Wie der Chemnitzer Hetzjagd-Film entstanden ist

Gepostet am Aktualisiert am

Nicht etwa der ARD-Faktenfinder oder das Recherchenetzwerk von NDR, WDR usw. haben es herausgefunden, sondern Tichys Einblick!

Wie das 19-Sekunden-Video, das die Hetzjagden-Legende von Chemnitz begründete, wurde jetzt auf Tichys Einblick von der Frau, die es aufgenommen hat und ihrem Ehemann („Hase, bleib hier!) erzählt.

Wie man auf dem Video unschwer erkennen kann, geht ein junger Mann, ein Schutzsuchender, provozierend auf eine Gruppe zu und wird von Männern aus dieser Gruppe verscheucht. So viel zur Hetzjagd von Herrn Seibert und Frau Merkel.

Der Clip wurde aus einer privaten Whatsapp-Gruppe von einer Antifaschisten-Truppe gekapert und wochenlang in den Nachrichtensendungen und -magazinen des ÖR vorgeführt.

Tichys Einblick fand die Herkunft des Chemnitz-Videos heraus

Wer wirklich Hetzjagden veranstaltet.

Zu Chemnitz u. a. hier im Blog

Advertisements

Tagesschau desinformiert

Gepostet am Aktualisiert am

Es geht manchmal ganz schnell, quasi im Vorbeigehen. Am Samstagabend, 17.11.2018, in der Nachrichtensendung um 20 Uhr wurde der Europa-Parteitag der AfD und die dazugehörige Gegendemonstration gezeigt. Hauptthema des Parteitages laut Tagesschau: Ablehnung des UN-Migrationspaktes. Dann der Satz: „Er ist völkerrechtlich nicht bindend.“ (5:46; z. B. hier zu sehen).

Was dieser Satz, von den Schleusenwärtern des Nachrichtenstroms autoritativ geäußert, unterschlägt, warum die Wellen bei diesem Thema so hoch schlagen.

Die Bundesregierung, die grünlinken Parteien und die sog. Qualitätsmedien haben diesen Vertrag bis vier Wochen vor seiner Verabschiedung verschwiegen. Er wurde seit zehn Jahren in den UNO-Gremien unter Mitwirkung der Bundesregierung vorbereitet.

Ende Oktober haben die ÖR-Bosse Kai Gniffke (Chefredakteur ARD-aktuell) und Peter Frey (ZDF-Chefredakteur) auf Fragen bei einem AfD-Kreisverband wissen lassen, dass sie von dem Vertrag noch nichts gehört haben. Außenminister Maas ließ von oben herab verlauten, jeder Bürger hätte sich doch informieren können. Stünde doch alles im Netz. Gleichwohl beschloss die Bundesregierung jetzt eine Informationskampagne, in der sie objektiv über den Vertrag berichten will.

Die UN wollen, dass Migranten Einheimischen gleich gestellt werden. Sie sollen, falls sie keine mehr haben, Pässe und Ausweise erhalten, sie sollen sich ihr Zielland aussuchen dürfen, „Diasporas“ sollen unterstützt werden.

Eine unabhängige, objektive und hochwertige Berichterstattung soll gefördert werden. „Medienhäuser, die systematisch Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung gegen Migranten befördern“, dürfen nicht finanziell unterstützt werden. Bei „vollem Respekt für die Freiheit der Presse“ soll eine positive Sicht auf Migration befördert werden.

Sanktionen wegen irregulärer Einreise oder irregulärem Aufenthalt müssen ausgewogen und nicht diskriminierend sein.

Die Staaten verpflichten sich, die Ziele und Bekenntnisse des Pakts zu erfüllen. Mehrere Dutzend Mal heißt es im Pakt: „Wir (d. h. die Unterzeichnerstaaten) verpflichten uns …“

Die UN hat schon ein Monitoring-System geschaffen: Ein extra eingerichtetes Forum prüft alle vier Jahre, welche Fortschritte die Staaten bei der Umsetzung gemacht haben. Die Staaten müssen Berichte dazu verfassen. Der UN-Generalsekretär soll der Generalversammlung alle zwei Jahre über die Umsetzung des Pakts Bericht erstatten.

Was der Tagesschausprecher leichthin verkündet: rechtlich unverbindlich, wird bezweifelt. Juristen weisen darauf hin, dass die UN nicht zum ersten Mal ein „Soft Law“ schaffen: Wenn die Beschlüsse nicht gleich in nationales Recht aufgenommen werden, so orientieren sich Gerichte doch in der Regel an UN-Vereinbarungen und übernehmen sie in ihre Rechtsprechung.

