Potsdam

Potsdam und Hiroshima

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Ein grüner Aktivist hat 2010 dafür gesorgt, dass vor dem Truman-Haus in Potsdam-Babelsberg eine Gedenkplatte zu den Atombombenabwürfen der USA über den japanischen Städten Hiroshima (6.8.45) und Nagasaki (9.8.45) aufgestellt wurde. Auf ihr liegt je ein Stein aus den Städten (strahlenmäßig unbedenklich). Eingraviert in die Platte ist dieser Text:

Im Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe
auf Hiroshima und Nagasaki
am 6. August und 9. August 1945

Während der Potsdamer Konferenz der alliierten Großmächte
vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 wohnte der damalige
Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika,
Harry S. Truman, in der gegenüberliegenden Villa.

Am 25. Juli 1945 wurde mit Zustimmung
des amerikanischen Präsidenten
aus Washington D.C. der militärische Befehl
zum Abwurf der Atombomben erteilt.

Die zerstörerische Kraft der Bomben brachte
hunderttausendfachen Tod und
entsetzliches Leid über die Menschen.

In Potsdam fand die letzte der drei Konferenzen statt, in der die Alliierten Beschlüsse über Nazideutschland fassten. Der von den Deutschen begonnene Krieg hat zu ca. 55 Millionen Kriegstoten geführt. Deutsche haben darüber hinaus ca. 13 Millionen Menschen in Lagern und in Mordaktionen getötet. 12 Millionen Menschen flüchteten aus Ost-Mitteleuropa oder wurden vertrieben. Hunderttausende von ihnen kamen um.

Die Atombombe haben die Amerikaner im – irrtümlichen – Wettlauf mit den Deutschen gebaut. Dem deutschen Physiker Otto Hahn war als erstem die Kernspaltung gelungen. Vor den Nazis geflohene deutsche Wissenschaftler halfen in den USA beim Bau der Atombombe. Vorgesehen war sie zum Abwurf über Deutschland.

Als sie einsatzbereit war, hatte Deutschland bereits kapituliert. Japan dagegen dachte nicht an Kapitulation. Das Land hatte 1941 den Militärhafen Pearl Harbor auf Hawaii völkerrechtswidrig ohne vorausgehende Kriegserklärung überfallen.  Japanische Kriegsverbrechen sind in Wikipedia aufgelistet.

Die Alternative zum A-Bombenabwurf war für die US-Armee die Weiterführung des verlustreichen „Inselhüpfens“ und die Eroberung des japanischen Festlandes durch Bodentruppen. Allein beim Kampf um die Insel Okinawa waren 50.000 GIs gestorben. (Wenn ich richtig rechne, waren das ca. 15% der im Krieg eingesetzten US-Soldaten.)

Ende Juli 1945 sind die Japaner noch nicht bereit zu kapitulieren. Dann versucht der japanische Kaiser, über Stalin ein Kapitulationsangebot zu lancieren. Stalin war dabei, mit einem gewaltigen logistischen Aufwand Truppen nach Ostasien zu verlegen, denn er wollte sich Japan mit den USA teilen. Das wollte Truman keinesfalls.

An einer Atombombe bastelten die Sowjets auch schon. Über die geheimen Anlagen in Nevada war Stalin durch den in die USA emigrierten deutschen Kommunisten Klaus Fuchs auf dem Laufenden.

Den Potsdamer grünen Stadtverordneten Uwe Fröhlich interessieren geschichtliche Zusammenhänge nicht, er kennt sie wahrscheinlich gar nicht. Er hat auch kein Gespür dafür, dass es ein Geschmäckle hat, wenn ein Deutscher an dem Ort, an dem über ein Deutschland verhandelt wird, das schuld an 55 Millionen Kriegstoten ist und mehr als zehn Millionen Menschen ermordet hat, anprangert, dass ein Amerikaner hunderttausendfachen Tod und entsetzliches Leid über Menschen gebracht hat.

Die Löwenvilla in Potsdam

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LöwenvillaIn unserer Nachbarschaft steht die Löwenvilla. Das Haus wird so genannt wegen der beiden Löwen, die die Treppe zum Haupteingang flankieren. Allerdings verbirgt sich hinter dem (gefakten) Haupteingang das Treppenhaus, der Hauseingang befindet sich auf der linken Seite.

Der Reserveoffizier Fritz von der Lanken betrieb ab 1931 hier ein Alumnat, ein Jungenpensionat. Von der Lanken wurde im Krieg reaktiviert und im Oberkommando des Heeres eingesetzt. Er gehörte zu den Offizieren des Widerstandes. Die stammten zum großen Teil aus dem Potsdamer Infanterieregiment Nr. 9.

In der Löwenvilla trafen sich die Verschwörer häufig. Sie war auch der letzte Ort, an dem – im Treppenhaus – der Sprengstoff für das Attentat vom 20. Juli 1944 versteckt worden war.

