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Stasi auf der Frankfurter Buchmesse

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Auf den Leipziger Buchmessen der DDR hatte die Stasi alles im Blick, besonders die Stände der westdeutschen Verlage. Alle wussten es, aber es geschah diskret. Lieber nahm die SED in Kauf, dass Literatur des Klassenfeindes in den weiten Mänteln der Besucher verschwand, als dass sie vor internationalem Publikum offen auftrat.

Auf der Frankfurter Buchmesse 2017 ist es ähnlich, aber doch auch anders. Die Buchmesse AG verkauft drei Messestände an drei angeblich rechtsextreme Verlage – Junge Freiheit, Antaios, Manuscriptum/Zeitschrift Tumult. 8.000 € hat der Stand des antaios-Verlages gekostet. Die Buchmessen AG nimmt also mit der einen Hand das Geld der Rechten. Andererseits will sie es mit dem Antifa-Mainstream der Kulturszene nicht verderben und ruft zu einem „aktiven Umgang“ mit diesen Verlagsständen auf. Ein Verlag, für den in der Nachbarschaft ein Stand reserviert war, wird umquartiert. Der Stand darf kostenlos von der Amadeu-Antonio-Stiftung benutzt werden. Die Standbesatzung der linksextremen Organisation der Ex-Stasi-IM Anetta Kahane hat die feindlichen Verlage gut im Blick und kann den Besucherstrom überwachen. Buchmessen-Mitarbeiter müssen Protestschilder hochhalten und die Stände mehrmals umrunden.

Nächtens werden der Antaios-Stand überfallen und Kaffee und Zahnpasta über die Bücher verteilt, bei Manuscriptum wurden alle Bücher, Zeitschriften und Flyer abgeräumt. (Was hat eigentlich die nächtliche Hallenaufsicht in dieser Zeit gemacht? Nachtrag: Das kann eigentlich nur mit Billigung oder durch Mitarbeiter der Buchmesse AG geschehen sein.)

Ich bin jahrzehntelang über die Buchmesse gelaufen. Auch durch eine Hallengasse, in der DKP, Pahl-Rugenstein, Trotzkisten, Argument, Junge Welt, Neues Deutschland, Marxistische Blätter, Jungle World*, konkret und taz jedes Jahr erneut den Kapitalismus untergehen sahen, die kommende Revolution in der Dritten Welt priesen und vor dem Faschismus warnten. Die Buchmesse AG hat kassiert und geschwiegen. *Zur Jungle World gehörte auch einmal der nach rechtsaußen abgedriftete Jürgen Elsässer. In ihr gibt es, bei aller linksradikaler Grundeinstellung, gelegentlich Lesenswertes.

Die „normal“ linken Aussteller wie Frankfurter Rundschau, Der Freitag, Trikont, VSA, Rote Fahne, Edition Ost, Eulenspiegel, Papyrossa, lasse ich außen vor. Es kann schon sein, dass es bei den linken Ständen etwas gruftig riecht, während die Rechte Morgenluft wittert. Den Rest des Beitrags lesen »

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Der Meeresspiegel steigt, steigt nicht, steigt doch, steigt doch nicht

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Mindestens so gut, wie Dieter Nuhr in seinen besten Zeiten war: Der Bericht von einer Talkshow über Klimawandel.

Daraus vorab: Klimapapst Prof. Schellnhuber findet, dass der Meeresspiegel im Jahr 3.000 bei anhaltender Erwärmung 60-70 Meter höher wäre als heute. Es wäre einfache Physik, das herauszufinden.

Oder: Der bei Wind- und Sonnenenergie gelegentlich eintretende Stromausfall könne durch große Batterien verhindert werden, wie sie EON zur Zeit baue.

Für eine ö.-r. Talkshow bemerkenswert: Ein „Klimaleugner“ durfte teilnehmen.

