Potsdam

Die Besessenheit der Niemöller-Stiftung von der Garnisonkirche

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Der Berliner Tagesspiegel (TS) berichtet heute von einem zweiten Gutachten der Niemöller-Stiftung. In diesem werden Verlautbarungen, Flyer, Entschließungen usw. der Garnisonkirchenstiftung daraufhin untersucht, ob sie die Geschichte der Kirche verfälschen, ob sie etwas auslassen, wo sie unscharf sind.

Leider steht im TS nicht, wer die Verfasser des „Gutachtens 2.0“ sind.

Ich schaue auf die Webseite der Stiftung. Die Martin-Niemöller-Stiftung hat sich 2017 anscheinend ausschließlich mit der „Nazikirche“ in Potsdam, der berüchtigten Garnisonkirche, beschäftigt. Unter „Letzte Beiträge“ sind sechs Berichte zur Nazikirche (und nichts anderes) aufgelistet. Ich klicke im Archiv die sechs für 2017 genannten Monate an. Jedes Mal klappt ein Beitrag über, was wohl?, auf.

Die Verfasser des zweiten Gutachtens:

die Schulrätin i. R. und linke Aktivistin Christine Madelung, die mit dem hessischen Altkommunisten Willi van Ooyen, blockupy usw. vor der Europäischen Zentralbank für die griechische Syriza-Partei und ihren Chef Tsipras demonstrierte

der Pfarrer i. R. Hermann Düringer

der DDR-Bürgerrechtler, SPD-Politiker und Friedenskreis-Pankow-Begründer Hans-Jürgen Misselwitz, auch ehem. Leiter der Brandenburger Landeszentrale f. pol. Bildung und Mitgründer des Instituts für Solidarische Moderne (ISM). Das ISM ist eine „Denkfabrik“ von Linksparteilern, linken SPD- und Grünen-Politkern, im Vorstand sitzt u. a. Katja Kipping. (Bei der Gründung dabei war auch die linke hessische SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti, die entgegen ihrem Wahlversprechen eine Koalition der SPD mit den Sozialisten anstrebte. Vier Parteifreunde versagten die Zustimmung und der Plan platzte.)

der Freie Berater und Diplom-Pädagoge Gerd Bauz, ehem. Organisationsberater bei der ev. Kirche

die Frankfurter Theologin, Diakoniewissenschaftlerin und Prodekanin Ursula Schoen

(Über eine weitere als Verfasser Person finde ich keine Angaben. Die Münchner Frauenärztin gleichen Namens wird es wohl nicht sein.)

Sicher sind die genannten als engagierte oder hauptberufliche Christen und als Akademiker in der Lage kompetent zur fast 300jährigen Geschichte einer barocken Militärkirche Stellung zu nehmen.

Um nichts falsch zu machen, haben sich die Streiter/-innen gegen die „gotteslästerliche Bude“ (Zeit-Journalist Christoph Dieckmann) Beistand bei einem guten Bekannten geholt, dem Anti-Garnisonkichen-Aktivisten Matthias Grünzig geholt. Er war einer der drei Hauptredner auf einem Treffen, das der Veröffentlichung des Gutachtens vorausging.

Was treibt den Vorstand dieser Stiftung, sich seit Monaten fast ausschließlich mit der Potsdamer Garnisonkirche zu beschäftigen? Reicht ihnen nicht, dass die Medien (u. a. Die Zeit, 3Sat) gegen die Kirche sind? Dass die Aktivisten Grünzig und Tomczak von einer Veranstaltung zur anderen eilen?

Sind da noch andere Rechnungen offen? Die Unzufriedenheit ostdeutscher Pfarrer mit der aus Westdeutschland importierten Militärseelsorge, die Verärgerung von Bürgerrechtlern, dass die DDR zu schnell beerdigt und von den kapitalistischen Wessis kolonisiert wurde. Letzteres wäre nach linker Meinung exemplarisch in Potsdam zu besichtigen, wo die Millionäre und Milliardäre die Rekonstruktion des „Barockfaschismus“ vorantreiben würden.

