Potsdam

Neptungrotte im Park Sanssouci wieder hergestellt

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Wenn man vom Obelisk-Eingang kommt gleich rechts abbiegen! Da steht die 1750 vollendete Neptungrotte. 15.000 echte Muscheln bilden ein Mosaik. Die Marmorstatue von Meeresgott Neptun krönt die Grotte. Der Bau auf dem sumpfigen Potsdamer Untergrund war stark einsturzgefährdet und war seit 30 Jahren mit Brettern zugenagelt.

Nicht zuletzt verzögerte der Schutz hier nistender Fledermäuse die fachgerechte Wiederherstellung. Fünf Jahre dauerte sie. Natürlich ist die Wiederherstellung umstritten. Die Linken in Potsdam, denen alles nicht passt, was vor 1949 hier gebaut wurde und nach 1990 restauriert wird, finden die Sanierung von Schulklos wichtiger. Wobei sie davon ausgehen, dass die Stiftung preußische Schlösser und Gärten als Hausherrin und Spender Günther Jauch für Schultoiletten zuständig wären.

Neptungrotte1

Neptungrotte2

 

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Potsdams Alter Markt wird immer schöner

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Nikolaikirche
Nikolaikirche auf dem Alten Markt

Der Alte Markt in Potsdam wird immer schöner. Der gewaltige Trumm der Fachhochschule ist endlich verschwunden. Er verdeckt die Kirche nicht mehr.

Wenn die alten Stadtquartiere mit historischen Leitbauten und modernen Gebäuden in der alten Kubatur bebaut sein werden, ist der Platz wieder komplett mit zueinander passenden Gebäuden umrahmt.

Kaserne Krampnitz wird Potsdams neuer Stadtteil

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Obwohl erst zur Mitte der 30er Jahre dieses Jahrhunderts alle 10.000 Einwohner eingezogen sein werden, ist schon ein Drittel der Wohnungen und Häuser verkauft. Erfahrungsgemäß wird es dann noch einmal dauern, bis eine Schule und die Straßenbahnlinie nach Potsdam da sein werden.

Die Kaserne wurde 1935-39 für die neue Heeres-Reit- und -Fahrschule der Wehrmacht gebaut. Gleich daneben war der Truppenübungsplatz Döberitz. Die bestehende Kavallerieschule musste aus Hannover verlegt werden, weil die Stadt das Gelände für die Industrie brauchte.

Ab 1945 nutzte die Rote Armee die Kaserne für eine Panzertruppe. Seit dem Abzug 1992 steht das Gelände leer. Szenen der Filme Operation Walküre, Der Pianist, Inglorious Basterds, Effi Briest und Monuments Men entstanden hier. (Die Babelsberger Filmstudios sind in der Nähe!)

Die sehr soliden Militärbauten wie ein 48 Meter hoher Turm, alte Wohnheime, ein Offizierscasino und ein Stabsgebäude stehen unter Denkmalschutz. Die Klinkerbauten sollten zum größten Teil zu Wohnhäusern umgebaut werden.

Unvermeidlich, dass am Anfang des Projekts dubiose Finanzgeschäfte standen, für Brandenburgs damalige Amigo-Wirtschaft nicht ungewöhnlich. Das Land Brandenburg hatte die Militärstadt 2007 über die ein Jahr zuvor privatisierte Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG) an die TG Potsdam Projektentwicklungsgesellschaft gegeben. Der Verkauf an dubiose Investoren ist unter dubiosen Umständen und extrem billig – 4,1 Mio €, bei einem Schätzwert von 20 bis 30 Mio – über die Bühne gegangen. Im Landesrechnungshof war man entsetzt, ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss wurde eingesetzt. Der Finanzminister musste zurücktreten.

Der Verkauf wurde rückabgewickelt. Schaden wäre dem Land keiner entstanden, wurde der Öffentlichkeit versichert. Nach sechs Jahren konnte 2013 die Planung des neuen Stadtteils beginnen.

Besuch des Potsdamer Thälmann-Denkmals

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Thälmann Potsdam

Auch wenn die Höhepunkte der DDR-Baukultur, wie das Café Minsk und das Institut „Rosa Luxemburg“ für Lehrerbildung) (Fachhochschule) abgerissen wurden oder werden. die Erinnerung an die DDR bleibt in Potsdam lebendig.

Ernst Thälmann wird z. B. mit einer Gedenktafel vor der Jugendbildungsstätte in der Behlertstraße geehrt.

Wenn man bedenkt, dass der Stalin-Verehrer Thälmann die Weimarer Republik militärisch bekämpfte, neben Luxemburg und Liebknecht zu den Feinden der Weimarer Republik zählte und die Stalinisierung der KP vorantrieb, macht das mindestens nachdenklich über Zustände im deutschen Osten.

