Antisemitismus

Niemand hat die Absicht, Israel zu boykottieren: grüne Heuchelei

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Dass ich viele Jahre die Grünen gewählt habe, im Bund und im Land, kann ich aus heutiger Sicht nicht mehr verstehen. Waren es der Zeitgeist, die Moden der Alterskohorte, der eine oder andere integre Grünen-Politiker?

Es fehlt nicht viel und ich schäme mich dafür.

Wie kann man eine Partei, deren führende Mitglieder Claudia Roth, Renate Künast, Karin Göring-Eckardt, Jürgen Trittin, Robert Habeck, Annalena Baerbock, Matthias Oomen heißen, wählen, wenn man liest und hört, was sie von sich geben. Oder Grüne wie Sina Doughan, Mitglied in der linksextremen Roten Hilfe, oder Antifa-Fan Jan Albrecht, dem wir außerdem die DSGVO verdanken. (Steht zum Teil auch in diesem Blog.)

Jetzt fällt mir eine Kleine parlamentarische Anfrage der grünen Bundestagsfraktion in die Hände (von 2013) in der diese Politiker wissen wollen, warum israelische Produkte aus der Westbank nicht besonders gekennzeichnet sind. Den Damen und Herren geht es angeblich nur um den mündigen Verbraucher, der „informierte Kaufentscheidungen“ treffen soll. Einen Boykott lehnen die grünen Damen und Herren ab.

Nun könnte man fragen, warum die G. die Todesstrafe in den USA kritisieren, aber nicht die im arabischen Palästinagebiet. Warum dulden die G. die Herkunftsbezeichnung „Made in Palestine“, obwohl es diesen Staat gar nicht gibt? Warum verlangen sie von Israel die Einhaltung der „Grenzen“ von 1967, die gar keine Grenzen im staatsrechtlichen Sinn sind, aber nicht von Ramallah? Warum drucken die G. Flyer mit dem Slogan „Kein Mensch ist illegal“, aber machen für jüdische Siedler auf der Westbank eine Ausnahme? Warum kritisieren sie nicht Folter und Menschenrechtsverletzungen von Hamas und PLO? Warum verlangen sie keine Kennzeichnung von Waren aus anderen umstrittenen Gebieten wie Nordzypern, Westsahara, Tibet oder der Krim? Stören nicht gekennzeichnete israelische Waren von der Westbank mehr als die arabischen Schmähungen der Juden als Nachkommen von Affen und Schweinen?

Dass die von mir bisher fast verehrte Grüne Marieluise Beck Henryk Broder hochnäsig abblitzen lässt, der sie um eine Erklärung für ihr Plädoyer für „informierte Kaufentscheidungen“ bittet, gab dann den letzten Anstoß dafür, dass ich mich schäme, einmal grün gewählt zu haben.

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Wer steckt hinter der palästinensischen Gewalt?

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Prof. Efraim Karsh ist Leiter des Begin-Sadat Center for Strategic Studies, emeritierter Professor für Middle East and Mediterranean Studies am King‘s College in London und Herausgeber des The Middle East Quarterly. Er wirft einen nüchternen Blick auf die Gewalturheber im arabischen Palästina. Er kommt dabei zu einem anderen Ergebnis als dem, das uns in den Narrativen europäischer NGOs und Journalisten nahe gelegt wird.

Die fanatischen Aktivisten, die Hamas-Funktionäre, die Planer der Flugzeugentführungen, Intifadas und Selbstmordattentate stammen aus gebildeten und wohlhabenden arabischen Familien: Arafat, Habbash, Osama bin Laden, Scheich Ahmed Yassin, Hamas-Anführer Ismail Haniyeh, sein aus Kuwait stammender Militärchef Khaled Mashaal.