Update 19.10.: Die Niemöller-Stiftung kopiert die Methoden der Potsdamer Linksextremisten: Bei jedem Schritt der Umsetzung seit Jahren getroffener Entscheidungen wird ein Vorschlag gemacht, der das Ganze verzögern oder kippen soll. Jetzt holen die Aktivisten der Stiftung nach zwei Gutachten zum schändlichen Vorhaben des Wiederaufbaus den ganz großen Hammer heraus und fordern den Bundestag auf, erneut zu entscheiden und seine bisherigen Beschlüsse zur angeblichen Nazikirche zu widerrufen. Sonst drohe am Ort der Garnisonkirche ein „blamables Scheitern der Geschichtsaufarbeitung“.

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Für uns im Bundestag: Annalena Baerbock

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Annalena Baerbock ist gerade wieder für die Brandenburger Grünen in den Bundestag gewählt worden. Die Sprecherin für Klimapolitik gilt als Energiewende-Expertin. Daher darf sie in einem Interview auch sagen: „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Windräder sehe.“ Ihre Freude wird ins Unermessliche steigen, denn wenn ihre Partei in 12 Jahren Verbrennungsmotoren verbietet und es dann bald nur noch E-Autos geben wird, muss sich die Zahl der Windräder verdoppeln.

Auf ihrer Webseite zeigt sie ihre Energiewende-Kompetenz: „Am Kohleausstieg führt kein Weg vorbei. Nicht nur aufgrund unserer klimapolitischen Verpflichtungen, sondern auch wegen des bevorstehenden Desasters am Strommarkt(?), wenn wir so weitermachen wie bisher. Es mangelt weder an erneuerbaren Energien noch an der Entwicklung von Speichern und Netzen. Es mangelt an der Bereitschaft, aus der Kohle auszusteigen. Deshalb kommen wir bei der Energiewende nicht richtig voran.“

Da weiß sie mehr als der Laie, aber auch mehr als Wissenschaftler, die seit 130 Jahren ohne durchschlagenden Erfolg versuchen, Energie zu speichern. Wo sind denn leistungsfähige Stromspeicher?

Elon Musk (Tesla) hat Süd-Australien einen Stromspeicher versprochen, der 25 Mio $ kosten soll. Der Tesla-Akkuspeicher hat eine Kapazität von ca. 130 MWh. Damit kann er die südaustralische Spitzenlast des Tages, an dem es zu einem Stromausfall im gesamten Land kam, für 0,0089 Stunden, also 32 Sekunden, liefern.

Eine Zusammenstellung von Nachrichten aus Südaustralien, einem in den Augen Frau Baerbocks sicher vorbildlichen Energiewendeland: Die Realität schlägt zurück

Dr. Ing. Günter Keil, ehemaliger Ministerialdirigent im Bundesforschungsministerium schreibt zur Stromspeicherung in E-mobilen:

„Nach mehreren gescheiterten Versuchen, die PKW mit elektrischem Antrieb zu einem die Kunden überzeugenden Angebot zu machen, war es in den letzten Jahren dazu still geworden. Die Batterien waren Schuld. Auch nach 120 Jahren ihrer Entwicklung gelang es nicht, ihr Gewicht, ihr Speichervermögen, ihre Kosten, ihre Lebensdauer und teilweise auch ihre sichere Verwendung derart zu verbessern, dass die damit ausgerüsteten PKW besser als die konventionell angetriebenen Vorgänger sind. Das hätte einigen Leuten zu denken geben müssen. Oder man hätte die Fachleute der physikalischen Chemie fragen können, woran es denn liegt und ob überhaupt irgendein überraschender Durchbruch mit der Überwindung aller Nachteile in Aussicht – oder überhaupt noch möglich – ist.

Man erhält dann recht pessimistische Aussagen, die beschreiben, welche Materialkombinationen überhaupt noch in Frage kämen und welche der hinsichtlich ihrer herausgehobenen Werte bezüglich der Spannungsreihe interessanten Typen derart gefährlich sind, dass eine Anwendung nicht in Frage kommt. Man stößt somit auf eine grundsätzliche Frage: Befindet man sich mit dem was man heute hat, bereits dicht an der Grenze, die von der Physik bestimmt wird ?“

Nachtrag: Wenn man hört, dass bei Baugenehmigungen für Windräder  Umweltverträglichkeitsprüfungen lax gehandhabt wurden, dass Lokalpolitiker Kommanditisten in Windenergiefirmen sind, glaubt man in einer Banandenrepublik zu sein.