Nachtrag 16.10.17: rbb-Radio Antenne macht gerade Werbung für ein Gespräch mit einem Philosophen, der Schellnhubers Klimafolgenforschungsinstitut angehört. Dabei können sich die ö.-r. Journalisten nicht verkneifen, alle Zwangsgebührenzahler, die nicht an Schellnhubers Prophezeiungen glauben, in die AfD-Ecke zu stellen.

Liebeslieder diskriminieren Homosexuelle

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Der Beitrag stand zuerst am 17.2.2015 auf "Basedow1764"

Das wollen Geschlechterforscher/-innen in wissenschaftlichen Studien herausgefunden haben! Für Schule ist das wichtig zu wissen. Alles, was Heterosexualität als Norm erscheinen lässt, ist für LSBTTIQ-Mitmenschen und Genderisten diskriminierend. Also sollten, sagen wir mal, neben „Faust“ und „Kabale und Liebe“, den heterosexuell orientierten Stücken, auch „Brokeback Mountain“ und „Aimeé und Jaguar“ als Bausteine der Erziehung zur Vielfalt in Betracht kommen. Die Sexualkunde-Lehrpläne einiger Bundesländer werden derzeit schon umgeschrieben.

Ich kann mir die beiden letztgenannten Filme durchaus in der Schule vorstellen. (Spielfilmlänge ist während der Unterrichtszeit allerdings illusorisch, abgesehen von den gerne genutzten Schulwochen vor den Ferien.) Ich würde sie manchen Empfehlungen in einem sexualpädagogischen Handbuch oder in GEW-Broschüren vorziehen. Vielleicht nicht in Schulklassen mit mehrheitlich muslimischen Schülern. (Was in einigen Großstädten schon bald die Regel sein wird.)

Wohin das Mainstreaming nicht-heterosexueller Präferenzen führen kann, zeigt die gendersensible Textanalyse deutschen Liedgutes. „Wir können nicht länger einen großen (sic!) Teil der Bevölkerung durch Liebeslieder verstören, die einen heterosexuellen Lebensentwurf feiern, der von diesem Teil der Bevölkerung nicht geteilt wird”, sagt der Geschlechterforscher David Thaler.

Es ist das gute Recht Homosexueller, ihre Homosexualität zu leben. (Ich erinnere mich an Zeiten, wo der „Lebensentwurf“ von Homosexuellen im krassen Gegensatz zur Lebensweise heterosexueller, i. d. R. monogamer Ehepaare stand.)

Aber man muss nicht bei jedem Arbeitsblatt betonen, dass man für sexuelle Vielfalt ist und heterosexuelle Beziehungen nicht privilegiert.

Siehe u. a. auch hier im Blog!

Wie schnell die sich angeblich durch rassistische, sexistische weiße Männer und dominante heterosexuelle Eheleute unterdrückt fühlende Minderheit der LSBTTIQ Macht über die Mehrheit erlangen kann, zeigen Begebenheiten der letzten Zeit:

