Medien

Enttäuschung bei den Medien: Wenige Araber protestieren in Jerusalem

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Mehr Kameraleute als Aktivisten, berichtet ein Journalist.

Die Hotels in Jerusalem sind voll wegen des Medienrummels. In Eurabia, in Berlin und Göteborg, ist der Protest gegen die erneute „Deligimation“ der arabischen Palästinenser  (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) zur Enttäuschung der extra nach Israel gereisten „Kriegsberichterstatter/-innen“ sehr viel stärker. vielleicht haben sie jetzt Zeit, um das Nachtleben von Tel Aviv zu genießen.

Jerusalem-protest
Foto von Joe Dyke, AFP-Korrespondent

Aus Ramallah berichtet Björn Stritzel (Bild) via Twitter, dass die Autofahrer genervt waren wegen einer Demonstration, aber sonst der übliche Shopping-Trubel herrschte.

Was sonst noch passiert: In Syrien bombardierten russische und syrische Flugzeuge Häuser. Aus Gaza werden Raketen nach Israel geschossen, alle bis auf eine werden abgefangen. Diese landet in einem Kindergarten. Hamas-Führer Hanyieh bekräftigt wieder einmal: Israel gibt es nicht. Dann könne es auch keine Hauptstadt geben. In Berlin wird seit Tagen gegen Israel demonstriert, werden Flaggen verbrannt und antisemitische Hassparolen gerufen.

Dazu schweigen die Qualitätsmedien und die grünlinke politische Elite mehr oder weniger. Während in der Tagesschau gestern in einem schnell gesprochenen Schlussatz bemerkt wurde, dass die Proteste in Nahost abgeflaut sind, fehlte ein Hinweis auf seit drei Tagen in Berlin stattfindende antisemitische Demos mit 1.000 Teilnehmer*/Innen, die US-Fahnen verbrennen und „Tod den Juden“ schreien. Ist halt nicht gegen die AfD zu verwenden.

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Ziehen die Medien Selbstverwirklicher an?

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Die Leserin Anna Guarini hat am 23.3.17 auf AchGut zu einem Text einen Kommentar geschrieben, der auch für sich allein stehen könnte:

„Ich habe keine Angst vor Robotern. Schon eher vor “phantasievollen” Journalisten. Solchen, die aus einem längeren, differenzierten Trump-Interview eine Schlagzeile basteln wie “Trump hält Nato für überflüssig”. “Gauland beleidigt Boateng.” Oder ähnliches. Wenn man wissen will, was ich meine, muss man nur seine tägliche Zeitung aufschlagen. Unsere Journalisten sind viel zu phantasievoll. Wären sie etwas mehr voller Ratio und voller journalistischer Kompetenz, wäre das Zeitunglesen heute viel weniger mühsam. Denn es würde uns der Aufgabe entheben, die “Nachrichten” anhand anderer Quellen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Nun ja, Ex-DDR-Bürger sind das ja gewöhnt.

Die spannende Frage ist, wie konnte der Journalismus in Deutschland so verkommen? Sind wir einem grossen Märchen aufgesessen? Ist 1989 nicht etwa die DDR, sondern die BRD untergegangen? Ich glaube, es ist eine Zeitgeistfrage. Heute will sich jeder selbst verwirklichen – Dienstleistung ist out. Und deshalb ziehen Medien kleine, eitle, von sich überzeugt Selbstverwirklicher an, die man leider (so ihr Selbstbild) nicht an die politischen Machthebel lässt. Also machen sie eben Politik über die Medien. Indem sie den Leser nicht informieren, sondern belehren. Das Problem, dass sie in den meisten Fällen dazu nicht das Wissen haben, ist keines. Denn Faktenwissen ist elitär, also undemokratisch. Möglicherweise sogar faschistoid. Gesinnungsethik ist doch viel wichtiger. Motto: Und wenn ich auch ein Trottel bin – ein besserer Mensch als der Leser bin ich allemal.“

Der Kommentar galt dem Text „Roboterjournalismus? Brauchen wir nicht, haben wir schon“ von Wolfgang Röhl.