Am 20. Juli 2017 veranstaltete die Stadt Potsdam in der Löwenvilla eine Gedenkstunde für den Mitverschwörer Kurt von Plettenberg. Der emeritierte Oldenburger Politikwissenschaftler Eberhard Schmidt las aus seiner Biografie. Plettenberg hatte auch selbst erwogen, Hitler zu töten. Da er der Vermögensverwalter des Hauses Hohenzollern war und fürchtete, dass die Familie nach einem Attentat womöglich mitverfolgt würde, sah er davon ab. Er tötete sich bei einem Verhör durch die Gestapo selbst; er sprang aus dem Fenster. Sein Grab ist auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam.

Zum ersten Mal konnten wir das Haus, an dem wir fast täglich vorbeigehen, betreten.

In ihm wurde auch eine Szene für den Film „Operation Walküre“, mit Tom Cruise als Graf Stauffenberg, gedreht: ein nächtliches Treffen der Verschwörer.

Löwenvilla Film
Die Feuerwehr sorgt 2007 für Gewitter und Regen für eine Szene am Originalschauplatz Löwenvilla: „Operation Walküre“ mit Tom Cruise

 

Befreiung vom Faschismus Unterrichtsthema in Brandenburg?

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Die ostdeutschen Sozialisten gelten im Gegensatz zu ihren westdeutschen Genossen als Realpolitiker und nicht als linksradikale Ideologen. Diese Sichtweise ist holzschnittartig, vielleicht redet man sich auch bloß Koalitionspartner schön.

Dass pragmatische Politik und Ideologie Hand in Hand gehen, zeigt eine Potsdamer Episode. Vor einiger Zeit setzten die SED-Nachfolger im Landtag durch, dass der 8. Mai, der Tag der „Befreiung vom Faschismus“ in die Brandenburger Gedenktageliste aufgenommen wurde (U. a. mit den Stimmen von Grüne/Bündnis90). Jetzt geht es ein Stückchen weiter. Die Brandenburger Linkspartei fordert, dass die Schulen aufgefordert werden, sich aktiv an der öffentlichen Gestaltung dieses Gedenktages zu beteiligen.

Nun konterten CDU und Freie Wähler, indem sie beantragten, dass Schulen in ein Konzept zur würdigen Gestaltung aller historischen Daten, d. h. auch 13. August, 17. Juni, 20. Juli, 9. November eingebunden werden sollen. Dem stimmte der Landtag zu, nicht dem Antrag der Sozialisten. Die sind jetzt empört.

Dabei hatte eine Linke im Landtag einmal verlauten lassen, Gedenktage wären kein Allheilmittel. Sie wären kein geeignetes Mittel, um der jüngeren Bevölkerung Geschichte näherzubringen. Ihr war es dabei um die Verhinderung des 13. August gegangen, den Tag des Mauerbaus. Da wollten die SED-Nachfolger keinen Gedenktag.

Aus Hamburg zurück: Potsdamer Linke besetzt Fachhochschule

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Noch ganz beseelt von den Hamburger Krawallen haben Potsdamer Linksextremisten um André Tomczak den DDR-Bau der Fachhochschule besetzt. Sie wollen verhindern, dass der Monumentalbau, in ihren Augen „bedeutende DDR-Architektur“, abgerissen wird und zwei Stadtquartiere mit Wohn- und Geschäftshäusern (wieder) aufgebaut werden. Sie wollen ihn als ein weiteres Kultur-, Kunst- und Kommunikationshaus erhalten wissen.

Das ist Tomczak schon einmal gelungen, beim DDR-Rechenzentrum, ebenfalls, wie er meint, bedeutende DDR-Architektur. Das Gebäude wird jetzt von Kreativschaffenden genutzt. Es wird den Wiederaufbau der Garnisonkirche zumindest erheblich erschweren.

Linksextremisten interessieren parlamentarische Beschlüsse nicht. Schon Dr. Rosa Luxemburg hatte erkannt, dass Parlamentarismus eine Geisteskrankheit wäre.

Der natürlich auch anwesende sozialistische Bundestagsabgeordnete Norbert Müller begrüßte die Besetzung. Müller scheint das parlamentarische Standbein der Potsdamer Linksextremisten zu sein. Auch der wichtigste Potsdamer Linkspolitiker, Dr. Hans-Jürgen Scharfenberg, Ex-IM, Ex-SED, Ex-OB-Kandidat, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtparlament, begrüßt die Besetzung, hält sie aber für nicht erfolgversprechend.

Am Abend räumte die Polizei überraschend das Gebäude. Auch das ist wohl eine Folge der Hamburger Krawalle. Denn zu erwarten gewesen wäre das sonst übliche Szenario: runder Tisch mit den Besetzern, Nutzungsverträge für eine Interimszeit, die nach und nach verlängert würde, städtische Investitionen ins Gebäude, damit es die Besetzer warm haben und aufs Klo gehen können. Die Besetzer/-innen bedauerten, dass man ihre „ausgestreckte Hand“ nicht ergriffen hätte.

