DDR-Aufarbeitung

Auch Göring-Eckardt war FDJ-Sekretärin für Propaganda

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Auch Katrin Göring-Eckardt war FDJ-Sekretärin für Propaganda und findet auch nichts dabei.

Es wäre zu viel verlangt, von der in der EKD tätigen Christin und abgebrochenen Theologiestudentin das Reflexionsniveau eines Jürgen Fuchs zu erwarten. Über ihn gibt es, ausgerechnet bei der grünen Heinrich-Böll-Stiftung, einiges zu lesen.

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Hilde Benjamin war eine starke Frau

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So schwerfällig ist die Berliner Bürokratie gar nicht:

Kay Ehrhardt macht auf eine Broschüre des Bezirksamtes von Berlin-Steglitz-Zehlendorf aufmerksam: „Starke Frauen“, in der die berüchtigte SED-Justizministerin Hilde Benjamin als „starke Frau“ gewürdigt wird.

Kurze Zeit später führt der Link zur Broschüre auf der Bezirksamt-Webseite ins Leere.

Benjamin besuchte in Steglitz die Schule.

Der sozialistische „Arbeitskreis kritischer Jurist*/-Innen an der Humboldt-Universität zu Berlin“ hat auf seiner Webseite 2004 eine einfühlsame Biographie eingestellt.

Nachtrag: Dankenswerter Weise hat mir die FDP-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung die Broschüre als pdf zugesandt.

Bei vielen Würdigungen ist der Verfasser angegeben. Der Benjamin-Text gehört zu denjenigen, bei denen er fehlt.

Der Text der kritischen Juristen ist schon fast kritisch im Vergleich zum Text des Bezirksamtes. Die fortschrittliche, antifaschistische, feministische Genossin Benjamin war selbst ein Opfer: Die SED und die Sowjets hätten ihr die Urteile vorgeschrieben.

Da wäre es doch angebracht, dass die Bezirksverordnetenversammlung sie ehrt, mit einer Büste im Stadtpark oder einem Straßennamen. (Die Sedanstraße müsste doch schleunigst umbenannt werden.)

Update: Es ist zu hören, dass der Senat interveniert hätte. Die Broschüre soll neu gedruckt werden.

Betonkommunistin Dr. Wagenknecht

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„Die DDR war das friedfertigste und menschenfreundlichste Gemeinwesen, das sich die Deutschen im Gesamt ihrer bisherigen Geschichte geschaffen haben.“

zit. nach Spiegel Online („Betonkommunistin“ steht in der Spiegel-Schlagzeile)

Vierte Staffel Weissensee: Großartiges Finale

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Die Familie Kupfer in den Wirren der Wende.

Die sog. Wende wohltuend anders als sonst. Aber diese Staffel wirkt nicht so überfrachtet wie die dritte. Aber erfreulicherweise werden Dinge erwähnt, die anderswo gerne ausgeblendet werden:

Die Stasi-Seilschaften, die Altkader in der Treuhand, wie SED-Bonzen das „Volksvermögen“ verschwinden ließen, wo die Stasi-Täter untertauchten (Mallorca), wie Kader und Kapitalisten zusammenfanden.

Dass Bösewicht Stasi-General Falk Kupfer am Schluss erschossen wird, mag aus dramatischen Gründen nötig gewesen sein. Realistischer wäre gewesen, wenn er seine West-Karriere fortgesetzt hätte.

 

Studentenwissen DDR

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Nach den beiden Schüler-Studien hat Prof. Schroeder jetzt die Studenten seiner politikwissenschaftlichen Seminare befragt, 40 Teilnehmer in 2 Proseminaren. Die Stichprobe lässt sich natürlich nicht auf die gesamte Studentenschaft übertragen. Aber es geht hier um angehende Politologen!

Nur eine Minderheit verfügte über gute Kenntnisse. Als Diktatur wurde die DDR nicht identifiziert. Als Stasi-Staat wurde sie schon gesehen. Und das im Verhältnis 15:1 im Vergleich zur SED. Das ist genau das, was 1989/90 von Dr. Gysi und Genossen intendiert worden war: Die Schuld auf die Stasi schieben und damit die SED aus der Schusslinie nehmen. Dass nur eine Minderheit der Bewohner einen eigenen Telefonanschluss besass, konnten sich die Studenten nicht vorstellen. Renten und Einkommen wurden zu hoch eingeschätzt, verknüpft mit der DDR war der Begriff soziale Gerechtigkeit.

Schroeder fragte weiter. Da die Studenten eine pessimistische Sicht auf die Bundesrepublik und Welt haben und ständig über Sozialpolitik und soziale Gerechtigkeit geredet werde, erwartete er bei diesen Themen bessere Kenntnisse. Weit gefehlt!

Der Gesamtaufwand der staatlichen Sozialausgaben (Bund, Länder, Kommunen) beträgt 900 Milliarden. Die meisten Politikstudenten schätzten einen einstelligen Milliardenbetrag!  Fast alle meinten, dass die Arbeitnehmer die Sozialversicherungen aufbringen müssten. Dass die Arbeitgeber einen höheren Beitrag dazu leisten, wussten nur 3 von 40 Befragten.

Vielleicht schafft es Prof. Schroeder, seine Studenten davon zu überzeugen, dass man Wissen erwerben muss, bevor man eine Meinung äußert.

Klaus Schroeder, Meinungsstark und kenntnisarm, in: FAZ v. 3.5.18, p 7

 

Schülerwissen zur DDR

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Einreise_pixabayDer Politikwissenschaftler Klaus Schroeder beobachtet kritisch den Wissensstand in Sachen DDR. Seine Untersuchungen 2008 und 2012 zum Wissensstand west- und ostdeutscher Schüler sorgte für Aufsehen. Er konstatierte einen beklagenswerten Kenntnisstand, im Westen war er etwas besser als im Osten.