Die Hälfte der Selbstmord-Attentäter der ersten 5 Jahre der Al-Aksa-Intifada hatten Hochschulreife bzw. Hochschulstudium. Nur 13% der Selbstmordattentäter von Hamas und Islamischem Dschihad in der Zeit von 1980 bis 2003 stammten aus armen Verhältnissen. Dagegen gelten 32% der arabischen Bevölkerung Palästinas (außerhalb Israels) als arm. Mehr als die Hälfte der Selbstmordattentäter hatte – im Vergleich zu 15 % der allgemeinen Bevölkerung – einen höheren Bildungsabschluss.

80 % der einfachen Leute waren gegen Terroranschläge auf israelische Zivilisten. Bei Universitätsabsolventen betrug dieser Prozentsatz hingegen lediglich 55 % bzw. 65 %. ebenfalls 80% der weniger Gebildeten waren für einen Friedensprozess mit Israel.

Andere Indikatoren zeigen, ebenfalls, dass nicht die sozioökonomische Verelendung Ursache des Strebens nach Vernichtung Israels sind. Der Lebensstandard und das Pro-Kopf-Einkommen lag viele Jahrzehnte höher als in manchen arabischen Staaten. Davon zeugt noch heute die längere Lebenserwartung und der Anteil übergewichtiger Kinder.

Allerdings ist der Lebensstandard in Gaza, seit dort die Hamas-Terroristen herrschen, sehr viel niedriger als zur Zeit der israelischen Besetzung. Das sehen auch die Gaza-Einwohner so.

Erst dann, wenn die Bevölkerung ihre Machthaber entmachtet, die Gewalt aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben entfernt und die Vorzüge einer friedlichen Koexistenz mit Israel erkennt, wird der Gazastreifen einer besseren Zukunft entgegen sehen.

nach: Die ökonomische Misere ist nicht der Grund für die palästinensische Gewalt

Was wäre es schön, wenn die Informationsvermittler in unseren Qualitätsmedien nicht nur Fotos von friedlichen, Drachen bauenden Jugendlichen zeigten, das „Freiluftgefängnis Gaza“ beweinten und von Volksfesten der arabischen Zivilgesellschaft am Grenzzaun fabulierten. Etwas mehr Realitätssinn und weniger Aktivismus könnte vielleicht sogar den Rückgang der Auflagen stoppen.

Woher kommt der wachsende Antisemitismus?

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Die CDU-Nachwuchshoffnung Kramp-Karrenbauer weiß es: von der AfD. Wahrscheinlich hatte sie den Auschwitzsong des Echo-Preisträgers Kollegah gehört und assoziiert: Auschwitz-Aha-AfD.

Ich sehe eine nicht unwesentliche Ursache für die Zunahme von Antisemitismus – abgesehen vom importierten der Muslime – in der nahezu besessenen Israelkritik der Medien und von Teilen der politischen Elite.

Das Gedenken an Naziverbrechen verträgt sich bestens mit Kritik an den kolonialistischen jüdischen Besatzern in Palästina. Jede Woche wird über neu verlegte Pflastersteine, über eine Holocaust-Überlebende in einer Schulklasse oder eine Klassenfahrt nach Buchenwald berichtet. Meist noch in der selben Ausgabe wird – unter Verzicht auf allzu viel präzise Fakten – von den bösen israelischen Soldaten berichtet, die grausam friedlich demonstrierende Araber daran hindern, israelische Wälder und Felder in Brand zu stecken, oder über rechte israelische Politiker, die den heimatvertriebenen Arabern seit 70 Jahren verwehren, ihren eigenen Staat zu gründen.

Man begründet fein ziseliert, dass Israelkritik mit Antisemitismus aber auch überhaupt gar nichts zu tun hätte. Im Gegenteil. Es wäre doch nur gut gemeint, den Juden aufzuzeigen, wohin ihre Unterdrückung der bedauernswerten palästinensischen Nation führt. Man kennt das ja aus der eigenen Geschichte und will den Juden nur gute Ratschläge erteilen.