Götz Aly stellt die nur auf den ersten Blick steile These auf, dass besonders dort, wo es noch von Thälmann-Straßen wimmele, auch die Neonazis nicht weit sind. Gewonnen hat er die Erkenntnis auf einer Radtour durch Vorpommern und Ostbrandenburg.

Kreative Plakate im Potsdamer OB-Wahlkampf

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Die Partei Die Andere und ihr Vorsitzender, der Berufspolitiker Lutz Boede, laufen in den Medien unter linksalternativ. Das Wort linksextrem nimmt man dort nicht gerne in den Mund. Boede und seine Truppe sind federführend bei Polithappenings. Sie werfen Steine aus Schaumgummi auf das Landtagsschloss als Erinnerung an die 1848er Revolution. Sie stören Touristenspektakel wie die Vereidigung der Langen Kerls. Sie trauern spektakulär um den Abriss von angeblicher DDR-Baukultur oder stören, als Zombies geschminkt, eine Feier des Vereins Mitteschön, der in ihren Augen für die Wiedergeburt des „Barockfaschismus“ in Potsdam verantwortlich ist. Sie rufen der Pfarrerin der Garnisonkirchengemeinde „Halt´s Maul, du Nazischlampe!“ zu. Sie stürmen das Rathaus und bieten einen symbolischen Kaufpreis für den SED-Mammutbau in der Stadtmitte (FH), dessen Abriss längst beschlossen ist. Bei einer Kundgebung von Gegnern einer rot-roten Landesregierung wünschten sie mit einem Hetzlied einen Redner, einem von sowjetischen Besatzungsmacht Verfolgten, dass er doch lieber im KGB-Gefängnis geblieben wäre.

Sogar der Chef der Potsdamer Linken, Ex-SED, Ex-MfS-Aufpasser in der SED-Hochschule für Staat und Recht, der mehrmals die Wahl zum Oberbürgermeister knapp verfehlte, spottete über Boedes Truppe: „Wenn ihr regieren würdet, würde Potsdam in kürzester Zeit im Chaos versinken.“ (Leider finde ich die Quelle in der PNN nicht mehr.)

In der letzten Kommunalwahl erhielt die Partei stolze 7,7% der Wählerstimmen. Ihre Happenings und die kreativen Wahlkampfslogans finden ihr Publikum: „Potsdam ist keine Sichtachse“, „Die Stadt ist kein Parkplatz“, „Miete schön statt Mitteschön“, „Kultur statt Kitsch“ (mit Kitsch ist der Wiederaufbau der Garnisonkirche gemeint), „Bürgerkontrolle der städtischen Firmen“. Die Stadt besitzt ein Konglomerat von ca. 40 steuerlich privilegierten Kommunalbetrieben mit teilweise zwei Geschäftsführern, die hohe Gehälter beziehen, um deren Veröffentlichung gestritten wird. Die Posten im Vorstand und Aufsichtsrat gehen in der Regel an verdiente Kommunalpolitiker. Natürlich löst eine „Bürgerkontrolle“, was immer das sein mag, das Problem nicht.

Bei der bevorstehenden Oberbürgermeisterwahl kandidiert Boede nun für den Oberbürgermeister. Ein kleinerer Teil der Linkspartei sympathisiert mit ihm und will ihre Partei dazu bewegen, auf die eigene Kandidatin, die parteilose Gleichstellungsbeauftragte der Stadtverwaltung, zu verzichten.

Bisher gab es in der Stadtverordnetenversammlung ein informelles Bündnis aller anderen Parteien, mit denen man die Linken und Linksextremen einhegte. Die Chancen einer linken Mehrheit (Linkspartei, Die Andere, die Grünen) dürfen aber diesmal nicht unterschätzt werden. Zwar holten die Sozialisten bei der letzten Kommunalwahl nur noch 25 statt zuvor 31% der Stimmen. Trotz aller Zufriedenheit mit dem langjährigen SPD-OB dürfte die bundesweite Schrumpfung der SPD zur Kleinpartei an Potsdam nicht vorbeigehen und die Linkspartei davon profitieren. Wie im Bund machen auch die Grünen keinen Hehl daraus, dass sie in vielen Bereichen mit der Linkspartei übereinstimmen. Sie stimmten kürzlich im Landesparlament für den Linken-Antrag, den 8. Mai, den Tag der Befreiung vom Faschismus durch die Rote Armee, als Gedenktag (nicht: Feiertag) einzuführen. Das gemeinsame Foto der in Potsdam wohnenden grünen Bundesvorsitzenden Baerbock mit Dr. Bartsch beim Rock-Festival in Chemnitz ist da nur ein Sahnehäubchen. In der Grünen Jugend ist es Tradition, Mitglied in der linksextremistischen Roten Hilfe zu sein.