Hier mein Posting nach der zweiten Schroeder-Studie 2012:

Katastrophales Geschichtswissen: Je weniger ich weiß, desto besser finde ich die DDR

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Weißer Schimmel Staatssozialismus

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In Die neue Zweiklassengesellschaft – Die Politik der Westöffnung und der innere Zerfall der SED-Parteibasis (Deutschland Archiv, 19.3.2018, www.bpb.de/266361) rekonstruiert Sabine Pannen die Schwächung der SED, die mit der Westöffnung Honeckers begonnen hätte.

In ihrem Fazit beschreibt sie das so: „Durch die Legalisierung der Westmark, den Ausbau der Intershops und die Lockerung der Westreiserestriktionen verlor die Parteiführung ihre Hoheit über den Zugang zu Ressourcen. Politische Loyalität wurde materiell wie ideell entwertet und SED-Mitglieder waren zunehmend weder fähig noch willens, die janusköpfige Politik der Parteiführung im Alltag zu vertreten. Unter denjenigen, die auch wegen ihres Berufs das Feindbild der SED zu vertreten hatten, führte die Herausbildung einer neuen Zweiklassengesellschaft zu einer regelrechten Sinnkrise. Diese Entwicklung des inneren Rückzugs, die den inneren Zerfall im Herbst 1989 vorbereitete, steht ganz in Kontrast zur mobilisierenden Kraft der SED und ihrer Gesellschaftskonzeption, die in den 1950er und 1960er Jahren von ihr ausging.“ Den Rest des Beitrags lesen »

Linkspartei: Wie die Alten sungen…

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Die Partei Die Linke. gilt inzwischen als normaler Teil des Parteienspektrums der Mitte. Dass der SED-Nachfolger so schnell zum geachteten Mitspieler avancieren würde, hätte keiner erwartet. Die Partei Die Grünen/Bündnis90 sehen sich ihr näherstehend als allen anderen Parteien. Die Brandenburger CDU sieht in ihr (sicher notgedrungen) einen zukünftigen Koalitionspartner. In mehreren Bundesländern haben sie mitregiert oder tun es gerade.

Siehe dazu auch: Die DDRisierung Deutschlands

Die Sozialisten können mit der linksgrünen Politik im Großen und ganzen zufrieden sein. Sie müssen nur immer ein wenig mehr, z. B. Rente, Steuer oder Verständnis für Putin fordern. Mehrmals in der Woche erklären uns ihre Kader in der Tagesschau, wie sie die Welt sehen.

Schade, dass Honecker und Co das nicht mehr erleben dürfen.

Auch was Geschichtsrevisionismus angeht, schwimmen sie im grünlinken Mainstream: Linken-MdB Jan Korte will die Spionage des BND in der DDR aufarbeiten.

Wenn ich einen Vorschlag machen dürfte: Es sollte einmal erforscht werden, wie viele Nazis die HVA des MfS aufgebaut haben.

Dazu passt: Linke und Grüne wollen die Nazi-Vergangenheit der BRD aufarbeiten.

 

Wo sind die SED-Kader geblieben?

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Zu den medialen Lieblingsthemen gehören Gender-Pay-Gap, Frauenquote, #MeToo, die Bereicherung des Territoriums durch gebildete Geflüchtete. Dazu gehört auch: die fehlende ostdeutsche Elite. Was nicht diskutiert wird: Gehört der Islam zu Deutschland? (Nein, wird nicht diskutiert. Es wird lediglich ein sofortiges Ende der Debatte gefordert.) Bleiben wir bei Ostdeutschland: Ich habe gelegentlich im Blog darauf hingewiesen, dass manche Kader weich gelandet sind: MfS-Ofiziere wurden Rechtsanwälte. Sie hatten ja an einer „Juristischen Hochschule“ ihren Doktor erworben. LPG-Leiter übernahmen ihre LPG als Agrar GmbH. Mit Unterstützung von geneigten Landesregierungen konnten sie die Genossen ausbooten und erfreuen sich des Mitleids ostdeutscher Medien, wenn die EU ihnen jetzt Subventionen kürzen will. Die Linkspartei sorgte dafür, dass Genossen in die Ministerien der ostdeutschen Länder einrückten usw. Das alles wird unter dem Getöse um Spitzenämter für Ostdeutsche begraben.

Heute fragt Michael Klein auf seinem Science Files Blog nach dem Verbleib von Zehntausenden Absolventen der Parteihochschule Karl Marx und der FDJ-Jugendhochschule Wilhelm Pieck.

„Sie sprechen mit der Stasi“

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In den Tonarchiven des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (BStU) lagern Mitschnitte von Telefonanrufen bei der Stasi und Mitschnitte von Verhören. Daraus hat Andreas Ammer für den WDR 2017 eine ca. einstündige Collage montiert, unterlegt von Trompeten- und Posaunenklängen eines Musikers, der sich FM Einheit nennt: „Sie sprechen mit der Stasi“. Da denunzieren Bürger ihre Nachbarn, Westdeutsche warnen besorgt vor illegalen Einfuhren von Geld und Pornos in die DDR, einer will mit seinen Anrufen die Leitung des Ministeriums blockieren.

Es ist keine Dokumentation, sondern vor allem wegen des elektronischen Klangteppichs ein Kunstwerk. Und gut für Unterricht geeignet.

Ein „Mosaik der Unmenschlichkeit“ nennt es Die Welt.

In der Mediathek des WDR ist das Hörspiel derzeit noch zu hören. Ansonsten bietet der Hörverlag (Randomhouse/Bertelsmann) für 10,95 € den Download, für 14,99 € die CD an.