Allgemein

Der Dativ ist nicht immer dem Genitiv sein Tod

Gepostet am Aktualisiert am

In einer Zeit, in der selbst Deutschlehrer nicht mehr Garanten für korrekte Grammatik sind, kommt Freude auf, wenn PNN/Tagesspiegel schreiben: „CDU will in Potsdam des Altkanzlers gedenken“.

Der 17. Juni 1953 am 17. Juni 2017 in Brandenburg

Gepostet am Aktualisiert am

SMAD-Befehl 17.6.51

Business as usual in Brandenburg, der „kleinen DDR“ des ersten Ministerpräsidenten Manfred Stolpe. Während anderswo des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 gedacht wird, hat kein Regierungsmitglied dafür Zeit.

Ministerpräsident Woidke nimmt am Jubiläum des Menschenrechtszentrum in Cottbus teil und findet bei dieser Gelegenheit auch Worte zum 17. Juni.

Beim 8. Mai war mehr Engagement.

Siehe auch hier!

17. Juni wieder nationaler Feiertag?

 

Der Multikulti-Irrtum

Gepostet am Aktualisiert am

Was die US-Amerikanerin Ayn Rand vor über 50 Jahren geschrieben hat, kann jetzt in Europa beobachtet werden. Multikulturalismus, so hatte Rand geschrieben, verfestigt Unterschiede, versammelt Kulturen, die gleichberechtigt nebeneinander stehen, sieht Einwanderer nicht als Individuen, sondern als Angehörige eines Kollektivs.

Er ist das Gegenteil von Integration. Multikulti verhindert Integration. Integration bedeutet, dass Individuen sich assimilieren, in die Leitkultur integrieren und deren Werte und Orientierungen übernehmen. Das ist ein sich über Generationen vollziehender Prozess.

Ein europäischer Wissenschaftler, der Migration und Integration erforscht, ist der Niederländer Ruud Koopmans. Multikulti-Apologeten wissen genau, warum sie Koopmans von deutschen Unis fernhalten, ihn nicht in Gremien haben wollen, von seinen Untersuchungen nichts wissen wollen und ihn diffamieren.

Koopmans vergleicht Migranten in den Niederlanden und in Deutschland. Er begann dies in der Erwartung, dass sich die Integrationspolitik der Niederlande als vorbildlich erweisen würde. Aber er kommt zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass das angebliche niederländische Erfolgsmodell der Integration von Migranten nicht nachahmenswert ist. In fast allen untersuchten Punkten schneidet Deutschland besser ab: Bei Arbeitslosigkeit, Schulabschlüssen, in der Kriminalstatistik, beim Sozialhilfebezug und den Sprachkenntnissen.

Man staunt ja selbst. Gerade hat noch ein Leitartikler des Berliner Tagesspiegels geschrieben, Deutschland hätte bei der Integration der Migranten versagt. Wir werden ermahnt, unsere „Dominanzkultur“ zurückzunehmen, keine Bewertung anderer Kulturen vorzunehmen. Ich erinnere mich an eine Talkshow, in der die Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer (CDU) dafür plädierte, es mit dem Deutschunterricht für Geflüchtete nicht zu übertreiben. wichtiger wäre die schnelle Integration ins Berufsleben. In vielen Banken und Firmen wäre in Deutschland die Verkehrssprache nicht mehr Deutsch, sondern Englisch.

Die Niederlande gelten als besonders aufgeschlossen gegenüber Einwanderern: doppelte Staatsangehörigkeit, großzügiger muttersprachlicher Unterricht, kommunales Ausländerwahlrecht, unbeschränkte Heiratsmigration, islamischer Religionsunterricht, islamische Schulen.

Die falsche Ausrichtung der europäischen Integrationspolitik geht nach Auffassung Koopmans auf einen Index zurück, den MIPEX, der von europäischen Organisationen, darunter der Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD, zusammengestellt wurde. Er enthält eine Liste von Maßnahmen. Je mehr davon eingeführt sind, desto höher rangiert das Land als „best practise“-Modell einer guten Immigrationspolitik. Was völlig fehlt, ist eine Evaluation der Maßnahmen. Koopmans kritisiert, dass der Erfolgsmaßstab das größtmögliche Entgegenkommen gegenüber Ausländern sei, der Verzicht auf Anforderungen. So gerieten, völlig faktenfrei, Schweden, Belgien und die Niederlande aufs Siegertreppchen der vorbildlichen Einwanderungsländer und Deutschland, Österreich und die Schweiz wären die Schmuddelkinder.

Auch die Morde an Pim Fonteyn und Theo van Gogh wurden in den Niederlanden nicht als Alarmzeichen gesehen. Premierminister und Königin besuchten ein marokkanisches Jugendzentrum und eine muslimische Schule, nachdem Theo van Gogh von einem Terroristen regelrecht abgeschlachtet worden war. Van Gogh hatte einen Film über die Frauenfeindlichkeit des Islam gemacht, zusammen mit Aysan Hirsli, die die Niederlande schon lange verlassen hat.

