Tagesspiegel

„Stalin war ein Verbrecher“: Ist dieser Satz rechtspopulistisch?

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„Extrem aufgeladen“ (zur Gänze lesen ist kostenpflichtig) heißt der Artikel (in der Printausgabe) von Verena Hasel im Berliner Lokalblatt Tagesspiegel. Es geht um Demonstrationen antifaschistischer Gutmenschen vor der Praxis eines Zahnarztes in Berlin-Weißensee. Der Mann wird bekämpft, weil er Politiker der AfD ist.

Ein Foto, das etwa ein Drittel der Seite einnimmt, zeigt Transparente von Antifaschisten, die ein nazi-freies und AfD-reines Weißensee fordern. Der Text unter dem Foto beginnt mit dem Wort „Straßenreinigung“. Den Rest des Beitrags lesen »

Das estnische Nationalmuseum aus der Sicht des Berliner Tagesspiegels

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Früher einmal gab es im Deutschunterricht das Thema „Textsorten der Zeitung“. Da wurden Merkmale der einzelnen Textsorten herausgearbeitet: Nachricht, Bericht, Reportage, Kommentar. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Junge Leute lesen kaum noch Zeitung, Journalisten unterscheiden nicht mehr streng zwischen den Textsorten.

Wir haben damals im Unterricht untersucht, wie subtil in einem Bericht, gar in einer Nachricht, gewertet werden kann, die Information hinter der Meinung des Schreibers verschwindet. Das geschah u.a. am Beispiel der Vietnamkriegsberichterstattung der FAZ oder am Beispiel von Human-Interest-Stories der Bild-Zeitung. Da war der Nachrichtengehalt in einer Schauer- oder Tränengeschichte versteckt, wenn nicht gar verfälscht.

Oft war es gar nicht so leicht zu erkennen, wie Reporter/-innen ihre Wertung einfließen ließen. Bei der Reportage sind die Maßstäbe weniger streng als bei Nachricht und Bericht.

An den Textsorten-Unterricht erinnere ich mich, als ich heute beim Frühstück den Bericht – oder ist es eine Reportage? – von Bernhard Schulz im Tagesspiegel/PNN über die Eröffnung des neuen Nationalmuseums von Estland in Tartu im Oktober 2016 lese: „Geschichte auf der Landebahn“ (PNN p. 24). Den Rest des Beitrags lesen »

Schlimmer geht´s nimmer: Rechtsextremismusforschung

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Gerade schrieb ich einen Nachtrag zum meinem Beitrag „Die enthemmte Mitte. Eine neue „Studie“ aus einem Leipziger Kompetenzzentrum“ aus dem Sommer 2016 . Mehrere kritische Blogs, u.a. Science Files, AchGut, Tichys Einblick nahmen damals die Studie auseinander. Nun es gibt eine weitere Studie zum Rechtsextremismus. Welt Online berichtete gestern darüber.

Was mir, wohl wegen meines Urlaubs, entgangen war: Science Files hatte sich längst mit dieser Studie gewohnt fundiert und verständlicherweise sarkastisch beschäftigt, mit dem Ergebnis: Junk Science vom Feinsten. Der Welt-Mitarbeiter hatte anscheinend Science Files gelesen, aber vergessen, die Quelle anzugeben.

Hier der Link zu Michael Kleins Beiträgen auf Science Files

In FAZ vom 23.5., p 6, beschäftigt sich Eckhard Jesse kritisch mit Rechtsextremismus-Studien, vor allem solchen, die in der gesellschaftlichen „Mitte“ nach Rechten suchen. Er kritisiert die unscharfen, bisweilen nebulösen Begriffe.

Studien kämen mit denselben Fragebatterien zu stark differierenden Ergebnissen: einmal betrage die Ausländerfeindlichkeit 20,4, ein anderes Mal 7,7 %. Bei einzelnen Antworten („lehne völlig ab“) gäbe es Abweichungen von 20%. Rechtsextreme Einstellungen hätten zuletzt niedrigste Werte (5,9 % im Osten, 2,9 % im Westen). Dieser Rückgang würde nur knapp kommentiert.

Und was die unscharfe Mitte anginge: Rechtsextremismus sei ein Unterschichtenphänomen.

Wie nicht anders zu erwarten: Im Tagesspiegel meint Rechtsextremismusfachmann Matthias Meisner zur Göttinger „Studie“: bloß handwerkliche Fehler.