Das Wort, dass nur tote Juden gute Juden seien, ist nicht von der Hand zu weisen, angesichts der schon genannten Erinnerungskultur und der gleichzeitigen Gleichgültigkeit gegenüber dem wachsenden alltäglichen Antisemitismus.

judenhasserin_berlinDa schreibt ein israelischer Journalist, der in Berlin ein Restaurant besitzt, dass die bisherige Begeisterung junger Israelis für das hippe Berlin nachzulassen scheint und in Berlin lebende Israelis wieder nach Tel Aviv zurückgehen wollen. Wenn man vermeidet, Hebräisch zu reden, die Kippa versteckt, am Prenzlauer Berg mit dem Gürtel geschlagen und am Bahnhof Zoo angepöbelt wird, ist die Zeit der deutsch-jüdischen Annäherung, so es sie überhaupt nennenswert gegeben hat, wohl vorbei. Dieselben Deutschen, die betroffen des Holocausts gedenken, überlassen den Protest gegen gegenwärtige antisemitische Vorkommnisse dem Zentralrat der Juden.

Er erzählt von einem Markt am Prenzlauer Berg mit einem palästinensischen Falafelverkäufer. Der fing zu schreien an, als er Hebräisch hörte. Der Marktleiter erzählt, dass der Araber ein netter Kerl wäre und völlig unauffällig. Nur wenn er mal einen Juden sähe, würde er herumschreien.

Es gibt eine ausgezeichnete linguistische Untersuchung von 14.000 antisemitischen und antiisraelischen Schreiben, die an den Zentralrat der Juden und die israelische Botschaft geschickt worden waren: Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert von Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz, de Gruyter 2012.

Ein Hinweis auf das hier beschriebene Problem ist wohl auch, dass diese Untersuchung als Buch und als E-Book 90€ kostet, gebraucht um die 60€, als Taschenbuch immerhin noch 25€. Eine preiswerte, gekürzte Taschenbuchausgabe zu 9,80 oder 14,90€ gibt es nicht.

Die Bundeszentrale für politische Bildung kauft seit Jahren fast nur noch Genderliteratur, Kapitalismuskritik oder Ungleichheitsstudien an.

Prof. Schwarz-Friesel und Prof. Reinharz zeigen, dass es keineswegs nur Rechtsextremisten sind, die antisemitische Briefe schreiben. Die Judenfeindschaft der gutbürgerlichen Mitte wird eher von linken antisemitischen und antizionistischen Denkmustern geprägt.

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Berlin: Extremisten unter sich

Update: Die alljährliche Al-Quds-Demonstration für die Auslöschung Israels fand gerade wieder statt.

Zu den Gegendemonstranten gehört auch eine israelfreundliche Fraktion der Berliner AntifaSA.

Das Berliner Abgeordnetenhaus konnte sich nicht dazu entschließen, einem AfD-Antrag zur Verurteilung dieser Demonstration zuzustimmen. (Wieso kam keine andere Fraktion auf diese Idee?) Der Antrag wurde an einen Ausschuss verwiesen!

 

FU Berlin setzt israelfeindlichen Kurs fort

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Die Berliner FU lässt sich nicht beirren. Wieder hat sie eine Israelhasserin zum Vortrag eingeladen, Susan Slyomovics.

Prof Slyomovics gehört zu der Gruppe der Israel-hassenden Juden. Sie unterstützt selbstredend die Israel-Boykott-NGO BDS. Zionisten, die sie für rechts hält(!), hätten die Idee mit den deutschen Entschädigungszahlungen für Holocaustopfer gehabt. Sie hat eine Lücke entdeckt: Internierte Juden in Nordafrika wurden von der Jewish Claims Conference im Vergleich zu KZ-Insassen vernachlässigt.