  • Ein englischer Wissenschaftler, Tim Hunt, Nobelpreisträger, Mitglied der Royal Society und des Europäischen Forschungsrates, erlaubte sich in einem Vortrag über Frauen in der Wissenschaft diesen Scherz: Entweder verliebe man sich während der Arbeit im Labor in sie oder sie sich in einen und wenn man sie kritisiere, weinten sie. Er wurde in den sog. sozialen Medien mit einem Shitstorm überzogen und flog aus allen seinen Ämtern. Da half es auch nicht, dass seine Frau, eine bekannte Feministin, zu ihm stand.
  • In Westfalen berichtete eine Journalistin von einem Vater, der seine minderjährigen Töchter nicht an der Hochzeit eines schwulen Verwandten teilnehmen lassen wollte. Die Journalistin wurde von einem Shitstorm überzogen und von ihrer Zeitung gekündigt.
  • Wer den Genderismus kritisiert, wäre rechts. So stand es u. a. im Spiegel. So ist es bei der staatlichen Bundeszentrale für politische Bildung zu lesen.)
  • Unvergessen ist die junge Journalistin, die sich mit dem FDP-Altpolitiker Rainer Brüderle zu einem Absacker nachts an einer Hotelbar trifft, eine Bemerkung über ihr Dekolleté ertragen muss, dann in ihrer Illustrierten ihr Erdulden vor Publikum ausbreitet. Allerdings frage ich mich, ob ein älterer Politiker, der sich nachts mit einer jungen Journalistin an die Bar setzt, nicht selbst dran schuld ist. Vielleicht ist das Verhüllungsgebot für Musliminnen gar keine so schlechte Idee. Ihr gefühlloser Arbeitgeber schickt sie noch ein ganzes Jahr zu Terminen mit Brüderle, bevor ihr/ihm einfällt, Brüderle als übergriffigen, sexistischen alten weißen Mann zu verkaufen. Die von Herrn Brüderle sich sexistisch angemacht fühlende Journalistin Laura Himmelreich hatte über die CSU-Politikerin Ilse Aigner geschrieben, sie sei dirndl-tauglich.
  • Heute Morgen, beim Frühstück, ich suchte gerade in den Potsdamer Neuen Nachrichten vergebens einen Artikel über den 17. Juni 1953, als mir ein Prospekt von Karstadt entgegenfiel. Auf der Titelseite prangt eine Schönheit – darf man das sagen, ohne weniger Schöne zu diskriminieren?  – in lila Unterwäsche. Ist das nicht rassistisch angesichts der Mitbürger/-innen muslimischen Glaubens, die sich, dem Gebot des Koran folgend, verhüllen? Aus freien Stücken, wie uns deutsche Islamwissenschaftlerinnen erläutern. Wo bleibt der Shitstorm gegen Karstadt? Nachtrag: Justizminister Maas hat, mit Verweis auf die Kölner Silvester-Ereignisse, einen Gesetzentwurf gegen Unterwäsche-Werbung im öffentlichen Raum vorgelegt!!!)

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis rassismus- und diskriminierungssensible Wissenschaftler/-innen die Entfernung der Käthe-Kollwitz-Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ in der Berliner Neuen Wache unweit der Humboldt-Universität fordern. Denn die Skulptur ist eine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Eheleute.

A propos Humboldt: Gendersensible Student/-innen, pardon Studier_x, dieser Institution fordern eine Umbenennung. Die Gebrüder Humboldt waren schließlich rassistische, diskriminierende, sexistische weiße Männer.

Leitkultur: Goethe und die Wurst

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Wenn ich nicht schon vor Jahren mein Zeit-Abonnement gekündigt hätte, müsste ich mich heute fremdschämen für das, was der stellvertretende Chefredakteur Bernd Ulrich zu Papier gebracht hat.

Lesefrüchte: Vom Islam ginge doch „keine hegemoniale Bedrohung [aus]; sie sitzen in keinen relevanten Redaktionen, auf keinen Lehrstühlen, nicht im Bundestag.“

„Seit Sonntag sieht die Bedrohungslage anders aus; da hat es eine Gruppe in den Bundestag geschafft, die bereits zahlreiche Freunde in der Bundeswehr, an Schulen und Hochschulen hat und die den bisherigen Grundkonsens des Landes ablehnt.“

„Das könnte ein Ausgangspunkt für einen neuen Patriotismus sein: Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, dessen zentrale Geschichte von sich selbst weder von Heldentum noch von Märtyrertum handelt, sondern von Schuld, Buße, Läuterung und von den siebzig Jahren, in denen man zu einem etwas besseren Selbst gelangte. Dies aber ist kein Defizit, sondern ein eigener Ton im Konzert der Völker.“

Zur Ehre diese Blattes gereicht es, dem stv. Chefredakteur widersprechende Leserkommentare zugelassen zu haben.

