Presse

Die FAZ als Lehrbeispiel für das aktuelle Versagen des politischen Journalismus

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Der nachfolgend verlinkte Text erschien nicht etwa in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), sondern ist ein Text über ein Stück in der FAZ, an dem gezeigt werden kann, wie sehr Journalismus in Deutschland auf den Hund gekommen ist:

Gerd Held, Sie kennen keine Res Publica mehr, auf Tichys Einblick

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Verursacher von Hetzjagden und Zusammenrottungen: Journalist/-innen

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Jürgen Fritz schreibt: „Journalisten von der BILD wollen von dem Filmersteller, einer Privatperson, einem YouTuber namens Henryk Stöckl, nicht gefilmt werden und Luisa Schlitter von der BILD versucht, die Kamera weg zuschlagen. Was hier passiert, ist eine Schlüsselszene:

Die Beobachter, die über andere berichten, wollen selbst nicht beobachtet werden und wollen nicht, dass über sie berichtet wird. 

Hier sehen wir eine der absoluten Schlüssel zur Macht: Wer den anderen beobachten kann, ohne selbst beobachtet zu werden, hat die Kontrolle.“ Weiterlesen

 

 

Noch ein Beispiel für anmaßenden Journalismus  (via danisch.de)

Lesetipp: Seymour Hersh, Reporter

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HershSeymour M. Hersh, Reporter: A Memoir

„Wie das Nachrichtengeschäft derzeit aufgestellt ist, treibt es einen in den Wahnsinn. Wie gedankenlos und dumpf das geworden ist. Geschwindigkeit verdummt, Cable News (TV-Nachrichtenkanäle) sind ein Desaster.“ Zitat aus einem Interview in der NZZ

Hersh berichtet von seinen Vietnam-Reportagen.Was er von der US-Kriegsführung erzählt, ist noch schlimmer, als ich in Erinnerung habe.  Er brachte das My Lai-Massaker in die Öffentlichkeit. Über My Lai, schreibt er, hat er nicht alles veröffentlicht, was er erfahren hatte. Hersh ist Gegner dieses Krieges. Aber er betont, dass er versucht, objektiv zu sein, dass seine persönlichen Einstellungen nicht seine journalistische Arbeit dominieren dürfen. Ein New-York-Times-Herausgeber, Max Frankel, formuliert es so: „Egal wie seine persönliche Meinung ist, er ist vor allem Reporter.“

Wo erlebt man diese Haltung bei deutschen Journalisten, die wie besessen ihre Meinungen über Pegida, AfD, Nazi-Sachsen, Islamkritiker und „Klimaleugner“ kommunizieren?

Er erfuhr deswegen so viel, weil seine Informanten ihm vertrauten. Seine Quellen schützte er. Lieber verzichtete er auf eine Veröffentlichung, wenn er seinen Tippgeber dadurch gefährdet hätte.

Seine Stücke wurden, wie üblich, gecheckt. D. h. Fact-Checking fand bei den Artikeln der Zeitung statt, nicht wie in der ARD die Regel, anderswo oder nur dann, wenn es zur politischen Einstellung der ARD-Mitarbeiter/-innen passt!

Außenminister Fischer hatte in einem Gespräch mit Hersh die einflussreichen Hardliner Donald Rumsfeld und Paul Wolfowitz in der Bush-Administration als Trotzkisten bezeichnet. Hersh schrieb, ein europäischer Diplomat hätte das gesagt. Als sein Faktenchecker sich von Fischer das Wort bestätigen ließ, rief der ihn an und wollte, dass es nicht veröffentlicht werde. Hersh meinte, er wolle es doch einem europäischen Diplomaten zuschreiben, nicht dem deutschen Außenminister. Fischer, der Marx-Kenner, erwiderte: „Ich bin doch in Europa der einzige Diplomat, der weiß, was ein Trotzkist ist.“ Hersh musste lachen und folgte der Forderung Fischers.

 

 

War der BND in Richtung DDR schlafmützig oder nicht?

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Das im u.a. Link zu findende Interview führte der Spiegel-Mitarbeiter Klaus Wiegrefe 2017 mit dem Historiker Rolf-Dieter Müller. Müller hatte im Auftrag des BND die Geschichte des Dienstes erforscht.

Aber nicht nur des Themas wegen ist der Artikel lesenswert. Er enthält auch berufstypische Techniken des Journalisten: Zuspitzung, Übertreibung, Fehlurteile. Müller antwortet mit bewundernswerter Zurückhaltung.

