Presse

Die Mafia? Gibt es noch! Nicht zuletzt in Ostdeutschland

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Petra Reski schreibt unerschrocken über die Machenschaften der Mafia. Allerdings inzwischen Romane und keine Reportagen mehr. Denn die Mafiosi verklagen sie wegen übler Nachrede und die Gerichte sprechen ihnen Schadensersatz zu. So zuletzt einem italienischen Eiscafébesitzer in Erfurt.

Den Artikel „Die Bosse mögen´s deutsch“ hatte sie 2016 in der linken Zeitung „Der Freitag“ veröffentlicht. Jakob Augstein, Freitag-Besitzer, gab gegenüber dem Mafioso, dessen name im Artikel genannt worden war, eine Unterlassungserklärung ab und löschte den Text sofort. Der Erfurter Eiscafébesitzer verklagte Frau Reski. Augstein stellte sich nicht hinter seine Autorin, er kritisierte sie: Sie hätte dem „Freitag“ den Text untergejubelt, sie sei ja Romanautorin und keine Journalistin. Er wolle keine Fake-News drucken. Frau Reski hätte den „Freitag“ massiv angegriffen.

Anders als in Italien müssen in Deutschland die Gerichte den Mafiosi nachweisen, dass sie Geld und anderes Vermögen durch kriminelle Handlung erworben haben. In Italien müssen die Gangster nachweisen, dass sie es redlich erworben haben.

Die Geschichte erzählt Frau Reski in ihrem Blog.

Bücher von Petra Reski

Ostdeutschland wurde in den Wirren der Wende zu einem Eldorado der Kriminellen. Banden aus Westdeutschland und Ostmitteleuropa strömten dorthin, kriminelle Stasi-Seilschaften betrogen gemeinsam mit russischen Funktionären den (west-)deutschen Fiskus mit Transfer-Geschäften und gründeten mit den SED-Milliarden Betriebe. Die roten Barone, die Leiter der Landwirtschaftskolchosen, tricksten bei der Auszahlung der Genossenschaftsanteile und wurden Geschäftsführer ihrer Großfarm. Vorzeitig amnestierte DDR-Strafgefangene genossen die unverhoffte Freiheit, und nicht zuletzt sicherte sich die italienische Mafia Immobilien, Firmen und Restaurants. Erfurt wurde die heimliche Mafia-Hauptstadt.

Journalistische Ethik: Gibt es die?

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Der Präsident der italienischen Journalistenkammer verlangt bei Journalisten eine Eignungsprüfung wie bei Rechtsanwälten und Architekten. Damit sollen Qualitätsstandards gewahrt werden.

Präsident Enzo Jacopino schreibt in einem Abschiedsbrief – er gab sein Amt frustriert auf – : „Das Bemühen um eine Rückkehr zur Glaubwürdigkeit des Berufsstandes hat sich als große Pleite erwiesen.“ vorherrschend wären perverse, unverantwortliche Spielchen, … Oberflächlichkeit, Gebrüll und Vulgarität.

Jacopino bezieht sich auf italienische Verhältnisse. Zuletzt war ein Zitat des niederländischen Finanzministers Dijsselbloem über die nicht enden wollende Schuldenkrise Italiens falsch wiedergegeben worden und hatte zu einem Shitstorm gegen den Minister geführt.

(nach FAZ v. 25.3.17, p 16, Tobias Piller, Italien, Land des Postfaktischen)

Bankrotterklärung vom Journalistennachwuchs

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Drei Nachwuchsjournalisten hauen einen Klimaskeptiker in die Pfanne. Der Betroffene berichtet.

Das „Meisterwerk“ erschien bei bento, dem Spiegel für die Jugend von heute.

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In der URL heißt der Artikel so: Michael Limburg kämpft gegen den Konsens.

Den Journalismusschülern werden jetzt die Türen zu den Mainstreammedien offen stehen.

„Die deutschen Journalisten waren schon immer Gesinnungsjournalisten. Sie haben sich nie damit begnügt, einfach nur zu analysieren und zu berichten, sondern wollten immer Meinungen voranbringen.“ (Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz im Gespräch mit Wolfgang Herles, in: „Medien kritisieren nicht mehr die Regierung, sondern ein Phantom“, Tichys Einblick, 4/2017, p 73)

 

Zu viel Wahrheit?

