Stalin

Sandarmoch: Gedenken des Roten Terrors in Zeiten Putins

Gepostet am Aktualisiert am

Im russischen Teil Kareliens, zwischen St. Petersburg und den Solowjezkij-Inseln im Weißen Meer, liegt  Sandarmoch. Allein hier hat Stalin 1937 Tausende Menschen erschießen und verscharren lassen. Ein ganzes Dorf wurde hier liquidiert, über 1.000 Insassen des von Lenin eingerichteten KZ auf den Solowjezkij-Inseln wurden hier erschossen.

Die von Putin noch nicht restlos aufgelöste Menchenrechtsorganisation Memorial hat über die Jahre eine Gedenkstätte geschaffen. Jährlich kommen Nachfahren der Ermordeten. Anfang der 90er Jahre, als es noch so aussah, dass Russland ein demokratisches Land werden würde, ließ die Regionalregierung eine Straße zu dem Fundort bauen. Auch Archive waren offen zugänglich.

Vertreter der Regionalregierung kommen nicht mehr zur Gedenkfeier, Lautsprecher werden nicht mehr zur Verfügung gestellt. Inzwischen sitzt der tatkräftige Memorial-Mitarbeiter in Haft. Man wirft ihm Pädophilie vor.

Die Toten von Sandarmoch wären sowjetische Kriegsgefangene, von Finnen erschossen. So geht das neue Narrativ.

Stalin wird in Russland (wieder) verehrt. Putin hat nichts dagegen.

(nach „Der alte Menschenfresser, FAZ v. 7.8.17, p 5)

Da wäre es doch an der Zeit, dass Frau Dr. Wagenknecht ihre alte Stalin-Eloge recycelt und der FAZ zum Abdruck gibt. Die Linkspartei lädt in den brandenburgischen Landtag ein zum Symposion über den Hitler-Stalin-Pakt im Lichte neuerer Erkenntnisse. Matthias Platzeck enthüllt in Potsdam auf dem nächsten Gedenktag zur Befreiung Deutschlands durch die Rote Armee einen Gedenkstein für den genialen Feldherrn und Befreier vom Faschismus. Dann liest er den Brief des großen Führers an die Deutsche Nation vor:

„Die Erfahrung des letzten Krieges hat gezeigt, dass das deutsche und das sowjetische Volk die größten Opfer gebracht haben, dass diese beiden Völker die größten Potenzen in Europa zur Vollbringung großer Aktionen von Weltbedeutung besitzen. Wenn diese beiden Völker für den Frieden mit der gleichen Anspannung kämpfen, mit der sie den Krieg führten, so kann man den Frieden in Europa für gesichert halten.“
Quelle des Zitates: http://www.berliner-zeitung.de/16380158 ©2017

 

„Stalin war ein Verbrecher“: Ist dieser Satz rechtspopulistisch?

Gepostet am Aktualisiert am

„Extrem aufgeladen“ (zur Gänze lesen ist kostenpflichtig) heißt der Artikel (in der Printausgabe) von Verena Hasel im Berliner Lokalblatt Tagesspiegel. Es geht um Demonstrationen antifaschistischer Gutmenschen vor der Praxis eines Zahnarztes in Berlin-Weißensee. Der Mann wird bekämpft, weil er Politiker der AfD ist.

Ein Foto, das etwa ein Drittel der Seite einnimmt, zeigt Transparente von Antifaschisten, die ein nazi-freies und AfD-reines Weißensee fordern. Der Text unter dem Foto beginnt mit dem Wort „Straßenreinigung“. Den Rest des Beitrags lesen »

Über Stalins brutale Kriegsführung: Daniel Granin, Mein Leutnant

Gepostet am Aktualisiert am

„Die Wahrheit über Stalins Kriegsführung“ überschreibt Vera Lengsfeld ihre Rezension des Buches „Mein Leutnant“ von Daniel Granin.

