Israel/Palästina

Tagesschau und Israel – immer wieder parteilich: Carsten Kühntopp

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ARD-Israel

Der das schreibt, ist kein Linksparteiler, kein BDS-Fanatiker, kein Hamas-Funktionär, sondern ein von Zwangsgebühren bezahlter ÖR-Journalist.

Mir wird gelegentlich vorgeworfen, ich würde hart und unversöhnlich verurteilen, bloß weil jemand nicht meiner Meinung wäre oder sich einmal geirrt hätte. Daher geht es hier unversöhnlich weiter: Kühntopp findet die iranische Bedrohung des Nahen Ostens und vor allem Israels gar nicht so schlimm. Dass Saudi-Arabien Israel das Existenzrecht zuspricht, findet er nicht gut, weil dies auf Kosten der arabischen Palästinenser geschähe. Den arabischen Kronprinzen tadelt er, weil der den iranischen Führer Khamenei mit Hitler vergleiche.

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1952: Attentat auf Adenauer wegen Wiedergutmachungszahlungen

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Die deutschen Wiedergutmachungszahlungen an Israel waren nicht allen Israelis willkommen. Für manche war es „Blutgeld“ mit dem die Deutschen sich reinwaschen wollten.

Der Kampf der rechtspopulistischen Opposition um den späteren Ministerpräsidenten Begin gegen die Verhandlungen Adenauers und Ben Gurions in den Niederlanden ging so weit, dass Adenauer und die beiden deutschen Verhandlungsführer mit Briefbomben getötet werden sollten. Getötet wurde der Sprengmeister, der das Paket öffnete.

Wie ich gerade jetzt darauf komme? Der kürzlich verstorbene Krimiautor Philip Kerr stellt in seinen Bernie-Gunther-Fällen eine enge Verflechtung von Verbrechen in der Nazizeit und dem ersten Nachkriegsjahrzehnt her. Egal ob in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Kuba oder Argentinien, immer sind ehemalige, untergetauchte SS- und SD-Verbrecher verwickelt. Sie tauchen als MfS-Mitarbeiter oder als seriöse westdeutsche Unternehmer und Rechtsanwälte auf. Kerr ist ein exzellenter Kenner der Geschichte und verknüpft die Krimihandlung geschickt mit realen Personen der Zeitgeschichte und wahren Ereignissen. Darunter auch längst vergessenen oder sogar unbekannten. So erfährt man neben der spannenden Handlung auch viel über die Geschichte der Zeit. In diesem Band z. B. über Griechenland und über die deutschen Kriegsverbrechen in Griechenland, ohne dass er dabei sonderliche Sympathie für die Griechen hätte.

Das Attentat wird erwähnt in: Greeks Bearing Gifts: Bernie Gunther Thriller 13.

Es ist das Buch vorletzte der Reihe. Das letzte soll 2019 erscheinen. Da soll Eichmann eine Rolle spielen.

Wer Philip Kerrs Bernie Gunther noch nicht kennt, sollte nicht mit diesem Band beginnen. Es gibt bessere.

PLO-Funktionär verflucht Demonstranten in Ramallah

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Der Versuch arabischer Vertreter der Zivilgesellschaft (ein m. E. fragwürdiger, von der FAZ erfundener Begriff) in Gaza und im von der palästinensischen Administration (PA) beherrschten Teil der Westbank, gegen ihre Herrscher zu protestieren, endet immer im Krankenhaus oder im Gefängnis, auch die Erschießung von hamaskritischen Demonstranten kommt vor. Ein PA-Funktionär verfluchte in Hebron Mitte Juni Araber, die in Ramallah für die Aufhebung der Sanktionen demonstrierten, die Abbas gegen Gaza verhängt hat, das von der verfeindeten Hamas beherrscht wird. Abbas bezahlt den Israelis den Strom nicht, den die nach Gaza liefern, er importiert keine Arzneimittel und er bezahlt die PA-Mitarbeiter in Gaza nicht.

Den friedlichen Protest einiger Hundert Demonstranten am 13. Juni in Ramallah ließ Abbas von seiner Polizei gewaltsam beenden.

Eine deutschsprachige Google-Suche fand nur englischsprachige Zeitungs- und Agenturberichte. Einen Link zu einem deutschen Qualitätsmedium fand ich nicht (angeschaut: Treffermeldungen 1-20).