Während die Kandidaten von SPD und CDU von oben herab auf die Einwohner schauen, inszeniert sich der Linksalternative Lutz Boede als standfester Biertrinker und (auf einem nachgeschobenen Plakat) in elaborierter Rednerpose:

Wahl Potsdam Boede 2

Wahlkampf Potsdam Boede

Sozialistischer Städtebau

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Stalinallee Spielzeug

Bürger Potsdams, sowohl Alteingesessene als auch Neubürger, werden von ostalgischen Linksextremisten und überheblichen FAZ-Journalisten als Dumpfbacken denunziert, weil sie DDR-Baukultur nicht zu würdigen verstehen.

Was es mit sozialistischem Städtebau, den die o.a. Extremisten so toll finden, auf sich hat, darüber informiert ein immer noch aktueller Beitrag von 2012.

Ein, wegen sehr geringer Auflage prohibitiv teures Buch informiert mit Text und Fotos. Einen Einblick gibt Spiegel-Schatzkiste einestages. Zum Thema auch erwähnenswert: Roman Bezjak/Hatje Cantz Verlag Socialist Modernism – Archäologie einer Zeit; ebenfalls nicht gerade billig.

Der Spiegel hat immer wieder lesenswerte Stücke. Es ist schade, dass die Politikredaktion so abgrundtief schlecht geworden ist.

Winzerberg Potsdam: Großes Fest zur Fertigstellung

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Keineswegs nur linksextremistischer Kampf gegen Sichtachsen und Barockfaschismus. Auch das ist Potsdam: Großes Bürgerengagement bei der Rekonstruktion des friderizianischen Winzerbergs. (Fotos!!!)

Weinberg
2008 und 2010   

Weinberg 2010

 

winzerberg2017
2017, ab 2018 wieder mit Glas; (Fotos GS)

Barocke Sichtbeziehungen in Potsdam

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Der Potsdamer Maler und Autor Olaf Thiede hat eines neues Buch geschrieben. Es heißt: Potsdam im Blick. Barocke Sichtbeziehungen der Potsdamer Innenstadt. Eigenverlag 2018,14,30 €.

Das 99 Seiten knappe Büchlein ist dafür gedacht, mit ihm die Potsdamer Sichtachsen zu Fuß zu entdecken. Thiede weist ein weiteres Mal nach, dass „Schönheit kein Zufall“ ist. Die barocken Stadtplaner schufen ein harmonisches Stadtbild. Wir dürfen entdecken, dass dem ziemlich exakte Berechnungen zugrunde lagen: Anzahl der Fenster, Straßenbreite, Gebäudehöhe, Anlage von Plätzen und nicht zuletzt Sichtbeziehungen zwischen wohlüberlegten Zielpunkten.

Er hält es nicht für einen Zufall, dass Potsdamer Straßen, wenn man sie gedanklich verlängert, sogar auf entfernt gelegene wichtige Gebäude der preußischen Geschichte zielen: Küstrin (größte Festung Preußens), Zitadelle Spandau, ja sogar Burg Tangermünde in der Altmark. Sie liegt, vom Stadtschloss aus gesehen exakt in der „Verlängerung“ der Breiten Straße. Die Burg in Tangermünde war der erste Sitz der Hohenzollern in der Mark, bevor sie ihre Burg in Berlin bauten. 1701, im Jahr der Königskrönung, ließ Friedrich I. das im 30jährigen Krieg zerstörte Schloss in Tangermünde neu errichten.

Wer mit dem Buch in der Hand durch Potsdam spaziert, wird auch auf viele architektonische Kostbarkeiten hingewiesen. Einiges, wie die kunstvollen Brücken über den (in der DDR zugeschütteten) Stadtkanal, gibt es nicht mehr. Auch bei mancher Sichtachse fällt der Blick ins Leere, wie Thiede schreibt, weil der Zielpunkt längst abgerissen wurde. Oder ein Hochhaus zerstört die Sichtbeziehung.

 

Gaza in Potsdam?

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Ein Filmregisseur vermisst die DDR im Potsdamer Stadtbild. Weil er deswegen seine Heimat verloren hat, ist er in die innere Emigration gegangen.

Er vergleicht sein Schicksal mit dem heimatvertriebenener Palästinenser. In PNN/Tagesspiegel darf er wehklagen. Hoffentlich beschießt er jetzt nicht das Palais Barberini mit Raketen und brennt den Rasen im Neuen Garten ab.