Prof. Slyomovics setzt den Massenmord der Deutschen an europäischen Juden dem gleich, was jetzt auf der Westbank und in Gaza passiert. Die jüdische Kolonialmacht müsste die Palästinenser mit Wiedergutmachungszahlungen entschädigen, wie das die Deutschen getan hätten: Was die Deutschen den Juden angetan haben, ist das, was die Israelis den Palästinensern angetan haben.“

Gerne wird sie nach Deutschland eingeladen, so etwa in die Uni Mainz, jetzt nach Berlin. Die Anthropologie- und Gender-Professorin mit Nahost-Schwerpunkt trägt über den Holocaust vor, den die Juden an den palästinensischen Arabern begehen würden.

Kritik prallt an der FU-Leitung ab: Die Freie Universität Berlin sei „ein Ort, an dem Antisemitismus grundsätzlich nicht geduldet wird“, sagt der Pressesprecher. Jegliche Diskriminierung von Menschen werde an der Universität nicht toleriert. „Die Freie Universität ist ein weltanschaulich neutraler und unparteiischer Ort, an dem der wissenschaftliche Diskurs und die akademische Freiheit im Mittelpunkt stehen…“

„Eine moralische Katastrophe“ von Judith Sevinc Basad

Wie Forschung geht

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Sozialwissenschaftler stehen nicht zu Unrecht häufig im Ruf, Wissenschaft als Kampfinstrument gegen alles, was rechts ist, zu missbrauchen.

Der Blog Science Files findet immer wieder Beispiele, wie in Sozialwissenschaften „Studien“ das gewünschte Ergebnis liefern und dabei die durchaus auch in den Sozialwissenschaften mögliche methodische Sorgfalt missachtet wird.

Jetzt lese ich gerade in den linken PNN/Tagesspiegel von einer neuen Studie der Forschungsstelle des Moses-Mendelssohn-Zentrums in Potsdam. Man will entdeckt haben, dass die rechte Protestbewegung „Zukunft Heimat“, die in Cottbus von sich reden gemacht hat, „latent antisemitische Weltbilder“ verbreiten würde.

Die 16-seitige Studie nennt sich „Die Sprache der Asylkritik“. Die Forscher listen erst einmal auf, wer alles aus der rechten Szene bei Zukunft Heimat aufgetreten ist. Von 69 Wortbeiträgen aus Kundgebungen stammen 90% von organisierten Rechtsextremen, Rassisten, Asylfeinden usw. oder rechtsextremen Einzelpersonen. Sieben Reden, ca. 10%, hielten Personen, „die sich, ohne eine politische Zugehörigkeit zu benennen, als Mütter, Familienväter, Bürgerinnen oder Bürgerrechtler präsentierten. Die Auftritte dieser überwiegend ungeübten Rednerinnen und Redner sollten dem Anliegen der Bewegung Legitimität und Authentizität verleihen, indem sie zeigen, dass der Golßener Verein Zukunft Heimat auf Zustimmung in der Cottbusser Bevölkerung stößt und deren Ansichten und Anliegen vertritt. Die Angst um die Sicherheit von Frauen und Kindern aufgrund des Flüchtlingszuzugs stand in der Regel im Mittelpunkt dieser Beiträge.“

„Vermutlich“, so die Forscher/-innen, wirke sich das häufige Auftreten von AfD-Redner/-innen werbend für diese Partei aus, jedenfalls „nicht nachteilig“.

Auch die Sprache dieser Rassisten wird in der Studie untersucht. So werde das Wort „Schutzsuchende“ ironisch verwendet. Straftaten von Schutzsuchenden würden nicht als Einzelfälle behandelt, sondern verallgemeinert, Fluchtgründe würden negiert.

Auch die Eliten würden als bedrohlich und volksfremd dargestellt. Die Politik der Eliten diene dem Austausch des Volkes. Die Begriffe Volk und Nation würden radikal ethnisch gebraucht.