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Geotg Stefan Troller, unvergessener Paris-Korrespondent des Fernsehens, macht 1954, nach dem Fall von Dien Bien Phu, eine Sendung über Indochina. Er zitiert dazu in seinem Erinnerungsbuch „Unterwegs auf vielen Straßen“ einen Brief, den er von seinem Wiener Sender bekam: „Lieber Kollege Troller, machen wir es kurz und schmerzlos. Ihr Bericht über Indochina konnte leider nicht verwendet werden, da darin zu viele Wahrheiten enthalten sind…“

Ein zeitlos gültiger Satz.

Dennoch spekuliere ich im konkreten Fall einmal. Vermutlich glaubte Troller die von Peter Scholl-Latour aufgestellte Behauptung, in Dien Bien Phu hätte die Waffen-SS ihre letzte Schlacht geschlagen.

Wahr ist, dass der Anteil der Deutschen in der französischen Fremdenlegion etwa 50% betrug. Die französische Regierung legte allerdings Wert auf die Feststellung, dass aus Kriegsgefangenenlagern höchstens 2% stammten. Zur Waffen-SS zählten auch französische und ukrainische Einheiten. Da keine Franzosen in die Fremdenlegion eintreten durften, gaben sich erstere als Belgier aus. Von den zusätzlich in die Dschungelfestung eingeflogenen ca. 4.000 Soldaten sollen 1.500 Deutsche gewesen sein.

 

Dien Bien Phu 1954 in Wikipedia

Gründung des kommunistischen Nordvietnams 1945 in Wikipedia

Waffen-SS und Dien Bien Phu in N24/Die Welt

Eine neue „Studie“: Rassismus gegen Journalisten

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Prof. Dr. Andreas Zick ist Konfliktforscher und Stiftungsratsvorsitzender der linken Amadeu-Antonio-Stiftung. Jetzt hat er eine Umfrage unter Journalisten gemacht und kommt auf Grund der Rückläufe (400-783) zu der Erkenntnis, dass es einen Rassismus gegen Journalisten gäbe. Fast jeder zweite der Befragten gibt an, von einem hasserfüllten Angriff getroffen worden zu sein.

Machen wir es kurz und zitieren aus einem höflichen, aber vernichtenden Kommentar zur Pressemitteilung:

„…empfiehlt es sich die Studie aufmerksam zu lesen.

Ich zitiere S. 10:
`Für einen großen Teil der befragten Journalist_innen lassen sich die Angriffe vor allem auf Gründe zurückführen, die eher auf einer Sachebene angesiedelt sind und Parameter wie redaktionelle Berichterstattung, Beitragsinhalte und ähnliches erfassen. (siehe Abb. 4)´

Die Frage, ob Journalisten ihren Berufsstand für die Angriffe verantwortlich machen war eine Ja/Nein-Frage und ein Schreiber, der aus beruflichen Gründen einen Text verfasst, persönlich sogar von der Richtigkeit überzeugt sein mag, antwortet auf eine solche Frage natürlich mit ‚Ja‘, auch wenn er Recherchefehler begangen hat. Demnach würde die Studie genauso die These belegen, dass Journalisten in der jüngeren Vergangenheit schlecht recherchieren und tendenziöse Berichterstattung betreiben. Zur Einführung in die Materie empfehle ich Noam Chomsky, Thought Control oder The Manufactured Consent. Ich würde Eulen nach Athen tragen, würde ich nun die Literatur und die Studien aufzählen, die in der jüngeren Vergangenheit das Totalversagen der Medien insbesondere bei den Themen Außenpolitik und Demokratie belegen. Einfach mal an das Bücherregal der Kommunikationswissenschaft der nächsten UB gehen.

