Tagesspiegel

Aus dem Mülleimer des Tagesspiegel

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Vor vier Jahren sang ein Sebastian Leber, angeblich Reporter der Zeitung, ein Loblied auf die Antifa. Es vergingen viele Monate, bevor ein Redakteur Binnenpluralismus in dem linken Blatt herstellen durfte.

Mir fiel Lebers Rechtfertigung der Antifa-Gewalt gerade wieder in die Hände und mir bleibt, wie vor vier Jahren, wieder die Spucke weg, wie dreist hier ein „unbelangbarer“ Journalist die Gewalt der Antifa-Schläger als erlaubt ansieht. Er schreibt sogar naiv: „… jede andere Form von Gewalt ist natürlich nicht tolerierbar.“ Mülleimer anzuzünden oder Bushaltestellen zu demolieren, wäre zwar eine „Dummheit“, aber zu verkraften.

Zur Antifa u. a. hier im Blog:

Sogar die Linkspartei distanziert sich von den Leipziger Antifa-Schlägern

Linke SA?

Antifa-Faschisten, Linke und Grüne blockieren Frauendemo in Berlin

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Unerhört: Frauen im Teheraner Fußballstadion. Bericht auf der Kinderseite

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Auf der Kinderseite von PNN/Tagesspiegel („Die Welt durch Kinderaugen“) berichtet Nachwuchs-Reporterin Annabel Waschmann von einem unerhörten Ereignis in Teheran.

Zum ersten Mal nach fast 40 Jahren durften Frauen wieder ins Fußballstadion. In der streng religiösen Chomeini-Diktatur war das verboten worden. (Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie das linke Europa dem Islamisten Chomeini zujubelte, der den westlich orientierten Schah Reza Pahlevi stürzte, der seinerseits kein lupenreiner Demokrat war. Aber zur Modernisierungspolitik des Schahs gehörte auch der Plan, den Großgrundbesitz abzuschaffen und das Frauenwahlrecht einzuführen. Dazu kam es nicht mehr.)

Die große Menge der protestierenden Frauen und Männer wurde von der Polizei 15 Minuten vor Anpfiff  überraschend ins Stadion gelassen.

(PNN 25.6.18, p 17)

Gerne hätte ich in der Tagesschau die verschleierte Iran-Korrespondentin der ARD vor dem Stadiontor gesehen.

Zweimal Israel

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Heute Morgen darf FAZ-Israelexperte Jochen Stahnke wieder prominent von Israel erzählen. Er zeichnet ein düsteres Bild: Benachteiligung der nicht-europäischen Einwanderer, sie werden in den Negev verfrachtet, keiner von ihnen wäre bisher Ministerpräsident oder Verteidigungsminister geworden. Die Ungleichheit zwischen Reichen und Armen wüchse. Warum fehlt der Hinweis auf das Korruptionsverfahren gegen Nethanjahu?

Heute Morgen bleibe ich etwas länger an PNN/Tagesspiegel hängen. Das passiert selten. Sonst brauche ich keine fünf Minuten. Ich halte die linke Zeitung allein wegen der Lokal- und Regionalberichterstattung. Heute aber bekommt Richard C. Schneider eine halbe Seite für seine Sicht auf 70 Jahre Israel.

Schneider lässt nichts aus von dem, was Stahnke anführt. Er nennt den Rechtsruck in Regierung und Parlament und sogar die wuchernde Korruption, aber eben auch die außen- und wirtschaftspolitischen Erfolge. Wenn Stahnke von „Vertreibung“ der Araber schreibt, steht bei Schneider „Flucht und Vertreibung“. Wenn Schneider von der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem schreibt, fehlt nicht der Satz, dass Trump bekräftigt hat, dass Israelis und palästinensische Araber über den Status und die Aufteilung Jerusalems selbst verhandeln müssten. Bei Stahnke fehlt er.

Aber auch Schneider sieht Israels Zukunft pessimistisch.

Schneider war Studioleiter der ARD in Tel Aviv. Er hat gerade ein Buch geschrieben: „Alltag im Ausnahmezustand. Mein Blick auf Israel“. Das werde ich jetzt bestellen.

Er war 2006 bis 2015 ARD-Studioleiter in Tel Aviv, danach zwei Jahre für die ARD in Rom. Jetzt ist er freier Journalist.