Wie Muslime in Paris auftreten

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Es ist billig, davon zu reden, dass der Islam zu Deutschland gehöre, ohne auf die Konsequenzen aufmerksam zu machen:

Zur freien Religionsausübung gehört für Muslime anscheinend das öffentliche Beten. Mir begegnete das vor Jahren schon auf einem Autobahnparkplatz. Da breitete ein junger Muslim seinen Gebetsteppich auf dem schmalen Bürgersteig neben einer an einem Tisch rastenden Familie aus. Die stellten sofort ihr Radio aus, da er böse guckte. Wer von vom  Parkplatz zum Rasthaus wollte, musste an der Stelle, an der der Muslim seinen Hintern in die Höhe streckte, auf die Fahrbahn ausweichen.

In Paris hat das öffentliche Beten von Muslimen solche Ausmaße angenommen, dass Bürger jetzt dagegen protestierten, französische Fahnen schwenkend. Sofort gab es Tumult und Beschimpfungen durch die Islamanhänger. An anderer Stelle in Paris wurde ein öffentlicher Gottesdienst abgehalten und dabei zum Töten von Ungläubigen aufgerufen.

Man stelle sich das in Deutschland vor: Die Bundestagsvizepräsidentin würde das Recht auf ungestörte Religionsausübung betonen. Noch Außenminister Gabriel würde vom Pack reden, das gegen unsere islamischen Mitbürger*Innen hetze, Cem Özdemir würde vor einer Wiederkehr von Auschwitz warnen, die Jungen Grünen würden ein Verbot der Herstellung von Deutschlandfahnen fordern und die Antifa würde sich den Imamen als Security beim öffentlichen Freitagsgebet und dem öffentlichen Schlachten von Tieren beim Opferfest zur Verfügung stellen und einen Hausbesuch beim AfD-MdB Albrecht Glaser machen, begleitet von Anja Reschke und einem Kamerateam des NDR.

via philosophia perennis; Ruptly gehört zum russischen RT-Netzwerk. Russland lässt sich die Islamisierung Westeuropas nicht entgehen. Der WDR-Korrespondent war wohl gerade in Gaza, um die israelische Übergriffe zu dokumentieren.

Ich erinnere mich nicht, jemals in der Tagesschau etwas davon gesehen zu haben, was auf Youtube zahlreich dokumentiert wird.

In Deutschland geht es gesitteter zu: Man diskutiert über Baurecht (einer Moschee). Und wer nicht über Baurecht reden will, sondern über Islam, dem wird das Wort entzogen:

 

Auch was inzwischen, aus Anlass des Gedenkens an den islamistischen Massenmord 2014 im Pariser Bataclan und anderen Orten zu hören ist. Vor einem Jahr enthüllte ein Untersuchungsbericht der französischen Nationalversammlung, was die Polizei im Bataclan nach den Exekutionen im 1. Stock fand: Es soll Enthauptungen, Folterungen, Verstümmelung von Sexualorganen gegeben haben. Fox News, New York Post und oe24.at haben berichtet. Hundertprozentige Belege gibt es allerdings nicht.

G 20 und die Macht der Medien

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Aus dem offenen Brief des Geschichtswissenschaftlers Gerhard Paul an die Chefredaktion des NDR:

Mich hat die Berichterstattung Ihres Senders zum G20-Treffen sehr befremdet, zum Teil sogar abgestoßen. Ebenso befremdlich fand ich es, dass es in den Debatten im Gefolge des Gipfels praktisch keine medienkritische (Selbst-)Beschäftigung mit der Berichterstattung gab.