Der russische Schriftsteller beschreibt, was viele Jahrzehnte tabu war, was auch die verbündeten Alliierten, die davon Kenntnis hatten, verschwiegen, was aber die einfachen Soldaten wussten: Anfänglich fehlten Uniformen und Waffen. Soldaten wurden ohne Waffen gegen die Wehrmacht gehetzt. Mit riesigen Verlusten wurden sinnlose Verteidigungsstellen gehalten. Verheizt wurden die Soldaten von ihrer Führung bis zuletzt.

(nach einem Hinweis von Vera Lengsfeld auf Achgut)

Das Buch gibt es auch als E-Book bei Amazon.

Der linke Antisemitismus: Stalin lässt grüßen

Gepostet am Aktualisiert am

Linktipp: Der Hass der Linken auf Israel und seine sowjetischen Wurzeln und Teil 2: „Ist der linke Israelhass heilbar?“

Als wohl vergeblicher Lesetipp für diejenigen, die glauben, beim Anblick von Herrn Gauland an den Holocaust erinnern zu müssen.

 

BBC-Doku über Stalin: Inside the Terror

Gepostet am

Die Dokumentation Stalin: Inside the Terror von 2013 gehört zum Besten, was es dazu gibt.

Ich glaube mich zu erinnern, dass es die auch einmal mit deutschem Text gab. Nur wo? Aber es bedarf keines perfekten Englisch. Ein wenig Geschichtskenntnis kann nichts schaden, dann versteht man eine Menge.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ins Massengrab

Gepostet am Aktualisiert am

Eine fast vergessene Aktion aus der unmittelbaren Nachkriegszeit beschreibt der FAZ-Korrespondent für Südosteuropa, Karl-Peter Schwarz: „Eine schändliche Operation“

Sechs Millionen Sowjetbürger wurden in den letzten Jahren des Krieges und kurz danach repatriiert, also Stalin ausgeliefert. So war das in Jalta vereinbart worden. Dazu zählten vor allem die Zwangsarbeiter/-innen, die die Deutschen aus den besetzten Ostgebieten nach Deutschland geholt hatten, ebenso die Soldaten, die die Kriegsgefangenschaft bei den Deutschen überlebt hatten. (Von den ca. sechs Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen ließen die Deutschen etwa die Hälfte verhungern, erfrieren oder ermordete sie.) Dazu kamen Soldaten der Wlassow-Armee, die mit den Deutschen gegen die Sowjetunion gekämpft hatten. Auch einige tausend Russen, die keine Sowjetbürger waren, wurden ausgeliefert. Die West-Alliierten wussten, dass es unter Stalin das „big killing“ geben würde, wie es der US-Kriegsminister nannte. Aber da sich viele westalliierte Soldaten noch in sowjetisch besetzten Gebieten befanden, war man gefällig. Stalin hatte schon einige alliierte Soldaten mit russischen Wurzeln erschießen lassen.

Er hatte angeordnet, dass jeder Sowjetbürger, der in Kriegsgefangenschaft geraten war, als „Verräter“ behandelt werden sollte, d. h. er würde vom NKWD erschossen werden. Schon vor dem Mai 1945 hatte der NKWD die Planung von Lagern begonnen.

Die Kosaken hatten mit dem Einmarsch der Hitlerarmee gehofft, sie könnten den Kampf gegen die Bolschewisten gemeinsam mit Hitler führen. Der wollte davon nichts wissen, ähnlich wie bei den ukrainischen Freiheitskämpfern. Die Kosakenarmee wurde zuletzt zur Bekämpfung der kommunistischen Partisanen in Jugoslawien eingesetzt.

Im Mai 1945 befanden sich in Kärnten und Osttirol ca. 25.000 Kosaken, Soldaten, Offiziere und ihre Familien. Dazu kamen Menschen aus dem Kaukasus sowie Ukrainer der SS-Division „Galizien“, einige tausend antikommunistische Bosniaken, Kroaten und Slowenen, die vor den Partisanen Titos geflohen waren. Innerhalb von nur vier Wochen verluden die Briten ca. 15.000 Menschen, Männer, Frauen und Kinder auf Lkws und brachten sie zu Übergabepunkten.

