsehauftritt gegeben hat, ist ein peinlicher handwerklicher Schnitzer des einstigen Agenten. Denn nun ist endgültig klar, von wem dieses Verbrechen gedeckt wird – vom höchsten Mann im Staate.“

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Wohin driftet Meck-Pomm ab?

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Mecklenburg-Vorpommern ist längst nicht mehr das Armenhaus der Republik. Dennoch bleibt es ein Sorgenkind. Schon zu DDR-Zeiten gab es Landflucht. Die hält bis heute an, vor allem im Landesteil Vorpommern. Der war jahrhundertelang auf die Stadt Stettin hin orientiert. Durch eine unglückliche Grenzziehung ist diese Stadt heute polnisch.

Die Landeshauptstadt Schwerin liegt in Mecklenburg. Für Vorpommern gibt es einen Beauftragten der Landesregierung, der für gute Laune sorgt und hier und da ein paar kleinere Maßnahmen finanzieren kann.

Die großen staatlichen Landwirtschaftsgüter der DDR wurden nicht immer korrekt abgewickelt. Der Normalfall scheint zu sein, dass die roten Bosse heute Chefs von Agrar-GmbHs sind. Für die ehemaligen „Genossen“, die zwangsenteigneten LPG-Bauern gab es keine nennenswerte Rückabwicklung. Ihre Rentenanwartschaften sind nicht besonders hoch. Wenn es eine von den Sozialverbänden jeden Monat beschworene Altersarmut gibt, dann hier.

Industrieller Schwerpunkt ist die Werftindustrie in Wismar, Rostock, Stralsund und Wolgast. Wenn man die Veränderungen bei den westdeutschen Werften kennt, überrascht es nicht, dass die ostdeutschen Werften ständig ums Überleben kämpfen. Schon in der DDR wurden sie mit Dumpingpreisen am Leben gehalten. Die Erfahrungen mit russischen Investoren waren zwiespältig. Ein groß angelegter Fährhafen in Mukran bei Sassnitz auf Rügen sollte den Handel mit der UdSSR vertiefen. Er war jahrelang die Großbaustelle der Republik, in die die Ressourcen der Bauindustrie flossen. Die Russen sahen in ihm vor allem den militärischen Nutzen: Man konnte das politisch unzuverlässige Polen umgehen. 1986 war er fertig. Die SED hatte große Hoffnungen mit dem Bau verbunden. Wenige Jahre später gab es die DDR und die Sowjetunion nicht mehr. Heute dümpelt Mukran-Port vor sich hin.

Alles in allem entwickelt sich Meck-Pomm langsam, aber stetig. Die Arbeitslosenzahl hat sich in zehn Jahren (2016 10%) halbiert.

Wirtschaftsbericht 2016 der Landesregierung

In Russland sehen die Landesregierungen den weißen Ritter. Man ist bemüht, die Russen bei Laune zu halten. In Schwerin ist es egal, ob Russland die Krim besetzt und Teile von Moldawien, der Ukraine oder Georgien, man setzt sich gemeinsam mit ehemaligen SPD-Größen wie Platzeck, Stolpe, Schröder und Gabriel für die Aufhebung von Sanktionen ein und veranstaltet den „Russlandtag“, ein Wirtschaftstreffen, mit dem man Verbundenheit mit dem Bezirk St. Petersburg demonstriert. Hauptsponsor der Treffen ist der russische staatliche Konzern Gazprom mit seinen Tochterfirmen Gazprom Germania und Gascade. Redner auf Russlandtagen sind Gerhard Schröder, Verwaltungsratschef bei Nortd-Stream 2, Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums und Matthias Warnig, ehemaliger MfS-Offizier, jetzt Geschäftsführer von Nord-Stream 2. Putin und Warnig kennen sich aus DDR-Zeiten.

Die Pipeline Nord-Stream 2 ist umstritten, weil sie Deutschlands Abhängigkeit von russischem Gas unnötig erhöht. Gazprom gehören inzwischen auch die deutschen Gasspeicher, in denen Erdgas gespeichert wird. Der Anteil Russlands an Erdgaslieferungen nach Deutschland beträgt zzt. ca. 40%. Der zuletzt im Juli 2017 erschienene Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums zur „Versorgungssicherheit bei Erdgas“ enthält keine Angaben zur Herkunft von Erdgaslieferungen mehr. Das Ministerium verweist darauf, dass die Liefermengen aus Datenschutzgründen nicht mehr nach Ursprungsländern aufgeteilt werden dürfen(!).

Es mag durchaus sein – Vertragstreue Russlands vorausgesetzt – dass die Verdopplung der Erdgaslieferungen aus Russland günstig für Deutschland sind. Den Bau der Pipeline bezahlt ja die Staatsfirma Gazprom. Im Falle von Lieferschwierigkeiten könnte Deutschland ausreichend aus anderen Regionen versorgt werden, nicht zuletzt durch Flüssiggastanker. (Deren Gas ist aber aufwändig zu bearbeiten und von Schiffen zu entladen.) Politisch führt die neue Pipeline aber zu Problemen für Deutschland: Polen und die Ukraine sind verärgert, weil sie nicht länger an Transitgebühren verdienen und jetzt Endstation für russische Lieferungen sind. Trump ist verärgert, weil US-amerikanisches Fracking-Gas nicht gekauft wird. Die EU-Energieunion, die auf Diversifizierung setzt, befürchtet, dass Russland die ganze EU abhängig machen möchte.