Ich erinnere mich, dass es 1975 eine Zug-Besetzung durch Molukker gab. Das sind Migranten aus der ehemaligen holländischen Kolonie in Indonesien, die damit auf ihre schlimme Situation in Lagern aufmerksam machen wollten. Ich erinnere mich, dass es schon damals Erstaunen gab, weil die Niederlande als Vorbild der Integration im Gegensatz zu den Deutschen galten.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung stellt heute ein neues Buch Koopmans vor. Die Schlagzeile lautet: „Multikulti ist gescheitert“. Mal sehen, wie weit der Versuchsballon fliegt. Die Debatte wäre dann eröffnet. Oder die grünlinken Medien sehen wieder nur  rechtspopulistische Agitation, die bekämpft werden müsse.

Geldgeschäfte der Frau Kahane?

Gepostet am Aktualisiert am

Auf Science Files verfolgt Michael Klein die Bilanzen der Amadeu-Antonio-Stiftung und kommt zu einem erstaunlichen Befund: Der gemeinnützige Verein sammelt über Jahre  Kapital an, verlieh Geld, kauft Wertpapiere.

Als ich noch zum Vorstand eines gemeinnützigen Vereins im Bildungsbereich gehörte, drängte unser Finanzvorstand gesetzestreu darauf, die „Einnahmen“ (ausschließlich Mitgliedsbeiträge und Projektzuschüsse) zeitnah wieder auszugeben. Wir hätten sehr gerne einmal eine (kleine) fünfstellige Summe angespart. War aber nicht erlaubt. Wir hätten sonst die Gemeinnützigkeit verloren.

Mich rief einmal eine Finanzbeamtin an, nachdem ich eine Vereinssteuererklärung abgegeben hatte.  Ob wir wirklich alle Einnahmen deklariert hätten. Wir würden doch bestimmt wie andere Vereine auch ein Sommerfest machen und hätten Würstchen verkauft. Das müssten wir angeben.

Hilft der Computer beim Lernen? Ja oder Ja?

Gepostet am Aktualisiert am

Dass auf Studien der empirischen Sozialforschung nicht immer Verlass ist und wissenschaftliche Gütekriterien nicht immer eine Rolle spielen, wurde hier schon ein paar Mal erwähnt.

Nun aber gibt es eine neue Version: Im Gutachten „Bildung 2030 – Veränderte Welt“ der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft wird die Digitalisierung der Schulen gefordert. Am Nutzen der IT in der Schule bestünde kein Zweifel. Das kennt man. Die Begründung in diesem Gutachten: Grundschüler, die mindestens einmal in der Woche im Unterricht Computer verwendeten, hätten signifikant höhere Kompetenzen in Naturwissenschaften und Mathematik.

Die Broschüre musste kurz nach Erscheinen korrigiert werden. Die zitierte Untersuchung zum Computereinsatz und Lernniveau war nämlich zum gegenteiligen Ergebnis gekommen: Schüler mit seltenem Computereinsatz im Unterricht waren besser.

Die 13 Wissenschaftler, die im „Aktionsrat Bildung“ des Wirtschaftsverbandes sitzen und das Gutachten in Auftrag gegeben hatten, bemerkten den Fehler nicht.

(nach FAZ v. 1.6.17, p 7, Heike Schmoll, Ehrenrettung der Tafelkreide)

Zum großen Bedauern der IT-Konzerne gibt es in der jahrzehntelangen empirischen Bildungsforschung zum Computereinsatz in Schulen keine seriöse Studie, in der ein signifikanter Anstieg des Lernniveaus festgestellt werden konnte. Auch in einer großen Studie, die die Telekom finanziert hatte , war das so.

Ohne Frage ist die IT in Schulen nicht wegzudenken. Es hat in Deutschland lange genug gedauert, bis es so weit war. Ich hatte noch als Schulleiter meinen privaten Laptop auf dem Schreibtisch stehen und die Internetverbindungskosten bezahlte der Förderverein. Etwas mehr Augenmaß anstelle ständig neuer Milliarden für Geräte wäre nötig. Aber wenn die Medien, die Internetkonzerne und die Politik ständig von mehr Investitionen in IT reden…

In meinem früheren Schul- und Schulbibliotheksblog „Basedow1764“ gibt es dazu zahlreiche, immer noch aktuelle Beiträge.

Lesetipps:

Schlimmer geht´s nimmer: Rechtsextremismusforschung

Gepostet am Aktualisiert am

Gerade schrieb ich einen Nachtrag zum meinem Beitrag „Die enthemmte Mitte. Eine neue „Studie“ aus einem Leipziger Kompetenzzentrum“ aus dem Sommer 2016 . Mehrere kritische Blogs, u.a. Science Files, AchGut, Tichys Einblick nahmen damals die Studie auseinander. Nun es gibt eine weitere Studie zum Rechtsextremismus. Welt Online berichtete gestern darüber.