Die ökonomischen Kosten des – unbewiesenen – menschengemachten Klimawandels, auf Heller und Pfennig berechnet

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Sogar die Berichte des Weltklimarates, der Lobbyorganisation der Klimaalarmisten, wimmeln von Konjunktiven: könnte, vielleicht, möglich. Die Statistiken des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass Starkregen nicht zugenommen hat, ebensowenig die Hurrikane in der Karibik. Dies und die gerichtsnotorischen Manipulationen an den Klimadaten des IPCC sowie die teilweise erschreckend geringe Qualifikation der „Wissenschaftler“ sind keine Themen für Rechercheverbünde und Faktenchecker*Innen des ö.-r. Rundfunks. Stattdessen hängt man dort an den Lippen der Klimaalarmisten.

Prof. Schellnhuber weiß: „Die Klima-Mathematik ist brutal klar: Die Welt kann zwar nicht innerhalb von wenigen Jahren geheilt werden, aber wenn wir nichts tun, dann können wir sie durch Fahrlässigkeit bereits bis 2020 tödlich verwunden.“ (zit. nach PNN v. 5.7.17, Jan Kixmüller, „Nur noch drei Jahre“

Klimapapst Schellnhuber ist schon einen Schritt weiter. Er lässt die ökonomischen Kosten des – unbewiesenen – menschengemachten Klimawandels berechnen. Sind schon die zugrundeliegenden Klimadaten unzuverlässig und fehlerhaft, sollen jetzt wenigstens die Folgekosten genau errechnet werden: Die Toten der Dieselabgase, die Klimaflüchtlinge, die von überflutenden Südseeinseln in die bundesdeutschen Aufnahmelager flüchten, die Ausfälle im Wintertourimus wegen der angeblich wärmeren Winter. Ob sie dagegenrechnen, dass die Erwärmung den Rheumakranken hilft und Urlaubsflüge auf die Malediven erübrigt?

46_03_34---Clouds_web.jpgDie Moderatorin von brandenburg-aktuell des rbb gestern Abend hängt natürlich an den Lippen des Meisters. Bilder der Apokalypse, mit denen man die Schadensrechnungen des Potsdam-Institus für Klimafolgenforschung illustrieren kann, gibt es genug: Sturmflut, Hurrikan, aussterbende Eisbären, Kinderwagen neben Auspuffrohren.

 

Das Ende der digitalen Kostenlos-Kultur naht

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Bei der FAZ ist es immerhin noch ein spannendes Suchspiel: Manches steht auf der Homepage, ist aber nicht über Google zu finden, manchmal ist es umgekehrt. Oder es gibt verschlungene, überraschende andere Suchwege, auf denen man fündig wird. Wobei ich nicht ausschließen kann, dass derjenige, der den Artikel auf seiner Seite öffentlich macht, dafür gezahlt hat. faz.net bietet mir als registriertem FAZ-Abonnenten keinen erkennbaren Mehrwert.

Die Bezahlschranken nehmen zu. Handelsblatt und Die Welt/N24 verlangen Geld. Cicero ebenso, dann aber wird der Artikel plötzlich freigegeben. Bei taz und Tichys Einblick konnte man schummeln und sagen, man zahlt schon. Auf die taz kann ich verzichten, auf Bild auch, Tichy tut schon weh. Die Printausgabe von Tichys Einblick kaufe ich seit langem gelegentlich.

Manche Medien erlauben einen oder zwei Artikel und halten dann die Hand auf. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Fast alle Blogs bitten mittlerweile um einen Obulus.

Ich will mich nicht beschweren. Es war immer klar, dass die Vielfalt qualitätvoller, kostenloser Informations- und Meinungsmedien nicht ewig dauern kann. Die Suche nach geeigneten Bezahlsystemen hält ja schon eine Weile an. Da liegt für mich das Problem.

Ich zahle für drei gedruckte Zeitungen. Ich experimentiere mit kostenpflichtigen News-Aggregatoren. Die überzeugen mich noch nicht. Ich fürchte, das Zahlen einzelner Artikel aus verschiedenen Medien, so bequem sich das über eine Plattform abwickeln lässt, wird auf Dauer teuer.