Wir wissen seit langem, dass Bilder – egal ob die stillen Fotografien der Presse oder die bewegten Bilder des Fernsehens – nie nur neutral informieren, sondern zugleich immer auch emotionalisieren und oft sogar erst mediale Realitäten erzeugen, auf die dann reagiert wird. Das war auch in Hamburg nicht anders. Nicht nur den Mächtigen dieser Welt – allen voran aus innenpolitischen Erwägungen des Vorwahlkampfes der Bundeskanzlerin und dem Hamburger Ersten Bürgermeister – ging es um schöne und zugleich symbolische Bilder eines friedlichen Dialogs. Auch die angereisten Krawallmacher wollten Bilder: Bilder des Dissenses, der Zerstörung und der Gewalt. Weil auch die anderen Protestler der unterschiedlichen Couleur kaum eine Chance sahen, Einfluss auf die als Unrecht beklagten Verhältnisse der Weltpolitik zu nehmen, haben auch sie – wie Wolfgang Kraushaar in der heutigen Ausgabe von Welt am Sonntag zu Recht vermutet[1] – auf möglichst extreme Bilder körperlicher Gewalt gesetzt, um zumindest symbolisch Einspruch zu erheben. An der Seite der Gewalttäter – das müssen wir heute konstatieren – haben sie ihr Ziel erreicht! Nicht die Bilder des eigentlichen Gipfels bestimmten die Berichterstattung in den nachfolgenden Tagen und damit langfristig die Erinnerung, sondern die Bilder der Chaoten und Autonomen aus Altona, St. Pauli und dem Schanzenviertel: Bilder von marodierenden Vermummten, von brennenden Autos und Barrikaden, von geplünderten Geschäften, von zersplitterten Schaufenstern usf.

Dass diese Bilder überwogen, daran haben im Wesentlichen die Bilder der Fernsehmedien und hier wiederum vor allem die des NDR mit seiner Tagesschau und seinen Sondersendungen ihren Anteil, die die öffentlich-rechtliche Berichterstattung dominierten. […] Viel gravierender erscheint mir, dass der NDR den Gewalttätern erst die Bilder – und übrigens vielfach auch die Informationen – lieferte, weshalb diese angereist waren.

…, dass ohne die Anwesenheit gerade der Bildmedien die Situation deutlich weniger gewalttätig und eskalierend abgelaufen wäre.“

Gerhard Paul, G20-Treffen als Bilderkrieg? Ein „Offener Brief“ von Gerhard Paul – und die Stellungnahme des NDR, in: Visual History, 12.9.2017, http://www.visual-history.de/2017/09/12/g20-treffen-als-bilderkrieg/

Freundlicherweise hat der Chefredakteur des NDR geantwortet. Kurzfassung: Selbstverständlich hat der NDR alles richtig gemacht (siehe untere Hälfte des obigen Links)

Nachtrag: Oh je, mein Auszug war zu lang! Ich danke dem ZZF, dass sie das Zitat nachträglich genehmigen.

Von Prof. Gerhard Paul gibt es außerdem eine spannende, aber ziemlich lange Analyse der Porträts von Mao Zedong.

Neue deutsche Medienmacher

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Wir werden uns in naher Zukunft mit Wehmut an die tendenziöse „Berichterstattung“ linksgrüner Medien erinnern. Dann nämlich, wenn Personen wie Kaveh Kooroshy (NDR-Panorama und früher Tagesspiegel – wo sonst?)

Kooroshy ist besonders demagogisch: Er dreht die Meldungen über Vorkommnisse an der Berliner Polizeiakademie um und erfindet den Satz, besorgte Bürger hätten die Polizei unterwandert. Man erinnert sich: Es gibt Klagen von Polizeiausbildern, dass islamische Polizeischüler aggressiv wären, beleidigend, undiszipliniert. von einem Polizeischüler kursiert ein Foto, das ihn mit einem Mitglied eines arabischen Clans zeigt, auch wurde er in einem einschlägigen Lokal ausgemacht.

Vor Jahrzehnten ließ ich mir keine Panorama-Sendung entgehen. Unter Anja Reschke ist das Magazin auf den Hund gekommen. Der Skandal ist, dass für Unbelangbare wie Anja Reschke und Karooshy Zwangsgebühren eingetrieben werden.

Herr Kooroshy plädierte in Panorama auch schon einmal für einen muslimischen Bundespräsidenten. Dagegen wäre noch nicht einmal etwas einzuwenden. Es herrscht ja auch für Journalisten Meinungsfreiheit, auch wenn sie demagogisch auftreten. Er steigert sich dabei allerdings in monströse Vergleiche hinein: Wenn Kermani Bundespräsident würde, hätte das dieselbe Bedeutung wie die Wahl Obamas für den Freiheitskampf der Schwarzen. Navid Kermanis Wahl wäre der Beweis, dass Demokratie für alle gälte.