Die Grünen haben im Bundestag der Einfachheit halber beantragt, den Pakt so schnell wie möglich in nationales Recht zu übernehmen.

Die UN-Vereinbarung über Integration führte in Deutschland dazu, dass Förderschulen abgeschafft wurden, obwohl der UN-Vertrag das noch nicht einmal verlangte. Er wurde aber so in Deutschland interpretiert. Jetzt werden behinderte Schüler in allgemein bildenden Schulen unterrichtet, vielfach ohne speziell ausgebildete Lehrer und ohne über die Ausstattung von Förderschulen zu verfügen. Beim sog. menschengemachten Klimawandel werden ebenfalls Forderungen von UN-Organisationen in geltendes Recht oder als Regierungsziel übernommen.

Bei der von der AfD verlangten Debatte im Bundestag plädierte der zukünftige Verfassungsgerichtspräsident, der CDU-Abgeordnete Stefan Harbath, für den Vertrag. Es waren die üblichen Argumente: Die anderen Staaten müssten ihre Leistungen für Flüchtlinge erhöhen. Dank des Paktes würde die Zahl der nach Deutschland Einwandernden sinken. Und im übrigen wäre der Vertrag doch nicht verbindlich.

Es wäre ein Wunder, wenn dieser Verfassungsgerichtspräsident die Beschlüsse des Paktes aus der Rechtsprechung seines Gerichts nicht berücksichtigen würde.

Frau Merkel erklärte gerade in Chemnitz: „Deutschland bleibt souverän. Der Pakt verpflichtet nur alle anderen.“

Für mehr Informationen siehe auch hier:

Der RTL WEST Kommentar zum UN-Migrationspakt

Mit Soft Law die Grundlagen des Rechts aushebeln

 

Für den Erwerb von Informationskompetenz heißt das erneut: Informationen der Tagesschau müssen überprüft werden.

N.B.: Was m. E. überhaupt nicht in unserem „Siedlungsgebiet“ angesprochen wird: Mit Schutzsuchenden, Kriegsflüchtlingen, Klimaflüchtlingen, subsidiär Geduldeten, Asyl Begehrenden hat der UN-Migrationspakt überhaupt nichts im Sinn. (Auch da wird nicht diferenziert,) Den Vereinten Nationen geht es um allein um Auswanderer, um Menschen, die ihre Heimat verlassen, um in einem anderen Land zu arbeiten.

Die Bände der Enquete-Kommissionen zur DDR sind online!

Gepostet am Aktualisiert am

Die Protokolle der beiden Enquetekommissionen

Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland (1992-1994) und Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit (1995-1998)

sind online recherchierbar.

Der Inhalt verteilt sich auf die einzelnen Bände wie folgt (vgl. das Gesamtin-
haltsverzeichnis in diesem Band):

 

12. Legislaturperiode: Aufarbeitung von Geschichte…

Band I: Die Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag – Anträge
der Fraktionen/Gruppen und Debatten des Deutschen Bundestages, Bericht der Enquete-Kommission vom 31.Mai 1994;
Band II: Machtstrukturen und Entscheidungsmechanismen im SED-
Staat und die Frage der Verantwortung – Protokolle, Berichte,
Expertisen, Gutachten, Vorträge;
Band III: Rolle und Bedeutung der Ideologie, integrativer Faktoren
und disziplinierender Praktiken in Staat und Gesellschaft der
DDR – Protokolle, Berichte, Expertisen, Gutachten;
Band IV: Recht, Justiz und Polizei im SED-Staat – Protokolle, Berichte,
Expertisen, Gutachten;
Band V: Deutschlandpolitik, innerdeutsche Beziehungen und internationale Rahmenbedingungen – Protokolle, Berichte, Expertisen,
Gutachten;
Band VI: Rolle und Selbstverständnis der Kirchen in den verschiedenen
Phasen der SED-Diktatur – Protokolle, Berichte, Expertisen,
Gutachten, Vortrag;
Band VII: Möglichkeiten und Formen abweichenden und widerständigen
Verhaltens und oppositionellen Handelns, die friedliche Revolution im Herbst 1989, die Wiedervereinigung Deutschlands
und Fortwirken von Strukturen und Mechanismen der Diktatur – Protokolle, Berichte, Expertisen, Gutachten, Vorträge;
Band VIII: Das Ministerium für Staatssicherheit – Protokoll, Berichte,
Expertisen, Gutachten. – Seilschaften, Altkader, Regierungs-
und Vereinigungskriminalität – Protokoll, Studie;
Band IX: Formen und Ziele der Auseinandersetzung mit den beiden
Diktaturen in Deutschland – Protokolle.

