Vorsicht, MOMA!

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Für die „Qualitätsmedien“ ist Potsdam ein gefundenes Fressen. Der Rest der Republik verfolgt den Nachwende-Aufstieg der ehemaligen SED-Bezirkshauptstadt mit Staunen und Neid.

So gab es im Spiegel 2007 die Titelgeschichte über Deutschlands heimliche Hauptstadt Potsdam. Elf Jahre zuvor war es – nicht zu Unrecht – im selben Magazin die ostdeutsche Jammer-Hochburg. Edelfedern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beklagten die Provinzialität der Einwohner, die statt Pétrus-Rotwein, wie sie selber, bloß Cola trinken würden und die wertvolle DDR-Baukultur nicht zu goutieren wüssten.

Man liest das gerne, die Stories über die Reichen und Schönen, die einen in der Bunten, die anderen im Spiegel.

Der Fokus auf Potsdam ist für die Medienprofis der linken Szene ein Gottesgeschenk. Sie wissen, wie man die Unbelangbaren der Medien füttert: mit eingängigen Parolen wie „Wohnungsbau statt Sichtachsen“, „Barockfaschismus“, „unbefangener Blick auf DDR-Baukultur“, „preußischer Militarismus“, mit Inszenierungen wie den weiß geschminkten Zombies, die eine Veranstaltung Potsdamer stören und dadurch auf die Titelseiten kommen.

Inzwischen hat sogar das Lokalblatt PNN/Tagesspiegel, sonst allem Linken gewogen, die Nase voll von den populistischen „Volkstribunen“, die den Wiederaufbau der Garnisonkirche bekämpfen, weil es eine Nazikirche wäre und den Abriss eines ungastlichen Lehrsaalgebäudes als Diebstahl von Volkseigentum ansehen. Die scheren sich mit ständig neuen Forderungen einen Dreck um jahrzehntelange parlamentarische Beschlussfassungen.

Heute war Moma, das Morgenmagazin des ö.-r. TV an der Reihe, Potsdam vorzuführen. Es ging, wie könnte es anders sein, um die angebliche Nazikirche. Günther Jauch durfte auch etwas sagen. Linkspopulist André Tomczak, Wortführer der Potsdamer Linksextremisten beim Thema Städtebau, bekam das Schlusswort und durfte sich über die Vernichtung von öffenlichem Raum (Fachhochschule!), Vergabe von volkseigenem Boden an kapitalistische Wohnungsbauer und fehlende Kulturzentren äußern. Das wäre alles durch und durch undemokratisch, weil man dem Volk die Mitsprache verweigere.

Man ist es von Moma gewöhnt. In einer Sendung, in der der Gaza-Streifen als Freiluftgefängnis bezeichnet wird und ein Herr Todenhöfer als Nahostexperte gilt, darf uns auch ein Herr Tomczak Potsdam erklären.

Warum entziehen die „Unbelangbaren“ AfD-Politikern das Wort, unterbrechen sie, stellen richtig, während der Populist Tomczak ungestört sein Narrativ herunterbeten darf. Noch nicht einmal ein einordnender Kommentar kommt von der Moderatorin.

Aber wenn schon im Film erzählt wird, dass das arme Künstlervölkchen im Rechenzentrum von den Garnisonkirchenwiederherstellern in seiner Entfaltung behindert wird. (Es ist genau umgekehrt.)  Darauf einen Grimme-Preis!

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Lesetipp: Die größten Politik-Irrtümer

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Mein gestriger Besuch im Berliner Deutschen Historischen Museum (DHM) hat sich gelohnt. Ich habe ein Büchlein entdeckt: Die größten Politik-Irrtümer der heutigen Zeit, von Helmut Böttiger. Böttiger kannte ich bisher als lesenswerten Literaturkritiker. Dass er auch fundiert über Klima und Energie schreibt, war mir bisher entgangen.