Kooroshy ist zu spät gekommen. Er hätte gut ins MfS gepasst. Seine Schreibe passt in die Strategie der Zersetzung der Stasi: den Klassengegner diffamieren und verleumden, Falschmeldungen in Umlauf setzen.

Sein Bruder im Geiste, der indisch-pakistanische Spiegel-Journalist Hasnain Kazim beschreibt die Strategie: „Wir sind hier, werden immer mehr und beanspruchen Deutschland für uns.“

 

 

Eyeless in Gaza: Wie wir desinformiert werden

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Ich habe mir inzwischen den Film Eyeless in Gaza angesehen. Der Titel meint etwa: Die westlichen Journalisten laufen blind durch Gaza. Sie zeigen, wie Hamas die Welt sieht. Es ist nicht erlaubt, zu zeigen, wie Hamas aus Wohngebieten Raketen auf Israel abschießt. Nicht erlaubt sind Fotos von arabischen Terroristen, die durch israelischen Beschuss verletzt wurden. Nur verletzte Kinder dürfen gezeigt werden. Oft übernehmen Hamas-treue arabische Journalisten die Berichterstattung für westliche Medien. Kritische arabische Journalisten berichten im Film von den Hamas-Folterkellern, in die sie gebracht wurden.

Hamas-Gegner werden öffentlich, ohne Gerichtsurteil, hingerichtet, Tote werden hinter Motorrädern durch die Straßen geschleift.

Distinguierte palästinensische Würdenträger erzählen ohne Augenzwinkern, dass die Juden am Ersten und Zweiten Weltkrieg schuld wären und den Holocaust maßlos übetrieben.

Über die Kriegsverbrechen der Hamas und des IS in Gaza berichten westliche Nahost-Korrespondent/-innen nicht. Die schießen aus  Wohngebieten ihre Raketen nach Israel. In dem Film ist ein westlicher Journalist zu sehen, der neben einer Schule steht, die ein Waffenlager der Hamas ist. Das Thema des Berichterstatters ist einzig und allein die israelische Gegenwehr. Als neben ihm eine Rakete abgeschossen wird, bringt er es nicht fertig zu sagen, dass es eine Hamas-Rakete ist. Den Rest des Beitrags lesen »

Das Ende der digitalen Kostenlos-Kultur naht

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Bei der FAZ ist es immerhin noch ein spannendes Suchspiel: Manches steht auf der Homepage, ist aber nicht über Google zu finden, manchmal ist es umgekehrt. Oder es gibt verschlungene, überraschende Suchwege, auf denen man fündig wird. Wobei ich nicht ausschließen kann, dass derjenige, der den Artikel auf seiner Seite öffentlich macht, dafür gezahlt hat. faz.net bietet mir als registriertem FAZ-Abonnenten keinen erkennbaren Mehrwert.

Die Bezahlschranken nehmen zu. Handelsblatt und Die Welt/N24 verlangen Geld. Cicero ebenso, dann aber wird der Artikel plötzlich freigegeben. Bei taz und Tichys Einblick konnte man schummeln und sagen, man zahlt schon. Auf die taz kann ich verzichten, auf Bild auch, Tichy tut schon weh. Die Printausgabe von Tichys Einblick kaufe ich  gelegentlich.

Manche Medien erlauben einen oder zwei Artikel und verlangen dann erst Geld. Die Liste ließe sich fortsetzen. Fast alle Blogs bitten mittlerweile mindestens um einen Obulus.

Ich will mich nicht beschweren. Es war immer klar, dass es die Vielfalt qualitätvoller, kostenloser Informations- und Meinungsmedien nicht ewig geben kann. Die Suche nach geeigneten Bezahlsystemen hält ja schon eine Weile an. Da liegt für mich das Problem.