Die taz berichtet einen Tag später – über eine erneute, die 71.(?) Verurteilung Israels durch die UNO.

Bericht in den deutschsprachigen Palästina-Nachrichten

Bericht des Gatestone-Instituts (in Englisch)

Auch einem Amnesty-International-Beobachter wurde übel mitgespielt. Ob das Amnesty Nahost zum Nachdenken über seine israelfeindliche Haltung bringt?

Niemand hat die Absicht, Israel zu boykottieren: grüne Heuchelei

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Dass ich viele Jahre die Grünen gewählt habe, im Bund und im Land, kann ich aus heutiger Sicht nicht mehr verstehen. Waren es der Zeitgeist, die Moden der Alterskohorte, der eine oder andere integre Grünen-Politiker, vor allem im schulpolitischen Bereich?

Es fehlt nicht viel und ich schäme mich dafür.

Wie kann man eine Partei, deren führende Mitglieder Claudia Roth, Renate Künast, Karin Göring-Eckardt, Jürgen Trittin, Robert Habeck, Annalena Baerbock, Matthias Oomen heißen, wählen, wenn man liest und hört, was sie von sich geben. Oder Grüne wie Sina Doughan, Mitglied in der linksextremen Roten Hilfe, oder Antifa-Fan Jan Albrecht, dem wir außerdem die DSGVO verdanken. (Steht zum Teil auch in diesem Blog.)

Jetzt fällt mir eine Kleine parlamentarische Anfrage der grünen Bundestagsfraktion in die Hände (von 2013) in der diese Politiker wissen wollen, warum israelische Produkte aus der Westbank nicht besonders gekennzeichnet sind. Den Damen und Herren geht es angeblich nur um den mündigen Verbraucher, der „informierte Kaufentscheidungen“ treffen soll. Einen Boykott lehnen die grünen Damen und Herren ab.

Nun könnte man fragen, warum die G. die Todesstrafe in den USA kritisieren, aber nicht die im arabischen Palästinagebiet. Warum dulden die G. die Herkunftsbezeichnung „Made in Palestine“, obwohl es diesen Staat gar nicht gibt? Warum verlangen sie von Israel die Einhaltung der „Grenzen“ von 1967, die gar keine Grenzen im staatsrechtlichen Sinn sind, aber nicht von Ramallah? Warum drucken die G. Flyer mit dem Slogan „Kein Mensch ist illegal“, aber machen für jüdische Siedler auf der Westbank eine Ausnahme? Warum kritisieren sie nicht Folter und Menschenrechtsverletzungen von Hamas und PLO? Warum verlangen sie keine Kennzeichnung von Waren aus anderen umstrittenen Gebieten wie Nordzypern, Westsahara, Tibet oder der Krim? Stören nicht gekennzeichnete israelische Waren von der Westbank mehr als die arabischen Schmähungen der Juden als Nachkommen von Affen und Schweinen?

Dass die von mir bisher fast verehrte Grüne Marieluise Beck Henryk Broder hochnäsig abblitzen lässt, als der sie um eine Erklärung für ihr Plädoyer für „informierte Kaufentscheidungen“ bittet, gab dann den letzten Anstoß dafür, dass ich mich schäme, einmal grün gewählt zu haben.

Mit Bettina Marx hat die Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen eine Israelhasserin als Vertreterin in Ramallah, die mit ihrer Arbeit und ihren Kommentaren jede proisraelische Haltung eines grünen Politikers konterkariert.

Ihr Vorgänger in Ramallah, jetzt Nahostexperte der grünen Bundestagsfraktion, ist nicht viel besser. Allerdings ist er rhetorisch geschickter. Er versichert ständig, ein Freund Israels zu sein, kritisiert aber vor allem Israel. Etwa die angeblich erhebliche Diskriminierung der arabischen Israelis. Einziges Beispiel dafür ist, dass Ehefrauen von der Westbank nicht nach Israel einwandern dürfen. Warum wandern die Männer nicht zu ihren Frauen aus, wenn es in Israel so viel Unterdrückung gibt? Homosexuelle Araber aus Gaza würden liebend gerne in Israel leben, statt von der Hamas eingesperrt zu werden. Manchen gelingt die Flucht dahin.

