DDR-Aufarbeitung

Schön war die Zeit (2)

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Aus: Der Spiegel einestages (Wenn Der Spiegel insgesamt so gut wäre wie sein Kanal einestages, hätte ich das Abo 2010 nicht gekündigt.)

West-Berlin vor der Wende: Paradies der Sozialisten

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Überraschende Straßennamen im Oderbruch

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Überraschung beim Sonntagsausflug in das Oderbruch! Natürlich hat fast jedes Dorf seine Ernst-Thälmann-, Karl-Marx- und Werner-Seelenbinder-Straße. Aber dann dies:

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Zu Straßennamen in der Ex-DDR siehe auch hier!

Dokumentarfilm: Honeckers unheimlicher Plan

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Am 1.10.18, zu später Stunde, zeigt die ARD den Dokumentarfilm „Honeckers unheimlicher Plan“ über die Vorbereitungen der Staatsmacht, binnen 24 Stunden fast 100.000 „Konterrevolutionäre“ zu verhaften, in Lager einzusperren oder zumindest verschärft zu überwachen.

Zur Geschichte des Kommunismus gehört, dass Kommunisten sich immer bedroht gefühlt haben. Sie sahen und sehen überall Feinde, die sie vernichten wollen. Deshalb gibt es in allen kommunistischen Staaten Konzentrationslager und Gefängnisse für die angeblich allgegenwärtigen Spione, Agenten und Klassenfeinde. Bestenfalls werden die „Feinde“ des Volkes in Umerziehungslager gesteckt. Ihnen war bewusst, dass das neue Gesellschaftssystem und der neue Menschentyp, die sie der Menschheit  aufzwingen wollten, nur mit Gewalt durchsetzbar sind. Gewaltanwendung zieht sich von Lenin bis Dutschke wie ein roter Faden durch die Geschichte des Kommunismus.

Die mehr oder weniger umfassende Abschaffung von Individualität, von Freiheits- und Eigentumsrechten, die Abschaffung rechtlicher Schutzgarantien vor staatlichen Ein- und Übergriffen, die Diktatur einer Funktionärsklasse, die sich selbst den Lebensstandard vorkommunistischer Herrschaftsklassen gönnt, ihre Untertanen aber in eine Mangelgesellschaft zwingt, dies alles bedingt Überwachung, Geheimpolizei, Gefängnisse und drastische Gerichtsurteile.

Es ist daher kein Wunder, dass es auch in der DDR ein ausgefeiltes System der Beobachtung und Überwachung gab. Die kommunistische Urangst vor der Konterrevolution, die angeblich 1953 versucht worden war, löste auch die umfassenden Planungen für den Ernstfall aus, wenn es zu „Zusammenrottungen“ (wie das die SED und Bundeskanzlerin Merkel zu nennen pflegen) und Schlimmerem kommen würde.

Warum die DDR trotz aller weitreichenden Pläne gegen die Konterrevolution implodierte, gilt manchen Wissenschaftlern als wichtige Frage.

Siehe dazu auch: Die NVA 1989/90 oder Bürgerbewegung Potsdam als DVD, Langzeitwirkungen des kommunistischen Menschenexperiments und auch hier: Secondhand-Zeit.

 

Besuch des Potsdamer Thälmann-Denkmals

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Thälmann Potsdam

Auch wenn die Höhepunkte der DDR-Baukultur, wie das Café Minsk und das Institut „Rosa Luxemburg“ für Lehrerbildung) (Fachhochschule) abgerissen wurden oder werden. die Erinnerung an die DDR bleibt in Potsdam lebendig.

Ernst Thälmann wird z. B. mit einer Gedenktafel vor der Jugendbildungsstätte in der Behlertstraße geehrt.

Wenn man bedenkt, dass der Stalin-Verehrer Thälmann die Weimarer Republik militärisch bekämpfte, neben Luxemburg und Liebknecht zu den Feinden der Weimarer Republik zählte und die Stalinisierung der KP vorantrieb, macht das mindestens nachdenklich über Zustände im deutschen Osten.