Ich zahle für drei gedruckte Zeitungen. Ich experimentiere mit kostenpflichtigen News-Aggregatoren. Die überzeugen mich noch nicht. Ich fürchte, das Zahlen einzelner Artikel aus verschiedenen Medien, so bequem sich das über eine Plattform abwickeln lässt, wird auf Dauer teuer.

Möglicherweise geht es zurück zum Ausgangspunkt: Jahrzehntelang habe ich eine Tageszeitung gelesen. Mehr nicht. Abgesehen vom Spiegel. Also wird die FAZ das Rennen machen und ich hoffe, dass sich bei ihr Genderwahn und Israelkritik nicht allzusehr ausbreiten.

Selbstverständlich war es schon immer ratsam, sich nicht auf eine Informationsquelle zu verlassen. Die Notwendigkeit, mehrere Informationsquellen zu benutzen, nahm erst überhand, als sich bemerkbar machte, dass man den Nachrichtensendungen der ÖRR- Anstalten nicht mehr trauen konnte. Bei den Printmedien entwickelte sich, ähnlich wie in der DDR, eine gemeinsame Linie der Berichterstattung, von taz über FR, SZ, Zeit, Tagesspiegel und Spiegel, der man erst entkam, wenn man zu NZZ und Basler Zeitung griff. Deswegen blühten die kritischen Blogs auf: AchGut, Tichys Einblick, philosophia perennis, youwatch.

Es wird nicht mehr so sein wie früher. Die linksgrünen Mainstream-Medien werden weiterhin an Auflage verlieren, bis sie die Printausgaben ganz einstellen oder als Luxusgut veredeln. Das TV-Oligopol wird sich einerseits noch mächtiger fühlen und uns vorgaukeln, Hüter der Demokratie und Meinungsfreiheit zu sein. Es wird in seiner Akzeptanz auf den Status des DDR-Staatsfernsehens herabsinken. Vielleicht wird es einen liberal-konservativen Blog-Aggregator geben, vergleichbar mit AchGut, für den es sich lohnt, einen Obulus zu entrichten.

Update 5.11.17: Weitaus schlimmer ist eine ganz andere Entwicklung.

Die großen Drei, Google, Facebook und Amazon beherrschen ca. 70% des Internetverkehrs. Google mit Youtube entwickelt sich von einer „einfachen“ Suchmaschine zu einem allwissenden Kundenbetreuer, der dem Suchenden nicht mehr 120.000 Treffermeldungen liefert, sondern maßgeschneiderte Vorschläge (Google Suggest). Facebook mit WhatsApp und Instagram beherrscht die sozialen Medien. Dazu kommt der digitale Einzelhandelsgigant Amazon. Alle drei haben in ihren Clouds gigantische Datensammlungen. Ihre Apps machen die Browser des offenen Internets überflüssig.

Während wir noch dem klassischen Internetmodell nachhängen, das von Face-to-Face-Kommunikation ausging und jeder Nutzer seine eigene Webseite betreiben, seinen eigenen Webshop betreiben konnte und mit Millionen anderen Nutzern in Verbindung treten konnte, schaffen die drei Giganten eine geschlossene Internetwelt neben dem klassischen Web. Dieses wird, prophezeit André Steitz, absterben. Sie kontrollieren die Inhalte, sie kontrollieren den Zugang.

Einen Vorgeschmack geben die Auseinandersetzungen Googles mit den Zeitungsverlagen. Diese brauchen den Traffic, der über das Netz der Giganten kommt und müssen sich von Google die Bedingungen diktieren lassen.

Facebook (FB), Googles Youtube und Twitter löschen, unterstützt von Bundesministerien und der mit Bundesmitteln finanzierten privaten Amadeu-Antonio-Stiftung unliebsame Tweets und Postings oder gleich den Account des Nutzers. Es handelt sich keineswegs (nur) um Nazipropaganda, Holocaust-Leugnung oder Rechtsextremismus. Es werden konservative, nationale, rechte Account-Inhaber verwarnt, zeitweise gesperrt oder ganz gelöscht.

Wie in der DDR? Kann doch nicht sein? Doch!