„Der BND hat alle größeren Krisen verschlafen“ (Der Spiegel 2017)

Ausgerechnet Wiegrefes Blatt berichtete 10 Jahre zuvor, dass die Stasi voller Hochachtung über den BND war: Stasi-Lob für den BND (Der Spiegel 2007)

Warum Journalisten überwiegend links sind

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Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer Weltwoche, erinnert sich an einen Satz eines NZZ-Redakteurs aus der Zeit, als er selbst dort Redakteur war:

„Auslandredaktor Christoph Mühlemann, Sturmgeschütz im Kalten Krieg, aber auch Brillantautor von feinster Bildung, hatte es mir während eines gemeinsamen Abenddiensts erklärt: Die meisten Journalisten sind links aus Unfähigkeit, denn der Marxismus ist einfacher zu begreifen als der Liberalismus.“

Siehe auch Matthias Kepplinger!

 

Die Zeit: Kotau vor Internetshitstorm

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Der Medienwissenschatler Matthias Kepplinger sagt in einem Interview: „Mit der deutschen Einheit zerbrach die Idee des demokratischen Sozialismus, der die linke Mehrheit der Journalisten anhing. Das war eine schwere und lange nachwirkende Niederlage. Die Migrantenkrise bot die Chance, die linke Meinungshoheit wieder herzustellen und zugleich die alte Forderung nach einer multikulturellen Gesellschaft durchzusetzen. Die Flüchtlingsfrage wurde deswegen moralisch überhöht und tabuisiert. Diese Position wird seitdem mit Zähnen und Klauen verteidigt. Siehe Beispiel „Zeit“.“

Das ganze Interview

Wenn Journalisten zu Aktivisten werden

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haben sie zuvor ein Seminar bei George Soros besucht.

Der Börsenspekulant Soros finanziert mit Milliardenbeträgen Gruppierungen, die die Abschaffung von Grenzen, den Multikulturalismus, die Masseneinwanderung und den Linkspopulismus fördern und Rechtsberatung für Einwanderer organisieren.. Die sind weltweit tätig: z. B. in den USA, in Armenien, Mazedonien, Ungarn, Georgien, Israel, Litauen, Österreich und Deutschland.

Der aus Ungarn stammende Soros sieht sich selbst als Philanthrop und Popper-Anhänger, der für ein liberale, offene Gesellschaft eintritt.  Von der rechtskonservativen ungarischen Regierung wird er bekämpft. Sie will seine Universität in Budapest schließen. Er hat sein Hauptquartier inzwischen nach Berlin verlegt. Einer seiner dortigen Mitarbeiter rühmt sich des Zugangs zur Berliner Politik. Für das  Europaparlament führt eine Soros-nahe NGO eine Liste der Abgeordneten, auf die man sich verlassen kann.

Insbesondere NGOs, die Israel und der israelischen Gesellschaft schaden wollen, unterstützt George Soros, vor allem den New Israel Fonds, der wiederum BDS und B´Tselem unterstützt.

Es mag sein, dass Soros milliardenschwere philanthropischen Bemühungen in Ostmittel- und Südosteuropa dazu beigetragen haben, den Kommunismus zu überwinden. Zu stabilen demokratischen Verhältnissen haben sie nirgendwo geführt. In jedem Land ist er als Drahtzieher im Hintergrund umstritten.

Die Experten des Soros-Netzwerks:  Arne Semrott von Open Knowledge Foundation, Thomas Schnedler von Correctiv/netzwerk recherche, Mehmet Ata von Mediendienst Integration, Marie Bröckling von netzpolitik.org, Gemma Poerzen von Reporter ohne Grenzen, Susanne Tannert von #ichbinhier, sowie Transparency International, interlink academy, journalismfund.eu, Investigate Europe journalists.network und das Global Investigative Journalism Network.

Soros-nahe Einrichtungen vergeben Stipendien für Journalisten, halten Schülerzeitungsseminare ab oder diskutieren auf Tagungen mit Mainstream-Journalisten wie Anja Reschke (ARD), Caren Miosga (ARD), Patrick Gensing (ARD Faktenfinder), Hans Leyendecker (SZ), Klaus Brinkbäumer (Spiegel), Jakob Augstein (Freitag), Franziska Augstein, Armin Wolf (ORF) und Blogger Stefan Niggemeier.

„Netzwerk Recherche“: Wo sich Anja Reschke und Patrick Gensing mit dem Soros-Netzwerk treffen

Die „Faktenfinder“ von der Tagesschau beschwichtigen.

Eine Zeitung interviewt einen politischen Gegner

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Wie Journalisten mit Interviewpartnern umspringen, die sie nicht mögen, kann man im ÖR oft erleben. Opfer der Präpotenz deutscher Vertreter/-innen der Vierten Gewalt war in jüngster Zeit z. B. der österreichische Bundeskanzler, im Deutschlandfunk herrschte der Journalist den israelischen Botschafter an. AfD-Politikern ins Wort zu fallen oder sie nicht ausreden zu lassen, qualifiziert anscheinend für den Grimme-Preis. Zeitungsjournalisten sind da nicht viel besser.