 

13. Legislaturperiode: Überwindung der Folgen…

Band I: Die Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag: Anträge der
Fraktionen/der Gruppe, Beschlußempfehlungen von Ausschüs-
sen und Debatten des Deutschen Bundestages, Zwischenbericht
und Schlußbericht der Enquete-Kommission. – Besondere Ver-
anstaltungen: Protokolle;
Band II: Strukturelle Leistungsfähigkeit des Rechtsstaats Bundesrepublik
Deutschland bei der Überwindung der Folgen der SED-Diktatur
im Prozeß der deutschen Einheit – Opfer der SED-Diktatur/Elitenwechsel im öffentlichen Dienst/justitielle Aufarbei-
tung: Protokolle, Berichte, Expertisen;
Band III: Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpolitik: Protokolle, Berichte,
Expertisen, Gutachten;
Band IV: Bildung, Wissenschaft, Kultur: Protokolle, Expertisen;
Band V: Alltagsleben in der DDR und in den neuen Ländern: Protokolle,
Expertisen;
Band VI: Gesamtdeutsche Formen der Erinnerung an die beiden deutschen
Diktaturen und ihre Opfer: Protokolle, Berichte, Expertisen.
– Archive: Berichte, Expertisen, Gutachten;
Band VII: Herausforderungen für die künftige Aufarbeitung der SED-
Diktatur: Protokolle, Berichte, Expertisen, Gutachten. – Perspektiven der internationalen Zusammenarbeit bei der Aufarbeitung totalitärer Diktaturen: Protokoll;

 

Großartig! Das hätte ich mir schon früher gewünscht.

Jede Sekundarstufenschule in Deutschland hätte die Bände schon vor 20 Jahren bekommen müssen. Sie sind eine Fundgrube von Materialien. Vieles ist heute schon fast vergessen. Das erleichtert natürlich die Verniedlichung der DDR.

Fett: Hervorhebung von mir

Bundestagsreden von AfD-Politikern

Gepostet am Aktualisiert am

Ich muss gestehen, dass ich gerne Bundestagsreden von AfD-Politikern zuhöre oder sie nachlese. Gar nicht selten sind sie fundierter als das, was von Grünen, Christ-, Sozialdemokraten oder Sozialisten zu hören ist.

Die hochroten Köpfe von empörten Schreiern wie Dr. Anton Hofreiter Grüne), Ulli Nissen und Claudia Moll (SPD) zeigen, dass sie es bisher nicht gewohnt waren, dass jemand völlig anderer Meinung ist als sie.

Im Blog versuche ich, nicht darauf zu verweisen, auch im Bekanntenkreis traue ich mich nicht, davon zu reden. Man kann doch wohl nicht Redner einer „offen nationalsozialistischen“ Partei (F. Merz), einer Partei, deren Abgeordnete sich beim „Aussteigerprogramm für Neonazis melden“ sollte und die rassistisch wäre (C. Özdemir), für überzeugend halten.

Mir ist nicht immer klar, was größer ist: Die Lust der AfD-Politiker an der Provokation oder die Lust der linksgrünen Medien, über jedes Stöckchen zu springen, das ihnen hingehalten wird. Man könnte bei ihnen meinen, dass ein nackter Neonazi-Hintern in Cottbus schlimmer ist als eine durch Hamburg marodierende Horde Linker oder Extremente auf Polizisten werfende Umweltschützer im Hambacher Forst.

Es wäre schade, wenn die Nationalsozialisten in der AfD sich durchsetzten. Die „Qualitätsmedien, die ÖR-Sender und die anderen Parteien hoffen darauf und stürzen sich auf alles, was AfD-Vertreter zu Geschichtspolitik, Vergangenheitsbewältigung, Nation und Heimat sagen.

Ich erinnere mich an einen Gastbeitrag von Dr. Alexander Gauland im linken Tagesspiegel (TS), bei dem die Redakteure entdeckt zu haben glaubten, dass G. bei Hitler abgeschrieben hätte. Dann meldete sich ein linker Soziologe, der belegte, G. hätte aus seinem früheren TS-Artikel abgeschrieben. Ich könnte ergänzen, dass das, was G. über globale Eliten und kosmopolitische Konzernchefs geschrieben hatte, seit Jahren im Wirtschaftsteil der FAZ zu lesen ist.