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In der Tagesschau lässt die ARD stolz verkünden, dass sie ein Sparprogramm verabschiedet hat und jetzt prüfen lässt. Sogar bei den Pensionen der Mitarbeiter werde gekürzt.

Gerade zuvor hatte ich, allerdings nicht in der Tagesschau-App, sondern bei der Konkurrenz, einer Zeitung, gelesen, dass die Pensionserhöhung bei den ö.-r. Anstalten ein Skandal sei, angesichts der üppigen Gehälter und den ständigen Erhöhungen der Rundfunksteuer. Sie wollen in acht Jahren 2 Milliarden einsparen. Das sind 250 Mio pro Jahr, bei 8 Mrd Einahmen pro Jahr. Das sind 3 % im Jahr. Eine Erhöhung der Rundfunksteuer ist aber gleichzeitig vorgesehen.

Die Pensionen steigen regelmäßig um 1 % im Jahr. Das wurde sogar vom sozialistischen Ministerpräsidenten Ramelow kritisiert.

Kann es sein, dass der „Staatsrundfunk“, wie der Sprecher der Bundesregierung, Bela Anda, ihn nennt, sich in den Nachrichten eine eigene Welt schafft? Die nichts mit der Realität draußen zu tun hat? So, wie es in der DDR war? Da gab es keine freie Presse und keinen staatsfernen Rundfunk. Alle berichteten das von der Partei Vorgegebene.

In Kommentaren im Internet schreiben Menschen, die in der DDR gelebt haben, dass die Medien der Berliner Republik sie an die DDR-Medien erinnern.

Ich sträubte mich früher dagegen, wenn es gewieften Kommunisten gelang, ihr System im besseren Licht erscheinen zu lassen, trotz aller Repression, fehlender Meinungsfreiheit, trotz aller Mängel des Wirtschaftssystems und der dogmatischen Ideologie. Sie fanden immer Flecken auf der weißen westdeutschen Weste, ein „Terrorurteil“ der BRD-Justiz gegen einen aufrechten Kommunisten, ein Berufsverbot, die Not der Flaschen sammelnden Alten, Armen und Wohnungssuchenden. Sie stritten Verfehlungen in der DDR gar nicht ab, sondern erfanden oder übertrieben Missetaten des Westens.

Daher fiel es mir bisher schwer, die gelenkten ostdeutschen Zeitungen und das Fernsehen mit der westdeutschen Medienlandschaft gleichzusetzen.

Zwar fiel mir auch auf, dass in der Bewertung der Flüchtlingskrise allein die Willkommenskultur im Mittelpunkt statt. Dass ein Migrationshintergrund bei Straftaten verschwiegen wurde, dass man bei Straftaten gegen Flüchtlinge und Flüchtlingsheime jahrelang Landkarten mit Fähnchen und lange Tabellen zu sehen bekam, auf denen jede einzelne Tat festgehalten worden war, aber nicht bei Vergewaltigung und Mord durch Asylbewerber. Trump wurde auf Titelbildern mehrerer Zeitungen einhellig als Hitler-Wiedergänger dargestellt. Bei der Berichterstattung über die AfD gaben viele Journalisten ihre Sorgfalt, Ausgewogenheit und Sachlichkeit auf und wurden selbst zu Aktivisten, wie Frau Reschke oder Frau Slomka.

Dasselbe gilt für den menschengemachten Klimawandel, wo eine Einheitsmeinung zur Alleinschuld von CO2 an Vogelsterben, Starkregen, Tsunamis und schmelzendem Grönlandeis vorzuherrschen scheint, über den Nahostkonflikt, wo die Israelis die Störenfriede sind, die immer zuerst schießen.

Der Einfluss von Politikern auf ARD/ZDF ist allerdings lange bekannt. Egal, ob Berichte über einen im ARD-Studio tobenden Minister Gabriel oder am Telefon drohenden Ministerpräsidenten Wulff wahr sind oder nicht.

Mein Glaube an die Unterscheidbarkeit der Medienlandschaft der Bundesrepublik von der ostdeutschen Einheitspresse ist erschüttert.