Ganz vergebens war die Aktion nicht. Sie haben schon einmal geübt, wie sie im Herbst vorgehen werden, wenn mit dem Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche begonnen werden soll.

(nach pnn.de)

Update: Sie wollen weiter machen: jede Woche neue Aktionen, immer wieder neu besetzen. Emily Laquer und Claudius Seidl wird´s freuen.

Man muss anerkennen, dass Herr Tomczak und Genossen gute PR-Arbeit leisten. Der Medienzirkus wird über Wochen gehen. Stufe 1 war die Besetzung, Stufe 2 ist das „Bürgerfest“ mit Hüpfburg, Stufe 3 die Wortmeldung einer linken Gruppierung in der Fachhochschule, die die repressiven Maßnahmen der FH-Leitung, der Polizei, der Stadt usw. verurteilt. Stufe 4 ist das „Kaufangebot“ einer der linken „Bürgerinitiativen“ gegen den Barockfaschismus. Mit dem Kaufangebot will eine Aktivistin, begleitet von den Medien, ins Zimmer des OB stürmen. Die Stadt lehnt ab, das Angebot hätte gemacht werden müssen, bevor die parlamentarischen Beschlüsse gefallen sind. Stufe 5: Die Aktivist/-innen triumphieren. Die Stadt wäre doch gar nicht zuständig. Jetzt werden sie es dem Finanzministerium abkaufen wollen. Das Geld für den Schnäppchenpreis, den sie bieten haben sie noch nicht zusammen, aber das interessiert nicht. Es geht um die Inszenierung.

Jetzt bin ich gespannt, was im Herbst wird, wenn es an den Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche geht. Vielleicht dies?: Stufe 1: Friedliche Blockade der Baustellenzufahrt. Stufe 2: Friedliche Besetzung der Baustelle. Stufe 3: Großes Antifaschistisches Rockkonzert im benachbarten Lustgarten. Stufe 4: Kaufangebot für den Turm durch den Humanistischen Verband Brandenburgs. Stufe 5: Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren zur Übereignung des Grundstücks in Volkseigentum. Stufe 6 Vorstellung der Vorüberlegungen für ein Konzept „Religiöse und antifaschistische Vielfalt im Turm“. Stufe 7: Martin-Niemöller-Stiftung fordert vom Land Brandenburg die Finanzierung eines Untergeschosses als Gedenkstätte „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“, im vergleichbaren Umfang wie die Berliner „Topographie des Terrors“ (31 Mitarbeiter/-innen). Stufenplan vorab an die Medien.

Bundesschule Bernau und Garnisonkirche

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Spolien der Garnisonkirche

Wenn ich lese, was sich in der Bundesschule Bernau alles ereignet hat, wundere ich mich, warum die Antifa so verbissen ausschließlich gegen die Garnisonkirche ankämpft.

Die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes wurde 1928 gebaut. Sie ist ein Musterbeispiel für die Baukunst der Bauhaus-Architekten. Gerade wurde es UNESCO-Weltkulturerbe.

Ab 1933 zogen nacheinander Dienststellen der NSDAP und des NS-Staates ein. hier soll der Antisemit Julius Streicher 1935 erstmals von der Tötung aller Juden gesprochen haben. Hier war ein Ausbildungzentrum der Gestapo, hier wurde der Überfall auf den Sender Gleiwitz einstudiert. Das alles hat eine studentische AG an der TU zusammengetragen. (Warum dann Prof. em. Wolfgang Benz in PNN/Tagesspiegel v. 13.7.17, p 19, als Autor genannt wird, erschließt sich mir nicht.)

Jetzt frage ich mich: wie viel wiegt eine tiefe Verbeugung A. Hitlers als Abschiedsgeste im März 1933 vor der Potsdamer Garnisonkirche gegenüber dem Tötungsverlangen eines Antisemiten? Müsste nicht schleunigst ein Abrissverlangen der Antifaschisten durch die Medien gehen, eine Bürgerinitiative gegen dieses faschistische Gebäude gegründet werden, eine Unterschriftensammlung gestartet werden?

Nichts dergleichen passiert. Warum wohl?

Potsdam ist das Zentrum der militanten Antifaschisten Brandenburgs. Die Szene sitzt, von Stadtverwaltung und städtischen Firmen alimentiert, in ihren „alternativen“ Zentren, in Potsdam gibt es zwei Zeitungsredaktionen und einen ARD-Sender. Hier können ganz schnell ein paar tausend Student/-innen für Demos und Unterschriftensammlungen mobilisiert werden.

Bernau liegt an der Peripherie, das Architekturjuwel Bundesschule kennen nur ein paar Fachleute, der einst prächtige Barockbau der „gotteslästerlichen Kirche“ (Christoph Dieckmann in Die Zeit) ist in ganz Deutschland bekannt.

