DDR im Unterricht

Platzecks Geschichtsklitterung (wiedergelesen)

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Der Beitrag stand 11/2009 auf Basedow1764. Ich habe ihn wiedergelesen, weil er im Zusammenhang mit Platzecks Sicht auf Russland zeigt, dass er sich treu geblieben ist.

SED-Wappen„Wir wollen nicht verklären“, sagt Ministerpräsident Platzeck (Stand 2009!; GS). Das unterschreibt auch sein neuer Koalitionspartner, die Linkspartei. Man will nur sagen, wie es wirklich war. Und zukünftig dafür sorgen, dass die Landeszentrale für politische Bildung auch die „Wende“version der Linkspartei verbreitet. Die geht so:  „Wir wussten, dass sich was ändern muss.“ (Originalton Dr. Enkelmann, PDS). „Wir haben unsere Leute nicht schießen lassen und dadurch ein Blutvergießen verhindert“ (Dr. Gysi u. a.). „Mit einem 5-Mrd.-Kredit hätten wir das Land weiter regieren können“ (Originalton DDR-Wirtschaftsministerin Dr. Luft). „Erst die Treuhand hat die im Grunde gesunde Substanz der Wirtschaft zerstört“ (Originalton G. Grass, D. Dahn u. v. a.).

Von den Bürgerrechtlern, die sich in diesen Gedenktagen häufig auf Podien wiedersehen, kommen inzwischen selbstkritische Töne: „Wir sind über den Tisch gezogen worden.“ „Die haben uns (in die Potsdamer Stasizentrale) erst rein gelassen, als sie fertig mit dem Aktensäubern waren.“ „Während wir vorne am Runden Tisch, der paritätisch mit SED und Bürgerrechtlern besetzt war saßen (bei den Bürgerrechtlern saßen natürlich auch IMs), haben die hinten weiter Akten vernichtet.“ „Die Stasi-Besetzungen waren Nebenschauplätze.“ „Das Gute war, dass es bald freie Wahlen gab und dass diese Wahlen um einen Monat vorgezogen wurden. Denn die Restauration schritt voran.“

Das MfS/AfN, die Regierung Modrow, der Innenminister Diestel haben dafür gesorgt, dass nicht alles zerschlagen oder aufgelöst wurde, dass weiter Akten vernichtet wurden (Das zog sich bis in Regierung de Maizière hinein!), dass die MfS-Leute günstig Wohnungen und Häuser kaufen konnten, geschönte Lebensläufe bekamen und finanziell abgesichert in die neue Zeit gingen. Die SED-Juristen in den Verwaltungen und an den Runden Tischen hatten sehr schnell westdeutsches Recht gelernt und blockierten die mutigen, aber naiven Bürgerrechtler rechtsstaatlich einwandfrei, wo es ging.

In Westdeutschland interessiert das alles wenig, in Ostdeutschland eigentlich auch nicht.

Jetzt setzt Herr Platzeck noch eins drauf. Er instrumentalisiert die westdeutsche Nachkriegsgeschichte für die Legitimierung und Überhöhung seiner rot-roten Koalition. Den Rest des Beitrags lesen »

Was man über die DDR gelesen haben sollte

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Die Liste hatte ich 2011 veröffentlicht und 2016 um einen Titel aktualisiert. Man kann nicht oft genug auf gute Bücher zur DDR hinweisen. Zu den meisten gibt es im Blog einen Beitrag. Die ursprüngliche Liste wurde leicht gekürzt. Die fett Gedruckten mag ich besonders. Die Reihenfolge ist zufällig:

Zeitzeugenportal Brandenburg

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Ulrike Poppe, die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAKD), stellte heute das Webportal www.zeitzeugen.brandenburg.de vor. Es geht um „Erfahrungsberichte über politisches Unrecht und Widerstand von 1945 bis 1989.

Finanziert wurde das Projekt aus dem „Mauerfonds“ des Bundes für soziale und kulturelle Projekte. In ihn fließen Mittel aus dem Verkauf von Berliner Mauer- und Grenzgrundstücken.

Fast fünfzig Zeitzeugeninterviews sind abspielbar. Dazu gibt es die Biografien. Ein umfangreiches Glossar hilft bei der Erschließung. Vier Schwerpunktthemen sind kurz erläutert, ihnen sind Zeitzeugen zugeordnet: Sowjetische Speziallager, Volksaufstand, Mauerbau, Spezialheime der Jugendhilfe. In den Interviews kann auch frei nach Namen, Orten, Stichwörtern gesucht werden.