Eine Zeitung interviewt einen politischen Gegner

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Wie Journalisten mit Interviewpartnern umspringen, die sie nicht mögen, kann man im ÖR oft erleben. Opfer der Präpotenz deutscher Vertreter/-innen der Vierten Gewalt war in jüngster Zeit z. B. der österreichische Bundeskanzler, im Deutschlandfunk herrschte der Journalist den israelischen Botschafter an. AfD-Politikern ins Wort zu fallen oder sie nicht ausreden zu lassen, qualifiziert anscheinend für den Grimme-Preis. Zeitungsjournalisten sind da nicht viel besser.

Ein aktuelles Beispiel finde ich heute Morgen (11.7.18) auf Seite 12 der Potsdamer Neuesten Nachrichten, dem regionalen Kopfblatt des Tagespiegels.

Journalist Henri Kramer versteht sich wohl eher als linker, präpotenter Aktivist. Er begrüßt den AfD-Kandidaten für den Posten Oberbürgermeisters so: „Ihre Arbeit im Stadtparlament beschränkt sich auf einige Anfragen, vor allem zur Flüchtlingspolitik. Inhaltliche Vorstöße gab es nur selten…“ Der antwortet, dass er in der aktuellen Wahlperiode über 110 Kleine Anfragen gestellt habe, darunter auch „inhaltliche“. Bei den Anfragen und seiner Tätigkeit in einem Ausschuss sei nicht die Flüchtlingspolitik Schwerpunkt gewesen. Es wäre eben typische Oppositionsarbeit gewesen. Dieses Wort gefällt dem Journalisten so gut, dass er es als Überschrift für das Interview nimmt.

Der Kandidat Dennis Hohloch erzählt, dass die AfD-Repräsentanz im Stadtparlament aus zwei Politneulingen bestünde, die nicht dieselbe Arbeit wie alteingesessene große Fraktionen leisten könnten. Inzwischen gäbe es aber schon ein unterstützendes Team.

Nächste Frage: „Sie kritisierten zuletzt, Potsdam müsse autofreundlicher werden (sic!), auch eine dritte Havelbrücke wollen Sie. Sie wollen also die Potsdamer Kulturlandschaft mit Straßen und Brücken verunstalten?

Der Kandidat macht Ausführungen zum maroden Potsdamer Straßennetz, kritisiert das Konzept der Verkehrsberuhigung und findet nicht, dass die Potsdamer Kulturlandschaft durch eine Brücke entlang einer Bahntrasse verschandelt würde.

Henri Kramer kommt zur dritten Frage: „Der AfD-Fraktionschef hat zuletzt erklärt, Hitler und die Nazis seien nur ein Vogelschiss in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte. Hat er Recht?“

Der AfD-Kandidat: „Ich verstehe beim besten Willen nicht, was diese Aussage mit meiner Kandidatur zum Oberbürgermeister zu tun haben soll. Wenn Frau Nahles Unionspolitikern „in die Fresse“ hauen möchte, fragen Sie Herrn Schubert (SPD-OB-Kandidat) aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht nach seiner Meinung.

Henri Kramer: „Bitte lenken Sie nicht ab.“

Der AfD-Kandidat entgegnet, dass die Potsdamer lieber etwas zu den Potsdamer Problemen hören wollen und keine Geschichtsabhandlungen über zwölf Jahre deutsche Diktatur. Er könne aber gerne in seinen Geschichtsunterricht kommen, wenn ihn seine Einschätzung zum Nationalsozialismus interessiere. (Dennis Hohloch ist Lehrer.)

Zuletzt wird er gefragt, warum er mit der Asylpolitik ein Problem hätte, obwohl die Integration in Potsdam doch in weiten Teilen zu funktionieren scheine.

Dennis Hohloch findet, dass die Stadt für „horrende Summen“ Wohnraum für Flüchtlinge und Asylbewerber anmiete. Untergebracht würden sie vorwiegend in sozial schwächeren Stadtteilen. Nicht nur dort, sondern in ganz Potsdam hätten sie das Stadtbild verändert.

Der Umgang mit Flüchtlingen werde wohl sein Hauptthema im Wahlkampf. fragt der Aktivist. Der Kandidat verneint das. Schwerpunktthemen würden Verkehrspolitik, Stadtwachstum, Potsdams Identität und sozialer Wohnungsbau werden. „Aber danach haben Sie mich im Interview leider nicht gefragt.“

Herr Kramer weist noch auf eine Langform des Interviews auf pnn.de hin. Warum sollte ich die jetzt noch lesen?