Ich kann an keiner Buchhandlung vorbeigehen, ohne mich darin umzusehen. Es kann also auch daran gelegen haben, dass ich dem Buch nirgendwo begegnete, weil kein Sortimenter sich traut, Kritisches zum menschengemachten Klimawandel auszulegen. Der Buchladen im DHM hatte es. Eine Google-Suche zeigt, dass die einschlägigen Qualitätsmedien und Perlentaucher das Buch nicht anzeigen oder gar besprechen.

Die Politik-Irrtümer sind u. a.:

  • DDT gefährdet die Umwelt
  • Der deutsche Wald wird bis zum Jahr 2000 gestorben sein
  • Tausende werden an der Vogelgrippe sterben
  • Die Erde erwärmt sich wegen der CO2-Emission
  • Kernenergie ist ein Auslaufmodell

Wer sich auf 20 schmalen Seiten fundiert, aber leicht lesbar über die Fehler, Auslassungen und Fälschungen der Klima-Alarmisten informieren will, sollte das hier lesen.

Lenins Putsch und Gysis Grußwort

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Andreas Kilb von der FAZ ist begeistert von der neuen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums über „die große Revolution“ (So lautet seine Schlagzeile). Jahrelang fand ich, dass dem Museum nahezu jede größere zeitgeschichtliche Ausstellung missglückte. Unter dem neuen Direktor sollte es anders werden.

Den Ausstellungsmachern ergeht es, wie es Joachim Fest mit seinem Hitler-Film erging. Die Verwendung der Bilder und Symbole der Nazis sprechen ihre eigene Sprache und man kann sich der Suggestivkraft nur schwer entziehen. Auch die Kommunisten verstanden sich auf Propaganda und ließen ihren Putsch in Gemälden, in Filmen und auf Bildern und Plakaten überhöhen.

Man kommt in der Ausstellung kaum auf den Gedanken, dass die Große Oktoberrevolution ein Putsch war, die Machtergreifung eine kleine Clique, die zu 70 Jahren Schreckensherrschaft und Millionen Toten führte.

Am Eingang der Ausstellung sprechen Prominente Grußworte: Marianne Birthler, Andrej Hermlin und Wladimir Kaminer. Dr. Gregor Gysi, der Träger es Aachener Ordens wider den tierischen Ernst, hofft, dass die große Revolution beim nächsten Versuch gelingen möge. Dass sie beim ersten Mal misslungen ist, diese Erkenntnis kann Gysi nicht in der Ausstellung gewonnen haben.

Es gibt Ausstellungsmacher, die stolz darauf sind, was sie alles herbeigeschafft haben. Hier werden Lenin-Briefmarken und ein Stück aus einem Gefechtsturm des Panzerkreuzers Aurora, mit einem Original-Einschussloch, ein Tatlin-Bild, das Firmenlogo einer zaristischen Außenhandelsbank und ein Polizeipanzerwagen im Spielzeugformat präsentiert. Zum Verständnis der Oktoberrevolution brauche ich das nicht.

In einem kleinen Kasten läuft Sergej Eisensteins berühmte Szene vom Sturm auf das Winterpalais. Darunter steht: So war das nicht! Das war´s. Das wär´s doch gewesen: Die Filmszene nicht in der Größe eines Küchenradios zu präsentieren, sondern kommunistische Propaganda, ihre Lügen und Fälschungen der Realität des Staatsstreichs gegenüberzustellen.

Über das Solowezki-KZ wird ein Ausschnitt aus einem bolschewistischen Propagandafilm gezeigt (Ähnlich wie „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“.) Mehr über Lenins erstes KZ, das er auch so nennt(!), finde ich nicht. Auch wenig über den Kronstädter Matrosenaufstand.

Nichts über den Terror und die Verbrechen, die schon 1917 stattfinden und sieben Jahrzehnte anhalten werden. Es kann sein, dass alles irgendwo mit einem Satz angesprochen worden ist und ich es überlesen habe. Aber auch wenn es so wäre: Was will eine so große Ausstellung, auf die man so stolz ist? Von allem ein bisschen, noch ein Plakat, noch eine Leninbüste, noch eine Leihgabe aus Moskau?