Er klagt Israel an, die Zweistaatenlösung nicht zu wollen. Wollen Hamas, PLO, Abbas und all die anderen Islamisten, die in Palästina herrschen, sie? Wie stellt er sich diese Lösung vor? Ein multiethnisches Israel und ein judenreines Palästina mit Raketenwerfern vor den Toren Jerusalems? Warum unterschlägt er, dass ausgerechnet als rechte Hardliner geltende israelische Ministerpräsidenten weitreichende Angebote an die Araber gemacht haben, die aber nie darauf eingingen und jetzt die Grenzen Israels stürmen und mit Feuerdrachen israelische Felder abbrennen? Das Verbrennen von Gummireifen müsste einen Grünen doch auch erheblich stören.

Da ist mir eine grüne Antisemitin wie Bettina Marx letztlich lieber als ein eloquenter Nebelwerfer wie Jörn Böhme.

Deutschlands Staatsräson und Millionen Steuergelder für die UNRWA

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Die UNO-Sonderbehörde UNRWA verwaltet seit 69 Jahren palästinensische Flüchtlinge. Sie sorgt dafür, dass sie in Lagern im Libanon, in Syrien, im arabischen Palästina(!) versorgt sind. Da der Flüchtlingsstatus vererbt wird, sind aus den ca. 700.000 aus den Kriegen, die die Araber gegen Israel führten zwischen 4 und 7 Millionen geworden. Wie viele von den Israelis wirklich vertrieben wurden und wie viele nur vorübergehend auf Anraten der arabischen Militärs die Wohnungen räumten, ist unklar. Die Mehrheit jedenfalls wurde nicht von den Israelis vertrieben.

Bemühungen um eine Integration der Flüchtlinge gibt es in keinem Staat. Ägypten hat Flüchtlinge vertrieben. In Syrien werden die Flüchtlingslager bombardiert, im Libanon wurden sie von der libanesischen Armee besetzt, weil sich Terroristen dort festgesetzt hatten. In Häusern, die Israel im Westjordanland für Flüchtlinge gebaut hatte, wohnen jetzt PLO-Funktionäre.

So etwas wie die deutsche Willkommenskultur ist unbekannt. Auch die Integration von Millionen aus Ostmitteleuropa Vertriebenen in der Bundesrepublik ist kein Vorbild. Ein Rückkehrrecht dieser Deutschen zu behaupten, gilt als Revanchismus.

Was ich nicht verstehe, ist die Doppelzüngigkeit der deutschen Regierung. Da wird einerseits das Existenzrecht Israels zur deutschen Staatsräson erklärt. Andererseits wird mit Millionen € die UNRWA unterstützt und damit die Nicht-Integration der Flüchtlinge, ihr Flüchtlingsstatus bis zum St.-Nimmerleinstag perpetuiert und der Anspruch auf Vernichtung des Staates Israel unterstützt.

Wie man gleichzeitig von Zwei-Staaten-Lösung reden kann, erschließt sich mir nicht. Die UNRWA wird sich erst dann auflösen, wenn die 4 bis 7 Millionen, und täglich werden es mehr, in ihre „Heimat“, das heutige Israel, „zurückgekehrt“ sein werden. Nämlich dann, wenn es Israel nicht mehr gibt.

Kleinere deutsche Sympathiekundgebungen für die arabischen Palästinenser seien nur am Rande erwähnt: Die Kranzniederlegung unseres Staatsoberhauptes am Grab des Terroristen Arafat oder, dass sich ein Außenminister lieber mit israelfeindlichen NGOs trifft als mit dem Premierminister Israels. Die Sympathie der deutschen Intelligenzblätter für die palästinensische Propaganda gehört auch dazu.

Wie die Bundesregierung ihre Millionenzahlungen an UNRWA verteidigt, steht in der Antwort auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der AfD.

Vielleicht spendiert das Außenministerium als Ausgleich ein paar Stolpersteine.

Wohl eine vergebliche Hoffnung. Sie sind noch nicht einmal zu noch weniger Empathie in der Lage.

Fotos aus dem „Freiluftgefängnis“ Gaza (Dunja Hayali, ZDF).

Deutschlands laue Haltung zu den Raketen- und Mörserangriffen aus Gaza.

Wer steckt hinter der palästinensischen Gewalt?

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Prof. Efraim Karsh ist Leiter des Begin-Sadat Center for Strategic Studies, emeritierter Professor für Middle East and Mediterranean Studies am King‘s College in London und Herausgeber des The Middle East Quarterly. Er wirft einen nüchternen Blick auf die Gewalturheber im arabischen Palästina. Er kommt dabei zu einem anderen Ergebnis als dem, das uns in den Narrativen europäischer NGOs und Journalisten nahe gelegt wird.