Götz Aly stellt die nur auf den ersten Blick steile These auf, dass besonders dort, wo es noch von Thälmann-Straßen wimmele, auch die Neonazis nicht weit sind. Gewonnen hat er die Erkenntnis auf einer Radtour durch Vorpommern und Ostbrandenburg.

Winzerberg Potsdam: Großes Fest zur Fertigstellung

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Keineswegs nur linksextremistischer Kampf gegen Sichtachsen und Barockfaschismus. Auch das ist Potsdam: Großes Bürgerengagement bei der Rekonstruktion des friderizianischen Winzerbergs. (Fotos!!!)

Weinberg
2008 und 2010   

Weinberg 2010

 

winzerberg2017
2017, ab 2018 wieder mit Glas; (Fotos GS)

Erich Mielke: 1993 wegen Doppelmords 1931 verurteilt

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Flott geschriebene Kurzbiographie: Stasi-Chef Mielke

Das Landgericht Berlin verurteilte Mielke 1993 wegen der 1931 verübten Erschießung zweier Polizisten als Mörder zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren, von der er vier Jahre absitzen musste.

Karl-Marx-Gedenken in Trier

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Das ist doch eine hübsche Idee: Trier verkauft zum Gedenken an den Denker Null-Euro-Scheine mit seinem Porträt.

Wie Kommunisten die Mauertoten schönreden

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mauertote

Die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU ist allerdings genauso linksextrem wie linksextreme Linksjugend. Dort vergleicht man die Grenzanlagen im Westjordanland mit denen sich Israel vor palästinensischen Terroristen schützt, mit der Berliner Mauer. Das Beängsigende: Auch nach heftiger Kritik erkennen die Stiftungs-Mitarbeiter keinen Unterschied. Da können CDU und Linkspartei getrost koalieren.

 

Das Buch der DDR-Opfer

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Dr. Hubertus Knabe, Leiter der Gedenkstätte „Stasi-Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen“ und unerbittlicher Gegner der Weichzeichnung von SED und DDR, will eine Datenbank erstellen, in der alle Opfer der SED namentlich erfasst sind.

Man kann ihm nur die Daumen drücken und viel Erfolg wünschen.

Es wird eine schwierige Sache werden. Nicht nur, weil das Interesse an der Aufarbeitung der SED-Diktatur nicht sehr ausgeprägt ist. Die Zusammenführung einer Vielzahl von Statistiken mit unterschiedlichen Erfassungskriterien muss gemeistert werden. Defintionsfragen sind zu klären. Wie lassen sich die Geschädigten der subtilen Zersetzungsmethoden des Mfs erfassen? Die SED verwischte die Unterschiede zwischen kriminellen und politischen Handlungen. Gehören Familienangehörige, die unter der Verfolgung der Opfer zu leiden hatten, die psychisch erkrankten, die berufliche Nachteile erlitten, ebenfalls zu den Opfern? Zwangsadoptierte Kinder? Gedopte Sportlerinnen und Sportler? Was ist mit Flüchtlingen? Hat man die an den Grenzen der Bruderländer (z. B. Bulgarien) Erschossenen DDR-Flüchtlinge im Blick? Wie viele Selbsttötungen aus repressiven Gründen gab es? Was ist mit Kindern von Stasi-Tätern, die mit der Rolle ihrer Eltern nicht klarkommen?

Aber allein schon eine breite Diskussion des Themas wäre nach fast 30 Jahren stetig abnehmender Aufarbeitung ein wichtiges Ereignis.

Literatur: Ansger Borbe, Die Zahl der Opfer des SED-Regimes, Landeszentrale f. pol. Bildung Thüringen 2010

Hubertus Knabe über die mangelnde deutsche Erinnerungskultur