Was ich gelernt habe: die berühmte Kusmi-Tee-Handlung wurde von einem vor den Bolschewisten geflohenen russischen Adligen in Paris gegründet. Überhaupt hätten die adligen Flüchtlinge das kulturelle Leben in Berlin und Paris bereichert.

Wie kann man heute noch von einem Ereignis von welthistorischer Bedeutung reden und dem von Lenin befohlenen Massenmord an Priestern, die Ermordung der Zarenfamilie, den Giftgaseinsatz und die KZs gar nicht oder als Fußnote notieren?

In meiner Erinnerung bleiben Tafeln mit den Errungenschaften durch die Bolschewiki: Die Abschaffung der Dienstgrade in der Armee, die Verbesserung(?) der Lage der Bauern, die beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung, die Lenin-Glühbirne, die Judenemanzipation, die Begeisterung der mittel- und westeuropäischen Intellektuellen. Natürlich gab es unter ihnen auch den einen oder anderen Enttäuschten. Besonders erwähnt wird Egon Erwin Kisch, der noch anfangs der 30er Jahre, als  die große Ernüchterung bei westlichen Intellektuellen schon längst eingesetzt hat, begeisterter Sowjetfan ist.

Dann kommen, für mich überraschend, Räume mit einer ausgiebigen Darstellung der antibolschewistischen Propaganda in anderen Ländern.

Ärgerlich sind die Texte in leichter Sprache, die gleichberechtigt neben den viel längeren, engerzeiligen deutschen und englischen Texten großformatig an den Wänden hängen. An manchen Medien sehe ich nur Text in leichter Sprache.

Das sei die Erläuterung für Schüler, höre ich zufällig einen Besucher sagen. Um Gottes willen! Erst herrschte der böse Zar. Die Menschen waren unzufrieden. Dann kamen die Kommunisten. Den Menschen ging es besser. (Das ist jetzt nicht wörtlich, aber in etwa die Revolution in leichter Sprache. Ich hoffe, dass diese Sprache nicht in Schulbücher einzieht. Wetten darauf werde ich nicht.

Um auf Dr. Gysi zurückzukommen: Er hat erkannt, dass die Große Sozialistische Oktoberrevolution gescheitert ist. Aus der Ausstellung kann er diese Erkenntnis nicht mitgenommen haben. Vielleicht sieht er das Scheitern nach 70 Jahren. Seine Perspektive hätte auch eine Ausstellung werden können: Die Große Sozialistische Revolution 1917 – 1989

Lutz Seiler, Kruso: Lyrik in Romanform

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Auf Hiddensee war man schon ein bisschen raus aus der DDR. Kein Wunder, dass die Insel Menschen anzog, die mit der SED-Diktatur fertig waren. Sie schuften, in Sichtweite der dänischen Insel Mon, als Saisonkräfte (Esskaas) in den Ausfluglokalen. Fast bilden sie eine Gemeinschaft der Aussteiger, der auf Hiddensee Gestrandeten.

In der einsamen, im Norden der Insel gelegenen Gaststätte „Klausner“ wird ständig das schmutzige Geschirr der urlaubenden Gäste gespült. Kakerlaken werden erschlagen, aber es kommen ständig neue. Der Deutschrusse Kruso, Sohn eines russischen Generals und einer ZIrkustänzerin organisiert das Zusammenleben der Gestrandeten. Er entscheidet, wo überall geschlafen wird. So kommt sein Freund Ed, ein abgebrochener Germanistikstudent, immer wieder kurzzeitig zu einer neuen Bettgefährtin.