In Ostfriesland, dem Gebiet mit der größten Windraddichte in Deutschland, fordern Menschen, die Räder wenigstens nachts abzuschalten. Dann hört man das Brummen und Wummern nicht. Der Boden vibriert, der Schall der Druckwelle geht durch die Häuser hindurch. Es gibt Ärzte, die vor gesundheitlichen Folgen dieses unhörbaren Niederfrequenzschalls warnen. Frau Baerbock hat sicher mehr Mitleid mit angeblich aussterbenden Eisbären.

Angesichts der lächelnden Frau Baerbock packt mich da schon die Wut. Ihre Gesinnungsfreunde im Umweltbundesamt sorgen dafür, dass Gesundheitsrisiken nicht ernst genommen werden.

Das Engagement für Tierschutz ist in Deutschland größer als das für Menschen. Frau Baerbock wird weitere vier Jahre für noch mehr Windräder streiten. Wer spendiert ihr einmal 14 Urlaub im Windradparadies Ostfriesland?

Stadtgestaltung für alle

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„Gestalten Sie Ihre Stadt mit!“ Das steht auf den großen elektronischen Tafeln am Straßenrand in Potsdam. Meist werden darauf Fußballspiele angekündigt. Oder wenn es sich staut, wird mitgeteilt, dass es sich staut. In diesen Tagen aber heißt es: „Gestalten Sie Ihre Stadt mit! Machen Sie Vorschläge für Standorte von E-Ladestationen!“

Zweierlei Baukultur

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Arnimsche KapelleDie Arnim´sche Kapelle auf dem Alten Friedhof in Potsdam ist ein Meisterwerk des Klassizismus. Sie wurde 1851 eingeweiht. Der Architekt, Schinkelschüler Ferdinand von Arnim, war preußischer Hofbaurat. Er hat an einer ganzen Reihe berühmter preußischer Bauwerke mitgearbeitet.

Die Kapelle, eine der ganz wenigen klassizistischen, glänzt durch architektonische Besonderheiten. Der Mosaikfußboden besteht aus Tonfliesen in Rosettenform. Zwischen den Dachsparren ist bemalte Leinwand gespannt. Die Holzvertäfelung in der Trauerhalle imitiert das seinerzeit zu teure Eichenholz. Die Maserung ist handgemalt.

Die Restaurierung der Trauerhalle wurde in diesem Jahr, nach dreieinhalb Jahren vollendet. Auch sie ist eine Meisterleistung der beteiligten Gewerke.

Wesentlichen Anteil an der Wiederherstellung der Trauerhalle hat der Leiter der Verwaltung der 15 Potsdamer Friedhöfe, Gunther Butzmann. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat die Wiederherstellung des Mosaikfußbodens mitfinanziert.

Am gestrigen Tag des offenen Denkmals haben der Friedhofsleiter und das Ortskuratorium der Denkmalstiftung die Trauerhalle der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Ich erwähne die gestrige Veranstaltung nicht nur, weil ich selbst im Ortkuratoium der Stiftung ehrenamtlich mitarbeite, sondern vor allem aus diesem Grund:

In letzter Zeit erlebt die Architektur der DDR eine bisher unbekannte Wertschätzung. Es gibt die Wortschöpfung „Ostmoderne“. Westdeutsch sozialisierte Kunsthistoriker und Journalisten haben sie entdeckt und schreiben sie hoch.

So werden profane Bauten wie ein viereckiger Kasten, der ein Rechenzentrum war, oder ein (angeblicher) Nachbau eines Hauses von Mies van der Rohe als Paradebeispiel der DDR-Architektur gepriesen. Zwei Dutzend Linksextreme verstehen sich auf Guerilla-Marketing und unterhalten die Medien mit wöchentlich neuen Aktionen für den Erhalt  hässlicher DDR-Bauten und Ausfällen gegen die parlamentarische Demokratie.

Unerwähnt bleibt, dass sich die SED-Diktatur gegenüber missliebiger Architektur wie die Taliban verhalten haben. Es wurde gesprengt, es zerfiel, es wurde kaputt genutzt, es wurde abgerissen.

Ich respektiere Leistungen von DDR-Architekten. Es gibt einige repektable Bauten. Sie werden ja auch erhalten und gepflegt, z. B. das Kino International in Berlin. Ich bewundere auch den Mut, kleinbürgerliche kommunistische Funktionäre von gutem Bauen zu überzeugen. Auch die Versuche, eine Architektur für den neuen sozialistischen Menschen zu schaffen, wie das sozialistische Musterdorf Mestlin oder die Kulturhäuser und ja auch die Stalinallee, werden respektiert, erhalten oder restauriert. Auch die biedere Regierungssiedlung Wandlitz steht unter Denkmalschutz.