Platzeck hat der Parteifreundin Schwesig gerade einen Preis für gute Zusammenarbeit mit Russland verliehen. Platzeck selbst erhielt zuvor von Außenminister Lawrow den Orden der Freundschaft. Platzeck ist Redner auf dem nächsten Schweriner Russlandtag.

Meck-Pomm profitiert vom Bau der Pipeline: In Mukran lagern Rohre und werden für die Verlegung in der Ostsee präpariert. Lubmin bei Greifswald ist der Anlandepunkt der Leitung auf deutschem Territorium. Die Landesregierung ist Genehmigungsbehörde für die Verlegung der Rohre. Deshalb gefällt es nicht jedem, dass die Firma, die von der Genehmigung profitiert, eine Veranstaltung der Landesregierung bezahlt.

Andererseits kann man fragen, warum sich eine Landesregierung durch gerade einmal 50.000€ Sponsorengeldern korrumpieren lässt. Der Betrieb der Pipeline wird das Bruttosozialprodukt nur unwesentlich steigern. die Gewinne von Gazprom werden nicht in Deutschalnd versteuert.

nach Tagesspiegel und ostexperte.de

Der erste totale Krieg: der russische Bürgerkrieg 1918 – 22

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Man kennt die Memoiren russischer Adliger und den Film Doktor Schiwago, vielleicht noch Michail Ossorgin, Eine Straße in Moskau, und Michail Bulgakow, Die weiße Garde.

Der Bürgerkrieg spielt aber im historischen Rückblick keine große Rolle. Dabei war er brutal und grausam und vor allem: total.

Der russische Bürgerkrieg war ein epochaler Dammbruch der Gewalt, von Nikolaus Katzer, Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Moskau und Professor für osteuropäische Geschichte, NZZ, 23.7.2018

Die Aktivitäten eines russischen Geheimdienstlers

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Er ist in der DDR als Sohn eines sowjetischen Generals geboren. Seine erste „Großtat“ war der Abschuss einer Passagiermaschine mit einer russischen Rakete über der Ukraine.

Er half, Südossetien von Georgien abzutrennen, und war dort Minister. Er gründete ein „Forschungsinstitut“, das für Russland PR-Strategien entwirft und er ist der Schöpfer der Privatarmee „Wagner“. die Söldner waren und sind in Südossetien, Abchasien, auf der Krim, in der Ostukraine und in Syrien aktiv.

Die Strategie ist immer gleich: Kleine grüne Männchen sichern Russland ein Stück des Territoriums und zündeln ein bisschen, aber nur so viel, dass der betroffene Staat zwar dadurch gebunden wird, aber der Rest der Welt sich daran nicht weiter stört. So geschehen in Georgien, in Moldawien und in der Ukraine. (Im Baltikum hat das nicht funktioniert. Dort ging der Beitritt zu EU und NATO sehr schnell. Dort gibt es stattdessen Cyberkriege, Scheinangriffe der russischen Luftflotte und Bodenmanöver, in denen der Durchmarsch zur Ostsee geübt wird. Auch ist die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen groß. Im Gegensatz zu Deutschland wird sie allerdings verringert.)

Wenn diese Biographie nicht von Bellingcat recherchiert worden wäre, könnte man glauben, John Le Carré übertreibt in einem neuen Buch ein wenig.

Der Schattenmann hinter dem Abschuss von MH17

Am Rande bemerkt: Im Vergleich zu Belingcat fällt umso mehr auf, was für kleine Würtstchen die Rechercheverbünde und Faktenfindereien deutscher Qualitätsmedien sind. Dabei profitieren sie von den Milliarden des Herrn Soros, während Bellingcat von Fundraising lebt.

Update 2.8.18: In der Zentralafrikanischen Republik sind drei russische Journalisten getötet worden. Sie waren im Auftrag von Michail Chodorkowki für eine Recherche über die Söldnertruppe Wagner eingereist. (PNN v. 2.8.18, p4)

Einkaufszentrum auf dem Massengrab

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Auch eine Art Aufarbeitung: In Weißrussland werden Straßen und Einkaufszentren dort gebaut, wo Stalins Massengräber liegen.

Deutsche Medien fassen Putin mit Samthandschuhen an

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Putins Fürsprecher bekommen… hierzulande regelmäßig eine große Bühne. (Russlandkenner und -liebhaber Boris Reitschuster)

Reitschuster nennt Beispiele: Die Zusammensetzung von Talkshows zugunsten Putins, die Zusammenarbeit ÖRR und RT. Kreml-Lobbyisten werden als Experten vorgestellt.

Und Namen: Platzeck, Krone-Schmalz, Verheugen, Theveßen, Illner, Maischberger, Lanz.

Von Alaska bis zum Kreml

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Da wird die deutsche Zustimmung für Putin in schwindelnde Höhen steigen. Es sind schon jetzt 68%.

via Boris Reitschuster

EU-Juncker fordert Ende des Russland-Bashings

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juncker_putin

Russia Today (RT) ist begeistert und im Kreml wird man mindestens schmunzeln: EU-Kommissionspräsident Juncker fordert ein Ende des Russland-Bashings.

Wahrscheinlich informiert sich Herr Juncker ausschließlich bei RT über das Weltgeschehen. Vor einer Woche wurde der Abschlussbericht über den Abschuss der MH17 mit 200 Toten durch Russland vorgelegt. Im Krieg mit der Ukraine gibt es nahezu täglich Tote, vorgestern war es eine 14jährige. Unliebsame Oppositionelle und Journalisten werden ermordet. Die meisten Nachbarstaaten, natürlich nicht Nordkoreas, haben Probleme mit Putins Russland.