Das Portal soll erweitert werden.

Ich kann nicht viele Schicksale einfach so hintereinander lesen.

In Brandenburg sind die von der SED-Verfolgten als Zeitzeugen umstritten. Professoren der Universität Potsdam behaupten eine Überwältigung von Schülern, wenn sie mit den Erzählungen der SED-Opfer konfrontiert werden. Ein anderer Potsdamer Historiker sieht eine Überbetonung der Repression beim Thema „DDR“ im Schulunterricht.

Umso bemerkenswerter, dass es dieses Portal jetzt gibt. Es war wohl auch eine richtige Entscheidung die LKAD dem Landtag zuzuordnen und nicht der Staatskanzlei oder einem Ministerium.

Historische Bildung wird beliebig

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Auf meiner Warteliste der zu besprechenden Links steht ein Aufsatz von der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung:

Subjektorientierte historische Bildung. Geschichtslernen in der Auseinandersetzung mit widersprüchlichen Deutungsangeboten zur DDR-Geschichte,

von Johannes Meyer-Hamme, http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/139259/subjektorientierte-historische-bildung?p=all

In den ersten Sätzen des Textes wird die Einseitigkeit der Geschichtsbilder moniert, die die DDR als Unrechts- und Repressionsstaat zeigen. Den Rezipienten würde dieses DDR-Bild aufgedrängt werden.

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Kurzübersicht zur Verwendung der Medienkiste „Ampelmännchen und Todesschüsse“

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Mir fällt gerade auf, dass ich die hier gezeigte Präsentation digital nie öffentlich gemacht habe. Sie war vor drei Jahren für eine Vorstellung auf der Geschichtsmesse der Stiftung Aufarbeitung entstanden.

Am besten zu verstehen ist sie allerdings, wenn man die gleichnamige Handreichung und die dazu gehörigen Medien kennt.

Handreichung und Medienliste wurden seit 2009 über 10.000mal aufgerufen und 100mal heruntergeladen.

Rückmeldungen bekam ich leider nie.

Außer diesen beiden: Ein Brandenburger Geschichtslehrer wollte meine letzte reale Medienkiste erst haben, holte sie dann aber, ohne abzusagen zum vereinbarten Termin nicht ab. Und die für Schule zuständige Mitarbeiterin der Brandenburgischen Diktaturbeauftragten erblickte in der Handreichung einen Verstoß gegen den Beutelsbacher Konsens und riet mir zu einer Überarbeitung.

Was ich wohl nie erfahren werde: Was haben die gemacht, die die Seite aufgerufen haben? Haben sie vor Schreck gleich weitergeklickt, haben sie eigentlich eine Handreichung zum Angeln gesucht, waren sie dankbar, dass sie keine eigene Unterrichtsvorbereitung mehr schreiben mussten?

Nachtrag: Zufällig sehe ich, dass die Präsentation auf drei Plattformen ohne Herkunftsnachweis unter drei verschiedenen Namen hochgeladen hochgeladen wurde.

Der Beutelsbacher Konsens und die Geflüchtetenkrise

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Der Leserbrief einer fachdidaktisch beschlagenen FAZ-Leserin schärft den Blick!

In der Debatte um die richtige DDR-Aufarbeitung meldete sich – wie schon in einem früheren Beitrag erwähnt –  der ehemalige DDR-Militärhistoriker Prof. Angelow von der Universität Potsdam zu Wort und kritisierte das seiner Meinung nach den Schulen verordnete einseitige Geschichtsbild von der DDR. Stattdessen solle der westdeutsche Beutelsbacher Konsens angewandt werden: Ausgewogenheit, Kontroversität, Überwältigungverbot, Ergebnisoffenheit. (Link)

Die Leserin wendet das in Brandenburg so beliebte Konsenspapier in einem anderen Zusammenhang an. Sie fragt nach einer ausgewogenen, kontroversen, nicht belehrenden Berichterstattung zur Geflüchtetenkrise.

Stasiakten in der Abiturprüfung

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Im Friedrich-Ebert-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf werden im Rahmen der Abiturprüfung Stasi-Akten genutzt. Die sogenannte 5. Prüfungskomponente ist eine Präsentationsprüfung, in der die Schüler ein selbst gewähltes Thema erarbeiten und vorstellen. An diesem Gymnasium wird dafür in Zusammenarbeit mit der BStU die Recherche in den Stasi-Unterlagen angeboten.