Mit dem unterstellten „Austausch“ des Volkes werde ein eindeutig rechtsextremes Motiv verwendet. Es handele sich um ein „Gesellschaftsexperiment“, bei dem ein „Bevölkerungsaustausch“ herbeigeführt werden solle, dessen Ziel es sei, „eine monothnische, monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln“

Ich wusste gar nicht, dass der deutsch-amerikanische Soziologe Yascha Mounk, der diesen Satz unhinterfragt in einem ARD-Interview äußerte, Rechtsextremist ist. Er wird in der Mendelssohn-Studie nicht als Urheber des Satzes genannt, sondern der Rechtsextremist R64, so sein Kürzel in der „Studie“. Schiebt Dr. Botsch einem Cottbusser Redner diesen Satz, mit dem Mounk die Situation in Deutschland wertfrei beschreibt, als rechtsextremistische Äußerung unter?

Der für rechte Aktionen hohe Frauenanteil an den Rednern wäre gewollt, so der/die Forscher, man wolle dem Protest (gegen die Straftaten von Schutzsuchenden; GS) ein weibliches Gesicht geben. Ob das jetzt das Ergebnis der Forschungen ist oder eine Forschungshypothese, die der Verifizierung harrt, wurde mir nicht klar.

Der Potsdamer Politologe Botsch stellt den hohen Frauenanteil am Protest gegen ungebremste Einwanderung als PR-Einfall dar. Besorgnisse und Ängste von Frauen angesichts der Menge der versuchten und vollendeten Vergewaltigungen, der sexuellen Belästigungen, des versuchten und vollendeten Mordes und Totschlags von Mädchen und Frauen durch Schutzsuchende so zu erklären ist mehr als schäbig. Vor allem disqualifiziert es ihn als Wissenschaftler. Oder hat er die Motive der teilnehmenden Frauen untersucht? Falls ja, warum erwähnt er es in seiner wissenschaftlichen Studie nicht?

Auf Graphiken seien bevorzugt selbstbewusste junge Frauen abgebildet, denen der Satz zugeordnet würde: „Niemand versteht, warum Schutzsuchende in dem Land, das ihnen Schutz gewährt, bewaffnet durch die Straßen ziehen“.

Die sechs Seiten Sprachanalyse behandeln die typischen Redefiguren von Rechtspopulisten: Asyl, Flüchtlinge, Kriminalität, Widerstand, das angeblich einseitige Verständnis von Demokratie, die ethnisch-nationalistische Interpretation von Volk. Nicht versäumt wird, darauf hinzuweisen, dass das Grundgesetz allen Menschen den Schutz der Menschenrechte garantiere, es aber kein Recht auf Heimat gäbe. (Ob Palästinenser das gerne hören werden?)

Wenn von Volkstod geredet würde, stecke latenter Antisemitismus dahinter. Das führen die Forscher nicht weiter aus, sondern verweisen in einer Fußnote auf eine (ihre?) andere Studie: Botsch, Gideon/Kopke, Christoph (2018): Der „Volkstod“. Zur Kontinuität einer extrem rechten Paranoia.

Fündig wurde ich in einer Antwort der brandenburgischen Landesregierung auf eine Anfrage von CDU-Abgeordneten zur Werbung der brandenburger Linkspartei: „We love Volkstod“:

2. Was versteht die Landesregierung unter „Volkstod“?
zu Frage 2:
Vor knapp zehn Jahren entdeckten Rechtsextremisten das Thema „Volkstod“ neu. Unter dem „Volkstod“ verstanden sie den Untergang des „deutschen Volkes“ durch Massenabwanderung aus strukturschwachen Gebieten, Arbeitslosigkeit, demografischen Wandel und Überfremdung. Vor allem die im Jahre 2012 verbotene „Widerstandsbewegung in Südbrandenburg“ nahm dieses Thema in zahlreichen Propagandaaktionen auf. Die „Volkstod“-Propaganda ist antisemitisch grundiert. Danach versuche das „internationale Judentum“ das „deutsche Volk“ durch „Masseneinwanderung“ und „Rassenmischung“ sowie durch „Umerziehung“ und „Schuldkult“ in seiner biologischen und geistig-kulturellen Substanz zu vernichten. Rechtsextremisten sehen im drastischen Ansteigen der Asylbewerberzahlen eine Beschleunigung des „Volkstods“. (Quelle)

Vom Politologen Dr. Gideon Botsch stammt anscheinend auch dieser anderswo geäußerte Satz: Die AfD instrumentalisiert Antisemitismus, indem sie ihn muslimischen Zuwanderern zuschreibt.