Ein Erziehungsjournalist über Prof. Jörg Barberowski

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Im Berliner Tagesspiegel steht heute ein fast ganzseitiger Text von Christoph David Piorkowski über den Historiker Jörg Barberowski: „Im Reich der Tugendwächter“. (28.4.17, p 24 in der PNN, der Potsdamer Lokalausgabe). Unterzeile: „Was ist dran am Vorwurf, er sei rechtsradikal?“

Gespannt beginne ich zu lesen. Jörg Barberowski ist Osteuropa-Historiker an der Humboldt-Universität. Er schreibt Kolumnen in der Basler Zeitung, der Neuen Zürcher Zeitung und kommt gelegentlich in der FAZ zu Wort. Meist setzt er sich kritisch mit der Einwanderung in Deutschland auseinander.

Aus den USA kommt der Trend, dass linksextreme Student*innen Zensur ausüben und verhindern, dass genderkritische, angeblich Minderheiten rassistisch und sexistisch beleidigende Vorträge gehalten werden. viele Universitätsleitungen beugen sich, um des Hausfriedens willen dem Druck. Auch in Deutschland gibt es das zunehmend. In Vorlesungen unliebsamer Professoren wird in denunziatorischer Absicht mitgeschrieben. Jede politisch oder genderistisch unkorrekte Bemerkung wird in Flugblättern und in Blogs veröffentlicht. Türen zu den Räumen der Profs werden beschmiert. Auch Barberowski beklagt, dass er fotografiert würde, vor seinen Vorlesungen würde demonstriert werden, er werde geschmäht.

Immerhin stellte sich die auf diesem Feld bisher sehr zögerliche Humboldt-Leitung hinter den Professor. Sie hatte lange einen linksextremistischen Blog („Münkler-Watch“) auf ihren Servern geduldet.

Herr Piorkorwski, der auch für die taz schreibt, verspricht, die Vorwürfe gegen Barberowski zu untersuchen. Deswegen will er seine Thesen und Argumente untersuchen. Ich hätte gewarnt sein sollen: Der Tagesspiegel hat sehr verständnisvoll über die linke Zensur an US-amerikanischen Universitäten berichtet. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Worthülsen der politisch-medialen Elite

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Heute Morgen im Berliner Tagesspiegel die übliche Tirade gegen alles, was rechts zu sein scheint. Diesmal von Frau Sauerbrey. Sie ist verwirrt, dass die AfD eine Spitzenkandidatin aufstellt, die Lesbierin ist. Und dann beginnt das Feuerwerk der Worthülsen: Wer die traditionelle heterosexuelle Familie schützen und fördern will, ist homophob, sexistisch und rassistisch. Wer, wie die AfD, eine Lesbierin aufstellt ist letztlich doch rassistisch, sexistisch und homophob. Das Publikum sieht in Frau Weidel nur die Lesbierin, das ist sexistisch, homophob und rassistisch. Frau Weidel tut alles zum Wohl ihrer adoptierten Kinder. Ist das nicht verdächtig nahe am rassistisch-sexistisch-homophoben Eintreten für die klassischen Familienideale? Zudem ist sie laut der Tagesspiegel-Kolumnistin noch islamophober als die islamophobesten AfD-Aktivisten.

Wer die richtigen Vokabeln aus dem Wörterbuch des Gutmenschen-Journalismus verwendet, muss nicht länger informieren, differenzieren und argumentieren.

Was Frau Sauerbrey wohl zu verwirren scheint: Frau Weidel ist eine gut aussehende, beruflich erfolgreiche Homosexuelle (Goldmann-Sachs!), die von gutmeinenden Journalisten als Mitglied einer Minderheit vor der weißen, heterosexuellen, fremdenfeindlichen, islamophoben und rassistischen Dominanzgesellschaft eigentlich geschützt werden müsste.

Um so größer dann die Enttäuschung, wenn das Objekt Zuneigung den Islam nicht liebt und einer nationalistischen Partei zuneigt. Muslime dürfen sexistisch, rassistisch, intolerant, militant und antisemitisch sein, das nehmen linke und linksliberale Journalist*innen nicht zur Kenntnis. Eine deutsche nationalistische, islamophobe Queer wird aber umstands- und mitleidlos zu einer hässlichen Deutschen.