Die fanatischen Aktivisten, die Hamas-Funktionäre, die Planer der Flugzeugentführungen, Intifadas und Selbstmordattentate stammen aus gebildeten und wohlhabenden arabischen Familien: Arafat, Habbash, Osama bin Laden, Scheich Ahmed Yassin, Hamas-Anführer Ismail Haniyeh, sein aus Kuwait stammender Militärchef Khaled Mashaal.

Die Hälfte der Selbstmord-Attentäter der ersten 5 Jahre der Al-Aksa-Intifada hatten Hochschulreife bzw. Hochschulstudium. Nur 13% der Selbstmordattentäter von Hamas und Islamischem Dschihad in der Zeit von 1980 bis 2003 stammten aus armen Verhältnissen. Dagegen gelten 32% der arabischen Bevölkerung Palästinas (außerhalb Israels) als arm. Mehr als die Hälfte der Selbstmordattentäter hatte – im Vergleich zu 15 % der allgemeinen Bevölkerung – einen höheren Bildungsabschluss.

80 % der einfachen Leute waren gegen Terroranschläge auf israelische Zivilisten. Bei Universitätsabsolventen betrug dieser Prozentsatz hingegen lediglich 55 % bzw. 65 %. ebenfalls 80% der weniger Gebildeten waren für einen Friedensprozess mit Israel.

Andere Indikatoren zeigen, ebenfalls, dass nicht die sozioökonomische Verelendung Ursache des Strebens nach Vernichtung Israels sind. Der Lebensstandard und das Pro-Kopf-Einkommen lag viele Jahrzehnte höher als in manchen arabischen Staaten. Davon zeugt noch heute die längere Lebenserwartung und der Anteil übergewichtiger Kinder.

Allerdings ist der Lebensstandard in Gaza, seit dort die Hamas-Terroristen herrschen, sehr viel niedriger als zur Zeit der israelischen Besetzung. Das sehen auch die Gaza-Einwohner so.

Erst dann, wenn die Bevölkerung ihre Machthaber entmachtet, die Gewalt aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben entfernt und die Vorzüge einer friedlichen Koexistenz mit Israel erkennt, wird der Gazastreifen einer besseren Zukunft entgegen sehen.

nach: Die ökonomische Misere ist nicht der Grund für die palästinensische Gewalt

Was wäre es schön, wenn die Informationsvermittler in unseren Qualitätsmedien nicht nur Fotos von friedlichen, Drachen bauenden Jugendlichen zeigten, das „Freiluftgefängnis Gaza“ beweinten und von Volksfesten der arabischen Zivilgesellschaft am Grenzzaun fabulierten. Etwas mehr Realitätssinn und weniger Aktivismus könnte vielleicht sogar den Rückgang der Auflagen stoppen.

Die Nicht-Berichterstattung der ARDSusanneGlass

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In meinem ziemlich langen Posting Deutsche Medien Marktführer bei Israelkritik stelle ich zum Schluss ein Twitter-Foto der ARD-Nahost-Korrespondentin Susanne Glass  quasi exemplarisch weniger friedlichen Fotos von dem Sturm auf die Grenze gegenüber.

Solche Fotos fand ich bei der ARD und dem Blog ARDSusanneGlas nicht. (Da ich mir die Tagesschau nicht jeden Tag zumute, kann es sein, dass es doch einmal einen Hinweis auf eine weniger friedliche Aktivität gab. Das ändert m. E. wenig an meiner Feststellung.

Ich poste hier noch einmal die Fotos

ard_susanneglass

Frau Glass gibt in einem weiteren Tweet zu, dass sie weiß, dass auf diese Drachen Hakenkreuze gemalt werden und damit Brandsätze auf israelische Felder geflogen werden. Sie will das „dann weiter beobachten. Natürlich kritisch.“

Warum filmt sie vermummte Jugendliche beim friedlichen Basteln und stellt nur dieses Foto auf ihren Twitter-Account? Der heißt übrigens @ARDSusanneGlass!

Fotos, die es bei @ARDSusanneGlass nicht zu sehen gab:

Woher kommt der wachsende Antisemitismus?

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Die CDU-Nachwuchshoffnung Kramp-Karrenbauer weiß es: von der AfD. Wahrscheinlich hatte sie den Auschwitzsong des Echo-Preisträgers Kollegah gehört und assoziiert: Auschwitz-Aha-AfD.

