DDR im Unterricht

Studentenwissen DDR

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Nach den beiden Schüler-Studien hat Prof. Schroeder jetzt die Studenten seiner politikwissenschaftlichen Seminare befragt, 40 Teilnehmer in 2 Proseminaren. Die Stichprobe lässt sich natürlich nicht auf die gesamte Studentenschaft übertragen. Aber es geht hier um angehende Politologen!

Nur eine Minderheit verfügte über gute Kenntnisse. Als Diktatur wurde die DDR nicht identifiziert. Als Stasi-Staat wurde sie schon gesehen. Und das im Verhältnis 15:1 im Vergleich zur SED. Das ist genau das, was 1989/90 von Dr. Gysi und Genossen intendiert worden war: Die Schuld auf die Stasi schieben und damit die SED aus der Schusslinie nehmen. Dass nur eine Minderheit der Bewohner einen eigenen Telefonanschluss besass, konnten sich die Studenten nicht vorstellen. Renten und Einkommen wurden zu hoch eingeschätzt, verknüpft mit der DDR war der Begriff soziale Gerechtigkeit.

Schroeder fragte weiter. Da die Studenten eine pessimistische Sicht auf die Bundesrepublik und Welt haben und ständig über Sozialpolitik und soziale Gerechtigkeit geredet werde, erwartete er bei diesen Themen bessere Kenntnisse. Weit gefehlt!

Der Gesamtaufwand der staatlichen Sozialausgaben (Bund, Länder, Kommunen) beträgt 900 Milliarden. Die meisten Politikstudenten schätzten einen einstelligen Milliardenbetrag!  Fast alle meinten, dass die Arbeitnehmer die Sozialversicherungen aufbringen müssten. Dass die Arbeitgeber einen höheren Beitrag dazu leisten, wussten nur 3 von 40 Befragten.

Vielleicht schafft es Prof. Schroeder, seine Studenten davon zu überzeugen, dass man Wissen erwerben muss, bevor man eine Meinung äußert.

Klaus Schroeder, Meinungsstark und kenntnisarm, in: FAZ v. 3.5.18, p 7

 

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Schülerwissen zur DDR

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Der Politikwissenschaftler Klaus Schroeder beobachtet kritisch den Wissensstand in Sachen DDR. Seine Untersuchungen 2008 und 2012 zum Wissensstand west- und ostdeutscher Schüler sorgte für Aufsehen. Er konstatierte einen beklagenswerten Kenntnisstand, im Westen war er etwas besser als im Osten.

Hier mein Posting nach der zweiten Schroeder-Studie 2012:

Katastrophales Geschichtswissen: Je weniger ich weiß, desto besser finde ich die DDR

Jetzt führt Schroeder den Nachweis, dass Schüler ganz generell in der Zeitgeschichte herumeiern, Hitler und Honecker, Diktatur und Demokratie nicht unterscheiden können. 7.000 Neunt- und Zehntklässler wurden befragt.

Gefühlt wissen wir schon lange, dass es mit dem Geschichtswissen nicht weit her ist. Es liegt nicht zuletzt auch daran, wie Geschichte unterrichtet wird. In Hessen z. B. im 5. Schuljahr nicht, im 6. eine Stunde, im 8. keine Stunde, in 7. 9 und 10 zwei Stunden. Hauptschüler in fünf Jahren nur zwei Jahre, das dritte Jahr mit einer Stunde kann man getrost vergessen. In Brandenburg bleiben für Geschichtsunterricht über die DDR nach Stundentafel und Lehrplan gerade einmal ein paar Stunden im 10. Schuljahr. Erschwerend tritt hinzu, dass der Unterricht über die DDR „ausgewogen“ sein muss. In der öffentlichen Diskussion lässt sich das festmachen an der fehlenden Trennung zwischen der jeweils eigenen Biographie und der SED-Herrschaft. Dann wird jede Darstellung der Erscheinungsform einer Diktatur als Angriff auf die eigene Biographie erlebt. Und jene wird gleich mit verteidigt: Ein bisschen Rechtsstaat war sie doch auch, na ja, ein Schuss Willkür, aber das Verkehrsstrafrecht war o.k., wir hatten den besseren Sex und haben mehr gelacht. Ich resümiere das mit der Frage, sollen wir jetzt an der Tafel die Vor- und Nachteile einer Diktatur sammeln?
Weiterhin wird Geschichte von vielen Lehrern, Eltern und Schülern nicht als „Denkfach“ begriffen, sondern als „Paukfach“ gesehen. (Ein Vater: „Ich verstehe nicht, warum mein Kind eine Fünf in Geschi hat. Da muss man doch bloß ein paar Jahreszahlen auswendig lernen“.)
Als Geschichtslehrer und Geschichtslehrerausbilder habe ich auch darunter „gelitten“, dass sich als progressiv verstehende Religionslehrer politisch-historische Themen besetzten und im Jahr zuvor unterrichteten (inklusive Spielfilmen und Gedenkstättenbesuchen!). Auch Religions-Schulbücher lasen sich streckenweise wie historisch-politische Lehrbücher. Wenn ich dann im Jahr darauf mit meinen Arbeitsblättern kam, hieß es: „Nicht schon wieder!“ An einer Schule immerhin war mein Vorschlag erfolgreich, dass sich Religions- und Geschichtslehrer einmal zusammensetzten.