AfD-MdBs, an deren Reden ich mich erinnere: Joana Cotar, Dr. Michael Espendiller, Dr. Marc Jongen, Markus Frohnmaier, Martin Hebner

 

Steven Pinker im Interview

Gepostet am Aktualisiert am

Der wunderbare Steven Pinker im Interview in der NZZ: Die moderne Welt ist kein Jammertal, sondern eine Erfolgsgeschichte:

Steven Pinker: «Die Toilette war eine grossartige Erfindung!»

Bücher von Prof. Pinker:

Das unbeschriebene Blatt: Die moderne Leugnung der menschlichen Natur

Wie das Denken im Kopf entsteht

Der Sprachinstinkt: wie der Geist die Sprache bildet

Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit

Das allerneueste habe ich noch nicht gelesen: Aufklärung jetzt: Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung

Aus dem Klappentext: „Heute leben wir länger, gesünder, sicherer, glücklicher, friedlicher und wohlhabender denn je, und nicht nur in der westlichen Welt. Der Grund: die Aufklärung und ihr Wertesystem.
Denn Aufklärung und Wissenschaft bieten nach wie vor die Basis, um mit Vernunft und im Konsens alle Probleme anzugehen. Anstelle von Gerüchten zählen Fakten, anstatt überlieferten Mythen zu glauben baut man auf Diskussion und Argumente. Anschaulich und brillant macht Pinker eines klar: Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt sind weiterhin unverzichtbar für unser Wohlergehen.“

Die Gedenktage des November: Wo bleiben die hier lebenden Muslime?

Gepostet am Aktualisiert am

Michael Wolffsohn fragt heute in der FAZ, warum die Muslime in das Gedenken an den 9. November 1918 usw. nicht eingebunden werden: „So wird das nichts mit dem Wir-Gefühl“, FAZ 13.11.18, p 9.

Ich frage mich das schon lange. Meine Perspektive ist etwas anders als die Wolffsohns. Schon vor Jahrzehnten sah ich in – damals noch nicht so genannten – multikulturellen  Klassen, dass muslimische Schüler nichts übrig hatten für die Lehren aus der Vergangenheit, die wir den deutschen Schülern beizubringen versuchten. Sie saßen in der Schulbibliothek und blätterten mit großer Begeisterung durch die Sachbücher über das Dritte Reich und freuten sich über die Fotos diskriminierter und getöteter Juden.

Die nicht vergehende Vergangenheit geht auch die Muslime etwas an.

Muslime waren nicht unbeteiligt. Der Historiker Wolffsohn erinnert daran, dass im Ersten Weltkrieg zu den Achsenmächten der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn zählte. Muslimische Soldaten aus Bosnien-Herzegowina kämpften in der österreichischen Armee kämpften Seite an Seite mit den deutschen. Der dritte im Bund war das Osmanische Reich. Alle drei waren Verlierer des Ersten Weltkrieges.

In den Zwischenkriegsjahren dominierte die inkohärente britische Politik gegenüber den Zionisten den Nahen Osten. Gegen die jüdische Einwanderung waren sowohl die britische Kolonialverwaltung als auch die Araber.

Der Mufti von Jerusalem organisierte erfolglos einen Palästinenseraufstand, dann im Irak einen antibritischen Aufstand. Schließlich floh er nach Deutschland Er organisierte Hitler eine muslimische Division. Ca. 1.000 nordafrikanische Juden wurden im Schatten von Rommels Armee nach Auschwitz verschleppt. Rommel genoss unter Arabern viel Sympathie.

Unter den deutschen Templern, pietistischen Siedlern in Palästina, waren fanatische Hitleranhänger. Araber ließen Autos mit Hakenkreuzfahnen unbehelligt, weil sie davon ausgehen konnten, dass es Deutsche waren, keine Juden oder Briten.

Es gäbe also Anlässe, die Muslime in Deutschland in das Gedenken einzubeziehen. Wolfsohn will die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht relativieren. Für ihn haben junge deutsche Muslime ebensowenig Schuld wie andere junge Deutsche.

Anti-Antisemitismus und Aktivitäten gegen Rechts reichten aber nicht aus, so lange muslimische und linke Antisemiten „Juden ins Gas“ schreien würden.

