Stasi

Die Stasi-Giesskanne

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Diese beiden Objekte fand ich im Berliner Spionagemuseum:

Eine Gießkanne, wie sie 1982 bei der Beerdigung von Robert Havemann eingesetzt wurde, um unauffällig Teilnehmer zu fotografieren.

Stasi-Gießkanne

Der „Überwachungs-Trabi“: In der Seitentür waren Infrarotstrahler eingebaut, die durch die Lackierung der Wagentür blitzen konnten, für Menschen unsichtbar. (Im Museum ohne Türlackierung!)

Spionage-Trabi

Der für das menschliche Auge nicht wahrnehmbare Blitz unterstützte eine in der Nähe versteckte Infrarotkamera (Kosten 210.000 Mark). Die Fotos wurden auch bei schlechter Sicht, etwa durch Luftverschmutzung, sehr scharf.

 

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Aleksander Radler: Pfarrer, Theologieprofessor und 25 Jahre Stasi-Spitzel

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Wikipedia: Aleksander Radler

Erich Mielke: 1993 wegen Doppelmords 1931 verurteilt

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Flott geschriebene Kurzbiographie: Stasi-Chef Mielke

Das Landgericht Berlin verurteilte Mielke 1993 wegen der 1931 verübten Erschießung zweier Polizisten als Mörder zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren, von der er vier Jahre absitzen musste.

War der BND in Richtung DDR schlafmützig oder nicht?

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Das im u.a. Link zu findende Interview führte der Spiegel-Mitarbeiter Klaus Wiegrefe 2017 mit dem Historiker Rolf-Dieter Müller. Müller hatte im Auftrag des BND die Geschichte des Dienstes erforscht.

Aber nicht nur des Themas wegen ist der Artikel lesenswert. Er enthält auch berufstypische Techniken des Journalisten: Zuspitzung, Übertreibung, Fehlurteile. Müller antwortet mit bewundernswerter Zurückhaltung.

„Der BND hat alle größeren Krisen verschlafen“ (Der Spiegel 2017)

Ausgerechnet Wiegrefes Blatt berichtete 10 Jahre zuvor, dass die Stasi voller Hochachtung über den BND war: Stasi-Lob für den BND (Der Spiegel 2007)

Linksextreme Parallelgesellschaften

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Wenn in den Weiten Vorpommerns oder Brandenburgs ein Bauernhof oder eine Gaststätte zu einem Treffpunkt von Rechtsextremen wird, schlagen die Rechtsextremismusexperten der Mainstreammedien Alarm. Nicht selten gibt es auch Lichterketten oder die örtliche Pfarrerin geißelt die AfD in ihrer Predigt (Gerade im rbb gesehen.)

Dagegen werden die gut vernetzten und teilweise von Kommunen finanzierten „linksalternativen“ Zentren als Großstadt-Folklore betrachtet. Auch wenn, wie in der Berliner Rigaer Straße ständig die Nachbarn belästigt werden und Steine auf Polizeiautos fliegen.

In einem Freiburger alternativen Kulturzentrum sitzt die Schaltstelle für die linksextreme Internetplattform indymedia. (Nach dem Verbot durch den Bundesinnenminister ist Indymedia längst wieder unter einer anderen Adresse aktiv.) Die Miete in Freiburg zahlt die Stadt.

Nun musste die Bundesregierung eine AfD-Anfrage zur Zahl solcher linksextremer Zentren beantworten. 51 linksextremistisch genutzte Immobilien zählt die Bundesregierung. Weitere könne sie aus sicherheitspolitischen Gründen nicht nennen.

Fünf Bundesländer, darunter Brandenburg und NRW, fehlen. Dabei sind mindestens 12 in NRW notorisch. Auch Potsdam fehlt dann natürlich. Wenn die alle vom Verfassungsschutz beobachtet werden, ist das allerdings beruhigend.

nach philosophia perennis

Nachtrag: Besonders erschreckend: In München ist eine Art Stasi unterwegs. Ein von der Stadt München finanziertes linksextremes Netzwerk fotografiert nicht-linke jeglicher Couleur, sammelt Daten über sie und schüchtert sie ein: Wie der Linksextremismus vom Staat systematisch gefördert wird.

Vierte Staffel Weissensee: Großartiges Finale

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Die Familie Kupfer in den Wirren der Wende.

Die sog. Wende wohltuend anders als sonst. Aber diese Staffel wirkt nicht so überfrachtet wie die dritte. Aber erfreulicherweise werden Dinge erwähnt, die anderswo gerne ausgeblendet werden:

Die Stasi-Seilschaften, die Altkader in der Treuhand, wie SED-Bonzen das „Volksvermögen“ verschwinden ließen, wo die Stasi-Täter untertauchten (Mallorca), wie Kader und Kapitalisten zusammenfanden.

Dass Bösewicht Stasi-General Falk Kupfer am Schluss erschossen wird, mag aus dramatischen Gründen nötig gewesen sein. Realistischer wäre gewesen, wenn er seine West-Karriere fortgesetzt hätte.

