Postmodernismus

Camille Paglia über Identitätspolitik

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Prof. Dr. Camille Paglia, überzeugte Feministin, rechnet mit dem kryptomarxistischen Postmodernismus ab. Westliche Wertvorstellungen würden denunziert, Multikulturalismus würde propagiert, ohne dass man sich wirklich mit den vielen Kulturen auseinandersetze. Politische Korrektheit und Minderheitenschutz seien wichtiger als solides Wissen über die Welt. Der moderne Feminismus würde nur Opfer und Täter sehen wollen.

Camille Paglia diskutiert mit dem Postmodernismuskritiker Prof. Jordan Peterson:

„Ich bin sehr besorgt über die Zukunft der westlichen Kultur, weil ich als Geschichtsstudentin sehen kann, dass sie dem antiken Rom zu sehr ähnelt“, erklärte Paglia. „Rom wurde überdehnt, es war einem bürokratischen Schwachkopf ausgeliefert…. Und die römische Identität verwischte sich schließlich in der Einbeziehung so vieler verschiedener Kulturen, was anfangs eine gute Art von Multikulturalismus war, aber schließlich überdehnt wurde und unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrach.“ (übersetzt von DeepL; zwei kleinere Korrekturen von mir.)

Und das hier im Original:

„I think the public school level has gone to Hell. When my mother came to America at the age of six, the old public school system was still very strict. She had an excellent education. She got all As even though she started out not speaking English. She learned to speak without an accent. So today, this kind of feel-good public school education –which is a form of ideology—and indoctrination right now. It is all about No Bullying, and not about anything substantive.“

Link zur Diskussion auf realclearpolitics.com

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Postmodernismus ist die Mutter der Fake-News

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Den Postmodernisten oder Poststrukturalisten, am bekanntesten sind Foucauld, Lacan, Lyotard und Baudrillard, gebührt die Ehre, herkömmliche Wissenschaft, Rationalismus, Aufklärung und Liberalismus als „Narrative“, Erzählungen, gleichwertig neben Kreationismus und Islamismus gestellt zu haben. Alles ist unterschiedslos narrativ. Empirische Forschung ist von Gestern, es geht jetzt vor allem um Diskurse. Ihre Sprache ist schwer verständlich. Kritiker entlarven sie als sprachspielerischen Nonsens, in dem gerne mathematische und naturwissenschaftliche Begriffe verwendet werden..

Link: Klaus Laermann, Lacancan und Derridada, Zeit Online, 30.5.1986

Das Faktische und das Postfaktische sind nicht nur gleichberechtigt, das Faktische, wissenschaftliche Erkenntnis, wird denunziert: Sie wäre abhängig vom Geschlecht, der Rasse, der sexuellen Orientierung des Wissenschaftlers, wäre Ausdruck von Macht (weißer, europäischer Männer).

Wenn die russische Propaganda fünf Versionen vom Abschuss einer Passagiermaschine über der Ostukraine erzählt, sind das aus postmoderner Sicht ernstzunehmende Narrative. Objektivität, belegbare Beweise? Siehe oben!

Dieses Konzept hat den Genderismus ermöglicht, der jetzt naturwissenschaftliche Erkenntnis bedroht, die Gendersterne eingeführt hat und in der vorherrschenden heterosexuellen Dominanzkultur eine Aggression gegenüber anderen Formen sexueller Existenz sieht.

Womit die linken, wenngleich nicht vulgär-marxistischen postmodernen Sprachrevolutionär*innen nicht gerechnet haben, ist, dass auch die Rechten postmodern wurden und Narrative und Diskurse erfinden und verbreiten.

Die helle Aufregung darüber hat die Jagd von linken Journalisten und Linguisten nach rechten gefakten und postfaktischen Erzählungen ausgelöst. (Oder hat jemand schon einmal gehört, dass „postfaktisch“ auf linke Parolen angewandt worden wäre?) Auch das postmoderne Konzept, mit „Identität“ den Individualismus westlicher Gesellschaften zugunsten von Gruppenmerkmalen – Transgender, Queer, Araber, Schwarzer, Weißer, Geflüchtete – auszuhebeln, wurde von Rechten übernommen, z. B. den „Identitären“. Sie treten, übrigens nach französischem Vorbild, für die Erhaltung und Förderung kultureller Identität gegen die von ihnen behauptete Islamisierung Europas ein.

Daran können die Gesetze von Herrn Maas und die Millionen € von Frau Schwesig zur Bekämpfung von AfD und Identitären wenig ändern. Der Geist ist aus der Flasche.