Ich sehe eine nicht unwesentliche Ursache für die Zunahme von Antisemitismus – abgesehen vom importierten der Muslime – in der nahezu besessenen Israelkritik der Medien und von Teilen der politischen Elite.

Das Gedenken an Naziverbrechen verträgt sich bestens mit Kritik an den kolonialistischen jüdischen Besatzern in Palästina. Jede Woche wird über neu verlegte Pflastersteine, über die Holocaust-Überlebende in einer Schulklasse oder eine Klassenfahrt nach Buchenwald berichtet. Meist noch in der selben Ausgabe wird – unter Verzicht auf allzu viel präzise Fakten – von den bösen israelischen Soldaten berichtet, die brutal friedlich demonstrierende Araber daran hindern, israelische Wälder und Felder in Brand zu stecken, oder über rechte israelische Politiker, die den heimatvertriebenen Arabern seit 70 Jahren verwehren, ihren eigenen Staat zu gründen.

Man begründet fein ziseliert, dass Israelkritik mit Antisemitismus aber auch überhaupt gar nichts zu tun hätte. Im Gegenteil. Es wäre doch nur gut gemeint, den Juden aufzuzeigen, wohin ihre Unterdrückung der bedauernswerten palästinensischen Nation führt. Man kennt das ja aus der eigenen Geschichte und will den Juden nur gute Ratschläge erteilen.

Das Wort, dass nur tote Juden gute Juden seien, ist nicht von der Hand zu weisen, angesichts der schon genannten Erinnerungskultur und der gleichzeitigen Gleichgültigkeit gegenüber dem wachsenden alltäglichen Antisemitismus.

judenhasserin_berlinDa schreibt ein israelischer Journalist, der in Berlin ein Restaurant besitzt, dass die bisherige Begeisterung junger Israelis für das hippe Berlin nachzulassen scheint und in Berlin lebende Israelis wieder nach Tel Aviv zurückgehen wollen. Wenn man vermeidet, Hebräisch zu reden, die Kippa versteckt, am Prenzlauer Berg mit dem Gürtel geschlagen und am Bahnhof Zoo angepöbelt wird, ist die Zeit der deutsch-jüdischen Annäherung, so es sie überhaupt nennenswert gegeben hat, wohl vorbei. Dieselben Deutschen, die betroffen des Holocausts gedenken, überlassen den Protest gegen gegenwärtige antisemitische Vorkommnisse dem Zentralrat der Juden.

Er erzählt von einem Markt am Prenzlauer Berg mit einem palästinensischen Falafelverkäufer. Der fing zu schreien an, als er Hebräisch hörte. Der Marktleiter erzählt, dass der Araber ein netter Kerl wäre und völlig unauffällig. Nur wenn er mal einen Juden sähe, würde er herumschreien.

Es gibt eine ausgezeichnete linguistische Untersuchung von 14.000 antisemitischen und antiisraelischen Schreiben, die an den Zentralrat der Juden und die israelische Botschaft geschickt worden waren: Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert von Monika Schwarz-Friesel und Jehuda Reinharz, de Gruyter 2012.

Ein Hinweis auf das hier beschriebene Problem ist wohl auch, dass diese Untersuchung als Buch und als E-Book 90€ kostet, gebraucht um die 60€, als Taschenbuch immerhin noch 25€. Eine preiswerte, gekürzte Taschenbuchausgabe zu 9,80 oder 14,90€ gibt es nicht. Die Bundeszentrale für politische Bildung kauft seit Jahren fast nur noch Genderliteratur, Kapitalismuskritik oder Ungleichheitsstudien an.

Prof. Schwarz-Friesel und Prof. Reinharz zeigen, dass es keineswegs nur Rechtsextremisten sind, die antisemitische Briefe schreiben. Die Judenfeindschaft der gutbürgerlichen Mitte wird eher von linken antisemitischen und antizionistischen Denkmustern geprägt.

al_quds_berlin
Berlin: Extremisten unter sich

Update: Die alljährliche Al-Quds-Demonstration für die Auslöschung Israels fand gerade wieder statt.

Nachtrag: Siehe dazu auch die Verteidigung der Meinungsfreiheit des FAZ-Redakteurs Patrick Bahners; auch hier!

Zu den Gegendemonstranten gehört auch eine israelfreundliche Fraktion der Berliner AntifaSA.