Es ist nachvollziehbar, dass Auslandskorrespondenten nicht ewig in einem Land bleiben sollen oder bleiben wollen. Gleichwohl hinterlässt sein Weggang aus Tel Aviv eine Lücke. Die ARD aber wird froh sein, dass sie keine Hass-Kommentare mehr bekommt, in denen gefragt wird, warum ausgerechnet ein Jude über Israel berichten darf.

Matthias Oomen und seine Putztruppe

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Im Vergleich zum Parteifreund Matthias Oomen könnte einem die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth fast sympathisch erscheinen.

Oomen denunzierte kürzlich als einfacher Leserbriefschreiber mit Hilfe seiner Unterstützer im linken Berliner Tagesspiegel eine Leserbriefschreiberin, die sich über Zustände auf S-Bahnhöfen und in U-Bahnen beklagte. Für den Grünen Oomen ist sie  rassistisch usw. Außerdem behauptete er wahrheitswidrig, seine Jugend in Berlin verbracht zu haben.

Jetzt erhielt Oomen wegen dieses Verhaltens eine ironisch-zurückhaltende E-Mail aus Frankfurt am Main. Er schickt daraufhin „zuständigkeitshalber“ seinen Freunden von den Frankfurter Antifa-Faschisten die Adresse des Schreibers. Das gibt er auf seinem Twitter-Account auch bekannt.

Hier nachzulesen!

Womit sich Verkehrsexperte Oomen sonst noch beschäftigt.

Wenn Leser die Zeitung machen müssen: der Tagesspiegel

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Der Berliner Tagesspiegel braucht einen Leserbrief, um auf die Zustände in Berliner U-Bahnhöfen aufmerksam zu werden!

Der hier verlinkte Artikel ist ein Leserbrief! Immerhin ist das selbst ernannte Berliner Leitmedium dafür zu loben, dass es die Leser zu Wort kommen lässt.

(Als Kommentar wurde mein oben stehender Satz von der Zensur auf TS-Online nicht zugelassen.)

Kurze Zeit später veröffentlichte der Tagesspiegel auf der Leserbriefseite einen Kommentar des Lesers Matthias Oomen. Der sollte wohl stellenweise eine Satire sein, unter dem Motto „Früher war alles besser“. Die kritische Leserin stellt Oomen in die rechte, ausländerfeindliche Ecke. Online wird der Leserbrief dann in voller Länge veröffentlicht, versehen mit dem Hinweis, dass er Grüne(sic!) Mobilitätspolitik mache.

Oomen erwähnt auch eine Berliner Kindheit. Bei Wikipedia, in seinem Namensartikel, schreibt er, dass er Abitur in Baden gemacht hat und danach in NRW und MeckPomm für die Grünen tätig war. Kindheit in Berlin?

Oomen gilt als Verkehrsfachmann der Berliner Grünen. Sein Twitter-Auftritt ist gelegentlich umstritten. So forderte er, die Bombardierung Dresdens zu wiederholen.

Nachtrag: Oomen mobilisiert seine Antifa-Freunde gegen Kritiker

Die repressive Toleranz der grünlinken Medien

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Eine Überzeugung, die vielen grünlinken Meinungsmachern gleichzeitig gekommen sein muss, ist, dass die Rechten aus ihrer Opferrolle herauskommen sollten. Heute stellt das gerade wieder eine Tagesspiegel-Mitarbeiterin fest. (Sie schreibt von Konservativen.) Die Rechten könnten doch publizieren und reden. Roland Tichys Magazin „Tichys Einblick“ läge in den Kiosken aus und verkaufe sich gut. Sogar Spiegel und FAZ würden konservativen Meinungen zunehmend Raum geben.

Merkwürdig aber: es ist eine repressive Toleranz, die die Unbelangbaren der grünlinken Medien an den Tag legen. Denn sie fallen weiterhin über das her, was die „Rechten“ sagen und publizieren. Von Debatte oder Diskurs kann keine Rede sein.