Insofern ist die Aussage `Hass und Wut richten sich gegen den Berufstand´ propagandistisch. Weil er aus der Studie nicht zu folgern ist. Richtig wäre gewesen: `Das Publikum ist durch das verbreiterte Informationsangebot schneller bereit kritisch Stellung zur journalistischen Berichterstattung zu nehmen.´ Nur die absolute Minderheit der Kommentare gegen Journalisten lassen sich mit einem extremistischen Hintergrund erklären. Dieser Beitrag ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man mit empirischen Daten und einer freien Interpretation den gegenteiligen Eindruck von der Faktenlage erzeugen kann.“

(via AchGut, Vera Lengsfeld)

Medienechodemoskopie

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Thomas Petersen, Projektleiter am Institut für Demoskopie Allensbach und Privatdozent an der Technischen Universität Dresden schreibt auf „Die Salonkolumnisten“ zum Medienecho auf die Medienechodemoskopie. Hier ein Auszug:

„Am 24. Januar gab der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel bekannt, dass er auf die Kanzlerkandidatur und den Parteivorsitz verzichten werde, und schlug Martin Schulz zum Nachfolger vor. Es folgten Martin-Schulz-Jubelfestspiele in vielen führenden Massenmedien. Die „Süddeutsche Zeitung“ zeigte am 26. Januar einen strahlenden Schulz auf dem Titelbild. Die Schlagzeile lautete: „Schulz setzt auf Sieg.“ Die „Zeit“ schrieb, noch relativ zurückhaltend, ebenfalls auf der Titelseite: „Aufschlag SPD“. Der „Focus“ sprach von „Merkels gefährlichstem Gegner“ und das Titelbild des „Spiegels“ zeigte Schulz mit einem heiligenscheinartigen Strahlkranz um den Kopf. Dazu – witzig, witzig – die Schlagzeile „Sankt Martin.“ Die Berichterstattung war so intensiv, dass sie kurzzeitig sogar die Artikel über Donald Trump an die Seite drängte…

Als dann die erste große Welle der Berichterstattung durch die Blätter gerauscht war, wurde die Umfrageforschung ins Spiel gebracht: Drei Tage nach der Nominierung von Schulz tauchten die ersten – von Medien beauftragten – Umfrageergebnisse auf. Die zeigten – Überraschung – dass die Zahl der SPD-Anhänger gestiegen war. Seitdem bekomme ich täglich Anrufe von Journalisten, die mich bitten, ich möchte doch mal erklären, warum die SPD in den Umfragen plötzlich stärker wird. Ja, warum wohl?

Ein sich selbst nährendes System

In Allensbach nennen wir solche Umfragen Medienecho-Demoskopie. Es wäre ein Wunder gewesen, wenn die Parteizahlen für die SPD unmittelbar nach einem derartigen medialen Trommelfeuer nicht gestiegen wären. Doch das hinderte die Redaktionen nicht daran, die Umfragen, die das Echo ihrer eigenen Berichterstattung dokumentierten, wiederum zum Anlass für weitere Berichterstattung zu nehmen: Der „Stern“ stellte Schulz am 16. Februar auf dem Titelblatt als „Den Eroberer“ vor, der „Spiegel“ zeigte am 11. Februar in einer Bildmontage, wie Schulz scheinbar mit dem Finger eine Merkel-Statue umstößt. Die Schlagzeile dazu lautete „Merkeldämmerung – kippt sie?“ So schließt sich der Kreis, und es entsteht ein sich selbst nährendes System aus Berichten und oberflächlichen Blitzumfragen, die sich umeinander drehen und wie ein Spielzeug-Propeller vom Boden der Wirklichkeit abheben.

… Richtig ärgerlich wird es, wenn man merkt, dass man in einer großangelegten Kampagne als Erfolgskontrolle und gleichzeitig als Kampagneninstrument missbraucht werden soll. Zuletzt war das im Skandal um Christian Wulff der Fall: Zunächst arbeitete man wochenlang daran, den Ruf des Bundespräsidenten zu ruinieren. Dann gab man Umfragen in Auftrag, die natürlich zeigten, dass das Ansehen Wulffs in der Bevölkerung gelitten hatte. Diese Ergebnisse wurden dann wiederum ausführlich dargestellt und als Beleg für die angeblich geringe Glaubwürdigkeit Wulffs angeführt. So produzierten die beteiligten Medien selbst die gewünschte „Nachricht“ und konnten dem Opfer der Diffamierungskampagne auch noch die Schuld für deren Folgen in die Schuhe schieben.“

Das Produkt einer Denkfabrik: Karte der deutschen Medienlandschaft

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Als ich diese Graphik sah, dachte ich, dass es ein neues Satiremagazin gäbe: polisphere. (Eine größere, besser lesbare Karte ganz unten)

Dann aber las ich, dass sie von einer „Denkfabrik“stammt, deren Geschäftsführerin mit ihrem Laden („think tank for political consulting“) beim linken Berliner Tagesspiegel gelandet ist. (Sie selbst ist seit kurzem nicht mehr dort.)