Ein neues Phänomen kommt hinzu: Der Einfluss von konstruktivistischer Lerntheorie, komptenzorientierter Curriculumplanung und „subjektorientierter Geschichtsdidaktik“. Wenn schon Elfjährige sich das Imperium Romanum aus Internetfundstellen konstruieren müssen, statt sich Orientierungswissen durch Schulbuchtexte und Lehrervortrag anzueignen, fehlt die Unterrichtszeit für die Ausbildung eines Gerüsts an Geschichtswissen. Dei Konstruktivisten sagen: Letztlich gäbe es keinen objektiven Epochenüberblick. Wer an die Vermittlung von Geschichtswissen glaube, sei naiv. Jeder Schüler habe sein Vorwissen, seine Einstellungen, seine Vorurteile. Daraus konstruiere jeder sein Geschichtsnarrativ.

Das mit den mitgebrachten Einstellungen ist ein ganz alter Hut. Aber daraus muss kein Verzicht auf Geschichtswissen resultieren.

Eine noch nicht einmal unintelligente Schülerantwort aus einem Politiktest ist mir in Erinnerung: Was ist Gewaltenteilung? Antwort: Die Mauer in Berlin.

Man soll Umfragen nicht überbewerten. Ein hervorragendes Faktenwissen hatten in meinen Klassen immer die Neonazis. Mir ist jemand, der Adenauer nicht einordnen kann, aber demokratisch denkt und handelt, lieber, als ein Stalinist, der jedes Hitler-Quiz gewinnen könnte. Gefährlich wird es, wenn sich demokratiefeindliche Einstellungen verfestigen würden. In einigen Landkreisen Sachsens, Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns sind Neonazis in der sog. gesellschaftlichen Mitte angekommen.

In Prof. Schroeders Studie zum DDR-Schülerwissen kam heraus, dass mit den Neonazis sympathisierende Jugendliche eine besonders positive Einstellung zur DDR hatten: Starker Staat, Militarismus, Zucht und Ordnung, das gefiel ihnen. Für Kinder der SED-Nomenklatura war die höchste Form der Abgrenzung vom Elternhaus die Sympathie mit den Nazis (Siehe etwa ein Mitglied der Zwickauer Terrorzelle).

Die Kernaussagen der Studie:

Viele Jugendliche können nicht zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden. Rund 40 Prozent sehen kaum Unterschiede zwischen Nationalsozialismus, der DDR sowie der Bundesrepublik vor und nach der Vereinigung.

 

Je besser das Wissen, desto häufiger werden Nationalsozialismus und DDR als Diktaturen eingestuft, alte und neue Bundesrepublik als Demokratien. 90% der Schüler mit hohem Kenntnisstand beurteilen DDR und NS-Staat negativ, aber nur 40% der Schüler mit einem niedrigen Kenntnisstand.

 

Den Nationalsozialismus beurteilen 16-18% der Jugendlichen mit türkisch-nahöstlichem Migrationshintergrund positiv, 8,4 % der Jugendlichen mit DDR-Eltern und 5 % derjenigen mit westdeutschen Eltern.

 

Bayerische Schüler liegen knapp vor Thüringen beim Wissensstand. Sie haben die höchste Ablehnungsquote von NS und DDR und die höchste Wertschätzung der Bundesrepublik. (In Bayern haben keine Gymnasiasten teilgenommen!)