Ein britischer Soldat sprach von einer „schändlichen Operation“. Britische Soldaten sollen mit Tränen in den Augen auf die Menschen, die passiven Widerstand leisteten, eingeschlagen haben. Tausende flohen unter den Schüssen der Briten in die Tiroler Berge, Männer töteten sich selbst, Frauen sprangen mit Kindern von Brücken in Flüsse.

Die westlichen Alliierten wollten Stalin um jeden Preis bei Laune halten, daher hielten sie sich an die Abmachung, auch wenn die Moral der eigenen Leute darunter litt und Menschen lieber Selbstmord begingen als Stalin in die Hände zu fallen. Einzig US-General Patton hatte 5.000 sowjetische Kriegsgefangene, die in seinem Gewahrsam waren, ungefragt freigelassen. Ca. 500 Soldaten der unter den Deutschen kämpfenden „1. Russischen Nationalarmee“ erbaten am 3.5.45 in Liechtenstein politisches Asyl. Sie wurden vom liechtensteinischen Fürsten Franz Josef II. nicht ausgeliefert.

Ca. 200.000 Jugoslawen, die in Hitlers Armee gekämpft hatten, waren im britischen Teil Österreichs interniert. Sie wurden jugoslawischen Partisanen übergeben. Man hat in Slowenien und Kroatien ca. 600 Massengräber entdeckt und vermutet noch weitere 900.

Siehe auch: Jörg Baberowski, Verwüstetes Land: Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg, in: Deutschland Archiv, 22.5.2015, http://www.bpb.de/207010

Der kausale Nexus

Gepostet am Aktualisiert am

Stalin ließ 1940, nachdem Polen zwischen ihm und Hitler aufgeteilt worden war, 25.000 polnische Offiziere und hohe Beamte erschießen, darunter in Katyn, in der Nähe von Smolensk, allein 4.000. Die Russen, vor allem Stalin selbst, hatten nicht vergessen, dass Polen noch Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gegen die Sowjetunion gekämpft und Teile der Ukraine polonisiert hatte, die Russland als  russische Erde betrachtete.

Die Deutschen, nachdem sie im Krieg gegen die Sowjetunion das Gebiet 1941 besetzt hatten, entdeckten die Massengräber. Sie ließen eine internationale Kommission unter Leitung des Roten Kreuzes einfliegen. Die wies nach, dass unzweifelhaft die Bolschewisten den Massenmord begangen hatten. In den Fälscherwerkstätten des NKWD wurde jetzt fieberhaft daran gearbeitet, zu beweisen, dass die Deutschen 1941 die Mordaktion durchgeführt hätten.

Um Stalin nicht zu verärgern, stimmten die britischen und amerikanischen Allierten 1945 in der Potsdamer Konferenz, wider besseres Wissen zu, den Deutschen die Schuld anzulasten. Alle russischen Regierungen bis hin zu Gorbatschow blieben dabei. Erst spät gab Gorbatschow zu, was alle Welt längst wusste. Putin wiederum meint, frei übersetzt: „Habt euch nicht so, im Wald bei Katyn liegen mehr tote Russen als Polen.“

Nun legt eine deutsche Historikerin Claudia Weber ein Buch vor („Der Krieg der Täter“), in dem sie die steile These vertritt, die Russen hätten das nachgemacht, was die Deutschen ein halbes Jahr vorher in ihrem Teil Polens genauso gemacht hätten. Direkt nachweisen kann sie nicht, dass Geheimdienstchef Berija, der Stalin die Mordaktion vorgeschlagen hatte, sich von den Deutschen inspirieren ließ. Musste er das überhaupt? In der kurzen Spanne der sowjetischen Herrschaft über Ostpolen 1940/41 waren ca 150.000 polnische Soldaten in sowjetischer Gefangenschaft gestorben. Stalin ließ 1937 800.000 Russen erschießen, Anfang der 30er Jahre Millionen Bauern verhungern. Lenin hatte schon zu Beginn der bolschewistischen Herrschaft tausende Priester erschießen lassen. Das mussten die Russen nicht von den Deutschen lernen. Was die Zahl der Toten angeht, lag Stalin 1940 um den Faktor 100 vor Hitler. Wenn man Kriegstote außer Acht lässt, ist es das Viertausendfache.