 

Rechenzentrum gegen Garnisonkirche

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Die Aktivisten gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche wollen das vollenden, was die SED 1968 beabsichtigt hatte: Mit dem Bau eines Rechenzentrums den Wiederaufbau der Garnisonkirche zu verhindern.

Es war ein Coup, das zum Abriss vorgesehene Rechenzentrum als Haus für Kreativschaffende (früher: Kunstschaffende) zu nutzen. Zuerst interimsweise bis zum Abriss. Inzwischen lautet das Ziel: dauerhafte Nutzung.

Die Kreativschaffenden beginnen schon mit der Stufe zwei der Verhinderungskampagne: Der Lärm einer zukünftigen Turm-Baustelle würde ihr kreatives Schaffen beeinträchtigen. Sollte der Turm gebaut werden, müssten gar Fenster im Rechenzentrum zugemauert werden. Sicher ein Fall für den europäischen Menschenrechtsgerichtshof.

Begleitet wird die Inszenierung in den Medien: Der Garnisonkirchengegner Grünzig hat in einem Buch alle militaristischen, absolutistischen Scheußlichkeiten zusammengetragen, die der Kirche angelastet werden. Über tausend Fußnoten hätte das Werk, wie die PNN anerkennend notieren. Die brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung stellt in diesen Tagen das Buch vor. Die Zentrale hatte dem Autor vor einiger Zeit schon einmal Gelegenheit gegeben, seine Fakten darzustellen. Etwa einen Beweis, dass die evangelische Kirche in der DDR gegen den Wiederaufbau gewesen wäre. Dem wurde damals widersprochen. Jetzt darf er seine Thesen wieder vortragen. Die Vorstellung eines ausgewogeneren Buches über die Garnisonkirche findet nicht statt.

Die Zeit hat Platz für einen Artikel gegen das „gotteslästerliche Bauwerk“.

Der Wortführer der Wiederaufbaugegner organisiert Stadtführungen zu dem angeblich bedeutenden Denkmal der Ostmoderne, dem Rechenzentrum.

Während ich das schreibe, haben die Aktivisten wahrscheinlich schon eine dritte Bürgerinitiative gegründet, das nächste Volksbegehren gestartet oder den nächsten Antrag in der Stadtverordnetenversammlung eingebracht. (Nachtrag🙂 Inzwischen spricht sich ein Linkspartei-MdL, die ehemalige Sozialministerin Tack, für den Erhalt des Plattenbaus aus. Sie hat die 25 Jahre der Planung des Geländes, an dem ihre Partei mitgearbeitet hat, wohl verschlafen.

Auf die Stadt kommen jetzt die Mehrkosten zu: Das Rechenzentrum behindert den Turmbau. Der Bau kostet deshalb mehr und die Evangelische Kirche weigert sich, diese Kosten zu übernehmen. Vereinbarungsgemäß hätte das Rechenzentrum schon längst abgerissen werden sollen. Die Sicherung der Nutzbarkeit durch die Kreativschaffenden wird weitere Millionen kosten.

Mich erinnert das Rechenzentrum daran, dass die Kommunisten große Hoffnungen auf die Kybernetik gesetzt hatten. Sie glaubten, dass ihre monströse Zentralverwaltungswirtschaft, an der sie ständig herumlaborierten (z. B. NÖSPL), durch Computersteuerung endlich funktionieren könnte. Das bewahrheitete sich nicht. Die DDR produzierte aber den größten und teuersten Mikrochip der Welt, wie Spötter feststellten. Eines der zahlreichen Rechenzentren errechnete in den späten Achtzigern einmal eine 120%ige Wahlbeteiligung. Insofern ist es doch schade, dass das Rechenzentrum nicht Museum der DDR-Wirtschaft wurde.

Siehe im Blog: Die Legende von der Nazikirche

Es gab 1968 mehrere mutige Proteste gegen den Abriss der im Krieg beschädigten Kirche.

Nachtrag: Der Buchautor Matthias Grünzig soll in der Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung vom Historiker Martin Sabrow ziemlich auseinander genommen worden sein. Meine Befürchtungen waren demnach unbegründet. (Ich wollte mir die Tiraden des Aktivisten nicht schon wieder zumuten.)

Nachtrag: Das Rechenzentrum soll bis 2023 als Haus für Künstler genutzt und erst dann abgerissen werden. Da das Gebäude den Bau des Turms der Garnisonkirche erschwert, entstehen Mehrkosten. Die wird die Stadt übernehmen müssen. Auch die Kosten der Renovierung des Rechenzentrums, damit es für die Interimszeit benutzbar bleibt.

Dauerhaft könnten die Künstler später im noch zu bauenden Kirchenschiff untergebracht werden. (Die Nutzung als Moschee, die die Wissenschaftsministerin Münch vorgeschlagen hatte, war wohl eine Eintagsfliege). Die Garnisonkirchenstiftung ist damit einverstanden.