 

Immerhin halten zwei Drittel „soziale Gerechtigkeit“ am besten in der neuen Bundesrepublik  verwirklicht. (Wussten die Probanden, was gemeint ist?) Auch wird für eine Fortsetzung der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der DDR gestimmt.
FU-Mitteilung zur Studie

Die weit verbreitete konstruktivistische Lerntheorie hält Schroeder für untauglich. In einem Deutschlandfunk-Interview 2015 sagte er: „Man darf den Kindern nicht sagen, die DDR war eine Diktatur, das muss ergebnisoffen geschehen“ Prof. Schroeder hält dagegen eine grundlegende Orientierung an Werten wie Freiheit, Rechtsstaat, Demokratie für unverzichtbar.

Schüler aus Berlin und Brandenburg, die bei der Studie 2008 über das DDR-Wissen schlecht abgeschnitten hatten, durften 2012 nicht mitmachen.

 

„Sie sprechen mit der Stasi“

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In den Tonarchiven des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (BStU) lagern Mitschnitte von Telefonanrufen bei der Stasi und Mitschnitte von Verhören. Daraus hat Andreas Ammer für den WDR 2017 eine ca. einstündige Collage montiert, unterlegt von Trompeten- und Posaunenklängen eines Musikers, der sich FM Einheit nennt: „Sie sprechen mit der Stasi“. Da denunzieren Bürger ihre Nachbarn, Westdeutsche warnen besorgt vor illegalen Einfuhren von Geld und Pornos in die DDR, einer will mit seinen Anrufen die Leitung des Ministeriums blockieren.

Es ist keine Dokumentation, sondern vor allem wegen des elektronischen Klangteppichs ein Kunstwerk. Und gut für Unterricht geeignet.

Ein „Mosaik der Unmenschlichkeit“ nennt es Die Welt.

In der Mediathek des WDR ist das Hörspiel derzeit noch zu hören. Ansonsten bietet der Hörverlag (Randomhouse/Bertelsmann) für 10,95 € den Download, für 14,99 € die CD an.

Erinnerung: Lesetipps zur DDR

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Im vorhergehenden Interview über Monika Marons neues Buch wird die Wiederkehr einer Verhaltensweise aus der DDR angesprochen: das Abtasten, d. h. herausfinden, ob man der Person, mit der man gerade redet, vertrauen kann, ob man ihr gegenüber offen reden kann.

(Hervorragend zu beobachten in einer Szene im Film „Barbara“: Die in die Provinz strafversetzte Ärztin taxiert ihren neuen Kollegen. Ist er ein Stasi-Spitzel, der über sie berichten muss. Muss sie vorsichtig sein oder kann sie ihm vertrauen?

Bei so viel Buch und DDR fällt mir meine Leseliste zur DDR wieder ein. Sie wurde 2011/12 zusammengestellt. Es sind Bücher, die ich mit großem Gewinn gelesen habe. Einige wenige vergriffene oder nicht mehr ganz aktuelle habe ich jetzt heraus genommen (Die Originalliste hier).

SB meint: Für Schulbibliotheken empfohlen; hervorgehoben: besonders empfohlen

Und dann gibt es noch den Bestand der Medienkiste „Ampelmännchen und Todesschüsse“ mit Anna Funder, Claudia Rusch, Erika Riemann, Stefan Wolle u. a.

Man kann auch im Blog unter „Lesetipp“ Nachträge zu suchen.

Spielfilme zur DDR

Spielfilme zum Thema DDR

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Ein Freund hat eine Liste nach 1990 entstandener Spielfilme zusammengestellt und annotiert. Sie können auch für Unterricht von Interesse sein.

Hans Günther Brée weist darauf hin, dass die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes eine bis zu 15%ige Verwendung im Untericht ohne Lizenz erlaubt.

Die Liste stellt eine aktuelle Ergänzung meiner Medienliste zum Unterrichtsthema DDR dar.

„Das schweigende Klassenzimmer“ wurde verfilmt

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In Medienkiste über die DDR ist auch das Buch „Das schweigende Klassenzimmer“ enthalten. Es freut mich, dass mein vor zehn Jahren abgegebener Lesetipp jetzt verfilmt wurde.