Professor Webers Versuch, letztlich doch den Deutschen den Massenmord von Katyn in die Schuhe zu schieben, ist die Umkehrung des kausalen Nexus` Ernst Noltes. Der hatte vor ca, 40 Jahren geschrieben, den faschistischen Verbrechen sei die Oktoberrevolution vorangegangen. Die Machtergreifung der Bolschewisten sei der eigentliche Auslöser gewesen. Dem „Rassenmord“ der Nazis sei der „Klassenmord“ der Bolschewisten vorangegangen.

Marx zitierte einmal Hegel und ergänzte ihn sogleich: Alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen würden sich zweimal ereignen. Hegel habe vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.

Auch wenn Nolte für seinen „Nexus“ von Bolschewismus und Faschismus als Wissenschaftler und Mensch zur Unperson gemacht wurde, gäbe es einiges unter dieser Prämisse zu erforschen, bei der Nolte-Wiedergängerin Weber ist er eine Farce.

Den Rest des Beitrags lesen »

Stephen Kotkin, Stalin

Gepostet am

Jörg Baberowski ist begeistert vom ersten Band der auf drei Bände angelegten Stalin-Biographie Kotkins: „Paradoxes of Power“. (FAZ 13.1.15, p 10)

Der erste Band erzählt weniger von Stalin als von den ersten Jahren der bolschewistischen Herrschaft. Lenin hätte keinen Plan gehabt, er wäre kein Stratege gewesen. Die Bolschewisten, die unter dem Zaren in Gefängnissen, in der Verbannung, im Untergrund gelebt hätten, hätten keine Ahnung davon gehabt, wie man einen Staat regiert. Sie konnten sich ihrer Herrschaft nicht sicher sein, hatten Angst, jederzeit zu verlieren. Sie herrschten durch Raub und Umverteilung, durch Einschüchterung und Terror. So konnten sie sich schließlich im Bürgerkrieg durchsetzen. Von diesen ersten Jahren sei die Sowjetunion dauerhaft geprägt worden: Misstrauen, Gewalt, Angst, Terror.

Stalin verstand es, Intrigen zu spinnen und Konkurrenten auszuschalten. Er war ganz nach dem Geschmack Lenins. Kotkin verweist die oft erzählten Spannungen zwischen Lenin und Stalin ins Reich der Märchen.

Ausstellung „Der große Terror in Potsdam“

Gepostet am Aktualisiert am

Im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte wurde gestern Abend die Foto-Ausstellung „Der Große Terror 1937-1938“ eröffnet, eine Dokumentation des polnischen Fotografen Tomasz Kizny. Sie soll nach Polen, Frankreich und der Schweiz jetzt zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sein.

Die Brandenburger Wissenschaftsministerin Kunst begrüßte, dass die Ausstellung gerade in Potsdam gezeigt werde. Für Ostdeutschland sei die Aufarbeitung des stalinistischen Terrors wichtig. Nicht nur in Russland, auch in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands hat es Lager gegeben. Das Potsdam der DDR-Zeit war mit dem MfS-Untersuchungsgefängnis in der Lindenstraße und dem KGB-Gefängnis in der Leistikowstraße eng mit dem sowjetischen Terror verbunden. Der Direktor des Museums erzählte von den Bedenken im Vorfeld. So sei gefragt worden, ob sie gerade jetzt sein müsse, wo man der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee gedenke und überhaupt, angesichts des Holocausts verbiete sich der Verweis auf Schandtaten anderer. Er verwies darauf, dass es nicht Opfer erster und zweiter Klasse geben könne. Auch ob es die Aufgabe eines Regionalmuseums wäre, an den Terror in der UdSSR zu erinnern, sei er gefragt worden.