Die Aktivisten gegen den Wiederaufbau der Kirche sind entsetzt. Aber sie haben doch jetzt eine Aktion für 2023: Die Besetzung des Rechenzentrums.

 

Was haben FAS/FAZ mit Ulbricht gemeinsam? Sie mögen Potsdam nicht.

Zuletzt durfte sich der Wiederaufbaugegner Philipp Oswalt in den Blättern ganzseitig dazu äußern.

Die Zeitung stellt ihn als Archtitekturfachmann vor. Das ist er durchaus. Er war auch schon Bauhaus-Direktor in Dessau. Worüber die Zeitung nicht informiert: Oswalt ist seit Jahren ein hartnäckiger Kritiker des Wiederaufbaus der Garnisonkirche. Er trat sogar wegen des geplanten Wiederaufbaus aus der evangelischen Kirche aus. Den Aufbau-Befürwortern wirft er vor, Unfrieden zu stiften. So geht heutzutage Debatte, auch bei den klugen Köpfen von FAZ/FAS.

Oswalts Polemik „Rückenwind vom rechten Rand“

Mein Rat an die FAZ/FAS: Niedriger hängen, der verkrampfte Blick der Linken sollte nicht das letzte Wort sein!

Prof. Oswalt referiert das Buch des Wiederaufbaugegners Matthias Grünzig über die Potsdamer Garnisonkirche. Aktivist Grünzig lässt nichts aus, um die Kirche als Hort des Militarismus darzustellen. Er lässt alles aus, was zeigt, dass die beiden Kirchengemeinden, die lutherische und die reformierte, sich, so gut es ging, gegen die Vereinnahmung durch Reaktion und Nazis stellte.

In der Hälfte der Lebensdauer der DDR gab es eine Kirchengemeinde, ohne dass das MfS eine Gefahr des Wiederauflebens des Faschismus erkannte. Die kommunistische Oberbürgermeisterin, die bis dahin Baumaterialien für den Wiederaufbau zugesagt hatte, folgte dem „Wunsch“ des Potsdamhassers Ulbricht und ließ sprengen.

 

Die Kirchengegner, vereint in Initiativen mit Namen wie „Friedenskoordination“, Kulturlobby“ oder „Potsdams Mitte neu denken“, fürchten die Wiederkehr des preußischen Militarismus, ein neues Bündnis von Thron und Altar, eine Bundeswehrkirche, ein Walhalla für Preußenfans, nicht zu reden vom „Barockfaschismus“, mit dem die Zugezogenen auch den letzten Rest sozialistischer Baukultur in Potsdam vernichten würden, wenn das DDR-Rechenzentrum, das auf dem Kirchengrundstück steht, auch noch abgerissen werden würde. Es sind wortgleiche Sätze dabei, mit denen schon die SED den Abriss begründete.

Die Vielzahl der Bündnisse und Initiativen suggeriert eine breite Ablehnungsfront. Das trifft nicht zu. Es ist eine gut organisierte linksextreme Szene, die sich zu inszenieren weiß. Die apodiktische Verkündigung einfacher Narrative, gerne auf Pappplakaten in Fernsehkameras gehalten, hat ihren Reiz für die Medien. Kaum eine Zeitung konnte den Inhalt eines Bürgerbegehrens gegen die Garnisonkirche richtig wiedergeben; auch Prof. Oswalt hat sich nicht die Mühe gemacht, exakt zu recherchieren. Dann hätte er nämlich festgestellt, dass die Ablehnung kein „mieser Trick“ war, sondern die Aktivisten völlig falsche Versprechungen machten. Die Bürger können durch ihre Unterschrift nicht den Bau einer Kirche (bzw. vorerst nur des Kirchturms) stoppen, zumal die Baugenehmigung schon vorliegt. Es sollte auch erreicht werden, dass die Stadt Potsdam die Wiederaufbau-Stiftung auflöst. Das wäre in der DDR oder in Putins Russland möglich gewesen, aber die Stadt kann eine Stiftung nicht auflösen, wenn diese nicht gegen Stiftungsrecht verstößt. Sie kann aus der Stiftung austreten, die Stiftung existierte aber weiter. So kompliziert ist das nun auch wieder nicht. Herr Oswalt hätte es den Lesern der Sonntagszeitung durchaus zumuten können.

Herr Oswalt hat sich auch nicht die Mühe gemacht, den aktuellen Stand wiederzugeben. Den Aufbaugegnern war es, wie im Blog berichtet, gelungen, das DDR-Rechenzentrum, das die SED in das Kirchengrundstück hineinragen ließ, zumindest für eine Interimszeit vor dem Abriss zu bewahren und es als Haus für Kunstschaffende und als Versammlungsort für Aktivisten zu nutzen, wenn sie nicht gerade in Räumen der Linkspartei tagen. Auf die Stadt kommen jetzt einige Millionen € Mehrkosten zu: Sie muss das marode Rechenzentrum sanieren und bis 2023 bewohnbar halten und die Mehrkosten für den Wiederaufbau des Turms tragen. Die entstehen, weil der DDR-Plattenbau den Wiederaufbau des Turms erschwert.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Berichterstattung der von mir hoch geschätzten Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hier präziser, ausgewogener und aktueller gewesen wäre.