Wenn Linksextremisten verhindern, dass an Universitäten über die Kriminalitässtatistik muslimischer Einwanderer gesprochen wird, genderkritische Aufsätze aus Fachzeitschriften fliegen oder Regierungen Demonstrationen gegen unkontrollierte Einwanderung mit Finanzierung (Thüringen) von und akiver Teilnahme (Ministerpräsidentin Dreyer) an Gegendemonstrationen privilegieren, spricht das nicht für Respekt vor der Meinungsfreiheit.

Die Reaktion auf die „Erklärung 2018“ spricht Bände. Alexander Wendt hat sie in Publico beschrieben. Zeit-Redakteur Martin Machowecz verhöhnt dagegen die Unterzeichner. Im NDR sieht ein Journalist eine braune Widerstandszelle gegen den Staat entstehen. Nachtrag 30.3.18: siehe auch Henryk Broder!

In der FAZ hat sich der Mitarbeiter Stefan Locke gleich mehrfach an Uwe Tellkamp abgearbeitet. Redakteur Rainer Hermann befindet heute, dass muslimische Theologen zugestehen würden, dass das Grundgesetz problemlos über dem Islam stehen könnte. Die ganze Islamkritik der Rechten wäre also aus theologischer Sicht unbegründet. Und dass eine rechtschaffene Muslima einem Ungläubigen keine Hand gäbe, das muss eine Gesellschaft wohl aushalten können. Dieser Redakteur will wissen, dass die Gründung des Staates Israel die arabische Welt destabilisiert hätte. Bei Thilo Sarrazin will er gelesen haben, dass Minderleistungen türkischer Schüler im deutschen Schulsystem auf Erbfaktoren zurückgingen.

Der FAZ-Salonkommunist Dietmar Dath preist Marx in gewohnt höchsten Tönen, diesmal als Bildungstheoretiker, dessen Ideale unter den Bedingungen der höchst ungleichen Verteilung des Eigentums, gar der zunehmenden Konzentration des Kapitals in Händen Weniger, nicht verwirklicht werden könnten. Die erzieherischen Leistungen von 70 Jahren Realsozialismus würdigt er mit keiner Silbe. Man ist das von Kommunisten gewohnt: Das System der UdSSR und der DDR hatte mit sem wahren Sozialismus ja nichts zu tun.

Dath zählt hier allerdings nicht als Beweis einer grünlinken Tendenz der FAZ. Ihn hielt man sich schon, als die FAZ noch rechtskonservativ war. Nur: die FAZ ist nicht mehr rechtskonservativ. Heute liegt Dath auf einer Linie mit der Tendenz des Blattes. Man könnte annehmen, dass jetzt ein betont konservativer Autor à la mode wäre. Aber der Blogger Don Alfonso, auf den die Rolle gepasst hat, verlässt auf Wunsch der Herausgeber den Verlag.

Der Tagesspiegel wie er leibt und lebt

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Das Posting ließe sich leicht verlängern: Der Tagesspiegel zieht, wie alle grünlinken Medien über die „Erklärung 2018“ her. Man echauffiert sich im Berliner Leitmedium über die Behauptung einer illegalen Masseneinwanderung. Die gäbe es nicht, nur Pegida und AfD würden diese Unwahrheit verbreiten. Der Journalist übersieht geflissentlich, dass die Illegalität inzwischen gerichtsnotorisch ist!

Nachtrag 11.4.18: Der Tagesspiegel erlaubt Vera Lengsfeld und Alexander Wendt, auf die Hetze von Caroline Fetscher gegen die Unterzeichner im Tagesspiegel zu antworten!

Kein Einzelfall:

Zensur Erklärung 2018
Gefunden auf Twitter


Die Ministerin hat eine Meinung zur Privatmeinung eines Schriftstellers

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Eva-Maria Stange, Ministerin für Wissenschaft und Kunst in Sachsen, früher SED und Lehrergewerkschaft der DDR, später SPD-Mitglied und Bundesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, hat sich zum „Fall“ des „neurechten“ Dresdner Schriftstellers Uwe Tellkamp geäußert: Der habe mit seiner Kritik an der Einwanderungspolitik von Frau Merkel seine „Privatmeinung“ geäußert. Die teile sie nicht. (nach Michael Klonovsky)

Die Staatsministerin widerspricht damit ihrem Ministerpräsidenten, der Tellkamps Meinung für zulässig hält.

Ob Stange qua Amt gesprochen hat und damit ähnlich wie die ehemalige Bundeswissenschaftsministerin Wanka unzulässig handelte, ist noch nicht bekannt geworden.