Aber was ist mit dem anderen Gesicht dieses Staates? Dafür gibt die Arnim´sche Kapelle ein Beispiel. Dieses Gebäude wurde bis zur Unkenntlichkeit ausgeweidet. In der Trauerhalle wurde eine Zwischendecke einzogen. Die bemalten Deckenleinwände wurden in dem feuchten, luftdichten Dachraum schimmelig. Über den großartigen Mosaikfußboden wurden Grabsteinplatten und Schutt gelegt, um die Raumhöhe für die neuen Büros in der Trauerhalle zu verringern. Die Apsis wurde zugemauert, nur ein Durchgang zum Klo blieb.

Arnimsche Kapelle DDR-Zustand
Zustand der Trauerhalle 1990

Wie kann man die Baukultur der SED-Diktatur loben, ohne ihre fanatische Vernichtung überkommener Baukultur zu erwähnen? Wie kann man die Bemühung um Wiederherstellung vernichteter Baukultur als Barockfaschismus denunzieren?

Potsdam: Spielwiese für Kunsthistoriker

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Laut PNN (2.9.17, p 16) ist er Experte für DDR-Architektur, der emeritierte Professor Thomas Topfstedt, Professor für sozialistische Gegenwartskunst und Mitglied der Bauakademie der DDR, nach der sog. Wende Professor für Kunstgeschichte des 19. und 20 .Jahrhunderts und Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau. Er gehört zu den Kunsthistorikern, die auch 5 nach 12 der DDR-Architektur-Ikone Fachhochschule Potsdam noch eine Chance geben wollen.

Wenn es in den vergangenen 25 Jahren 20 gegenläufige Beschlüsse des Stadtparlaments zur neuen Mitte gegeben hat, nun ja, das könne man so sehen, meint er. Prof. Topfstedt hat nichts gegen das Landtagsschloss und das Palais Barberini. Aber das Monstrum Fachhochschule wäre doch ein spannender Kontrast dazu und sollte stehen bleiben.

Wieder einer, der es uns nicht gönnt, in einer schönen Stadtlandschaft zu leben, sondern in einem Museum der kontrastreichen Architekurgeschichte. Wieder einer, dem es völlig egal ist, wer Unterhalt und Renovierung des Monstrums bezahlt, damit wieder Ateliers für Kunstschaffende und Begegnungszentren für die Zivilgesellschaft oder gleich linksautonome Kulturzentren einziehen.

Selbst wohnt der Professor Topfstedt ganz sicher nicht in Leipzig-Grünau in einer Dreizimmerplattenbauwohnung Typ Erfurt. Eher wohl im renovierten Altbau in der angesagten Leipziger Südvorstadt.

Die Potsdamer Linken springen auf den fahrenden Zug und sind jetzt wieder mal gegen den Abriss. Sie fordern das in solchen Fällen übliche: eine Bürgerbefragung.

Siehe auch hier!

Zombie-Provokation auf der Dinner-Demo hat sich gelohnt

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Die ewiggestrigen Linksextremisten, die die Dinner Demo auf dem Alten Markt mit ihrem Zombie-Auftritt beehrten, können triumphieren. Ihre Rechnung geht auf: Die Zeitungen sind voll mit Zombie-Fotos, eine Zombiefrau ließ sich fotografieren, als sie mit gequältem Gesicht am Boden liegt, nachdem sie von Polizisten von der Rednertribüne weggebracht worden war.

Die friedlichen Demonstrant*innen hatten sich zwischen Zuschauer und Redner gestellt, um die Sicht zu verdecken, oder sich mit ihren verschmierten Körpern zwischen die Anwesenden gesetzt. Eine Aktivistin verschmutzte mit ihrer Paste meinen Pullover.

Jetzt haben die Verteidiger*innen der DDR-Architektur einen neuen Beweis, dass sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen: Ein belästigter Gast soll nach Aussage einer Zombifrau gesagt haben: „Du gehörst vergast“. Es folgen laut Zeitung Anzeige wegen Volksverhetzung, erneute empörte Demonstration auf dem Alten Markt und erneut Schlagzeilen in der Presse. Vielleicht findet sich auch ein Zombie, der sich von der Polizei zu hart angefasst fühlt und Anzeige erstattet.