 

 

Wahlen zum Potsdamer Studentenparlament

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Die parteiungebundene Liste von Studenten des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik war im vergangenen Jahr Sieger gewesen. Sie waren angetreten, um mit der ineffizienten Arbeit des linken AStA aufzuräumen, und prangerten dessen finanzielle Unterstützung linker Aktivisten an.

In diesem Jahr reichte es nur für den zweiten Platz (19,4%) hinter den Linkspartei-Studenten (20,0%). die Grünen bekamen 15,6, die Jusos auf 15,2. Der RCDS kam auf 7%, die Liberalen auf 6,8, eine Spaßmachertruppe auf 2,5%. Außerdem gab es eine weitere linke Gruppe.

91,5 % der 22.000 wahlberechtigten Potsdamer Studenten und Studentinnen beteiligten sich nicht an der Wahl des Studentenparlaments. Gegenüber 2016 waren das noch einmal weniger.

Es ist anzunehmen, dass rot-rot-grüne Studenten wieder die Potsdamer Studentenschaft repräsentieren wird.

Moderner Städtebau in Potsdam: das Schwimmbad „blue“

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Meist geht es anders herum: Nicht nur die Linken kritisieren die städtebauliche Entwicklung in Potsdam als „Barockfaschismus“. Auch Architekten melden sich zu Wort und beklagen, dass zu viel restauriert und zu wenig zeitgenössisch gebaut würde.

Wenn das Aussehen Potsdams mit seinen Schlössern und Villen im klassizistischen, neo-klassizistischen, barocken oder Rokokostil Faschismus sein soll, kann Faschismus so schlimm nicht sein.

Nun hatten moderne Architekten Gelegenheit modern zu bauen: das Groß-Schwimmbad am Hauptbahnhof. Schon in der Bauzeit war es zu erahnen. Der Bau schottet sich nach außen ab. Er wirkt wuchtiger als der benachbarte Bahnhof, der jahrelang dafür kritisiert wurde.Man könnte ihn auch für das Bahnhofs-Parkhaus halten.

(Reden wir jetzt nicht über die Bau- und Unterhaltskosten für ein Bad an dieser Stelle. Die Stadtverwaltung hatte gescheitere Standort- und Finanzierungspläne. Die direkte Demokratie brockte der Stadt für die Zukunft sehr viel höhere Kosten ein und weniger Gegenfinanzierung durch eigentlich geplante Grundstücksverkäufe.)

Jetzt ist es ausgerechnet ein Architekt, der den modernen Bau vom Büro Gerkhan, Merk und Partner (Flughafen BER, Hauptbahnhof Berlin) als langweiliges Gebäude kritisiert.

 

Hausbesetzung soll Abriss der Potsdamer FH verhindern

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Regenbogen Potsdam
Doppelter Regenbogen über Potsdam

Die Potsdamer Linksextremisten, gut vernetzt in Bündnissen, Aktionskreisen, Parteien, Antifa, AStA und Kulturzentren, geben noch lange nicht auf. Da auch ihre (fehlerhafte) Unterschriftensammlung gegen die Neugestaltung der Potsdamer Mitte nicht zu einer Revision zwanzigjähriger Debatten und Entscheidungen führte, wollen sie jetzt den alten Bau der Fachhochschule besetzen, um den Abriss und die Neugestaltung des unter dem DDR-Bau begrabenen Stadtquartiers zu verhindern.

Wenn man bedenkt, wie erfolgreich Hausbesetzungen in Hamburg und Berlin sind, muss man Schlimmes befürchten.

In Berlin hatte eine Handvoll extremistischer Geflüchteter eine Schule besetzt. Die grüne Bezirksbürgermeisterin gibt weit über eine Million € jährlich aus, damit die Schule für die Besetzer wohnlich bleibt (Hausmeister, Security, Heizung, Reparaturen) und widersetzte sich der Aufforderung des Senats, das Gebäude zu räumen.

Die Hausbesetzer in der Berliner Rigaer Straße belästigen und bedrohen ihre Nachbarn, verletzen Polizisten, sorgen jährlich am 1. Mai für Krawalle. (Wenn das Rechte machen würden, gäbe es mindestens einen ARD-Brennpunkt) Linke und grüne Politiker/-innen wollen nichts von Räumung wissen und plädieren für Gespräche mit den Straftäter*innen.

