Talk-Show

Frau Maischbergers Parität

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Da ich mir lieber andere Unterhaltungssendungen ansehe, ist mir der vorzeitige Abgang von Herrn Bosbach in einer Maischberger-Talk-Show entgangen. Herr Bosbach ging, weil er die Tiraden der Linksextremistin Jutta Ditfurth nicht mehr ertrug. Da er sich von Frau Maischberger nicht festhalten ließ, forderte sie Frau Ditfurth auf, die Runde ebenfalls zu verlassen. so dumm war die aber nicht und Maischberger entschuldigte sich hinterher auch bei ihr für den Versuch, sie hinauszuwerfen. Sie habe geglaubt, so die Parität wiederherstellen zu können.

Diese Bemerkung erlaubt einen Einblick in die politische Arithmetik von Frau Maischberger. Da ist Frau Ditfurth Exponentin der Linksextremisten. Aus Paritätsgründen braucht es jetzt einen Rechten, Herrn Bosbach (CDU).

Wäre die Parität nicht eher hergestellt, wenn zur Linksextremistin Ditfurth die Neonazis Christian Worch oder Ralf Wohlleben eingeladen würden? Wo bleibt die Parität? Im WDR würde man sagen: die Ausgewogenheit fehlt.

Anne Will verpasste eine Chance

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„Wenn das Geld in der Sonne liegt – Wer trocknet die Steueroasen aus?“, so hieß die Talk-Show von Anne Will zu den Panama-Papers, den angeblich so aufregenden Funden zu Briefkastenfirmen am 3.4.16. Wer soll da nicht alles seinen Reichtum dem deutschen Fiskus entzogen und in fernen Steueroasen versteckt haben.

Frau Will hatte  -wie könnte es nders sein – Dr. Gregor Gysi dazu geladen. Der ist Experte. Hatte doch seine frühere Partei, die SED, ein verzweigtes Firmenimperium im nichtsozialistischen Ausland aufgebaut. Darunter waren auch Briefkastenfirmen in Vaduz und… in Panama.

Das Parteivermögen der SED rettete Dr. Gysi, zusammen mit Dr. Bartsch und Prof. Dr. Bisky, in großen Teilen, indem er es auf für Fahnder kaum noch nachvollziehbaren Wegen auf Konten im Ausland versteckte.

Wer nun erwartet hatte, dass Frau Will oder der mitdiskutierende Herr Mascolo vom Spiegel dem Herrn Dr. Gysi eine diesbezügliche Frage gestellt hätte, sah sich getäuscht. Gysi forderte kraftvoll das Verbot von Briefkastenfirmen. Er wurde vom Publikum nicht ausgelacht, sondern erhielt Beifall.

Siehe hier!

Wenn Satire-Sendungen zur einzigen Informationsquelle werden

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„Was passiert eigentlich, wenn Leute Politik nur noch als das verstehen, was Satire-Shows davon zeigen?“ Das fragt die FAZ-Journalistin Friederike Haupt in der Ausgabe v. 10.4.16, p 5.

Das ist eine spannende Frage. Und sie passt in das Gesamtbild von der Erosion einer informierten Öffentlichkeit. Den Rest des Beitrags lesen »