Jetzt hatte das Stasi-Museum in der Normannenstraße Abiturienten eingeladen, ihre Arbeiten vor Fachpublikum noch einmal zu präsentieren. Die Fachleute konnten feststellen, dass nicht einfach aus dem Internet abgeschrieben worden war, sondern wissenschaftspropädeutisch gearbeitet wurde.

Die Themen waren: Die Pharma-Tests westlicher Firmen, der Einfluss westlicher Rockmusik auf DDR-Gruppen, die Tauglichkeit der deutschen Einheit für die beiden Koreas. Frühere Themen waren u. a. die Verwendung radioaktiver Substanzen zur Markierung von Personen (Dies wurde bei Westreisen von Wirtschaftsvertretern eingesetzt.)

(nach einem Bericht in: Der Stacheldraht 8/2016, p 12, Zeitschrift des Bundes der Stalinistisch Verfolgten e.V., Landesverband Berlin-Brandenburg)

Ausstellung: Der Kommunismus in seinem Zeitalter

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(c)  Bundesstiftung Aufarbeitung
(c) Bundesstiftung Aufarbeitung

Die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“  der Bundesstiftung Aufarbeitung umfasst 25 Tafeln mit über 200 zeithistorischen Fotos, Dokumenten sowie QR-Codes, die zu Filmdokumenten im Internet führen. Die Poster stehen ab März 2017 im Format DIN A1 zur Verfügung und können ab sofort bestellt werden (30 €; Versand als gerollte Poster).

Flyer zur Ausstellung (pdf)

Autor ist Gerd Koenen (Text von ihm im Blog)

Auf seiner Homepage stehen mehrere seiner Texte und Rezensionen zu seinen Büchern.

 

Erinnerung an die Umsiedlungsaktionen an der Zonengrenze

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In Erfurt werden am 6.10. tausende Papierblumen zu einem Blumenfeld zusammengesteckt werden. Mit dieser Aktion wird an die Zwangsumsiedlungen erinnert, die die SED beim Ausbau der Zonengrenze vornahm. 12.000 Menschen waren betroffen.

1952 war es die Aktion „Ungeziefer“ und 1961 die Aktion „Kornblume“, mit denen politisch angeblich unzuverlässige Ostdeutsche zwangsweise ins Landesinnere umgesiedelt wurden.

An dem Projekt, das unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Ramelow steht, nehmen 15 Schulklassen aus fünf Städten teil. Sie markieren „Täterorte“ wie Rathäuser und SED-Kreisleitungen und informieren die Öffentlichkeit mit eigenen Texten.

Vor vier Jahren stand dazu in diesem Blog: Dass eine sich als Erbe der Aufklärung und des Humanismus verstehende Ideologie Menschen zwangsweise umsiedelt und diese Aktion – keine zehn Jahre nach dem Nazifilm Jud Süß, in dem Juden mit Ratten verglichen werden – auch noch Aktion Ungeziefer nennt, darauf muss man erst einmal kommen.

Die Stiftung Aufarbeitung vertreibt für 5 € eine 2006 gedrehte TV-Dokumentation über die Umsiedlung.

Auf der Webseite des Erinnerungsprojekts gibt es von Lehramtsstudenten erarbeitete Unterrichtsmaterialien dazu.

Karte der Zwangsumsiedlungen Thüringen:

Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahme Anti-Rechts-Aktion

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In der Kriminologie gibt es das Lüchow-Dannenberg-Syndrom. Gemeint ist damit das Phänomen, dass die Erhöhung der Polizeipräsenz an einem Ort eine Erhöhung der statistisch erfassten Vergehen nach sich zieht.

In diesem Landkreis liegt das Atommülllager Gorleben. Wegen der Proteste und Aktionen der Kernkraftgegner ist die Polizei dort erheblich aufgestockt worden. Wenn gerade einmal keine Aktion in Gorleben stattfindet, werden die Polizisten im polizeilichen Alltagsbetrieb eingesetzt. Das hat dazu geführt, dass in ungleich mehr Verdachtsfällen als anderswo ermittelt wird.

Mir scheint, dass dieses Phänomen auch in der Politik gilt. In den Medien wird tagtäglich über Rechtspopulisten geredet. Keine Nachrichten-, Magazin-, Satire- oder Talkshow-Sendung vergeht, ohne dass vor AfD, Rassisten, Islam- und Genderkritikern gewarnt wird.

So wie sich die Polizei im Wendland vermehrte, vermehren sich Anti-Rechts-Projekte. Den Rest des Beitrags lesen »