Tellkamps Diskussionsbeitrag (gekürzt transkribiert) auf Tichys Einblick

Nachtrag 13.3.: Mir gefällt die Transkription von Jürgen Fritz noch besser (Publikumsreaktionen werden erwähnt, übersichtlicher gegliedert). Man muss das lesen, um die Überheblichkeit der grünlinken Journalisten zu erkennen, die allesamt gegen Tellkamp anschreiben.

Thomas Rietzschel über die Reaktion aus dem Suhrkamp-Verlag

Vera Lengsfeld: Ein dubioses Recherchekollektiv produziert Fakes zu Tellkamps Äußerungen.

Die FAZ macht munter mit. Das Blatt für die klugen Köpfe untersucht seine früheren Bücher auf Rechtslastigkeit. Jegliche Hemmung lässt heute auch der linke Berliner Tagesspiegel fallen (Auf Seite 1 der Potsdamer Lokalausgabe PNN). Erst konstatiert Gerrit Bartels wehleidig, dass die Damen und Herren des linken „Gesinnungskorridors“ (Tellkamp) von Tellkamp angegriffen würden, weil sie nicht seiner Meinung wären. Dann aber meint er großzügig – ähnlich wie auch die FAZ – Tellkamp dürfe doch vor tausend Leuten seine Meinung sagen. (Was fehlt, aber bei Sarrazin immer als Argument für die herrschende Toleranz gegenüber abweichenden Meinungen ausgelegt wird: Er verdiene viel Geld mit seinen Büchern.)

Update 18.3.: Die FAZ legt noch ´ne Schippe drauf! Stefan Locke berichtet unter der Woche über den Herrn Tellkamp, am Samstag bekommt er den Kommentar auf Seite 1 für seine Tellkamp-Kritik. Am Sonntag darf er im Feuilleton kommentieren. Kollegin Julia Encke widmet sich Tellkamp ausgiebig in ihrem Buchmessen-Artikel. Darüber vergisst sie ihre Chronistenpflicht, über die linke Gewalt gegen die drei rechten Aussteller zu  genügen: Störung der Veranstaltungen, Pöbeleien, Rangeleien. Rainer Hank befindet in einem Faktencheck, dass T. voll daneben läge. Maxim Biller verwurstet Tellkamp schließlich in einer Satire. Tilman Spreckelsen hat sich in seinem Buchmessenbericht noch nicht entschieden: eingangs schreibt er, dass Tumulte ausgeblieben wären. Später heißt es, es hätte sie gegeben, sie hätten sich aber „in Grenzen“ gehalten. Welchen Nerv hat Tellkamp bei den FAZ-Schreibern getroffen?

Wahrscheinlich geht´s in den FAZ-Ablegern „Quartely“ und „Woche“ weiter. (Für die beiden macht die FAZ verzweifelt[?] ganzseitige Werbung. Heute, am Sonntag, kündet ein ganzseitiger Artikel in der FAS sogar davon, was demnächst in „Quarterly“ steht.)

Locke verkündet in allen seinen Stücken, dass die Rechten doch sagen dürften, was sie sagen wollen. Dass doch Meinungsfreiheit herrsche. Für die Rechten, aber auch für die FAZ. Dass die Rechten aufhören sollen, sich als Opfer zu inszenieren. Zeitgleich wurde dem österreichischen Identitären Sellner das Reden in der Speaker´s Corner in London verboten, der islamkritsche Journalist Tommy Robinson wurde in der Speaker´s Corner von Muslimen zusammengeschlagen.

Ich reibe mir ob dieser steilen These von Locke verwundert die Augen. Wie war das? Dunja Hayalis berüchtigte Pegida-Reportage? Sie veröffentlichte hinterher ihr Rohmaterial und man konnte sehen, welche Sätze von Teilnehmern sie ausgewählt hatte und welche nicht. Hayalis aggressiver Interviewstil: „Dann sind Sie also für…? Dann sind Sie also auch für…?“