Die Neubrandenburger Stadtverwaltung vorher, während der Wende und danach. Ein Mitarbeiter erzählt.

Gepostet am Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern wird gerade pensioniert. Er hat in der kommunistischen Stadtverwaltung gearbeitet und konnte nach der Friedlichen Revolution als Beamter weiterarbeiten.

Er wird von seinem Schwiegersohn, einem FAZ-Journalisten, interviewt und erzählt von damals, von der Wende und danach. Von MfS-Anwerbeversuchen, Spitzeleien in der Stadtverwaltung, den Schwierigkeiten, in Neubrandenburg die Wende hinzukriegen. Die Stadt war Bezirksstadt mit entsprechend hohem SED-Anteil in der Bevölkerung und russische Garnisonstadt. Es gab viel Obstruktion, aber er erlebte auch einen neuen Geist in der Stadtverwaltung. Die Bürger bestimmten jetzt die Agenda, er hatte mehr Spielräume und mehr Verantwortung.

Das Interview ist, gemessen an der üblichen Berichterstattung zu diesem Thema, wohltuend sachlich, unaufgeregt und ehrlich: „Diener zweier Herren“, Matthias Wyssuwa interviewt Thomas Verch, Frankfurter Allgemeine Magazin Nr. 72, 10.11.18. Als pdf downloadbar, ab pdf-Seite 25!

Das Umfeld des unhandlichen Magazins mit seinen teuren Uhren, dürren Mannequins an exotischen Badebuchten und auf exquisiten Möbeln passt nicht recht dazu, aber lieber so publiziert als überhaupt nicht.

Konsens ist kein wissenschaftlicher Begriff

Gepostet am Aktualisiert am

Die selbst gewählte Themenbegrenzung von „Ampelmännchen und Todesschüsse“ über schreite ich hin und wieder oft. Mich interessiert vieles. Das Verbindende ist fast immer das, was ich Informationskompetenz nenne. Mir geht es darum, vorschnelles Urteilen zu verhindern, zu überzeugen, dass man sich gründlich informieren muss, dass man fragt, welche Interessen eine Studie, eine Nachricht, ein Foto verfolgt, dass man sich nicht von verdummenden Slogans wie #wirsindmehr verführen lässt, dass man eine Quelle sucht und überprüft und sich nicht darauf verlässt, wie Dritte sie wiedergeben.

All das war für mich in meinem Unterricht wichtig und ist es heute beim Schreiben des Blogs.

Ich könnte die Themenbegrenzung auf Kommunismus, DDR, Brandenburg und Potsdam aufgeben und über alles Mögliche, besser alles Unmögliche schreiben. Aber das gibt es in den sog. sozialen Medien mehr als genug. Lieber aber bleibe ich bei Ausnahmen, denen ich das Label „Informationskompetenz“ (Beispiele im Blog) anhefte.

Beim hier gleich zu nennenden Thema habe ich sogar einen Bezug zu Potsdam. In der Stadt steht das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Verkürzt wird in der Öffentlichkeit gesagt, dass die Wissenschaftler das Klima erforschen würden. Das tun sie nicht! Sie erforschen Folgen. Zugrunde legen sie ein bestimmtes Verständnis vom Klimawandel: Niemand bestreitet, dass es Klimawandel gibt. Die PIK-Wissenschaftler gehen aber von der Hypothese aus, dass der Klimawandel in unserer Zeit menschengemacht wäre. Genauer: ein steigender CO2-Gehalt der Luft wäre die Ursache. Für die gesamte Erde gälte eine Durchschnittstemperatur, die nicht mehr viel steigen dürfe, sonst käme es zu einer Katastrophe. Dass es seit Jahrmillionen Klimawandel gibt, sich Warm- und Kaltzeiten abwechseln, dass die Erde ganz ohne menschengemachte CO2-Steigerung schon sehr viel wärmer war als heute, interessiert die PIK-Wissenschaftler nicht. Sie rechnen ihre Klimamodelle im Computer hoch. Sie an realem Klimawandel zu validieren, ist nicht das oberste Ziel. Sie gewissen genau, um wie viel Zentimeter Südseeinseln in 90 Jahren überschwemmt sein werden. (Während in der rbb-Abendschau nicht genau gesagt werden kann, ob es morgen regnet und wie kalt es sein wird.)