Es gibt seltsame Rituale, Initiationen, Tänze am Strand, Waschungen in den Abwaschbecken der Küche. Rimbaud und Trakl werden häufig zitiert. Viel ist von Toten die Rede. Eds Schwester starb bei einem Verkehrsunfall, Krusos Schwester war in die Ostsee hinausgeschwommen.

Der erste Roman des Lyrikers Lutz Seiler ist kein Wenderoman, auch wenn die Handlung, wenn man von einer solchen überhaupt reden darf, im Sommer und Winter 1989 spielt. Die reale Flucht der DDR-Bewohner in diesen Monaten ist nicht das Thema. Kruso geht es in seinen Reden und Feiern um wahre, innere Freiheit, nicht um die Freiheit, die Flüchtlinge im Westen suchen. Für Kruso liegt die wahre Freiheit nicht auf westdeutschen Autobahnen, sondern im Osten.

Aber nach und nach verschwinden die ausgestoßenen. Nur Kruso und Ed bleiben überig. der todkranke Kruso wird von seinem Vateer, dem russischen General in einem Pamzerkreuzer heimgeholt.

Ich denke mir, während ich durch Seiten voller Träume, Halluzinationen und Erinnerungsfetzen gleite, vor, wie die Verfilmung aussehen würde: Es würde ein surrealistischer Film werden.

Nicht ganz von der Hand zu weisen ist die Einschätzung von Elke Schmitter, dass der Roman mit Thomas Manns Zauberberg verglichen werden kann. Zumindest entfernt, würde ich sagen.

Ich hätte zuerst Seilers Epilog lesen sollen. Da geht es ganz realistisch um seine Suche nach dem Schicksal tausender über die Ostsee Geflüchteter, die ertrunken sind, deren Leichname von Schiffsschrauben zerstückelt, von Fischen angefressen wurden und an die dänische Küste gespült wurden, Diese Toten kehren im Roman immer wieder.

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Lesetipp: Christine und Bodo Müller haben dramatische Fluchtgeschichten zusammengetragen: „Über die Ostsee in die Freiheit“ (Ca. 5.000 Fluchtversuche über die Ostsee, davon erfolgreich ca. 590, 27 Tote) Lutz Seiler erzählt, dass sich die Dänen wundern, dass außer ihm noch nie ein Deutscher zu verschollenen, am dänischen Strand gefundenen DDR-Flüchtlingen recherchiert hat.

Warum Raoul Hillbergs Buch über den Holocaust in Deutschland 20 Jahre lang verhindert wurde

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Es ist Götz Aly wieder einmal, der dokumentiert, wie das Münchner Institut für Zeitgeschichte Standardwerke über den Nationalsozialismus in Deutschland am Erscheinen hinderte, Raoul Hilbergs „Vernichtung der europäischen Juden“ und H. G. Adlers „Der verwaltete Mensch.

Im Institut hatte man klar erkannt, dass Hilbergs Buch herausragend war und die Publikationen der Instituts-Community Krausnick, Scheffler, Broszat, Jacobsen hinter sich ließ. Der Cheflektor Fritz Bolle des Droemer-Knaur-Verlags, bei dem das Buch 1963 erscheinen sollte, lehnte es ebenfalls ab. Bolle saß in der Firmenleitung eines Steinbruchs in dem Hunderte von jüdischen KZ-Insassen zu Tode gekommen waren. Diesen Ort hatte Hilberg in seinem Buch erwähnt.

Die Ablehnung hinderte die Instituts-Wissenschaftler nicht, sich intern Kapitel aus dem Buch übersetzen zu lassen und Erkenntnisse Hilbergs in ihre eigenen Bücher zu übernehmen.

1982 hatte sich ganz kleiner, sehr linker Verlag entschlossen, Hilberg auf Deutsch herauszubringen. Die Auflage von 4.000 Exemplaren war im Nu verkauft. Die historischen Fachzeitschriften ignorierten das Erscheinen. 30 Jahre, seit dem Erscheinen der englischen Ausgabe, nahm die deutsche Historikerzunft davon nicht Kenntnis. Erst 1991, bei Erscheinen der deutschen Taschenbuchausgabe, änderte sich das.