"Umweltrassismus"
via @brother edward cage

Alles Nötige dazu von Prof. em. Dr. Egon Flaig: „Wir erleben eine demagogische Umprägung des politischen Wortschatzes“

Ähnlich Alexander Wendt, „Systematisch verdrehende, verwischende und verschleiernde Begriffe“

 

Wählen mit 16?

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Muster-Wahlschein Kommunalwahlen Hessen                 (c) Oberhessische Presse

Das ist ein Thema, das mich als ehemaligen Lehrer für Politik und Geschichte sehr interessiert. Mein Ausgangspunkt ist einmal mehr ein Kommentar  in der heutigen PNN/Tagesspiegel, Seite 6, von Sebastian Scheffel: „Mehr Debatte, mehr Kultur“. Es geht um das beabsichtigte Wahlalter 16.

Scheffel bringt die bekannten Pros: Jugendliche wollen mitbestimmen, die Wahlbeteiligung nähme zu, ein Gegengewicht zu er immer mehr alten Wählern müsse geschaffen werden.

Nun weiß auch Sebastian Scheffel, dass die Wahlbeteiligung durch die Zulassung Sechzehn- und Siebzehnjähriger keineswegs steigt. Es gibt inzwischen in mehreren Bundesländern das kommunale Wahlrecht ab 16. Und die Hoffnung auf gestiegene Wahlbeteiligung hat sich nicht erfüllt. Siehe unten! Noch weniger erfüllt haben sich die Erwartungen der linken Parteien auf Stimmengewinne durch Absenkung des Wahlalters.

Herr Scheffel glaubt dem aber mit einem Junktim begegnen zu können: Gleichzeitig mit der Absenkung müsse der Politikunterricht früher beginnen und intensiviert werden. Den Rest des Beitrags lesen »

Was in Schweden passiert

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Vor 50 Jahren blickte Europa voller Bewunderung auf das schwedische Modell eines sozialistischen Wohlfahrtsstaates: hohe Steuerquote, dennoch florierende Wirtschaft, gute Gesamtschulen, politisch neutral, ein Herz für die Dritte Welt und alle duzen sich.

Heute ist Schweden das antisemitischste Land Europas, das Juden schon seit Jahren verlassen. Die gestiegene Zahl der Vergewaltigungen hat Schweden auf einen der obersten Plätze der Weltrangliste katapultiert.

Die schwedische Journalistin Ingrid Carlqvist spricht von einem multikulturellen Albtraum. Sie hat im November 2015 einmal Buch geführt über einschlägige Vorfälle.

US-Präsident Trump wollte auf diese Zustände verweisen: „Sie haben gestern Abend gesehen, was in Schweden los ist.“

Jetzt diskutiert man bei uns über die x-te angebliche Fake-News Trumps. Er hat in seiner verschwurbelten Rhetorik eine TV-Sendung über schwedische Zustände gemeint, nicht einen terroristischen Anschlag oder ähnliches. Ein wenig Ungenauigkeit beim Übersetzen tat das ihre. In den sog. sozialen Medien konnte man wieder herzlich über den US-Präsidenten lachen.

Zwei Tage später kam es in einem Stockholmer Problemviertel zu Krawallen, Autos brannten, Polizisten wurden verletzt. Das ist dort seit Jahren üblich. Manche Ausschreitungen dauern mehrere Tage.

Auch unsere Mainstreammedien arbeiten sich an Trump ab und spielen die schwedischen Probleme herunter. Im Tagesspiegel etwa wurde ich informiert, dass man in Schweden die Zahl der Vergewaltigungen anders zähle als bei uns, nämlich nicht nach Täter, sondern jede einzelne Vergewaltigung werde gezählt. Da käme natürlich eine höhere Zahl heraus. Auch sei nicht abschließend geklärt, ob die exponentiell gestiegene Rate etwas mit den unbegleiteten Migranten zu tun hätte oder nicht vielleicht doch weiße, rassistische und islamophobe Männer mitgewirkt hätten.

Dass es an Silvester in Malmö wie auch schon im Vorjahr wieder zu Kölner „Ereignissen“ gekommen war, ist in der deutschen Berichterstattung auch untergegangen. Den Rest des Beitrags lesen »

Warum es gut ist, dass es neben der Presse unabhängige Blogs gibt

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Als ich neulich im Tagesspiegel vom „umstrittenen“ Dresdner Prof. Werner Patzelt las, der angeblich Pegida-Sympathisant wäre, hatte ich mich entschlossen, das nicht im Blog aufzugreifen. Derartiges passiert so oft, dass man kaum hinterher käme. Da wird eine Behauptung linksextremer Studenten unkritisch übernommen und bleibt als Etikett haften. Der unbedarfte Leser ist zunächst noch dankbar, suggeriert das Blatt doch, der Schreiber, die Schreiberin wisse Bescheid über den Betroffenen und überlasse den einfachen Leser nicht nur den Aussagen des Betroffenen. Dabei ist es nichts anderes als Recherchefaulheit und womöglich politische Sympathie für die Kampagnen linker Aktivist*innen.