Möglicherweise geht es zurück zum Ausgangspunkt: Jahrzehntelang habe ich eine Tageszeitung gelesen. Mehr nicht. Abgesehen vom Spiegel. Also wird die FAZ das Rennen machen und ich hoffe, dass sich bei ihr Genderwahn und Israelkritik nicht allzusehr ausbreiten.

Selbstverständlich war es schon immer ratsam, sich nicht auf eine Informationsquelle zu verlassen. Die Notwendigkeit, mehrere Informationsquellen zu benutzen, nahm erst überhand, als sich bemerkbar machte, dass man den Nachrichtensendungen der ö.-r. Anstalten nicht mehr trauen konnte. Bei den Printmedien entwickelte sich, ähnlich wie in der DDR, eine gemeinsame Linie der Berichterstattung, von taz über FR, SZ, Zeit, Tagesspiegel und Spiegel, der man erst entkam, wenn man zu NZZ und Basler Zeitung griff. Deswegen auch blühten die kritischen Blogs auf: AchGut, Tichys Einblick, philosophia perennis, youwatch.

Es wird nicht mehr so sein wie früher. Die linksgrünen Mainstream-Medien werden weiterhin an Auflage verlieren, bis sie die Printausgaben ganz einstellen oder als Luxusgut veredeln. Das TV-Oligopol wird sich einerseits noch mächtiger fühlen und uns vorgaukeln, Hüter der Demokratie und Meinungsfreiheit zu sein. Es wird andererseits in seiner Akzeptanz auf den Status des DDR-Staatsfernsehens herabsinken. Vielleicht wird es einen liberal-konservativen Blog-Aggregator geben, vergleichbar mit AchGut, für den es sich lohnt, einen Obulus zu entrichten.

„Intentional Bias“ bei Googles Suchmaschine?

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Den Verdacht, dass Google die Ergebnisse zu Suchfragen manipuliert, gibt es schon lange. Das gilt etwa für den Vorrang von Treffern auf Seiten wichtiger Werbekunden.(Wohlgemerkt: gemeint sind nicht die als Werbung kenntlich gemachten Treffer!)

Er gilt aber auch, so legt eine neue Studie nahe, für die Bevorzugung linksliberaler Domains gegenüber konservativen. Am Beispiel des Google-internen Rankings von „Klimawandel“-Seiten zeigt Leo Goldstein, dass von einer neutralen Suchmaschinen nicht die Rede sein kann. Er beschreibt, wie die Seiten von „Klimarealisten“ herabgestuft und die von „Klima-Alarmisten“ höher bewertet werden.

Leo Goldstein: „Why are Search Engines so Hostile to Climate Realism?“ und nochmal am 8.9.17

WUWT ist die führende US-amerikanische Seite der Kritiker der These vom menschengemachten Klimawandel. In den Kommentaren zu den o.a. Links ist zu lesen, dass bei einer Suchfrage zu CO2 auf Google erst auf Seite 30 der Treffermeldungen ein kritischer Beitrag auftauchte!

Aus „Wired“: Das große Versprechen des Internets, Ihnen so viel Information zugänglich zu machen, wie Sie wollen. Seine große Gefahr ist, dass das meiste davon Müll ist.

 

Die AfD, die abgehängten Ossis und demonstrierende Polen auf der Oderbrücke

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Gestern Abend fand ich brandenburg-aktuell, die abendliche Nachrichtensendung des rbb, besonders sehenswert. Das ist nicht oft der Fall, abgesehen von der kreativen Wettervorhersage. Soviel passiert halt in Brandenburg nicht, außer rechtsextremen Brandstiftern, rechtsextremen Fremdenhassern und strebsamen Schutzsuchenden, die sich zur Grundschullehrerin und zum Busfahrer qualifizieren und die syrische Familie, die endlich eine Wohnung beziehen kann. Und dann darf natürlich – gefühlt allabendlich – die AfD nicht fehlen.

Was war vorgestern (7.10.) so anders? Gar nicht viel.

Ein kurzer Clip von der deutsch-polnischen Grenze. Auf der Oderbrücke zwischen Frankfurt und Slubice demonstrierten polnische Christen gegen die Islamisierung Europas. Das geschah wohl an vielen Grenzübergängen Polens.