Ein Mitarbeiter hatte eine Karte der deutschen Medienlandschaft gezeichnet, die ich fälschlich für Satire hielt: Deutschlandfunk, ZDF und ARD wären „verlässliche Nachrichtenquellen“, Stern, Spiegel Online, Focus „besser als überhaupt keine Nachrichten“, Cicero, Tichys Einblick, AchGut „Altherrenjournalismus“ mit „fragwürdigen journalistischen Werten“, aber immerhin „komplex“, Der Spiegel und Die Zeit „tiefgründige Nachrichtenquellen“. Beim Spiegel wird gar das Analytische als Kennzeichen genannt.

Die Diskussion um Fake News oder unterschlagene Nachrichten in den „verlässlichen Nachrichtenquellen“ ist spurlos am Zeichner vorbeigegangen (Stichworte „Lügen- „und „Lückenpresse“). Der inszeniert sich in einem Tweet: „Hupsi“, schreibt er, „ich stelle gerade fest, dass ich meinen ehemaligen Arbeitgeber Tagesspiegel in der Mitte plaziert habe.“

Der Einheitsjournalismus in Sachen Migration, Genderismus, Israelkritik, Kampf gegen rechts passt schlecht in eine Links-Rechts-Matrix.

Auch taugen die alten Weltbilder von links und rechts weniger als früher. Die Welt gilt für alle Zeit als rechtes Blatt, obwohl sie es nicht mehr ist. Journalisten lassen sich nicht mehr in rechte oder linke Ecken stecken. Sie wechseln die Redaktionen ohne Rücksicht auf politische Himmelsrichtungen. Sie schreiben gleichzeitig für „linke“ und „rechte“ Blätter. (Die Jobs werden wegen des Auflagenschwunds weniger.) Dabei geben sie ihre persönlich politische Einstellung nicht auf. Chefredakteur der Welt z. B. war ein ehemaliger Sponti und er war ein guter Chefredakteur. Der jetzt in der Türkei inhaftierte Welt-Korrespondent Deniz Yücel ist alles andere als rechts. Er hat z. B. Sarrazin einen zweiten Schlaganfall gewünscht und ist auch sonst nicht zimperlich.

(Anmerkung) Durchgestrichen: Ich sehe das inzwischen so, dass Journalisten ihre politischen Überzeugungen treu bleiben, egal, bei welcher Zeitung sie arbeiten.

Deswegen findet man in der taz hin und wieder einen lesbaren Artikel und dann wieder in der Welt. Auch im Tagesspiegel, mit eigener Gender-Redaktion, stand einmal ein genderismuskritischer Artikel. Es ist schwieriger, aber nicht unmöglich geworden, eine Tendenz in den Medien zu entdecken.

Das Gute ist, dass Journalisten heute nicht mehr unangefochten auf dem hohen Ross der „Vierten Gewalt“ sitzen und entscheiden, wen sie rauf- oder unterschreiben. Es gibt zahlreiche Blogs und Plattformen, die die Medien beobachten und ihr Informationsmonopol gebrochen haben.

Die Karte etwas größer:

http://www.polisphere.eu/wp-content/uploads/2017/02/medienlandschaftskarte.pdf

Fast 50% der Journalist*innen präferieren linke Parteien (Grüne, Linke, SPD). 36% machten keine Angaben.  Vgl. statista!

„Journalisten sind die Faktenchecker!“ Ach was?

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Der Satz steht in einem Text der Potsdamer Neuesten Nachrichten, einem Kopfblatt des linken Berliner Tagesspiegels. Nicht ganz ersichtlich ist für mich, ob er vom Verfasser stammt oder in indirekter Rede ein Zitat von Springer-Chef Matthias Döpfner ist.