Wie lange dauerte es, bis in Talkshows AfD-Vertreter eingeladen wurden und nicht nur über die AfD geredet wurde? Wie Moderatorin Slomka mit Alice Weidel umsprang und eine unpassende Tabelle hochhielt, als Weidel Zahlen zur Ausländerkriminalität nannte. Heinrich-Böll-Stiftung und Amadeu-Antonio-Stiftung legten Schwarze Listen von Rechten an, Henryk Broder und Roland Tichy werden als rechtsextrem eingestuft. Es wurde versucht, ihnen wirtschaftlich zu schaden. Ein kritisches Buch zur Masseneinwanderung und den Grenzen des Sozialstaats verschwand aus der Spiegel-Bestsellerliste. Autobahnabfahrten wurden gesperrt und Straßenbeleuchtungen abgeschaltet, um rechte Demonstrationen zu erschweren.

Wie war das auf den beiden Buchmessen? In Frankfurt organisierte der Börsenverein(!) eine Demonstration vor rechten Ausstellungsständen. Ein linker Schläger wurde in den Qualitätszeitungen als rechter Schläger ausgegeben. In Leipzig verbannt die Messegesellschaft die drei rechten Stände in die hinterste Ecke.

Ich erinnere mich noch daran, dass im rbb bisher vornehmlich über Gegendemonstrationen berichtet wurde und die Teilnehmerzahlen der anderen immer Sundermayerniedrig eingeschätzt wurden. Der rbb-Experte für Rechtsextremismus, Olaf Sundermeyer (sh. Bild), wurde zufällig gefilmt, als er sich daran beteiligte, einen islamkritischen englischen Reporter beim Filmen in Cottbus zu stören. Erstmals sind jetzt im rbb Interviews mit Bürgern zu hören, die an „rechten“ Demonstrationen teilnehmen und es gab eine vom Sender initiierte Bürgerversammlung, zu der Rechte eingeladen waren.

Haben Frau Encke, Herr Hank, Herr Locke ein kurzes Gedächtnis oder informieren sie sich nur aus der FAZ?

Wo bleibt der Osten?

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Das fragt heute der Aufmacher von PNN/Tagesspiegel. Die Medien verlängern wieder einmal das beliebte Narrativ von den fehlenden Ost-Eliten im nachrevolutionären Deutschland.

Mich erinnert die wiederholte Kampagne an das Projekt einer Kunstschaffenden-Truppe, die „Dritte Generation Ost“ zu kreieren. Die Aktivisten ernannten die um die Friedliche Revolution herum Geborenen zu Spätgeborenen der DDR anstatt zur ersten postsozialistischen Generation. Unter reger Anteilnahme der Medien veranstalteten sie Theateraufführungen, Diskussionsrunden, Tagungen. Sie forderten die Schaffung einer Dritte Generation West. Der Austausch zwischen diesen Generationen hätte natürlich reichlich weiteren Stoff für Symposien, Studien und Projektwochen geliefert. Kein Wunder, dass die Geschäftsführerin für ihr Projekt Staatsknete forderte.

(Der Eindruck, der erweckt worden war, dass ohne das Projekt die DDR-Aufarbeitung unzureichend wäre, traf nicht zu.) Glücklicherweise ist es still geworden um die Gruppe.

Jetzt also, 29 Jahre nach der Friedlichen Revolution will die SPD einen ostdeutschen SPD-Bundesminister. (Das Thema war auch schon 2016 und 2017 beliebt.)

Klappt es mit dem angeblich ausbleibenden Aufschwung Ost deshalb nicht, weil in der Bundesregierung ein ostdeutscher Minister fehlt? Von den diversen Ost-Beauftragten der Bundesregierung hörte man nie viel und wenn, nicht nur Lobenswertes. Zur Erinnerung:

  • Bisherige ostdeutsche Bundesminister: Günter Krause, Claudia Nolte, Manuela Schwesig, Manfred Stolpe, Wolfgang Tiefensee, Johanna Wanka
  • Bisherige ostdeutsche Bundeskanzler: Angela Merkel
  • Bisherige ostdeutsche Bundespräsidenten: Joachim Gauck

Wieso eigentlich ostdeutsch? Es müsste doch heißen: thüringisch! sachsen-anhaltinisch! mecklenburg-vorpommerisch! brandenburgisch! sächsisch! Warum soll ein Sachse einem Mecklenburger vorgezogen werden? Da sollte man an ein Rotationsmodell denken.

