DDR im Unterricht

Neuer historischer Reiseführer für Brandenburg

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Brandenburg-DDR-Staetten
Martin Kaule, Jürgen Danyel, Irmgard Zündorf:
Das heutige Brandenburg umfasst die einstigen DDR-Bezirke Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus. Der historische Reiseführer beschreibt Gebäude und deren Nutzung zu DDR-Zeiten.
Beispiele sind:
Militärgefängnis Schwedt
Glienicker Brücke
KGB-Gefängnis Potsdam
Eisenhüttenstadt
SED-Siedlung Wandlitz
FDJ-Hochschule Bogensee
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Studentenwissen DDR

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Nach den beiden Schüler-Studien hat Prof. Schroeder jetzt die Studenten seiner politikwissenschaftlichen Seminare befragt, 40 Teilnehmer in 2 Proseminaren. Die Stichprobe lässt sich natürlich nicht auf die gesamte Studentenschaft übertragen. Aber es geht hier um angehende Politologen!

Nur eine Minderheit verfügte über gute Kenntnisse. Als Diktatur wurde die DDR nicht identifiziert. Als Stasi-Staat wurde sie schon gesehen. Und das im Verhältnis 15:1 im Vergleich zur SED. Das ist genau das, was 1989/90 von Dr. Gysi und Genossen intendiert worden war: Die Schuld auf die Stasi schieben und damit die SED aus der Schusslinie nehmen. Dass nur eine Minderheit der Bewohner einen eigenen Telefonanschluss besass, konnten sich die Studenten nicht vorstellen. Renten und Einkommen wurden zu hoch eingeschätzt, verknüpft mit der DDR war der Begriff soziale Gerechtigkeit.

Schroeder fragte weiter. Da die Studenten eine pessimistische Sicht auf die Bundesrepublik und Welt haben und ständig über Sozialpolitik und soziale Gerechtigkeit geredet werde, erwartete er bei diesen Themen bessere Kenntnisse. Weit gefehlt!

Der Gesamtaufwand der staatlichen Sozialausgaben (Bund, Länder, Kommunen) beträgt 900 Milliarden. Die meisten Politikstudenten schätzten einen einstelligen Milliardenbetrag!  Fast alle meinten, dass die Arbeitnehmer die Sozialversicherungen aufbringen müssten. Dass die Arbeitgeber einen höheren Beitrag dazu leisten, wussten nur 3 von 40 Befragten.

Vielleicht schafft es Prof. Schroeder, seine Studenten davon zu überzeugen, dass man Wissen erwerben muss, bevor man eine Meinung äußert.

Klaus Schroeder, Meinungsstark und kenntnisarm, in: FAZ v. 3.5.18, p 7

 

Schülerwissen zur DDR

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Einreise_pixabayDer Politikwissenschaftler Klaus Schroeder beobachtet kritisch den Wissensstand in Sachen DDR. Seine Untersuchungen 2008 und 2012 zum Wissensstand west- und ostdeutscher Schüler sorgte für Aufsehen. Er konstatierte einen beklagenswerten Kenntnisstand, im Westen war er etwas besser als im Osten.

Hier mein Posting nach der zweiten Schroeder-Studie 2012:

Katastrophales Geschichtswissen: Je weniger ich weiß, desto besser finde ich die DDR

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„Sie sprechen mit der Stasi“

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In den Tonarchiven des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (BStU) lagern Mitschnitte von Telefonanrufen bei der Stasi und Mitschnitte von Verhören. Daraus hat Andreas Ammer für den WDR 2017 eine ca. einstündige Collage montiert, unterlegt von Trompeten- und Posaunenklängen eines Musikers, der sich FM Einheit nennt: „Sie sprechen mit der Stasi“. Da denunzieren Bürger ihre Nachbarn, Westdeutsche warnen besorgt vor illegalen Einfuhren von Geld und Pornos in die DDR, einer will mit seinen Anrufen die Leitung des Ministeriums blockieren.

Es ist keine Dokumentation, sondern vor allem wegen des elektronischen Klangteppichs ein Kunstwerk. Und gut für Unterricht geeignet.

Ein „Mosaik der Unmenschlichkeit“ nennt es Die Welt.

In der Mediathek des WDR ist das Hörspiel derzeit noch zu hören. Ansonsten bietet der Hörverlag (Randomhouse/Bertelsmann) für 10,95 € den Download, für 14,99 € die CD an.

Erinnerung: Lesetipps zur DDR

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Im vorhergehenden Interview über Monika Marons neues Buch wird die Wiederkehr einer Verhaltensweise aus der DDR angesprochen: das Abtasten, d. h. herausfinden, ob man der Person, mit der man gerade redet, vertrauen kann, ob man ihr gegenüber offen reden kann.