Ich habe inzwischen Menschen gefragt, die in der DDR gelebt haben und die meiner Einschätzung nach weder rechtsextrem noch DDR-Verteidiger sind. Sie sagen unumwunden, die derzeitige Presse- und TV-Landschaft erinnere sie an die DDR.

Wer ist hier einseitig? Über den Umgang mit AfD-Provokationen

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In meinem Freundeskreis werde ich, weil ich gerne politisiere, wegen meiner „Einseitigkeit“ gerügt. Nie würde ich rassistisches, faschistisches Gerede von AfD-Politikern verurteilen. Sondern immer nur die Verfehlungen seriöser Qualitätsmedien und der ARD/ZDF-Sendungen hervorheben.

Ich muss mich nicht pausenlos echauffieren über antisemitische und faschistische Sprache und Denke. Tue es dennoch durchaus. Ungern aber, wenn schon Talkshows, brandenburg-aktuell, Tagesschau und Tagesspiegel-Kommentatoren, von ZDF-heute und heute-show ganz zu schweigen, permanent überquellen von Empörung über die AfD.

Mein Gerechtigkeitssinn ist verletzt, wenn ich dieses verbale Dauerfeuer erlebe und dabei immer wieder merke, wie groß die Desinformation ist. 

Allein in den letzten Tagen gab es genügend Beispiele:

Alexander Gauland, der dabei wohl genau weiß, warum er was sagt, lobte die deutschen Soldaten der beiden Weltkriege. Der darauf einsetzende mediale Tsunami war sicher einkalkuliert.

ndr-info ging erst einmal noch weiter:

ndr-fake

Als Herr Meuthen am Wahlabend darauf hinweisen wollte, dass das Lob ursprünglich von Francois Mitterand gekommen war, wurde ihm von dem ARD-Journalisten das Wort entzogen.

Als Herr Gauland am selben Abend davon sprach, dass die AfD ab jetzt die Kanzlerin jagen würde, erkannten die Qualitätsmedien prompt, dass ab jetzt die Verrohung der Sprache in den Bundestag einziehen würde. Es ist das Verdienst von Jan Fleischhauer entdeckt zu haben, dass die Urheberschaft dem grünen Politiker Ludger Volmer zukommt, der damit 1964 dem Bundeskanzler Kohl gedroht hatte.

Update: Ulli Kulke hat auf AchGut zusammengetragen, wer alles schon in der Bundespolitik jagte. Er hat 14 Beispiele zusammengetragen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

„Die Regierung jagen“ gehörte schon immer zum Parlamentarismus.

Ulli Kulke: Die „Welt“ schrieb am 13.1.2016 über die Aufbereitung der Vorfälle an Silvester vor dem Kölner Hauptbahnhof: „Die Opposition jagt Jäger und will die Krise in der Sicherheitspolitik auch der Ministerpräsidentin anlasten.“
 
Die „Stuttgarter Zeitung“ kommentierte das Aufstreben der FDP nach dem Dreikönigstreffen am 7.1.2016: „Auf dem Rezeptzettel des neuen Hoffnungsträgers der FDP steht in großen Lettern: ‚Wir werden die Regierung jagen!'“
 
Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet über den grünen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer am 25.11.2007 mit den Worten: „Er wünscht sich, dass die Grünen mit ihren Pfunden wuchern. Strompreise, Kohlekraftwerke, sparsame Autos – Themen gebe es genug. Man müsse die Bundeskanzlerin jagen und an ihren Versprechungen messen.“

Weitere Beispiele
 
Auch auf das „Mahnmal der Schande“ als Bezeichnung für das Berliner Holocaust-Denkmal, gebührt dem AfD-Politiker Höcke nicht die Urheberschaft. Davon sprach auch schon der Antisemit Rudolf Augstein. Martin Walser sprach ähnlich. Sein Sohn Jakob Augstein, den man durchaus als Antisemiten bezeichnen kann, bagatellisiert die Worte seines leiblichen Vaters. (Ziehvater ist R. Augstein. Walser zeugte Jakob mit Maria Carlsson. Sie wurde ein jahr nach Jakobs Geburt Augsteins dritte Ehefrau.) An den Qualitätsmedien ging das vorbei. Sie erregen sich (durchaus mit Recht) über Höcke, unterschlagen aber leider das Andere.