Der WDR krönte diese unsägliche Handlungsweise: Als Anfang der 80er Jahre die Aufsehen erregende US-amerikanische Holocaust-Serie zum zweiten Mal gezeigt werden sollte, gab es den Vorschlag, Hilberg in die schon damals unvermeidliche anschließende Diskussionsrunde einzuladen. Der WDR lehnte mit der Begründung ab, dass man keine Ausländer dabei haben wolle. (Hilberg war aus Österreich vor den Nazis geflohen.) In der WDR-Expertenrunde saß aber der britische Holocaustleugner David Irving.

Das erinnert an den Umgang des WDR-TV-Direktors Schönenborn mit dem Antisemitismusfilm von Sophie Hafner und Joachim Schröder.

Götz Aly schließ mit diesem Satz: „Ihre (der Historiker des Instituts) interessengeleitete Urteilsschwäche gegenüber Hilberg dokumentiert intellektuelle Inferiorität, einen Mangel an geistiger Souveränität und Offenheit.“

Link zu Götz Aly auf perlentaucher.de

Alle Achtung: Bundeszentrale f. pol. Bildung findet kritisches Wort zu Linksextremismus

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Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Da habe ich endlich einmal die Linkslastigkeit der Bundeszentrale für politische Bildung beschrieben und nun flattert mir die neueste Ausgabe des Magazins der Zentrale ins Haus. Dort wird der rbb-Journalist Olaf Sundermayer interviewt. Und er darf Erstaunliches äußern: „Auch der Linksextremismus muss thematisiert und problematisiert werden, das wurde er zu wenig in den vergangenen Jahren.“ (Magazin #12, Oktober 2017, p 14 ff.) ER sieht „kommunale Zustimmung“ zum Gewaltkonzept der Linken. Er glaubt, dass die bisher als gut angesehene linke Gewalt nach den G 20-Exzessen kritischer gesehen wird.  Die linke Gewalt fände in größerem Ausmaß Billigung bis zu Abgeordneten.

Für eines der größten Versäumnisse der letzten 20 Jahre hält es, dass man einer gewalttätigen nicht gesagt habe, so geht das nicht. Wenn etwa die Antifa ein Hotel belagere, in dem die AfD tage, müssten die Gewerkschaften dagegen aufstehen. Sundermayer ist optimistisch: „Es wird Förderprogramme zur Beschäftigung mit dem Linksextremismus geben.“

Wie gut, dass Frau Schwesig nicht mehr im Bund solche Gelder streichen kann.

Der achtzigste Jahrestag der Zweistaatenlösung

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Seit 80 Jahren wollen die Araber keine Zweistaatenlösung in Palästina. Sie wollen seit 80 Jahren die Eliminierung der Juden.

Auch Abbas, Kampfname Abu Mazen, hat zuletzt 2011, 2014 und 2016 bekräftigt, dass er niemals einen jüdischen Staat anerkennen werde.

Es lohnt sich, wie immer bei aktuellen Problemen, ein Blick in die Geschichte:

„Der achtzigste Jahrestag der Zweistaatenlösung“ von Rick Richman

 

Roter Thüringer Klüngel

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Bekanntermaßen will die Partei Die Linke. (nicht nur) in Thüringen den Verfassungsschutz abschaffen. Denn, so hat es der sozialistische thüringische Ministerpräsident einmal in einem Interview gesagt, Linksextremismus gäbe es in seinen Land nicht. Und was Rechtsextremismus angeht, hat der Landesverfassungsschutz ziemlich versagt. Als besseren Verfassungsschutz gründet die rot-rote Landesregierung die „Informations- und Dokumentationsstelle für Menschenrechte, Grundrechte und Demokratie“. jetzt: Institut für Demokratie und Zvilgesellschaft, IDZ. Träger wird die die linke Antoniu-Amadeo-Stiftung. Direktor wird der einzige Bewerber, der Soziologe Matthias Quent, ehemals Mitarbeiter der sozialistischen Landtagsabgeordneten Katharina König. (Gegen diese Klüngelwirtschaft gibt es eine staatsanwaltliche Ermittlung.)