Es ist überheblich, eine ostdeutsche Repräsentanz im Bundeskabinett für die SPD zu beanspruchen. Bei der Bundestagswahl 2017 lag die Partei in Ostdeutschland an vierter Stelle, hinter CDU, AfD und Linkspartei!

Sind wir genderpolitisch und multikulturell nicht auch schon weiter? Müsste es nicht eher einen sachsen-anhaltinischen Transgendermann geben statt einer heterosexuellen brandenburgischen SPD-Politikerin? Der Tagesspiegel enttäuscht, weil er kein kritisches Wort dazu findet. Schließlich hat er eine Gender-Redaktion, die sonst die Interessen Andersgeschlechtlicher zu wahren weiß.

Hinter dem Ruf nach einem Ostdeutschen mit dazugehöriger Mentalität(!) steht das Gefühl, Ostdeutsche würden bei der Besetzung ostdeutscher Führungspositionen übersehen.

Der hohe Anteil Westdeutscher an Führungspositionen in den neuen Bundesländern lässt sich begründen: Wenn man, sagen wir 1980, in Ostdeutschland geboren wurde, könnte man jetzt die beiden juristischen Staatsexamina bestanden, schon mehrere Jahre Berufspraxis haben und verbeamtet sein. Der Zeitpunkt, an eine Bewerbung als Gerichtspräsident, gar als Bundesrichter, zu denken, rückt näher. So viel zum westdeutschen „Kolonialismus“.

Die letzten in der DDR ausgebildeten Kader gehen jetzt nach 25 bis 30 Jahren in den Ruhestand. Erst danach beginnt eine postsozialistisch ausgebildete Generation die Berufspraxis.

Wie hätte es anders laufen sollen? Der Leiter der Oberfinanzdirektion Dresden? Die Vorsitzende Richterin am Landgericht Neuruppin, der Präsident des brandenburgischen Landesrechnungshofes? Es galt, die Jahrhundertaufgabe der Übertragung des westdeutschen Rechts-, Steuer- und Wirtschaftssystems zu stemmen. Lag es da nicht nahe, westdeutsche Fachleute für diesen Aufbau zu holen? (Auch mit dem Risiko, dass es darunter Versager gibt.)

Was wir nicht vergessen sollten: die Elitenkontinuität im Osten, nicht zuletzt in Brandenburg.

 

„Das schweigende Klassenzimmer“ wurde verfilmt

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In Medienkiste über die DDR ist auch das Buch „Das schweigende Klassenzimmer“ enthalten. Es freut mich, dass mein vor zehn Jahren abgegebener Lesetipp jetzt verfilmt wurde.

Die Kritik der FAZ ist verhalten positiv. Am besten findet der Filmkritiker, dass bei der Ausstattung (Bekleidung, Möbel usw.) das Ambiente der DDR exakt getroffen wurde. (Für Cineasten eine fast schon vernichtende Kritik.)

Den Vogel schießt wieder einmal der linke Berliner Tagesspiegel ab. Tagesspiegel-Filmexpertin Kerstin Decker wacht darüber, dass der DDR kein Unrecht angetan wird.

Journalistin Decker sieht schon in der allerersten Filmsekunde des „Schweigenden Klassenzimmers“, wohin das Machwerk führe: in den schlimmen Westen. Ihre Überschrift verrät, dass die jungen Leute eigentlich keinen politischen Widerstand leisten: „Vom Westen verführt“ wären sie.

Bei der hervorragenden Serie „Weißensee“ lobte sie, dass endlich einmal der Stasi Gerechtigkeit widerfahre. Den Kommunisten der ersten Stunde, wie im Film dem MfS-Oberst Kupfer, würde ihre Würde wiedergegeben.

Nachtrag 23.3.18: Jetzt endlich habe ich mir den Film angesehen. DDR-Sympathisantin Dr. Decker muss der Film masslos geärgert haben. Sie ist bis heute im Kalten Krieg stecken geblieben: Nicht nur, dass der Westen, konkret: der RIAS, die jungen Leute verführt hat. Sie legt in einem zweiten(!) Text nach: Die verführten Abiturienten wären im Westen hoch willkommene Flüchtlinge gewesen, während Flüchtlinge heute… Damals waren die Schüler Helden im Kalten Krieg, heute im Kino. Im Kalten Krieg dürfen die Sieger von 1933 einmal über die Verlierer lachen.