Jetzt lese ich, dass Science Files am Beispiel des Schicksals des Prof. Patzelt die „Diffamierungsspirale“ beschreibt, die von linken Aktivisten begonnen und von den Medien weiter gesponnen wird. Da nicht von journalistischer Fake-News-Produktion zu sprechen, fällt schwer. Science Files verlinkt zum Blog Prof. Patzelts, der, ausgehend vom Attribut im Tagesspiegel, aufzeigt, was dem Leser vorenthalten wird.

Update 29.3.17: Unbekannte haben Prof. Patzelts Auto in Dresden abgefackelt.

Patzelts Reaktion laut Junger Freiheit: „Der antifaschistische Abwehrkampf hat einen großen Sieg errungen. Durch das Anzünden meines Autos wurde der weitere Vormarsch des Nazismus und Faschismus in Deutschland gestoppt.“

Eine nicht-repräsentative Studie von Prof. Franz Walter zu den Pegida-Gegendemonstranten.

Die Tagesschau-App wird es schon richten

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Dass ich PNN/Tagesspiegel einmal über den grünen Klee loben kann, hätte ich mir heute beim Aufstehen nicht träumen lassen. Dabei fing der Morgen schon gut an: Nachdem der Zeitungsbote gestern keine PNN eingeworfen hatte, bekam ich die heutige Ausgabe doppelt. Auf der Meinungsseite, dort,  wo – ich kann es mir auch jetzt nicht verkneifen – die meist unsäglichen Karikaturen von Herrn Stuttmann stehen, gab es einen Kommentar von Torsten Hampel: „Eine Viertelstunde im Korsett“. Er findet, die Tagesschau solle mit ihrer Fernsehsendung überzeugen und nicht mit einer App. Den Rest des Beitrags lesen »

Opfer Holm

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Es war zu erwarten: Ein Linker als Kultursenator ist Dienstherr des Leiters der Gedenkstätte Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Das kann nicht gutgehen. Schon der sozialistische Berliner Kultursenator Dr. Thomas Flierl hatte Knabe das Leben schwer gemacht. Zuvor waren schon eine sozialistische Bezriksbürgermeisterin und die um das Gefängnis herum ihre Ruhestandsgehälter verzehrenden hauptamtlichen MfS-Mitarbeiter damit beschäftigt, dem Leiter immer wieder einmal ein Stöckchen hinzuhalten. Sei es, dass ihm verboten wurde Hinweisschilder anzubringen oder angebrachte über Nacht abmontiert wurden.

Öffentlich gemacht wurde die Kaderakte Holm 2007 auf Antrag von rbb und Berliner Zeitung.

Nun hat Knabe die Stasiakte des Dr. Holm noch einmal öffentlich gemacht. Kultursenator Lederer und der Berliner Tagesspiegel finden das bedenklich, ersterer will dienstrechtlich gegen Knabe vorgehen. Knabe soll gegen das Stasiunterlagengesetz verstoßen haben. Allerdings hilft wie so oft ein Blick ins Gesetz. Da steht nichts davon, dass für die Täter grundsätzlich Datenschutz besteht. Im Gegenteil, anders als in Bulgarien können die Stasiakten bei uns öffentlich gemacht werden.

Dass Lederer dem Gesinnungsfreund Holm hilft, war zu erwarten. Dass der Tagesspiegel die Version Lederer hochkocht, statt sich über Transparenz und Offenheit zu freuen, verwundert. Ein seriöser Artikel hätte Recherchergebnisse enthalten: Hat Knabe etwas getan, was er nicht hätte tun dürfen? Hat er Unterlagen an die Presse gegeben? War die Akte nicht schon längst bekannt? Hatte Knabe die Akte von einem Journalisten und sie weitergegeben?

Wozu sind Journalisten eigentlich da? Oder soll der Rechercheverbund von MDR, WDR und SZ alles alleine machen? Den Rest des Beitrags lesen »