Wir in Potsdam sind oft mit dem PIK konfrontiert. Besagte Abendschau und die PNN, der Potsdamer Ableger des Tagesspiegels, haben regelmäßig Interviews mit PIK-Repräsentanten im Programm: mit dem scheidenden Direktor, dem neuen Direktor, einer jungen Wissenschaftlerin, einem Experten, der uns erklärt, warum Waldbrände und sommerliche Dürre und Starkregen und Überschwemmungen und Hurrikane und das (angebliche) Aussterben der Eisbären Beweise für den menschengemachten Klimawandel wären.

Rat bei Wikipedia zu suchen, hilft nicht. Es sieht so aus, als wären alle einschlägigen Artikel vom PIK peer-reviewed.

Da fehlt dann auch nicht das Totschlagargument, dass 97% aller wissenschaftlichen Untersuchungen den menschengemachten Klimawandel und den steigenden CO2-Gehalt als Ursache belegen würden.

In dem 45minütigen, englischsprachigen Video erklärt Dr. Patrick Moore, Mitgründer von Greenpeace, aber schon lange kein Mitglied mehr, warum das „scam“, Betrug, ist.

Er redet klar, anschaulich und einleuchtend. Gewiss, man muss sich konzentrieren, aber die englischen Fachausdrücke klingen ähnlich wie die deutschen. Man kann englischsprachige Untertitel dazu nehmen. (Die deutschen habe ich nicht ausprobiert.)

Dr. Moore sagt, dass Konsens kein Wissenschaftsbegriff sei. Wenn angeblich 97% der wissenschaftlichen Untersuchungen den menschengemachten Klimawandel bestätigen würden, sei das irrelevant. Er zitiert Einstein. Der wurde mit einem Papier konfrontiert, in dem hundert Wissenschaftler behaupteten, seine Relativitätstheorie wäre falsch. Einstein hätte geantwortet: „Wozu hundert? Um mich zu widerlegen, hätte eine einzige Studie genügt.“ Moore nennt aus der Wissenschaftsgeschichte noch ein paar Namen von Gelehrten, die mit ihren Theorien gegen DIE Wissenschaft standen und Recht behielten.

Auch die statistischen Fälschungen der NASA, mit denen Temperaturen herunter gerechnet wurden, um den angeblich menschengemachten Temperaturanstieg stärker erscheinen zu lassen. nennt er. Und, als ob es nicht genügte, dass von 97% Wissenschaftlern nur der kleinste Teil überhaupt empirisch gearbeitet hätte und dass es nicht unwesentlich sei, auf wessen Gehaltsliste sie stünden.

Aber überwiegend erklärt er klimatische Phänomen, sachlich und nachvollziehbar. Er kommt ohne Weltuntergangsszenarien aus.

 

 

Aus meiner Twitter-Sammelmappe (4)

Gepostet am Aktualisiert am

airbnb  Hambachgruene_ideologie

kriminalitätyoutube

 

 

 

 

 

 

napalm sachsen
Reiner Woop ist Kunstschaffender (Theaterregisseur)

Der schwierige Platz der Einheit in Potsdam

Gepostet am Aktualisiert am

In anderen ostdeutschen Städten wird schon mal der deutschen Einheit sichtbar gedacht. durch Straßen- und Platznamen oder durch öffentliche Kunstwerke. Potsdam tut sich da schwer.

Es gibt einen „Platz der Einheit“, der im März 1946 so benannt wurde: der ehemalige (Kaiser-) Wilhelm-Platz. Zeitzeugen meinen, dass man damit an ein unteilbares Deutschland erinnern wollte. Den Kommunisten gefiel das immer weniger und sie hatten nichts dagegen, dass die Einheit auf die Zwangsvereinigung der deutschen Arbeiterparteien zur SED bezogen wurde. Eine derartige Straße der Einheit gibt es bis heute in fast allen ostdeutschen Städten und Gemeinden. Ich wüsste nicht, wo in Potsdam an die „Wende“ oder die Vereinigung erinnert wird, sieht man von der nicht  für jedermann sofort als Einheitsdenkmal erkennbaren Nike an der Glienicker Brücke ab.

2009, zehn Jahre nach der Vereinigung, beantragte die CDU im Stadtparlament die Umbenennung in „Platz der Deutschen Einheit“. Das fand keine Mehrheit. Eine in Potsdam zugezogene westdeutsche Autorin sah darin zu viel Nationalismus.

2018 beantragte die AfD die Umbenennung. Das Ergebnis der Abstimmung dürfte nicht schwer zu erraten sein.

Die linksextremistische Partei Die Andere und die Grünen finden die Offenheit beim Platznamen interessanter.