Was mir, wohl wegen meines Urlaubs, entgangen war: Science Files hatte sich längst mit dieser Studie gewohnt fundiert und verständlicherweise sarkastisch beschäftigt, mit dem Ergebnis: Junk Science vom Feinsten. Der Welt-Mitarbeiter hatte anscheinend Science Files gelesen, aber vergessen, die Quelle anzugeben.

Hier der Link zu Michael Kleins Beiträgen auf Science Files

In FAZ vom 23.5., p 6, beschäftigt sich Eckhard Jesse kritisch mit Rechtsextremismus-Studien, vor allem solchen, die in der gesellschaftlichen „Mitte“ nach Rechten suchen. Er kritisiert die unscharfen, bisweilen nebulösen Begriffe.

Studien kämen mit denselben Fragebatterien zu stark differierenden Ergebnissen: einmal betrage die Ausländerfeindlichkeit 20,4, ein anderes Mal 7,7 %. Bei einzelnen Antworten („lehne völlig ab“) gäbe es Abweichungen von 20%. Rechtsextreme Einstellungen hätten zuletzt niedrigste Werte (5,9 % im Osten, 2,9 % im Westen). Dieser Rückgang würde nur knapp kommentiert.

Und was die unscharfe Mitte anginge: Rechtsextremismus sei ein Unterschichtenphänomen.

Wie nicht anders zu erwarten: Im Tagesspiegel meint Rechtsextremismusfachmann Matthias Meisner zur Göttinger „Studie“: bloß handwerkliche Fehler.

Umverteilung und Energiewende

Gepostet am Aktualisiert am

Zurzeit ist mir die Information über die aus dem Ruder laufende Umstellung auf erneuerbare Energien wichtiger als die Beobachtung und Kommentierung der DDR-Aufarbeitung. Den Rest des Beitrags lesen »

Journalistische Ethik: Gibt es die?

Gepostet am Aktualisiert am

Der Präsident der italienischen Journalistenkammer verlangt bei Journalisten eine Eignungsprüfung wie bei Rechtsanwälten und Architekten. Damit sollen Qualitätsstandards gewahrt werden.

Präsident Enzo Jacopino schreibt in einem Abschiedsbrief – er gab sein Amt frustriert auf – : „Das Bemühen um eine Rückkehr zur Glaubwürdigkeit des Berufsstandes hat sich als große Pleite erwiesen.“ vorherrschend wären perverse, unverantwortliche Spielchen, … Oberflächlichkeit, Gebrüll und Vulgarität.

Jacopino bezieht sich auf italienische Verhältnisse. Zuletzt war ein Zitat des niederländischen Finanzministers Dijsselbloem über die nicht enden wollende Schuldenkrise Italiens falsch wiedergegeben worden und hatte zu einem Shitstorm gegen den Minister geführt.

(nach FAZ v. 25.3.17, p 16, Tobias Piller, Italien, Land des Postfaktischen)

Hat das Zeug für einen Krimi: Scholz & Friends, #keingeldfürrechts und die Steueroase Guernsey

Gepostet am Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter der Werbefirma startete eine Kampagne, mit der er die regierungskritischen Blogs Tichys Einblick und AchGut in die rechte Ecke stecken und finanziell schädigen wollte.

Kurze Zeit später bekam die Agentur den Auftrag für die millionenschwere Kampagne der Bundesregierung gegen Rechtsextremismus.

Scholz&Friends gehört einer Firma, die wiederum einer Firma gehört, die einer Firma gehört, deren Muttergesellschaft in der Steueroase Guernsey/Kanalinseln sitzt. Die Deutschlandholding WPP, zu der die Werbeagentur und 165 andere Firmen gehören, schreibt seit Jahren nur Verluste. Die Gewinne werden wohl nach Guernsey abgeführt und dort niedrig besteuert.

Angeblich bekämpft die Bundesregierung Steueroasen. Vom neuen SPD-Vorsitzenden ist aus seiner Zeit bei der EU nicht bekannt, dass er sich besonders eifrig gegen die Steueroase Luxemburg seines Freundes Junker eingesetzt hätte. Der SPD-eigene Pressekonzern besitzt in Hongkong die Briefkastenfirma Cavete Global Ltd.

Das alles hat nicht etwa der „Rechercheverbund von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung“ unter Leitung von Georg Mascolo herausgefunden, sondern Ansgar Neuhaus. Und auf AchGut veröffentlicht, dem Blog, der eigentlich von einem Scholz&Friends-Kreativdirektor mundtot gemacht werden sollte. Der wurde schleunigst entlassen, als es herauskam. „#keingeldfürrechts“ dürfte wohl aus dem Konzept für die neue Rechtsextremismusbekämpfungsstrategie gestrichen werden müssen.