Es ist nicht so, dass ich besondere Sympathie für Zukunft Heimat oder die AfD hätte. Aber von einem Wissenschaftler, auch einem Politologen, erwarte ich auch in diesem Fall mehr als politische Meinungsäußerung unter dem Deckmantel einer wissenschaftlichen Studie. 

Wie man wissenschaftlich arbeitet, zeigt diese Studie.

 

Wie Arte gegen Israel hetzt

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Das israelfeindliche Arte hat wieder zugeschlagen. Genauso wie hier beschrieben habe ich die „Dokumentation“ Re: Leben im Ausnahmezustand. Israelis, Palästinenser und der Gaza-Streifen der Straßburger Israelgegner wahrgenommen. Der manipulative Streifen der politischen Journalistin Katrin Sandmann wurde vom ZDF für Arte produziert. Wie immer in solchen Inszenierungen fällt alle 30 Sekunden das Wort vom „friedlichen“ Protest. Die palästinensische Journalistin leidet an Asthma, aber es gehört angeblich zu ihrem Beruf, sich in vorderster Front herumzutreiben und Tränengas der bösen Israelis einzuatmen, die keine Rücksicht auf ihr Asthma nehmen und auch schon erlebt haben, wie als Journalisten verkleidete Hamas-Terroristen den Grenzzaun attackierten. Die Frau arbeitet für einen russischen Sender. Sie sieht die Palästinenser als Opfer, Opfer der Juden natürlich, Opfer der Hamas, Opfer der Palästinensischen Administration. Umzingelt von Opfern (Ägypten fehlt. Warum eigentlich?)

Die „friedliche“ Demonstration für die „Rückkehr“ in israelisches Gebiet wäre gleichzeitig eine Demonstration gegen die Situation in Gaza. Da verkaufen die Medienschaffenden ihr Zwangsgebühren zahlendes Publikum für dumm. wieso fällt der Strom aus? Doch nicht Israels schuld, wenn Hamas-Terroristen Strommasten beschädigen.

Muss man sich noch wundern über wachsenden Antisemitismus in Deutschland nach der Dauerberieselung des ÖRR und der Mainstream-Medien? Daran wäre die AfD schuld, behauptet CDU-Nachwuchsstar Kramp-Karrenbauer.

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„Friediche“ Demonstration in Gaza

Die deutsche Nakba: FAZ-Interview mit einem palästinensischen Menschenrechtler

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Twitter-Screenshot: Foto vom „Friedensmarsch“

FAZ-Israelexperte Jochen Stahnke stellt einem Mudar Kassis von der Universität Birzeit/Westbank Fragen zu Hamas, Israel und dem „Friedensmarsch.

Die Fragen und Antworten stehen im Feuilleton der FAZ v. 22.3.18, auf Seite 13, neben Texten zu den Filmfestspielen in Cannes und der Würdigung eines Literaturwissenschaftlers. Sie stehen nicht im Politikteil. Beim ersten Überfliegen von „Dann bleibt den Palästinensern nur noch der Mars“ fragte ich mich, ob Mudar Kassis an der palästinensischen Universität als Wissenschaftler oder als Kantinenpächter arbeitet. Erst auf den zweiten Blick entdeckte ich die Unterzeile der Überschrift. Der Herr ist Direktor des Instituts für Demokratie und Menschenrechte an besagter Alma Mater. Wenn er den Titel seines Instituts ernst nähme, wäre er voll ausgelastet mit der Menschenrechtssituation im palästinensischen Gebiet. Die Hamas wirft bekanntlich Gegner aus den Reihen der Fatah von Hochhäusern. Um die Pressefreiheit ist es nicht nur in Gaza, sondern auch im Gebiet der Palästinensischen Administration schlecht bestellt. Homosexuelle fliehen vor Gefängnis und Hinrichtung nach Israel. Abbas regiert seit zehn Jahren, ohne dass er gewählt wurde. Korruption ist allgegenwärtig.