Die Kritik der FAZ ist verhalten positiv. Am besten findet der Filmkritiker, dass bei der Ausstattung (Bekleidung, Möbel usw.) das Ambiente der DDR exakt getroffen wurde. (Für Cineasten eine fast schon vernichtende Kritik.)

Den Vogel schießt wieder einmal der linke Berliner Tagesspiegel ab. Tagesspiegel-Filmexpertin Kerstin Decker wacht darüber, dass der DDR kein Unrecht angetan wird.

Journalistin Decker sieht schon in der allerersten Filmsekunde des „Schweigenden Klassenzimmers“, wohin das Machwerk führe: in den schlimmen Westen. Ihre Überschrift verrät, dass die jungen Leute eigentlich keinen politischen Widerstand leisten: „Vom Westen verführt“ wären sie.

Bei der hervorragenden Serie „Weißensee“ lobte sie, dass endlich einmal der Stasi Gerechtigkeit widerfahre. Den Kommunisten der ersten Stunde, wie im Film dem MfS-Oberst Kupfer, würde ihre Würde wiedergegeben.

Nachtrag 23.3.18: Jetzt endlich habe ich mir den Film angesehen. DDR-Sympathisantin Dr. Decker muss der Film masslos geärgert haben. Sie ist bis heute im Kalten Krieg stecken geblieben: Nicht nur, dass der Westen, konkret: der RIAS, die jungen Leute verführt hat. Sie legt in einem zweiten(!) Text nach: Die verführten Abiturienten wären im Westen hoch willkommene Flüchtlinge gewesen, während Flüchtlinge heute… Damals waren die Schüler Helden im Kalten Krieg, heute im Kino. Im Kalten Krieg dürfen die Sieger von 1933 einmal über die Verlierer lachen.

Es wäre doch der RIAS gewesen, der die Ostler aufgehetzt hätte, der die Falschmeldung vom Tod des ungarischen Fußballhelden erfunden hätte. Und doch geht der gute Ostblock unter. Wie ungerecht!

Wer nur sieht, dass die Freiheit über die Diktatur triumphiert hätte, ist in Dr. Deckers Augen geistig schlicht. Die Kommunisten waren die Besseren. Sie haben nie einen Fehler gemacht. Sie waren „strukturell“ unfähig zum Verrat. Sie besaßen die „höhere Moral“. Sie wollten für ihre Kinder ein besseres Leben. Wenn da nicht der böse Westen wäre…

Sogar den Schulbau der DDR bringt sie lobend unter: Die Kurt-Steffelbauer-Oberschule in Storkow, der Originalschauplatz, „… der erste Schulneubau der DDR nach dem Krieg, … gut versteckt hinter märkischen Kiefern. Vor allem aber am See. Eine Schule direkt am See, kein strenges Gebäude, sondern vier Pavillons mit Freiluftinseln und einem überdachten Wandelgang dazwischen. Man konnte im Sommer draußen unterrichten, das Gegenteil einer Erziehungskaserne.“ Was waren das für undankbare Schüler, die das nicht würdigen konnten, sondern Konterrevolutionäre wurden!  Was Decker unterschlägt: Dieses Gebäude war noch im Geist der Reformpädagogik gebaut worden. Die Reformpädagogik war mit Beginn der 50er Jahre dem DDR-Schulsystem gründlich ausgetrieben worden. Die sozialistische Einheitsschule wurde durchgesetzt.

Wie ideologisch verbohrt die Tagesspiegel-Journalistin ist, erkennt man, wenn man im Vergleich zu ihren Einlassungen die Inhaltsangabe des Buches bzw. des Films auf http://www.jugendopposition.de liest.

Tagesspiegel-Filmexperte Joachim Huber kritisierte einmal, dass die Stasi-Leute im Film „Westflug“ so einfältig gezeichnet waren. Da blieben doch „historische Gerechtigkeit“ und „strukturelle Genauigkeit“ auf der Strecke. So könne das nicht weitergehen. Es würde in Spielfilmen nicht unterschieden zwischen der frühen, der mittleren, der späten DDR.

Was der Journalist Huber anscheinend nicht weiß: Die ihm so sympathisch erscheinende Frühphase der DDR war die brutalste. Da wurden Menschen von der Straße weggeholt, zum Tod „verurteilt“ und in Moskau erschossen. Die Sozialdemokratie wurde mit der KP zwangsvereinigt, SPD-Mitglieder aber auch ins Zuchthaus geworfen und Bauern durch Zwangsenteignung in die Republikflucht, den Selbstmord oder in die LPG getrieben. Schön war die Zeit!