Wenn ich an den Satz der taz-Journalistin und dpa-Mitarbeiterin Stefanie Jaerkel und eines Kollegen denke, dass die Juden Trump auf den Thron verholfen hätten und dies u. a. vom dpa-Abonnenten Focus Online (Motto: Fakten, Fakten, Fakten) abgedruckt wurde, so steht man da wohl erst am Anfang. Derweil beschäftigt sich das „Recherchenetzwerk von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung“ wieder mit seinem Lieblingsthema und hilft den Finanzbehörden bei der Jagd auf illegale Auslandskonten. Ansonsten sind die Früchte ihrer investigativen Bemühungen Berichte von Staatsanwaltschaften, dem Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags usw., die ihnen eine Woche vor Veröffentlichung zugespielt werden.

Hervorragend zum Thema Wolfgang Röhl auf AchGut

Journalisten wollen das Monopol auf Fake-News behalten

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Es gibt eine Sammlung von alten Fake-News in Zeitungen. Die nannte man früher Zeitungsenten oder ganz ohne Fremdsprache Falschnachrichten. Zurzeit bekommt man den Eindruck, dass es Zeitungsenten, also Fakenews, nur in den sozialen Medien gäbe und nur von Rechtspopulisten. Alle Anstrengungen hätten sich darauf zu richten, sie dort zu bekämpfen.

An vorderster Front dieses Kampfes stehen Journalist*innen. Etwa das Kollektiv „Correctiv“, dem zwar auch schon mal eine Ente passiert, das aber vorrangig Facebook observieren will. In der Amadeu-Antonio-Stiftung, in der Linke festlegen, was rechts ist, arbeiten Zeitungsjournalisten u. a. von Die Zeit und Tagesspiegel mit, eine rbb-Journalistin ist Mitglied im Stiftungsrat.

Dirk Maxeiner weist auf den Artikel eines Mitglieds der Chefredaktion der Süddeutschen, Stefan Plöchinger, hin, der im Verbandsblatt(!) der deutschen Journalisten zum Kampf gegen die Lügner*innen in der digitalen Welt aufruft.

Maxeiner zitiert Hanns Joachim Friedrichs: „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“

Enttäuscht bin ich heute von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Den Rest des Beitrags lesen »

Nach rechter Hate-Speech werden jetzt rechte Fake-News bekämpft

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An der Jagd auf Hass-Tiraden in den sozialen Netzwerken haben Journalist*innen nicht unwesentlich Anteil. Sind sie es doch, die ihr Monopol auf Information der Öffentlichkeit zu verlieren drohen. Die bisher unbelangbare „Vierte Gewalt“ im Staat konnte Politiker nach Gutdünken herauf- und herunterschreiben, wie es Kai Dieckmann formulierte. Wenn die Bild-Zeitung es wollte, wurde der Bundestag einberufen.

Nun gibt es im Internet unzählige Plattformen, Blogs und Mikrobloggingdienste, die das Monopol der klassischen Print- und TV-Medien bedrohen. Zeitungen verlieren an Auflage und entlassen Redakteure, legen Redaktionen zusammen. Dank der vielfältigen Informationsmöglichkeiten im Internet emanzipiert sich das Publikum von den bisherigen Gralshüter*innen der politischen Information.

Man kann sich im Internet darüber informieren, welchen Hate-Speech und welche Fake-News Zeitungen und Rundfunkmedien selbst produzieren. Die Zahl der Beschwerden beim Presserat hat sich mehr als verdoppelt. Beim Fernsehen sind Zahlen nur schwer zu bekommen.

Natürlich kann jedermann in den sozialen Medien seine Narrative verbreiten. Die postmodernen Philosophen haben gelehrt, dass es viele, gleich gültige Wahrheiten gibt. Das ist jetzt, dank der technischen Möglichkeiten der Normalfall. Die klassischen Informationsmedien haben dazu beigetragen. Sie treten jeden Tweet breit und werben selbst für Facebook. Jetzt versuchen sie, die Flut einzudämmen. Sie verbünden sich mit den Antifa-Aktivisten rund um die Linkspartei und lassen rechten Hate-Speech suchen, melden und ausmerzen.