In Potsdam gelang es, die Wiederaufbaupläne für das Kirchenschiff der Garnisonkirche zu erschweren, weil das Rechenzentrum, das auf dem Gelände von der SED errichtet wurde, als „Zwischennutzung“ zum Haus für Kunstschaffende wurde. Inzwischen wurde die Zwischennutzung verlängert. Die Kunstschaffenden fordern von der Stadtverwaltung, das marode Haus instandzusetzen, damit es bewohnbar bleibt. Natürlich ist das Haus Agitationszentrum gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche geworden. die Linksextremisten im Potsdamer Stadtparlament, die Gruppe „Die Andere“, will ungeachtet der längst gefassten Parlamentsbeschlüsse immer wieder neu abstimmen lassen, jetzt z. B. soll das Rechententrum als Denkmal der sozialistischen Baukunst erhalten bleiben.

Zwei Altbauten in der Potsdamer Zeppelinstraße hatte die Stadt an linke Mieterinitiativen zu einem Tiefpreis vermietet. Die Aktivisten versprachen dafür, die Häuser in Eigenleistung zu renovieren. Nach zehn Jahren wollte die Stadt den Mietpreis geringfügig anheben. Da gestanden die legalisierten Hausbesetzer, dass sie für die Renovierung nochmal so lange brauchen würden und lieber die alte Miete zahlen möchten. (Einige Räume hatten die linken Kapitalist*innen zu marktüblichen Preisen untervermietet.)

Die Besetzung der alten FH dürfte also erfolgversprechend sein: Wer Räumung fordern wird, gilt als rechtspopulistisch. Von der Stadt würde erwartet, die FH mit einem Millionenbetrag instandzuhalten. Eine neue Querfront entstünde: Die FAZ, in der der Bau als Ikone der Ostmoderne gepriesen wurde, wäre genauso glücklich wie die Hausbesetzer*innen.

Der Bedarf an Häusern für Kunstschaffende ist scheinbar weiterhin groß, so dass der Bau als Kunst- und Kommunikationszentrum genutzt werden könnte. Ich würde ja eher dafür plädieren, den FH-Bau direkt neben der Nikolaikirche unseren muslimischen Mitbürger*innen als Moschee anzubieten. Sie suchen schon lange. (Eine SPD-Ministerin will im zu errichtenden Turm der Garnisonkirche eine Moschee. Das verbietet sich schon aus dem Grund, dass der Platz für die Gläubigen nicht ausreichen dürfte.)

Was wäre eigentlich, wenn Fanatiker wie André Tomczak und Lutz Boede einmal die Macht ergreifen und die Abschaffung der parlamentarischen Demokratie und der Gewaltenteilung Regierungspolitik wird? Der frühere SED-Mann Dr. Scharfenberg von der Potsdamer Linkspartei, MdL, schimpfte schon in Richtung der Linksextremisten: „Wenn ihr in Potsdam regieren würdet, gäbe es kurze Zeit später eine Versorgungkrise.“

Niemöller-Stiftung will Geschichtsmuseum statt Garnisonkirche

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GarnisonkircheVor einigen Monaten kritisierte der Journalist Matthias Grünzig, Aktivist gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche, das Konzept der Befürworter, im wieder aufzubauenden Turm auch die Geschichte der Kirche zu dokumentieren, als völlig unzureichend. Sein Maßstab war die Berliner „Topographie des Terrors“, Gedenkstätte und Dokumentationszentrum am historischen Ort des SS-Hauptquartiers.

Es gibt dort eine große Bibliothek, es wird geforscht, es werden Bücher publiziert, es gibt einen Pressespiegel zu NS-Themen, es finden Sonderausstellungen und Seminare für Schulklassen und Erwachsene statt, es gibt einen Rundbrie, einen Newsletter und eine Caféteria.

Das Dokumentationszentrum beschäftigt 31 Mitarbeiter/-innen, 1 Auszubildende sowie Praktikanten, studentische Hilfskräfte und das Freiwillige-Soziale-Jahr-Ableistende.

Letztlich soll durch den Vergleich der geplanten Garnisonkirchen-Dokumentation im wieder zu errichtenden Turm mit der Topographie des Terrors und überzogenen Raum-, Personal- und Themenforderungen der Wiederaufbau verhindert werden.

Gerade erst haben die Gegner/-innen das ehemalige DDR-Rechenzentrum, das in das Garnisonkirchengrundstück hineinragt, zum Haus für Kunstschaffende umwidmen können. Noch nicht einmal diesen Platz würde ein Dokumentationszentrum über den Nationalsozialismus auf dem Kirchengrundstück kriegen.

Jetzt setzt die Niemöller-Stiftung e. V. ihren Kampf gegen den Garnisonkirchen-Wiederaufbau als Versöhnungskirche mit einem „Gutachten“ fort, das Grünzigs Ausführungen wiederholt. Rechtzeitig zum Beginn des Evangelischen Kirchentages sorgt sie damit für Gesprächsstoff, zumal im Veranstaltungsraum auf dem Garnisonkirchengrundstück Kirchentagsveranstaltungen stattfinden sollen. (Hoffen wir, dass die Antifa nicht aufmarschiert und wieder handgreiflich gegen die Pfarrerin wird.)