Journalistin Dr. Decker sieht schon in der allerersten Filmsekunde des „Schweigenden Klassenzimmers“, wohin das Machwerk führe: in den schlimmen Westen. Ihre Überschrift verrät, dass die jungen Leute eigentlich keinen politischen Widerstand leisten: „Vom Westen verführt“ wären sie.

Filmfrau Decker kennt sich im Sozialismus aus: Sie glaubt, dass das „Experiment Sozialismus“ wegen der Demontage der Russen nicht klappen konnte. (Warum klappt der Sozialismus auch da nicht, wo die Russen nicht demontiert haben?)

Dr. Decker ist Absolventin des berühmt-berüchtigten „Roten Klosters“, der SED-Journalistenschule an der Leipziger Universität. Bei vielen, die nach der Friedlichen Revolution Karriere gemacht haben, hinterließ die Rotlichtbestrahlung keine Wirkung. Bei Decker schon.

Es war nicht die erste Flucht einer Schulklasse aus der DDR. Bereits im Juni 1950 baten 25 Schüler der Potsdamer Einstein-Oberschule in West-Berlin um politisches Asyl. Sie hatten sich u.a. geweigert, der FDJ beizutreten. Daraufhin wurde die gesamte Oberstufe der Schule aufgelöst. (Quelle: jugendopposition.de)

Open Air am Brandenburger Tor – früher und heute

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Wer die heute Open-Air-Konzerte am Brandenburger Tor erlebt, kann sich nicht mehr vorstellen, wie das 1987 war, als auf der Westseite ein Konzert stattfand und die Ostberliner Jugendlichen von Stasi und Volkspolizei mit Schlagstock und Elektroschocker abgedrängt wurden.

Ein Beitrag des SFB-Kontraste-Magazins beschäftigt sich mit Rockmusik in der DDR und zeigt Aufnahmen von dem Menschenauflauf 1987.

Voll der Osten: Fotos von Harald Hauswald

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Die Bundesstiftung Aufarbeitung stellt Fotos des Fotografen Harald Hauswald als Poster-Set im Format DIN A1 für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit zur Verfügung.

Auf Hauswald wies ich 2014 schon einmal hin.

Nachtrag: Die Fotos sind jetzt auch online!

60x Deutschland: Wochenschaubeiträge aus Ost und West

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Die Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung hatte ich 2012 vorgestellt. Sie enthält eine Menge interessanter Filme zu den Themen DDR, Deutschlandpolitik und „Wende“.

Neben den damals empfohlenen Filmen erwähne ich heute die Produktion „60x Deutschland“ für jedes Jahr von 1949 bis 1990 (noch bis 2009 weitergeführt). Wochenschaubeiträge aus Ost- und Westdeutschland zusammenstellt. Die Länge ist jeweils 15 Minuten. Z. B. das Jahr 1964.

Es war eines der besten Jahre unter SED-Herrschaft. Die Flucht aus Ostdeutschland konnte Dank der Mauer 1961 weitestgehend gestoppt werden und führte vorübergehend zu einer Konsolidierung. Mit der Regentschaft Erich Honeckers, der Walter Ulbricht stürzte und ab 1971 Erster Sekretär des Zentralkomitees wurde, kam die Planwirtschaft endgültig an ihre Grenzen. Die Kosten der von H. forcierten Sozialpolitik waren von der Zentralverwaltungswirtschaft dauerhaft nicht zu erwirtschaften.

Lang ist´s her, dabei war´s eigentlich gestern.

31 Mio aus SED-Vermögen an Brandenburg

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Nach jahrelangem Rechtsstreit konnten jetzt wieder 185 Mio € aus im Ausland verstecktem „SED-Vermögen“ sichergestellt werden. Davon kommen dem Land Brandenburg 31 Mio zugute. Der sozialistische Finanzminister will sie vorrangig in die Breitbandverkabelung stecken.

Es wäre ja überraschend gewesen, wenn das SED-Geld für die von der SED Verfolgten genutzt worden wäre, für die Verstärkung der psychologischen Betreuung und für die Gedenkstätten. Oder für Literatur über die DDR für die Schulbibliotheken Brandenburgs. Den Rest des Beitrags lesen »