Es wäre doch der RIAS gewesen, der die Ostler aufgehetzt hätte, der die Falschmeldung vom Tod des ungarischen Fußballhelden erfunden hätte. Und doch geht der gute Ostblock unter. Wie ungerecht!

Wer nur sieht, dass die Freiheit über die Diktatur triumphiert hätte, ist in Dr. Deckers Augen geistig schlicht. Die Kommunisten waren die Besseren. Sie haben nie einen Fehler gemacht. Sie waren „strukturell“ unfähig zum Verrat. Sie besaßen die „höhere Moral“. Sie wollten für ihre Kinder ein besseres Leben. Wenn da nicht der böse Westen wäre…

Sogar den Schulbau der DDR bringt sie lobend unter: Die Kurt-Steffelbauer-Oberschule in Storkow, der Originalschauplatz, „… der erste Schulneubau der DDR nach dem Krieg, … gut versteckt hinter märkischen Kiefern. Vor allem aber am See. Eine Schule direkt am See, kein strenges Gebäude, sondern vier Pavillons mit Freiluftinseln und einem überdachten Wandelgang dazwischen. Man konnte im Sommer draußen unterrichten, das Gegenteil einer Erziehungskaserne.“ Was waren das für undankbare Schüler, die das nicht würdigen konnten, sondern Konterrevolutionäre wurden!  Was Decker unterschlägt: Dieses Gebäude war noch im Geist der Reformpädagogik gebaut worden. Die Reformpädagogik war mit Beginn der 50er Jahre dem DDR-Schulsystem gründlich ausgetrieben worden. Die sozialistische Einheitsschule wurde durchgesetzt.

Wie ideologisch verbohrt die Tagesspiegel-Journalistin ist, erkennt man, wenn man im Vergleich zu ihren Einlassungen die Inhaltsangabe des Buches bzw. des Films auf http://www.jugendopposition.de liest.

Tagesspiegel-Filmexperte Joachim Huber kritisierte einmal, dass die Stasi-Leute im Film „Westflug“ so einfältig gezeichnet waren. Da blieben doch „historische Gerechtigkeit“ und „strukturelle Genauigkeit“ auf der Strecke. So könne das nicht weitergehen. Es würde in Spielfilmen nicht unterschieden zwischen der frühen, der mittleren, der späten DDR.

Was der Journalist Huber anscheinend nicht weiß: Die ihm so sympathisch erscheinende Frühphase der DDR war die brutalste. Da wurden Menschen von der Straße weggeholt, zum Tod „verurteilt“ und in Moskau erschossen. Die Sozialdemokratie wurde mit der KP zwangsvereinigt, SPD-Mitglieder aber auch ins Zuchthaus geworfen und Bauern durch Zwangsenteignung in die Republikflucht, den Selbstmord oder in die LPG getrieben. Schön war die Zeit!

Journalistin Dr. Decker sieht schon in der allerersten Filmsekunde des „Schweigenden Klassenzimmers“, wohin das Machwerk führe: in den schlimmen Westen. Ihre Überschrift verrät, dass die jungen Leute eigentlich keinen politischen Widerstand leisten: „Vom Westen verführt“ wären sie.

Filmfrau Decker kennt sich im Sozialismus aus: Sie glaubt, dass das „Experiment Sozialismus“ wegen der Demontage der Russen nicht klappen konnte. (Warum klappt der Sozialismus auch da nicht, wo die Russen nicht demontiert haben?)

Dr. Decker ist Absolventin des berühmt-berüchtigten „Roten Klosters“, der SED-Journalistenschule an der Leipziger Universität. Bei vielen, die nach der Friedlichen Revolution Karriere gemacht haben, hinterließ die Rotlichtbestrahlung keine Wirkung. Bei Decker schon.

Es war nicht die erste Flucht einer Schulklasse aus der DDR. Bereits im Juni 1950 baten 25 Schüler der Potsdamer Einstein-Oberschule in West-Berlin um politisches Asyl. Sie hatten sich u.a. geweigert, der FDJ beizutreten. Daraufhin wurde die gesamte Oberstufe der Schule aufgelöst. (Quelle: jugendopposition.de)