In Thüringen gibt es bisher den ausgezeichneten „Thüringen-Monitor“, der Stimmungen und Einstellungen in der Bevölkerung misst, und an der Universität Jena das Kompetenzzentrum für Rechtsextremismusforschung. Obwohl in Thüringen Aktivitäten und Straftaten auch der Linken zugenommen haben, werden dem Landesamt neue Personalstellen verweigert.

Heute lese ich in PNN/Tagesspiegel, dass die Linkspartei den Verfassungsschutzbericht 2016 angreift. Darin würde ein Anschlag auf eine Moschee den Linken (nicht gemeint: Die Linke.) in die Schuhe geschoben und ein von Rechten gefaktes Bekennerschreiben zitiert.

Berichterstatter im TS ist Rechtsextremismusexperte Matthias Meisner. Er erzählt von der Empörung in der Linkspartei, dass Linksextremisten fälschlich beschuldigt würden. Höhere Weihen erhält die Empörung der Linken im letzten Absatz des Berichts von Herrn Meisner. Dort lässt er nämlich den „Forscher“ und Direktor des IDZ, Matthias Quent, zu Wort kommen. Der Wissenschaftler spräche von einem Skandal.

Mark Twain hatte recht: Wenn man keine Zeitung liest, ist man uninformiert. Wenn man Zeitung liest, ist man desinformiert.

Titanic ist besser als AfD-Höcke

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Wenn es darum geht, die Hitlerei zu verharmlosen, gebührt den Titanic-Spaßmachern zweifellos der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels:

titanic.JPG

Dagegen sind die Einlassungen eines Herrn Höcke zum „Denkmal der Schande“ geradezu nachdenklich, in der Tradition eines Rudolf Augstein und anderer.

Nichts verharmlost den Nationalsozialismus mehr als die die alltäglichen Nazivergleiche der Linken und ihrer Hofnarren.

Zeitzeuge Siegfried Wittenburg

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Unter den Kommentaren zum Spiegel-Artikel über den DDR-Versandhandel befindet sich auch der von Siegfried Wittenburg. Er bestätigt, was der Spiegel-Autor geschrieben hat und nimmt die Ostalgiker aufs Korn, die den Artikel zum Anlass nehmen auf den schlimmen kapitalistischen Westen zu schimpfen. U. a. schreibt er (Kommentar 5) über die DDR-Planwirtschaft:

„Als der Sozialismus den Brotpreis regulierte, landeten frische Brote massenhaft in den Schweinetrögen. Als der Sozialismus die Schweinefleischpreise subventionierte, machten die Züchter traumhafte Gewinne und die Menschen aßen fast nur noch Koteletts. Als der Sozialismus die Brötchen billig machte, landeten sie massenhaft in den Mülltonnen. Als der Sozialismus die Energiepreise subventionierte, wurde die Wohnungstemperatur mit dem Fenster reguliert. Als der Sozialismus die Mietpreise regulierte, verfielen die Städte. Als der Sozialismus nicht genügend Autos liefern konnte, stiegen die Schwarzmarktpreise. Als der Sozialismus private Handwerksbetriebe verstaatlichte, blühte die Schwarzarbeit. Als der Sozialismus nicht genügend Waren produzieren konnte, verdienten sich die Leute eine goldene Nase, die sich an den Verteilerstellen befanden.“

Ich habe Herrn Wittenburg einmal auf einer Tagung kennengelernt und freue mich jetzt über den überraschenden Fund.

Siegfried Wittenburg ist Fotograf. „Bildautor“ sagt er selbst. Er hat beeindruckende Bildbände und Ausstellungen zum Alltag in der DDR gemacht.