Mal sehen, was noch kommt. Die Zombinummer können sie nicht ewig aufführen.

Abstimmen für Kulturstadt Potsdam e.V.

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Die Stadtwerke Potsdam sind nicht nur bekannt für ihre hohen Strom- und Wasserpreise. Sie unterstützen auch ehrenamtliche Potsdamer Initiativen.

Die Preissumme für die zehn Projekte, die bei einer Online-Abstimmung die meisten Stimmen erhalten, beträgt zusammen 30.000 €.

Meine Stimme bekommt „Kulturstadt Potsdam e. V.“

Der Verein begrüßt Neubürger. Das war in meinem Fall vor 11 Jahren. Es besteht immer noch Kontakt. Die freundliche Begrüßung ist bis heute unvergessen.

Potsdamer Dinner-Demo

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Potsdamer Dinner Demo 2017Nach 2007 zum zweiten Mal lud die Initiative Mitteschön zur „Dinner-Demo“ auf den Alten Markt ein. Es galt das Erreichte zu feiern und das Zukünftige kritisch zu begleiten. Dazu saß man an langen, weiß gedeckten Tischen, hörte den Redner/-innen zu, sah einen hervorragenden Film zum Wiederaufbau der historischen Mitte und feierte anschließend bei Musik und Wein.

Mitteschön sind viele Impulse zu verdanken. So wurde kein Beton- und Glaspalast gebaut, wie das die Landesregierung wollte, sondern ein Schloss entstand wieder dort, wo vorher ein Schloss weggesprengt worden war. Die Politik revanchierte sich und ließ Mitteschön-Vertreter nicht zum Richtfest hinein.

In diesen Tagen wird der Koloss der Fachhochschule abgerissen. Er wird in letzter Minute von FAZ-Journalisten zur Ikone der DDR-Architektur hochgejubelt. Linksextremisten wollen ihn – wie immer in solchen Fällen – als alternatives Kulturhaus für die Zivilgesellschaft erhalten.

Leider entstehen die beiden für diesen DDR-Bau abgerissenen Stadtquartiere zu 90% nur als moderne Architektur wieder, mit historischen Einsprengseln.

In der Dunkelheit sieht der Alte Markt schon beeindruckend gut aus. Das Alte Rathaus mit der goldenen Fortuna leuchtet, daneben das Palais Barberini, die Nicolaikirche, das Landtagsschloss, der in rotes Licht getauchte Obelisk.

Es ist gut vorstellbar, wie auf diesem Platz ein Weihnachtsmarkt, den es vor dem Krieg hier gab, aussehen könnte. Auch Open-Air-Veranstaltungen werden nicht auf sich warten lassen.

Wie zu erwarten, präsentierten sich die linksextremen Aktivist/-innen in ihrer Schwarzweiß-Bemalung, bekannt von den Hamburger G20-Krawallen. Das war zu ertragen, solange die Eiferer die Tische und Bänke umkreisten. Es sah aus, als ob aus dem Gemauer der FH Untote der DDR herausgekrochen wären.

Dann aber beschlich mich das Gefühl, dass der Linksfaschismus nicht nur wie damals die SA als Schlägertruppe auftritt, sondern auch auf leisen Sohlen daherkommt: Die Schwarz-Weiß-Zombies schlichen durch die Sitzreihen, drückten sich neben die Veranstaltungsteilnehmer/-innen auf die Bänke, verdeckten die Redner, fläzten sich neben sie. Einer offenbarte sich. Er hielt ein Blatt Papier hoch, auf dem stand: „Kann mir einer die Demokratie erklären?“

Schließlich griff die Polizei ein und entfernte die Störer/-innen. Die gingen zufrieden nach Hause. Die Medienschaffenden hatten ihre Bilder im Kasten und eilten in die Redaktionen.

Die Schwarz-Weiß-Bemalung war ehrlich: Für diese Truppe gibt es nur Freund oder Feind, Gläubiger oder Ungläubiger. Wie sagen Freunde von mir, wenn es um die AfD geht: „Wir wissen, wo das endet, das gab es alles schon einmal.“ Nun, es gab Zeiten, da fuhren von Potsdam Züge nach Workuta.