Das Berliner Abgeordnetenhaus konnte sich nicht dazu entschließen, einem AfD-Antrag zur Verurteilung dieser Demonstration zuzustimmen. (Wieso kam keine andere Fraktion auf diese Idee?) Der Antrag wurde an einen Ausschuss verwiesen!

 

FU Berlin setzt israelfeindlichen Kurs fort

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Die Berliner FU lässt sich nicht beirren. Wieder hat sie eine Israelhasserin zum Vortrag eingeladen, Susan Slyomovics.

Prof Slyomovics gehört zu der Gruppe der Israel-hassenden Juden. Sie unterstützt selbstredend die Israel-Boykott-NGO BDS. Zionisten, die sie für rechts hält(!), hätten die Idee mit den deutschen Entschädigungszahlungen für Holocaustopfer gehabt. Sie hat eine Lücke entdeckt: Internierte Juden in Nordafrika wurden von der Jewish Claims Conference im Vergleich zu KZ-Insassen vernachlässigt.

Prof. Slyomovics setzt den Massenmord der Deutschen an europäischen Juden dem gleich, was jetzt auf der Westbank und in Gaza passiert. Die jüdische Kolonialmacht müsste die Palästinenser mit Wiedergutmachungszahlungen entschädigen, wie das die Deutschen getan hätten: Was die Deutschen den Juden angetan haben, ist das, was die Israelis den Palästinensern angetan haben.“

Gerne wird sie nach Deutschland eingeladen, so etwa in die Uni Mainz, jetzt nach Berlin. Die Anthropologie- und Gender-Professorin mit Nahost-Schwerpunkt trägt über den Holocaust vor, den die Juden an den palästinensischen Arabern begehen würden.

Kritik prallt an der FU-Leitung ab: Die Freie Universität Berlin sei „ein Ort, an dem Antisemitismus grundsätzlich nicht geduldet wird“, sagt der Pressesprecher. Jegliche Diskriminierung von Menschen werde an der Universität nicht toleriert. „Die Freie Universität ist ein weltanschaulich neutraler und unparteiischer Ort, an dem der wissenschaftliche Diskurs und die akademische Freiheit im Mittelpunkt stehen…“

„Eine moralische Katastrophe“ von Judith Sevinc Basad

Israelkritik: Ja, gerne! Nicaraguakritik: Fehlanzeige!

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1979 und in den 80er Jahren war Daniel Ortega der Held, der den nicaraguanischen Diktator Somoza stürzte. Ortega und seine sandinistische Bewegung verbesserten das Schul- und das Gesundheitswesen sowie die Rechtsstellung der Frauen.

Ortegas Herrschaft endete vorläufig Ende der 80er im Bürgerkrieg. Die wachsende Armut in dem sozialistischen Staat wurde durch den Boykott der USA und deren Unterstützung der konservativen Gegner und der Anhänger des gestürzten Diktators verstärkt. Linke in der ganzen Welt solidarisierten sich mit Ortega und sammelten Geld für die Bewaffnung der Sandinisten.  Ortega verlor in den folgenden ca. 16 Jahren mehrere Wahlen. Dank von Wahlrechtsreformen konnte er 2006 mit 38% der Stimmen Wahlsieger werden. Dass er ab 2011 nicht mehr hätte gewählt werden dürfen, ignorierte er.

Inzwischen unterscheidet sich die Diktatur Ortegas nicht mehr von der Somozas. Sein Clan bereichert sich genauso unverfroren wie vorher die Somozas. Stellvertreterin des Diktators ist seine Ehefrau; die sieben Kindern haben hohe Funktionärsposten inne.

Ortega hat die Beziehungen zu Israel abgebrochen und hat freundschaftliche Beziehungen zu Iran.

Was mich (eigentlich nicht) wundert: Während Israel ständig von der UNO und von Menschenrechts-Aktivisten verurteilt wird, hört man über Nicaragua sehr wenig Klagen.

Dabei gäben Menschenrechtsverletzungen, fehlende Pressefreiheit, fehlendes Demonstrationsrecht, Wahlbetrug, sozialistische Misswirtschaft und Mord und Totschlag durch Ortegas Schlägerbanden genügend Anlass.

Worüber man nicht spricht: Die Millionen Opfer von Völkermord, Vertreibung und Zwangsassimilierung durch arabischen und türkischen Imperialismus.