Lesetipp

Flucht 1972: Ein Tunnel neben dem Checkpoint Charlie

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Tunnel Checkpoint Charlie

An Weihnachten 1971 beginnen drei junge Männer von einem Keller neben dem Grenzübergang Checkpoint Charlie aus, einen Tunnel nach West-Berlin zu graben. Einer der drei ist in eine West-Berlinerin verliebt und will zu ihr. Anfang Januar 1972 gelingt die Flucht durch den 20 Meter langen Tunnel.

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Lesetipp: D. B. John, Stern des Nordens

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stern des nordens

Nordkorea scheint eine Black Box zu sein. Man weiß wenig und spekuliert viel. Da lockt die Lektüre eines Thrillers, auch wenn man in Kauf nimmt, dass es kein Sachbuch sein wird.

Dann aber verblüfft, dass D. B. John eine spannende Geschichte erzählt, in der er glaubhaft ein realistisches Bild von Nordkorea zeichnet: Die Armut der meisten Menschen, die Brutalität der Herrscherfamilie, die Repression in den Arbeitslagern. Wie in allen kommunistischen Ländern gibt es einen riesigen Unterschied zwischen dem Luxusleben der Oberschicht und dem Leid der Bevölkerungsmehrheit.

In seinem Nachwort nennt der Autor die Literatur, auf die er sich stützt (Bitte unbedingt erst am Schluss lesen!) Zu meinem Erstaunen gibt es mehr Bücher und Berichte, z. B. von Überläufern und Flüchtlingen, als ich geglaubt hatte. Auch die verbrecherische Politik der Kim-Dynastie, die mehr umfasst als den Bau von Atomwaffen, ist belegt.

Vor diesem Hintergrund spielt die Geschichte des spurlosen Verschwindens eines jungen amerikanisch-koreanischen Mädchens und seinem Freund von einem Strand in Südkorea.

Ihre hoch begabte Zwillingsschwester, inzwischen Lehrbeauftragte in den USA, leidet unermesslich unter diesem Verschwinden. Sie lässt sich von der CIA ausbilden, wird Beraterin der US-Regierung, Teilnehmerin einer Verhandlungsdelegation, reist nach Pjöngjang…

Ich freue mich nach der spannenden Lektüre schon auf die, vielleicht etwas straffer erzählte, Verfilmung.

D. B. John, Stern des Nordens

Ein bisschen Landeskunde: Ein Unternehmensberater lehrt an einer privaten norkoreanischen Hochschule

Lesetipp: Dorit Linke, Jenseits der blauen Grenze

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Dorit Linke

Dorit Linke, Jenseits der blauen Grenze

In dem Jugendbuch geht es um eine waghalsige Flucht zweier Jugendlicher aus der DDR über die Ostsee. 50 km, 25 Stunden, eine nahezu übermenschliche Anstrengung. Hanna, die Sportschwimmerin, übersteht die Strapazen und wird von einem Boot aufgenommen. Ihr Freund Andreas wohl nicht.

In dem Buch wechseln sich die Kapitel, die den Kampf gegen die Kälte und Wellen, die zunehmende Erschöpfung und die Angst vor Entdeckung schildern, mit Kapiteln ab, in denen Hanna während des Schwimmens Situationen aus der Schule, dem Familienleben, der Freizeit durch den Kopf gehen.

Sind es anfänglich harmlose Streiche, patzige Antworten an ideologisch verknöcherte Lehrpersonen, die unerwünschte Lust auf Westmusik und auf Nutella, die die Stasi immer aus den Westpaketen klaut, so gewinnt die Repression allmählich an Schärfe. Andreas muss vorübergehend in einen Jugendwerkhof, eine Art Jugendknast, Hanna darf nicht studieren, sondern muss in einer Fabrik Dosenöffner zusammenschrauben. Am Ende steht der Entschluss zur Flucht über die Ostsee.