(Hervorragend zu beobachten in einer Szene im Film „Barbara“: Die in die Provinz strafversetzte Ärztin taxiert ihren neuen Kollegen. Ist er ein Stasi-Spitzel, der über sie berichten muss. Muss sie vorsichtig sein oder kann sie ihm vertrauen?

Bei so viel Buch und DDR fällt mir meine Leseliste zur DDR wieder ein. Sie wurde 2011/12 zusammengestellt. Es sind Bücher, die ich mit großem Gewinn gelesen habe. Einige wenige vergriffene oder nicht mehr ganz aktuelle habe ich jetzt heraus genommen (Die Originalliste hier).

SB meint: Für Schulbibliotheken empfohlen; hervorgehoben: besonders empfohlen

Und dann gibt es noch den Bestand der Medienkiste „Ampelmännchen und Todesschüsse“ mit Anna Funder, Claudia Rusch, Erika Riemann, Stefan Wolle u. a.

Man kann auch im Blog unter „Lesetipp“ Nachträge zu suchen.

Spielfilme zur DDR

Spielfilme zum Thema DDR

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Ein Freund hat eine Liste nach 1990 entstandener Spielfilme zusammengestellt und annotiert. Sie können auch für Unterricht von Interesse sein.

Hans Günther Brée weist darauf hin, dass die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes eine bis zu 15%ige Verwendung im Untericht ohne Lizenz erlaubt.

Die Liste stellt eine aktuelle Ergänzung meiner Medienliste zum Unterrichtsthema DDR dar.

„Das schweigende Klassenzimmer“ wurde verfilmt

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In Medienkiste über die DDR ist auch das Buch „Das schweigende Klassenzimmer“ enthalten. Es freut mich, dass mein vor zehn Jahren abgegebener Lesetipp jetzt verfilmt wurde.

Die Kritik der FAZ ist verhalten positiv. Am besten findet der Filmkritiker, dass bei der Ausstattung (Bekleidung, Möbel usw.) das Ambiente der DDR exakt getroffen wurde. (Für Cineasten eine fast schon vernichtende Kritik.)

Den Vogel schießt wieder einmal der linke Berliner Tagesspiegel ab. Tagesspiegel-Filmexpertin Kerstin Decker wacht darüber, dass der DDR kein Unrecht angetan wird.

Journalistin Decker sieht schon in der allerersten Filmsekunde des „Schweigenden Klassenzimmers“, wohin das Machwerk führe: in den schlimmen Westen. Ihre Überschrift verrät, dass die jungen Leute eigentlich keinen politischen Widerstand leisten: „Vom Westen verführt“ wären sie.

Bei der hervorragenden Serie „Weißensee“ lobte sie, dass endlich einmal der Stasi Gerechtigkeit widerfahre. Den Kommunisten der ersten Stunde, wie im Film dem MfS-Oberst Kupfer, würde ihre Würde wiedergegeben.

Nachtrag 23.3.18: Jetzt endlich habe ich mir den Film angesehen. DDR-Sympathisantin Dr. Decker muss der Film masslos geärgert haben. Sie ist bis heute im Kalten Krieg stecken geblieben: Nicht nur, dass der Westen, konkret: der RIAS, die jungen Leute verführt hat. Sie legt in einem zweiten(!) Text nach: Die verführten Abiturienten wären im Westen hoch willkommene Flüchtlinge gewesen, während Flüchtlinge heute… Damals waren die Schüler Helden im Kalten Krieg, heute im Kino. Im Kalten Krieg dürfen die Sieger von 1933 einmal über die Verlierer lachen.

Es wäre doch der RIAS gewesen, der die Ostler aufgehetzt hätte, der die Falschmeldung vom Tod des ungarischen Fußballhelden erfunden hätte. Und doch geht der gute Ostblock unter. Wie ungerecht!

Wer nur sieht, dass die Freiheit über die Diktatur triumphiert hätte, ist in Dr. Deckers Augen geistig schlicht. Die Kommunisten waren die Besseren. Sie haben nie einen Fehler gemacht. Sie waren „strukturell“ unfähig zum Verrat. Sie besaßen die „höhere Moral“. Sie wollten für ihre Kinder ein besseres Leben. Wenn da nicht der böse Westen wäre…

Sogar den Schulbau der DDR bringt sie lobend unter: Die Kurt-Steffelbauer-Oberschule in Storkow, der Originalschauplatz, „… der erste Schulneubau der DDR nach dem Krieg, … gut versteckt hinter märkischen Kiefern. Vor allem aber am See. Eine Schule direkt am See, kein strenges Gebäude, sondern vier Pavillons mit Freiluftinseln und einem überdachten Wandelgang dazwischen. Man konnte im Sommer draußen unterrichten, das Gegenteil einer Erziehungskaserne.“ Was waren das für undankbare Schüler, die das nicht würdigen konnten, sondern Konterrevolutionäre wurden!  Was Decker unterschlägt: Dieses Gebäude war noch im Geist der Reformpädagogik gebaut worden. Die Reformpädagogik war mit Beginn der 50er Jahre dem DDR-Schulsystem gründlich ausgetrieben worden. Die sozialistische Einheitsschule wurde durchgesetzt.