Was gejagt wird, geben Linke wie Julia Schramm und Anetta Kahane vor, ausgestattet mit Haushaltsmitteln des Bundes und des Landes Thüringen, medial unterstützt von Zeit, Tagesspiegel, rbb. Es geht nicht gegen linke Hate-Speech, nicht gegen indymedia, gegen linksextreme Parolen wie „Schlagt die Bullen tot!“ und „Scheißdeutschland!“, sondern ausschließlich gegen rechtsalternative Medien.

Jetzt erreicht der Aktionismus eine neue Stufe: Kampf gegen Fake-News auf Facebook.

Das muss man sich alles auf der Zunge zergehen lassen: Journalisten, die sich vor einem Jahr zusammengeschlossen haben, nennen sich präpotent Correctiv und erhalten prompt von Facebook den Auftrag, Fake-News zu erfassen. Zu lesen ist, dass facebook auch bei Bild wegen Unterstützung bei der Suche nach gefakten Nachrichten angefragt hat.

Nun könnte es eine gute Sache sein, Fake-News aufzuspüren. Russlands Regierungsmedien produzieren allein gegen die Ukraine täglich Dutzende Falschmeldungen. Auch unsere klassischen Informationsmedien produzieren welche. Die Gruppe Correctiv e. V. hatte z. B. den Wahlsieg Hillary Clintons verkündet.

Wie soll das gehen? Ein Dutzend junger Journalisten sagen uns, welche Nachricht wahr, welche falsch ist?

Die Chefs des gemeinnützigen Correctiv-Vereins stammen vom Spiegel und der taz. Die Stiftung des Gründers der zur Funke-Mediengruppe gehörenden Westdeutschen Allgemeinen stiftet dem nach eigenen Angeben unabhängigen Correctiv e. V. fast 1,5 Mio €. Es stiften auch die Zeit, Der Spiegel, die Deutsche Bank u. a. Sitz von Correctiv ist Essen. Dort sitzen auch die Funke-Mediengruppe und die WAZ. Im Ethikrat von Correctiv sitzt Bodo Hombach, früher SPD-Minister in NRW, jetzt stv. Vorsitzender der Stiftung, die 1.5 Mio € überwiesen hat.

(Wo erfahre ich das? Nicht beim Recherchenetzwerk von WDR, NDR und SZ, nicht vom Spiegel, nicht bei MoMa und nicht in der Tagesschau. Sondern bei RT Deutsch! Muss ich die jetzt öfters gucken?)

bildzeitung1Erinnert sich noch jemand daran? In Schulen wurden einmal die Fake-News der Bild-Zeitung analysiert. Günter Wallraff konnte zwei Bücher mit den Lügen der Bild füllen. Linke Studenten riefen „Lügenpresse“ und meinten vor allem Bild.

Immer wieder erfahren wir von gefakten Interviews in Zeitungen und Illustrierten. Gab es nicht die angeblichen Hitler-Tagebücher auf die die Illustrierte Stern hereinfiel?

Worum aber geht es jetzt? Um auf Facebook veröffentlichte rechte Fake-News.

Was ich in unseren klassischen Mainstream-Informationsmedien vermisse:

  • Es gibt keine sachliche Debatte der derzeitigen Einwanderungskrise. Wer es wagt, ist Ausländerfeind.
  • Es gibt keine sachliche Islamkritik. Wer es wagt, gilt als islamophob.
  • Es gibt keine kritische Auseinandersetzung mit der Gender-Ideologie und ihrer behaupteten Wissenschaftlichkeit. Wer das wagt, erhält Auftrittsverbot in Universitäten oder wird zensiert, auf jeden Fall ist er rechtsextrem. Darauf wird auch von der Bundeszentrale für politische Bildung hingewiesen.

Nachtrag: Was von Correctiv zu halten ist, zeigt sich hier: Die investigativen Journalist/-innen haben das Intimleben einer AfD-Kommunalpolitikerin bekannt gemacht. Correctiv-Chef  Schraven wusste dabei, dass er juristisch schwache Karten für seine Sex-Story hat. Das hat den Enthüllungsjournalisten nicht gestört. Jetzt hat ein Gericht die Weiterverbreitung des Artikels verboten.