Dorit Linke, selbst frühere Leistungsschwimmerin, beschreibt minutiös die Muskelschmerzen und Krämpfe, die aufgesprungenen Lippen, das in den Neoprenanzug eindringende kalte Meerwasser, die von den Flossen blutig gescheuerten Füße. Die Sätze werden im Lauf der Flucht, mit wachsender Erschöpfung, immer kürzer. In den letzten Fluchtkapiteln ist es nur noch ein Stakkato von Wörtern und unvollständigen Sätzen.

Das Buch war 2015 für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert. Das freut mich sehr. Ich habe in meiner Zeit als Lehrer den Preis intensiv verfolgt und auch viele Jahre die Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse besucht. Betrübt war ich, weil es Bücher zum Thema DDR extrem selten, nach meiner Erinnerung eigentlich nie (Doch, eine Ausnahme: Ein Sachbuch), in die Auswahl schafften. Aber nahezu jedes Jahr wurde ein Kinder- oder Jugendbuch über den Nationalsozialismus ausgezeichnet.

Das Buch erschien 2017 in der 2. Auflage. Es gab anscheinend ein Theaterstück, aber die Webseite ist verschwunden. Eine Unterrichtseinheit gibt es auch.

Als Konzession an den Zeitgeist wird darin den Schülern ein Arbeitsblatt zur aktuellen Einwanderung in Europa aufgegeben: „Um Flüchtlinge aufzuhalten und sie an der Einreise ins eigene Land zu hindern, haben im Zusammenhang mit den syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen einige europäische Staaten Grenzzäune gezogen und Grenzeinrichten (sic!) errichtet. Glaubst du, dass das ein probates Mittel ist?“

In der Ostsee sind sehr viel weniger DDR-Flüchtlinge ertrunken, als Einwanderer nach Europa im Mittelmeer. Also ist Europa viel schlimmer, als es die DDR jemals war. Im Ernst, es gibt Mitbürger, die so denken.

Nachtrag: Eine Flucht auf Surfbrettern

Mehr Lesetipps u. a. hier!

Lesetipp: Seymour Hersh, Reporter

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HershSeymour M. Hersh, Reporter: A Memoir

„Wie das Nachrichtengeschäft derzeit aufgestellt ist, treibt es einen in den Wahnsinn. Wie gedankenlos und dumpf das geworden ist. Geschwindigkeit verdummt, Cable News (TV-Nachrichtenkanäle) sind ein Desaster.“ Zitat aus einem Interview in der NZZ

Hersh berichtet von seinen Vietnam-Reportagen.Was er von der US-Kriegsführung erzählt, ist noch schlimmer, als ich in Erinnerung habe.  Er brachte das My Lai-Massaker in die Öffentlichkeit. Über My Lai, schreibt er, hat er nicht alles veröffentlicht, was er erfahren hatte. Hersh ist Gegner dieses Krieges. Aber er betont, dass er versucht, objektiv zu sein, dass seine persönlichen Einstellungen nicht seine journalistische Arbeit dominieren dürfen. Ein New-York-Times-Herausgeber, Max Frankel, formuliert es so: „Egal wie seine persönliche Meinung ist, er ist vor allem Reporter.“

Wo erlebt man diese Haltung bei deutschen Journalisten, die wie besessen ihre Meinungen über Pegida, AfD, Nazi-Sachsen, Islamkritiker und „Klimaleugner“ kommunizieren?

Er erfuhr deswegen so viel, weil seine Informanten ihm vertrauten. Seine Quellen schützte er. Lieber verzichtete er auf eine Veröffentlichung, wenn er seinen Tippgeber dadurch gefährdet hätte.

Seine Stücke wurden, wie üblich, gecheckt. D. h. Fact-Checking fand bei den Artikeln der Zeitung statt, nicht wie in der ARD die Regel, anderswo oder nur dann, wenn es zur politischen Einstellung der ARD-Mitarbeiter/-innen passt!