Wie ideologisch verbohrt die Tagesspiegel-Journalistin ist, erkennt man, wenn man im Vergleich zu ihren Einlassungen die Inhaltsangabe des Buches bzw. des Films auf http://www.jugendopposition.de liest.

Tagesspiegel-Filmexperte Joachim Huber kritisierte einmal, dass die Stasi-Leute im Film „Westflug“ so einfältig gezeichnet waren. Da blieben doch „historische Gerechtigkeit“ und „strukturelle Genauigkeit“ auf der Strecke. So könne das nicht weitergehen. Es würde in Spielfilmen nicht unterschieden zwischen der frühen, der mittleren, der späten DDR.

Was der Journalist Huber anscheinend nicht weiß: Die ihm so sympathisch erscheinende Frühphase der DDR war die brutalste. Da wurden Menschen von der Straße weggeholt, zum Tod „verurteilt“ und in Moskau erschossen. Die Sozialdemokratie wurde mit der KP zwangsvereinigt, SPD-Mitglieder aber auch ins Zuchthaus geworfen und Bauern durch Zwangsenteignung in die Republikflucht, den Selbstmord oder in die LPG getrieben. Schön war die Zeit!

Journalistin Dr. Decker sieht schon in der allerersten Filmsekunde des „Schweigenden Klassenzimmers“, wohin das Machwerk führe: in den schlimmen Westen. Ihre Überschrift verrät, dass die jungen Leute eigentlich keinen politischen Widerstand leisten: „Vom Westen verführt“ wären sie.

Filmfrau Decker kennt sich im Sozialismus aus: Sie glaubt, dass das „Experiment Sozialismus“ wegen der Demontage der Russen nicht klappen konnte. (Warum klappt der Sozialismus auch da nicht, wo die Russen nicht demontiert haben?)

Dr. Decker ist Absolventin des berühmt-berüchtigten „Roten Klosters“, der SED-Journalistenschule an der Leipziger Universität. Bei vielen, die nach der Friedlichen Revolution Karriere gemacht haben, hinterließ die Rotlichtbestrahlung keine Wirkung. Bei Decker schon.

Es war nicht die erste Flucht einer Schulklasse aus der DDR. Bereits im Juni 1950 baten 25 Schüler der Potsdamer Einstein-Oberschule in West-Berlin um politisches Asyl. Sie hatten sich u.a. geweigert, der FDJ beizutreten. Daraufhin wurde die gesamte Oberstufe der Schule aufgelöst. (Quelle: jugendopposition.de)

Open Air am Brandenburger Tor – früher und heute

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Wer die heute Open-Air-Konzerte am Brandenburger Tor erlebt, kann sich nicht mehr vorstellen, wie das 1987 war, als auf der Westseite ein Konzert stattfand und die Ostberliner Jugendlichen von Stasi und Volkspolizei mit Schlagstock und Elektroschocker abgedrängt wurden.

Ein Beitrag des SFB-Kontraste-Magazins beschäftigt sich mit Rockmusik in der DDR und zeigt Aufnahmen von dem Menschenauflauf 1987.

Voll der Osten: Fotos von Harald Hauswald

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Die Bundesstiftung Aufarbeitung stellt Fotos des Fotografen Harald Hauswald als Poster-Set im Format DIN A1 für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zur Verfügung.

Auf Hauswald wies ich 2014 schon einmal hin.

Nachtrag: Die Fotos sind jetzt auch online!

60x Deutschland: Wochenschaubeiträge aus Ost und West

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Die Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung hatte ich 2012 vorgestellt. Sie enthält eine Menge interessanter Filme zu den Themen DDR, Deutschlandpolitik und „Wende“.

Neben den damals empfohlenen Filmen erwähne ich heute die Produktion „60x Deutschland“ für jedes Jahr von 1949 bis 1990 (noch bis 2009 weitergeführt). Wochenschaubeiträge aus Ost- und Westdeutschland zusammenstellt. Die Länge ist jeweils 15 Minuten. Z. B. das Jahr 1964.

Es war eines der besten Jahre unter SED-Herrschaft. Die Flucht aus Ostdeutschland konnte Dank der Mauer 1961 weitestgehend gestoppt werden und führte vorübergehend zu einer Konsolidierung. Mit der Regentschaft Erich Honeckers, der Walter Ulbricht stürzte und ab 1971 Erster Sekretär des Zentralkomitees wurde, kam die Planwirtschaft endgültig an ihre Grenzen. Die Kosten der von H. forcierten Sozialpolitik waren von der Zentralverwaltungswirtschaft dauerhaft nicht zu erwirtschaften.

Lang ist´s her, dabei war´s eigentlich gestern.