Vor ein paar Wochen hatte der Verein schon eine Tagung gegen den Wiederaufbau durchgeführt, auf der die Befürworter nicht sprechen durften. (Schon Niemöller kannte nur Freund oder Feind.)

Die Martin-Niemöller-Stiftung ist eine Organisation, die in einschlägigen digitalen Plattformen zur antifaschistischen Szene gezählt wird.

Der evangelische Pfarrer Niemöller war deutsch-national eingestellt und Gegner der Nationalsozialisten. Den Ideen von Rasse und Volkstum gegenüber war er aufgeschlossen, Juden fand er nicht sympathisch. 1921 kämpft er als Freikorpsführer im Kapp-Putsch gegen die Weimarer Republik. Er lobte 1935 die Einführung der Wehrpflicht und den Dienst an der Waffe als Christenpflicht. Er bat Hitler, ihn im Zweiten Weltkrieg als U-Boot-Kommandanten zu verwenden. Das war er schon im WK I gewesen.

Dann organisiert er die evangelische Widerstandsbewegung „Bekennende Kirche“. Sein Widerstand gegen Hitler speist sich aus theologischen, nicht politischen Gründen.

Der Vorwurf, den manche Nachgeborenen gegen die Offiziere des Widerstands von 1938 und 44 einwenden, sie wären keine Demokraten gewesen, trifft jedenfalls auch auf Niemöller zu.

In der Bundesrepublik habe er mehr gelitten als im Dritten Reich, sagt er später. (Hitler ließ ihn zwar in ein KZ sperren, aber es war eine Ehrenhaft. Er durfte Besuch empfangen und Bücher lesen. Die Bundeswehr war für ihn die „Hohe Schule für Berufsverbrecher“.

Antikommunistischer Militarist und Nationalist war er auch nach dem Zweiten Weltkrieg, hätte gerne an der Seite der USA gegen Russland gekämpft, wurde dann in der Zeit des Kalten Krieges Pazifist und trat auf zahlreichen, von der UdSSR finanzierten Friedensdemonstrationen und Friedenskongressen auf und erhielt Orden der DDR und UdSSR.

Die nach ihm benannte Stiftung sieht ihre Aufgabe u. a. darin, Bundeswehreinsätze im Ausland zu verurteilen, Kirchenasyl für Flüchtlinge zu gewähren, Abschiebungen von abgelehnten Asylsuchenden zu verhindern und gegen alles, was es rechts von der linken Mitte im politischen Spektrum gibt, zu kämpfen.

Vorstandsmitglied Dr. Margot Käßmann ist bekannt dafür, NATO und EU-„Aggressionen“ gegenüber Russland zu brandmarken, aber kein kritisches Wort über russische Aggressionen in der Ukraine und auf der Krim zu finden.

Man wundert sich angesichts des Eifers, mit dem nachgeborene Jakobiner/-innen jeder nationalistischen und judenfeindlichen Bemerkung von Dichtern und Geschichtsprofessoren des 19. Jahrhunderts nachspüren und nach ihnen benannte Straßen umbenennen, wenn sie Niemöller so nachsichtig behandeln.

Update 2.6.17: Der US-Amerikaner mit armenischen Wurzeln Noubar Afeyan beabsichtigt, der Garnisonkirchen-Stiftung eine größere Summe zu stiften. Afeyan ist Ph.D. in Bioverfahrenstechnik (biochemical engineering). Er ist Unternehmer, finanziert Start-ups, hat einen Lehrauftrag am MIT und ist Gründer einer Stiftung, die an Armenien erinnert.

Der Großvater von Noubar Afeyan wurde während des türkischen Massenmords an den armenischen Mitbürgern von deutschen Offizieren gerettet. Sie steckten ihn in eine deutsche Uniform.

Afeyan will als Stifter eines Menschenrechts-Preises Personen ehren, die sich weltweit für Notleidende engagieren. Zu Potsdam und zum Wiederaufbau der Garnisonkirche würde dieses Engagement gut passen. Es gibt hier ein kleines Museum in dem Haus, in dem der Theologe Johannes Lepsius wohnte.

Lepsius hielt sich lange im Nahen Osten auf. Er wurde Zeuge von Pogromen und Massakern der Osmanen an den Armeniern. Diese begannen um 1894 und gipfelten in dem Massenmord von 1915.  Er schrieb und hielt Vorträge, um auf diese Verbrechen aufmerksam zu machen. Die Reichsregierung hielt sich zurück, sie wollte es mit dem Bündnispartner Osmanisches Reich nicht verderben.

Zur Garnisonkirche passt die Geste von Noubar Afeyan, weil sie auch die Kirche für die Offiziere des Widerstandes und ihre Familien war.

Lesetipp: Anke Silomon, Pflugscharen zu Schwertern, Schwerter zu Pflugscharen Hinweis im Blog und bei Amazon