 

„Sie sprechen mit der Stasi“

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In den Tonarchiven des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit (BStU) lagern Mitschnitte von Telefonanrufen bei der Stasi und Mitschnitte von Verhören. Daraus hat Andreas Ammer für den WDR 2017 eine ca. einstündige Collage montiert, unterlegt von Trompeten- und Posaunenklängen eines Musikers, der sich FM Einheit nennt: „Sie sprechen mit der Stasi“. Da denunzieren Bürger ihre Nachbarn, Westdeutsche warnen besorgt vor illegalen Einfuhren von Geld und Pornos in die DDR, einer will mit seinen Anrufen die Leitung des Ministeriums blockieren.

Es ist keine Dokumentation, sondern vor allem wegen des elektronischen Klangteppichs ein Kunstwerk. Und gut für Unterricht geeignet.

Ein „Mosaik der Unmenschlichkeit“ nennt es Die Welt.

In der Mediathek des WDR ist das Hörspiel derzeit noch zu hören. Ansonsten bietet der Hörverlag (Randomhouse/Bertelsmann) für 10,95 € den Download, für 14,99 € die CD an.

Kippt jetzt das NetzDG?

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Das Bundesverfassungsgericht hat zu Gunsten eines ehemaligen Stasi-Obristen entschieden. Der hatte sich beklagt, dass ein von der SED hingerichteter Regimegegner rehabilitiert worden war:

Die Meinungsfreiheit gelte unabhängig davon, ob die Äußerungen sich als wahr oder unwahr erweisen, ob sie begründet oder grundlos, emotional oder rational sind.

Mehr dazu hier!

Update Juli 2018

Stasi-Unterlagen gehören ins Bundesarchiv, meint Jochen Staadt

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Der Historiker Jochen Staadt setzt sich in einem Artikel in der FAZ vom 22.1.18, p 6, „Die Schwarzmaler. Erfahrungsbericht mit der Stasi-Unterlagenbehörde“ sehr kritisch mit der Arbeit der Behörde auseinander.

Aus seiner Sicht, der des Historikers, der die Stasi-Unterlagen als Quelle benutzen will, gibt es erhebliche Defizite.

Es sei nicht gelungen, die Materialien fachgerecht zu erschließen, die Behörde wisse selbst nicht, was sie besitze. Als Beispiel nennt er die Kurras-Akte. Frau Birthler hatte den späten Fund damit entschuldigt, dass niemand die Behörde danach gefragt hätte. Das lässt Staadt nicht gelten. Ein Archiv müsse wissen, was es habe und selbst aktiv werden, wenn in der Öffentlichkeit Namen genannt würden.

Angefragte Akten existieren angeblich nicht, obwohl auf sie in externen Quellen hingewiesen wird. Das Bundesarchiv teile mit, welche Akten neu erschlossen wurden. Einen solchen Dienst gäbe es nicht. Forscher müssten lange Wartezeiten in Kauf nehmen, bevor sie an Akten herandürfen.

Der Nachfolger einer Aktenverwalterin findet zu einer Suchanfrage eines Wissenschaftlers weitaus mehr Quellen als diese. Bei Aktenkopien hätten die Bestelldaten gefehlt, so dass der Bezug erneut herausgesucht werden musste. Es hätte Ablehnungen der Herausgabe gegeben, die erst mit der Behördenleitung geklärt werden mussten.

Im Bundesarchiv und im Archiv des Auswärtigen Amtes dürften Forscher Archivgut mit dem Handy fotografieren. Als eine Forscherin das bei der Stasibehörde machte, erhielt sie Hausverbot.

Am schlimmsten aber wäre die „Schwarzmalerei“. Über 400 Angestellte seien damit beschäftigt, Stellen zu schwärzen, die nicht öffentlich werden dürften. Staadt zählt genüsslich auf, was darunter fällt: Das Geburtsdatum von Helmut Schmidt, die Namen von bei der DDR akkreditierten Botschaftern, der Nachname von Horst Mahler, 70 Jahre alte DDR-KfZ-Kennzeichen. In manchen frei gegebenen Kopien sei fast alles schwarz. Manche Schwärzungen seien in externen Quellen aber im Klartext lesbar.

Die herausgegebenen geschwärzten Kopien kopiert die Behörde noch einmal für ihre Unterlagen.

Staadt plädiert dafür, die Stasiakten den Archivprofis des Bundesarchivs zu übergeben.

Bisher wird m. W. von Seiten der Behörde dagegen eingewandt, dass eine zwar abnehmende, aber immer noch erhebliche Zahl von Antragstellern Einsicht in ihre Akte nehmen wollen. Diese Arbeit gehöre nicht ins Bundesarchiv. Außerdem müsse Rücksicht genommen werden auf Persönlichkeitsrechte und denkbare juristische Auseinandersetzungen.Die Akten seien, anders als die Akten des Bundesarchivs, illegal, durch geheimdienstliche Bespitzelung zustandegekommen.

Die Stasi-Unterlagen seien vor allem für Betroffene da und nicht wie die Staatsarchive für jedermann.

Der Text wurde durch Inromationen aus Leserbriefen zum Thema am 3.2.18, p 25, ergänzt.

 

Im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen

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Webseite der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Es gab in der DDR 17 Stasi-Gefängnisse. Sie wurden nirgendwo erwähnt und standen außerhalb des gesetzlich geregelten Stafvollzugswesens des „Rechtsstaates“ DDR.