Ein aktuelles Beispiel finde ich heute Morgen (11.7.18) auf Seite 12 der Potsdamer Neuesten Nachrichten, dem regionalen Kopfblatt des Tagespiegels.

Journalist Henri Kramer versteht sich wohl eher als linker, präpotenter Aktivist. Er begrüßt den AfD-Kandidaten für den Posten Oberbürgermeisters so: „Ihre Arbeit im Stadtparlament beschränkt sich auf einige Anfragen, vor allem zur Flüchtlingspolitik. Inhaltliche Vorstöße gab es nur selten…“ Der antwortet, dass er in der aktuellen Wahlperiode über 110 Kleine Anfragen gestellt habe, darunter auch „inhaltliche“. Bei den Anfragen und seiner Tätigkeit in einem Ausschuss sei nicht die Flüchtlingspolitik Schwerpunkt gewesen. Es wäre eben typische Oppositionsarbeit gewesen. Dieses Wort gefällt dem Journalisten so gut, dass er es als Überschrift für das Interview nimmt.

Der Kandidat Dennis Hohloch erzählt, dass die AfD-Repräsentanz im Stadtparlament aus zwei Politneulingen bestünde, die nicht dieselbe Arbeit wie alteingesessene große Fraktionen leisten könnten. Inzwischen gäbe es aber schon ein unterstützendes Team.

Nächste Frage: „Sie kritisierten zuletzt, Potsdam müsse autofreundlicher werden (sic!), auch eine dritte Havelbrücke wollen Sie. Sie wollen also die Potsdamer Kulturlandschaft mit Straßen und Brücken verunstalten?

Der Kandidat macht Ausführungen zum maroden Potsdamer Straßennetz, kritisiert das Konzept der Verkehrsberuhigung und findet nicht, dass die Potsdamer Kulturlandschaft durch eine Brücke entlang einer Bahntrasse verschandelt würde.

Henri Kramer kommt zur dritten Frage: „Der AfD-Fraktionschef hat zuletzt erklärt, Hitler und die Nazis seien nur ein Vogelschiss in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. Hat er Recht?“

Der AfD-Kandidat: „Ich verstehe beim besten Willen nicht, was diese Aussage mit meiner Kandidatur zum Oberbürgermeister zu tun haben soll. Wenn Frau Nahles Unionspolitikern „in die Fresse“ hauen möchte, fragen Sie Herrn Schubert (SPD-OB-Kandidat) aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht nach seiner Meinung.

Henri Kramer: „Bitte lenken Sie nicht ab.“

Der AfD-Kandidat entgegnet, dass die Potsdamer lieber etwas zu den Potsdamer Problemen hören wollen und keine Geschichtsabhandlungen über zwölf Jahre deutsche Diktatur. Er könne aber gerne in seinen Geschichtsunterricht kommen, wenn ihn seine Einschätzung zum Nationalsozialismus interessiere. (Dennis Hohloch ist Lehrer.)

Zuletzt wird er gefragt, warum er mit der Asylpolitik ein Problem hätte, obwohl die Integration in Potsdam doch in weiten Teilen zu funktionieren scheine.

Dennis Hohloch findet, dass die Stadt für „horrende Summen“ Wohnraum für Flüchtlinge und Asylbewerber anmiete. Untergebracht würden sie vorwiegend in sozial schwächeren Stadtteilen. Nicht nur dort, sondern in ganz Potsdam hätten sie das Stadtbild verändert.

Der Umgang mit Flüchtlingen werde wohl sein Hauptthema im Wahlkampf. fragt der Aktivist. Der Kandidat verneint das. Schwerpunktthemen würden Verkehrspolitik, Stadtwachstum, Potsdams Identität und sozialer Wohnungsbau werden. „Aber danach haben Sie mich im Interview leider nicht gefragt.“

Herr Kramer weist noch auf eine Langform des Interviews auf pnn.de hin. Warum sollte ich die jetzt noch lesen?

 

Journalisten: Richter in eigener Sache

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Altpapier

Rainer Grell, AchGut-Autor schreibt über Erfahrungen mit Journalisten in seiner Zeit als leitender Beamter in einer Landesregierung:

Gute Presse, schlechte Presse

Grimm zitiert den Rechtswissenschaftler Dr. Ulrich Vosgerau:

„[Er] beschreibt sehr anschaulich die hilflose Situation des Normalbürgers, der ins Visier der Presse geraten ist: „Real agieren Massenmedien nicht selten als alternative Staatsgewalt oder jedenfalls politische Gewalt ohne durchgreifende verfassungsrechtliche Bindung. Sie unterscheiden zwischen erlaubten und verbotenen Meinungen oder Äußerungen; sie attribuieren Schuld oder Mitschuld; sie klagen öffentlich an, ohne dem Angeklagten irgendeine Möglichkeit zu seiner Verteidigung zu geben; sie sind immer zugleich Streitpartei und Richter in eigener Sache“.

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