Gaulands Bemerkung, die SPD-Staatsministerin Özoguz in der Türkei zu entsorgen, wurde i. d. R. nicht in Zusammenhang mit Özoguz´Frechheit gebracht, außer der Sprache keine deutsche Kultur entdecken zu können, auch gleichzeitig eine multikulturelle Gesellschaft statt Integration in die deutsche zu fordern. Daher müssen sich wohl die Deutschen, wenn man sie so noch nennen darf, in die multiplen Kulturen, die es gäbe, integrieren. Abgesehen davon lassen sich auch Politiker entdecken, die von der Entsorgung dieses oder jenes unliebsamen Politikers oder Ministers reden.

Frau Özoguz (SPD) wurde auf Facebook gefragt, ob sie das Existenzrecht Israels bejahe.  Immerhin sind ihre beiden Brüder Islamisten, bestreiten Israels Existenzrecht und rufen zum Boykott israelischer Produkte und Israel unterstützender Unternehmen auf (siehe hier und hier). Bei den Themen Kinderehe, Burka-Verbot oder Überwachung von Islamisten unterscheidet sie sich nicht von ihren Brüdern.

2009 nahm sie an einer antiisraelischen Demonstration in Hamburg teil. Bei dieser Demonstration waren der Holocaust geleugnet und Hisbollah-Fahnen gezeigt worden. Nachfragen aus der Presse gab es bei Frau Özoguz nicht. (Ausführlich zu den beiden Absätzen: Ansgar Neuhof auf AchGut)

SPD-Spitzenpolitiker Johannes Kars wollte schon Kanzlerin Merkel entsorgen, hält aber Gauland für ein „rechtsradikales Arschloch“, weil er Frau Özoguz entsorgen will.

Die durch die Parteien irrlichternde Ex-Piratin und Berliner Linken-Landesvorstandsmitglied Julia Schramm arbeitet für die Amadeu-Antonio-Stiftung und hetzt gegen alles außerhalb des Kommunismus: „Morgen wird Deutschland brennen“.

Nachtrag 27.9.17: SPD-Ex-Ministerin und neue Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles zur CDU: „Ab morgen kriegen sie in die Fresse“. War aber spaßig gemeint und daher nach Medienmeinung erlaubt.

Wenn AfD-Politiker sich rechtsextrem äußern oder mit exakt kalkulierten Zitaten für Aufregung sorgen, ist das schlimm genug. Wenn die Qualitätsmedien aber unvollständig berichten oder durch Weglassen lügen, dann finde ich das schlimmer für die politische Kultur in diesem Land.

Besser als Aktionskunst: ndr-Panorama

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Politaktivistin Anja Reschke, die u.a. die ndr-Panorama-Sendung moderiert, zeigte am 7.9. einen Bericht über angebliche Terrorverdächtige in Mecklenburg-Vorpommern, bei denen eine Todesliste mit Namen linker Aktivisten gefunden worden wäre. Es gab einen Einsatz von Sondereinsatzkommandos der Polizei, die Wohnungen, auch die eines Unverdächtigen, durchsuchten. Ganz besonders erschreckend: ein führender Kopf der verdächtigen Gruppe ist Polizist im Landeskriminalamt.

Um 19.15 meldete der ndr, dass es die Todesliste nicht gäbe.

Das hinderte die Panorama-Redaktion nicht daran, mit der nunmehr zum Fake gewordenen Todesliste um 20.25 Uhr auf Sendung zu gehen.

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Bei den vom SEK besuchten Personen handelt es sich um „Prepper“, d.h. Menschen, die sich auf einen Notstand vorbereiten, für den sie Schutzräume bauen, Proviantlager anlegen und mit (legalen) Waffen üben.

Eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz gab es bis dato nicht. Für den martialischen SEK-Einsatz gibt es keine Erklärung.

(nach Journalistenwatch)