Es heißt, dass die Ausstellung zum ersten Mal in Deutschland gezeigt würde. Das stimmt nicht ganz. Das Verdienst gebührt der Stiftung Neuhardenberg. Dort wurde sie zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

Die Porträtfotos der durch den NKWD Ermordeten sind bewegend, deren Lebensende ist schrecklich. Die Fotos wurden vom NKWD kurz vor der Ermordung aufgenommen. Dank der vorübergehenden Öffnung der Archive in der Zeit der Perestroika war es möglich, sie zu finden. Gezeigt werden auch Fotos von Orten, wo man Massengräber Erschossener gefunden hat oder vermutet: Müllkippen, verwahrloste Grundstücke, Wälder und in einer Endlosschleife ein Videoclip vom Verkehr auf einer Autobahn bei Jekaterinburg im Ural, die über ein Massengrab gelegt wurde.

Ministerin Kunst hatte sich ein Zitat von Warlam Schalamov in ihre Rede schreiben lassen, aber seinen Namen falsch ausgesprochen. Das erinnerte mich an den neuen Geschichts-Lehrplan in Berlin und Brandenburg. Da sollen zwar der Herero-Aufstand und der türkische Massenmord an den Armeniern zu Beginn des Jahrhunderts unterrichtet werden, aber von den Massenmorden der Kommunisten im letzten Jahrhundert ist im Lehrplan nicht die Rede. Obwohl das einen größeren Gegenwartsbezug hätte als der Herrero-Aufstand von 1907. Gegenwartsbezug ist angeblich die wichtigste Kategorie des neuen Lehrplans, wenn ich den Zeitungen glauben darf.

70 Jahre nach Jalta

Gepostet am Aktualisiert am

Die Konferenz von Jalta/Krim im Februar 1945 war die zweite von drei Konferenzen der Anti-Hitler-Koalition. Die erste war 1943 in Teheran, die dritte im August 1945 in Potsdam. Es ging um die Nachkriegsordnung in Europa, die Aufteilung Deutschlands und die Fortführung des Krieges gegen Japan.

Stalin beanspruchte eine Sicherheitszone vor seinem Land. Dazu sollten gehören: Das Baltikum, Polen und der Rest Ostmittel- und Südosteuropas, darunter Griechenland, auch Italien. Finnland galt als neutral, stand aber unter sowjetischen Einfluss. Schon ein halbes Jahr vor Jalta hatte Churchill mit Stalins Zustimmung auf einem Zettel notiert:

  • Rumänien: Russland 90 % – die anderen 10 %
  • Griechenland: Großbritannien 90 % – Russland 10 %
  • Jugoslawien: 50 % – 50 %
  • Ungarn: 50 % – 50 %
  • Bulgarien: Russland 75 % – die anderen 25 %

(Was sich Churchill unter 10% vorstellte, kann ich nicht sagen.)

Italien wollten die West-Alliierten nicht Stalin überlassen. Das Land hatte eine starke kommunistische Partei und es bedurfte diplomatischer, finanzieller und geheimdienstlicher Mühen, das Land nicht an Stalin zu verlieren. Polen sollte nicht kommunistisch werden, schließlich war Groß-Britannien in den Krieg gegen Deutschland mit dem Versprechen gegangen , die Polen vor deutscher Vorherrschaft zu beschützen. Da konnte man schlecht zusehen, wie es jetzt Stalin in die Hände fiel. Bei Polen blieben weitere Fragen offen, z. B. die des Verlaufs der Westgrenze. Ungarn, so die Vorstellungen der West-Alliierten, sollte neutral werden. In Griechenland begannen die einheimischen Kommunisten 1946 einen blutigen Bürgerkrieg, in den sogar britische Truppen eingreifen mussten. (Lesetipp: Nicholas Cage: Eleni) Im Land gab es schon lange die Auseinandersetzung zwischen kommunistischen, monarchistisch-nationalistischen und republikanischen Gruppen. Die Kommunisten wurden aus dem entstehenden Ostblock heraus unterstützt.

(Mit Hilfe von Wikipedia und angestoßen von einem Kommentar in der PNN von Chr. von Marschall, in dem er schreibt, dass die Teilung Europas, die in Jalta festgelegt worden war, erst 44 Jahre später, 1989 überwunden wurde. Für die „eingefrorenen“ Konflikte in Georgien, Moldawien, Berg-Karabach, im Kaukasus und jetzt in der Ukraine bedürfe es wohl auch eines langen Atems.