All das interessiert den palästinensischen Wissenschaftler nicht. Den Rest des Beitrags lesen »

Richard C. Schneider: Alltag im Ausnahmezustand. Mein Blick auf Israel

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Richard C. SchneiderDie Lektüre war wohltuend! Das Wort mag im Zusammenhang mit dem Palästina-Konflikt unpassend erscheinen. Aber bisher versuchte ich, mir ein Bild zu machen, das einerseits aus dem entstand, was die Mainstreammedien von taz über Süddeutsche bis FAZ, von dpa über Arte bis Moma an stereotyper Israelkritik vorführen: die Sympathie für die vermeintlichen Opfer, die Palästinenser, und die Verniedlichung palästinensischen Terrors.

Andererseits informiere ich mich aus Blogs, Internetseiten und Beiträgen von Publizisten mit Sympathie für Israel und die Israelis. Diese haben bei mir einen Vertrauensvorschuss. Sie informieren nachprüfbar präziser und vollständiger. Den Krieg gegen die palästinensischen Kommunikationsmedien haben sie allerdings längst verloren.

Da ist das Buch von Richard C. Schneider ein Lichtblick.

Es gelingt ihm, einen kurzen, verständlichen Überblick über die Vorgeschichte der aktuellen Situation zu geben. Für die Israelis sind die Shoah und die Kriege, die zur Verteidigung des jungen Staates geführt werden mussten, Traumata. Der unbedingte Wille, nie mehr wie Schafe zur Schlachtbank geführt zu werden, führte zu einem wirtschaftlich erfolgreichen, militärisch starken Staat.

Aber genau diese Überwindung des Traumas hat das Land beschädigt. Überheblichkeit und Arroganz bescheinigt Schneider den Israelis, vor allem gegenüber den Palästinensern.

Die Palästinenser dagegen haben sich in einen Opferstatus eingegraben. Sie werden darin bestärkt von mitleidigen, zahlungskräftigen Europäern.

Schneider zeigt, wieso die Siedlerbewegung so mächtig werden konnte und warum sich Nethanjahu so lange an der Macht halten konnte. (Dass er, wie andere Hardliner vor ihm, zu Friedensgesprächen bereit war, hätte deutlicher werden können.)

Die seit Generationen bestehende Spaltung der israelischen Gesellschaft in die tonangebenden aschkenasischen (aus Europa stammenden) und den sephardischen (orientalischen) Juden ist nicht überwunden, aller formeller, rechtlicher Gleichheit zum Trotz. Die religiösen Ultras leben auf Steuerzahlerkosten und vermehren sich eifrig. Die Zukunftsaussichten des Landes sieht auch Schneider wenig zuversichtlich. Andererseits, das Ende Israels wurde schon oft vorhergesagt.

Die Palästinenser sind für Israel kein ernstzunehmender Gesprächspartner mehr. Sie sind es aber auch für die umliegenden arabischen Staaten nicht. Die haben die Nase voll davon, dass der Konflikt das beherrschende Thema der arabischen Welt sein soll. Sie wollen lieber mit dem wirtschaftlich erfolgreichen Israel kooperieren und es neuerdings auch als Verbündeten gegen Iran, der Hamas, Hisbollah und andere Terrorgruppen finanziert, an ihrer Seite haben. Andererseits sind sie sich untereinander nicht grün.