Und dann dröhnendes Schweigen. Während sonst Beiträge an- und nicht zuletzt abmoderiert werden, manchmal flapsig, manchmal mit Widerspruch gegen die in einem Beitrag geäußerten Meinungen, passierte dieses Mal nichts. Es gab auch keinen einordnenden Kommentar, etwa eines Politologen der Universität Potsdam oder eines Vertreters des Zentralrats der Muslime, der die polnische Islamophobie anprangert. Auch wurden keine Stimmen von Passanten eingefangen, sonst so unvermeidlich wie überflüssig für eine Nachrichtensendung.

Es hatte der Redaktion wohl die Sprache verschlagen, wie politisch unkorrekt die Nachbarn da auftraten. Den Rest des Beitrags lesen »

Über Korrelation und Kausalität bei Journalisten

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„Asylbewerber sieht man hier selten. Trotzdem hat hier jeder Dritte die AfD gewählt.“

Es gibt einen herrlichen Kommentar zur Verwunderung linksgrüner Journalist*innen, warum ausgerechnet dort die fremdenfeindliche AFD hohe Stimmengewinne erzielt, wo es keine oder kaum Fremde gibt.

angstpolitk

Journalisten auf dem Holzweg.

ARD-Fake-News: Sparprogramm

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Die Tagesschau verkündete das gigantische Sparprogramm der ö.-r. Senderfamilie. Eine lange Liste der Vorhaben wurde aufgezählt. Warum eigentlich dazu keinen ARD-Brennpunkt?

Wesentliches ging unter: Die zwei Milliarden sollen im Laufe von zehn Jahren eingespart werden. Der Einsparung stehen im Laufe von zehn Jahren 80 Milliarden Einnahmen gegenüber. 2,5% sollen also gespart werden.

Der Knaller: Die Hälfte der zwei Milliarden soll bei den Pensionen gespart werden.

Bei der in zwei Jahren geforderten nächsten Erhöhung der Gebühren (Schönenborns „Demokratieabgabe“) bleibt es aber, so wie es aussieht.

Die Einsparung bei den Pensionslasten scheint auch nicht besonders groß zu sein. Es bleibt beim hohen Niveau. Die bisher automatische jährliche Erhöhung wird etwas reduziert. Thüringens Ministerpräsident Ramelow protestiert gegen die seines Erachtens zu geringen Sparpläne. Er wird von der ARD-Vorsitzenden zurechtgewiesen, ebenso wie kurz zuvor der Vorsitzende des Zeitungsverlegerverbandes. Er hatte das ungehemmte Vordringen der gebührenfinanzierten Unternehmen im Internet kritisiert, das den privatwirtschaftlich arbeitenden Zeitungsverlagen mit kostenlosen digitalen Angeboten Konkurrenz mache.

Es verschlägt einem die Sprache, mit welcher Chuzpe die Allgewaltigen ihre Gebührenzahler für dumm verkaufen. Die Politik weiß, was sie an den Anstalten hat und wird dafür sorgen, dass das Reförmchen niemandem wehtut.

Es wird also z. B. nicht diskutiert werden,

  • ob ein nationaler Sender für die Grundversorgung ausreicht und das ZDF abgewickelt werden könnte
  • ob 60 Radiosender für die Grundversorgung von 83 Millionen Menschen  notwendig sind
  • in welchem Umfang die gebührenfinanzierten Sender Werbung zulassen dürfen
  • wie der weiterhin maßgebliche offene und verdeckte Einfluss der Politik eingeschränkt werden könnte
  • Verlagerung der anspruchsvolleren Programme von 3Sat und Arte in das ARD-Programm. Ein trivialer Quotensender ARD in Konkurrenz zu sat 1 ist überflüssig

Jedenfalls aber:

  • eine Reform des Programms, das überwiegend aus Talkshows, Quizzes, Krimis und Fußball besteht.