Die Störer haben gegen das Versammlungsgesetz verstoßen. Aber, wie ein Freund von mir sagt: Es blieb doch alles friedlich.

 

Aktive Potsdamer Zivilgesellschaft

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Der Begriff ist mir eigentlich unsympathisch, Zivilgesellschaft. Was wären andere Gesellschaften? Militärgesellschaft? Aber es ist leider Mainstream.

Die Potsdamer Linksextremisten veranstalten in diesen Tagen einen Nachruf(?)-Dauerlauf um den DDR-Bau der Fachhochschule, die jetzt endlich abgerissen wird.

Die Bürgerinitiative Mitteschön, ein wesentlicher Streiter für die Wiedererrichtung einer harmonischen Potsdamer Stadtlandschaft, veranstaltet am Sonntag, 27.8.17, auf dem Alten Markt eine Dinner-Demo. Sie feiert zehn Jahre erfolgreiche Arbeit, zu der vor allem die Wiedererrichtung des Stadtschlosses zählt. Dafür fand vor zehn Jahren die erste große Dinner-Demo statt.

Näheres hier.

Die Linkspartei hatte für den Abriss gestimmt. Jetzt glaubt sie, einen Stimmungsumschwung gespürt zu haben und will wieder einmal eine Bürgerbefragung zum Abriss.

Fachhochschule
DDR-Architektur-Ikone wird abgerissen

Gedenkstätte Leistikowstraße: tendenziös und unwissenschaftlich

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Vor vier Jahren hatte ich zuletzt über den Streit um die Konzeption der KGB-Gedenkstätte Leistikowstraße in Potsdam berichtet.

KGB-WappeDamals deutete die Leiterin Dr. Ines Reich an, dass die vor allem von Zeitzeugen beklagten Mängel durch die Erweiterung der Ausstellung behoben würden.

Jetzt lese ich, dass Dr. Reich ihrem Konzept treu geblieben ist: Es ist weiterhin ein KGB-Museum. Das größte Ausstellungsstück ist immer noch das KGB-Wappen.

„Man stelle sich vor, in einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus würde ein großes Hakenkreuz im Eingangsbereich stehen“, sagt Gisela Rüdiger, ehemalige Leiterin der Potsdamer Außenstelle der Birthler-Behörde. Sie hat große Bedenken gegen die Art der Geschichtsdarstellung des Hauses.

Dr. Reich besteht darauf: „Damals waren antikommunistische Einstellungen weit verbreitet. Sie knüpften nahtlos an nationalsozialistische Feindbilder an.“ Dieser Generalverdacht gegen die damaligen Insassen lässt die Maßnahmen der Sowjets in verständnisvollerem Licht erscheinen. Frau Rüdiger sieht in mehreren Formulierungen eine „Rechtfertigung des geschehenen Unrechts“.

Auch bei der Erweiterung wären weder Außenstehende noch die Vereinigung der Zeitzeugen beteiligt gewesen. Das Konzept der Gedenkstätte sei tendenziös und unwissenschaftlich.

(nach PNN v. 24.8.17, p 9, Jana Haase, Neuer Streit …)

Nachtrag 28.8.17: Im Streit um die Konzeption der Gedenkstätte Leistikowstraße erhalte die Leiterin Dr. Ines Reich Rückenstärkung, meldet PNN.

Die Unterstützung kommt von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Die Potsdamer Einrichtung gehört zu dem Verbund der Stiftungs-Gedenkstätten. Leiter ist Prof. Dr. Günter Morsch. Morsch sieht seine Aufgabe in der Aufklärung über die nationalsozialistischen Verbrechen. Das ist auch gut so. Kein Interesse hat er aber an der Aufarbeitung der sowjetischen Speziallager in einigen seiner Gedenkstätten. Dort wurden von 1945 bis Anfang der 50er Jahre Menschen eingesperrt, angeblich alles Nazis. Das Management der Lager war so miserabel, dass es viele Tote gab und sogar der KGB empfahl, die Lager aufzulösen.

In der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg war Dr. Reich für das Speziallager zuständig gewesen. Es kam zu einem ähnlichen Konflikt wie in Potsdam. Die Opfer der Kommunisten fühlten sich bei der Ausstellungserarbeitung ausgegrenzt. Chef von Frau Reich in Sachsenhausen war Prof. Morsch.