Vielsagend ist diese Begebenheit: Er ist in der Familie eines Selbstmordattentäters und will herausbekommen, wie die Eltern denken. Der Vater ist nur imstande, über den Satan USA und den Satan Israel zu reden. Mit einiger Überredungskunst darf er die Ehefrau, in Anwesenheit der Tochter, sprechen. Auch sie schimpft auf die verschiedenen Teufel, die einem aus der palästinensischen Propaganda geläufig sind. Bis die Tochter ruft: „Mama!“ Da weint sie und beschuldigt den Imam, den Sohn verhetzt zu haben.

Es ist der differenzierte Blick, der das Buch von Richard C. Schneider so glaubwürdig macht. Da hätte er gar nicht mehr diskutieren müssen, ob ein Jude objektiv über Israel schreiben könne.

 

SZ kündigt ihrem Karikaturisten

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Nicht zum ersten Mal verwendete Bundesverdienstkreuzträger Hanitzsch antisemitische Stilmittel, wie man sie aus der Nazizeit kennt, in einer gehässigen, „israelkritischen“ Karikatur.  Der 85jährige Künstler weist den Vorwurf des Antisemitismus zurück. Er wäre israelkritisch, mehr nicht.

Nun wurde es sogar der SZ-Chefredaktion zu viel. Sie trennt sich von dem Karikaturisten.

Nicht nur Karikaturen sind in der Süddeutschen umstritten. Auch Texte sind manchmal auffällig. So, als vor zwei Jahren von Zehntausenden Israelis geschrieben wurde, die wegen Nethanjahus Politik dem Land den Rücken gekehrt hätten.

 

Wieso gab es 1948 keinen palästinensischen Staat?

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Es gab ja einen UNO-Teilungsbeschluss. Es gab die Erwartung, dass zwei Staaten entstehen würden, nachdem eine Föderation nicht zustande gekommen war. Das Interesse der umliegenden arabischen Staaten an einem Krieg gegen die Juden war gering. Wieso haben die palästinensischen Araber keinen eigenen Staat gegründet, sondern kennen bis heute nur ein Ziel, den jüdischen Staat zu vernichten und die Juden ins Meer zu treiben?

Im ersten Nahostkrieg 1947/48 wurden  6.000 Juden getötet und eine unbekannte Zahl von Arabern. 700.000 flohen auf Anraten der arabischen Armeeführer aus dem Kriegsgebiet (in der Hoffnung bald als Sieger zuückkehren zu können) oder wurden von den Israelis vertrieben. Danach gab es Israel noch immer und sogar ein wenig größer. Aber das arabische Palästina gab es nicht mehr. Bis 1967 besetzte Jordanien die Westbank und Ostjerusalem. In Jerusalem zerstörten die Jordanier 34 von 35 Synagogen und vertrieb die Juden. Ägypten übernahm den Gazastreifen.

Wieso kam es zu dem Überfall der sechs arabischen Armeen auf Israel am zweiten Tag des Bestehens des Staates? Obwohl die arabischen Nachbarstaaten keineswegs darauf scharf gewesen waren?

Amin al Husseini und Adolf Hitler
Der Führer empfing in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den Grossmufti von Palästina, Sayid Amin al Husseini, zu einer herzlichen und für die Zukunft der arabischen Länder bedeutungsvollen Unterredung. 9.12.41 Quelle: Presse Hoffmann

Es lag wohl an Amin el-Husseini, dem Mufti von Jerusalem. Er war ein Judenhasser, der schon mit Hitler kooperiert hatte und eigentlich in Europa als Kriegsverbrecher verurteilt werden sollte.

Der Mufti genoß auf der arabischen Straße und bei den antisemitschen ägyptischen Moslembrüdern hohes Ansehen. Ihm und den Moslembrüdern gelang es, durch Drohungen und Morde, Ägypten und andere Staaten zum Krieg zu drängen.

Dr. Matthias Küntzel: „The Aftershock of the Nazi War against the Jews, 1947-1948: Could War in the Middle East Have Been Prevented?“

Kurzfassung auf Deutsch