Außenminister Fischer hatte in einem Gespräch mit Hersh die einflussreichen Hardliner Donald Rumsfeld und Paul Wolfowitz in der Bush-Administration als Trotzkisten bezeichnet. Hersh schrieb, ein europäischer Diplomat hätte das gesagt. Als sein Faktenchecker sich von Fischer das Wort bestätigen ließ, rief der ihn an und wollte, dass es nicht veröffentlicht werde. Hersh meinte, er wolle es doch einem europäischen Diplomaten zuschreiben, nicht dem deutschen Außenminister. Fischer, der Marx-Kenner, erwiderte: „Ich bin doch in Europa der einzige Diplomat, der weiß, was ein Trotzkist ist.“ Hersh musste lachen und folgte der Forderung Fischers.

 

 

Woher kommt die neudeutsche Gesinnungsdiktatur?

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»Vielleicht lässt sich erst heute der Gedanke denken und aushalten, dass der Faschismus so falsch war, dass nicht einmal sein Gegenteil richtig ist.«

Der Autor Horst G. Hermann zitiert hier den Sozialwissenschaftler Helmut Dubiel.

Im MoralapostolatEs geht um ein Interview mit dem Deutschlandfunk zu Hermanns Buch „Im Moralapostolat“, das der DLF-Interviewerin überhaupt nicht gefiel. (Darüber informiert philosophia perennis.)

Gibt es eine bessere Empfehlung als ein Verriss im Deutschlandfunk?

Horst G. Hermann fragt, ob die Reformation „die politische Korrektheit, die hypermoralische Gesinnungsdiktatur, die ‚Alternativlosigkeit‘, die Erinnerungs- und die Willkommenskultur unserer Tage“ hervorgerufen hat.

 

 

Richard C. Schneider: Alltag im Ausnahmezustand. Mein Blick auf Israel

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Richard C. SchneiderDie Lektüre war wohltuend! Das Wort mag im Zusammenhang mit dem Palästina-Konflikt unpassend erscheinen. Aber bisher versuchte ich, mir ein Bild zu machen, das einerseits aus dem entstand, was die Mainstreammedien von taz über Süddeutsche bis FAZ, von dpa über Arte bis Moma an stereotyper Israelkritik vorführen: die Sympathie für die vermeintlichen Opfer, die Palästinenser, und die Verniedlichung palästinensischen Terrors.

Andererseits informiere ich mich aus Blogs, Internetseiten und Beiträgen von Publizisten mit Sympathie für Israel und die Israelis. Diese haben bei mir einen Vertrauensvorschuss. Sie informieren nachprüfbar präziser und vollständiger. Den Krieg gegen die palästinensischen Kommunikationsmedien haben sie allerdings längst verloren.

Da ist das Buch von Richard C. Schneider ein Lichtblick.

Es gelingt ihm, einen kurzen, verständlichen Überblick über die Vorgeschichte der aktuellen Situation zu geben. Für die Israelis sind die Shoah und die Kriege, die zur Verteidigung des jungen Staates geführt werden mussten, Traumata. Der unbedingte Wille, nie mehr wie Schafe zur Schlachtbank geführt zu werden, führte zu einem wirtschaftlich erfolgreichen, militärisch starken Staat.

Aber genau diese Überwindung des Traumas hat das Land beschädigt. Überheblichkeit und Arroganz bescheinigt Schneider den Israelis, vor allem gegenüber den Palästinensern.

Die Palästinenser dagegen haben sich in einen Opferstatus eingegraben. Sie werden darin bestärkt von mitleidigen, zahlungskräftigen Europäern.

Schneider zeigt, wieso die Siedlerbewegung so mächtig werden konnte und warum sich Nethanjahu so lange an der Macht halten konnte. (Dass er, wie andere Hardliner vor ihm, zu Friedensgesprächen bereit war, hätte deutlicher werden können.)

Die seit Generationen bestehende Spaltung der israelischen Gesellschaft in die tonangebenden aschkenasischen (aus Europa stammenden) und den sephardischen (orientalischen) Juden ist nicht überwunden, aller formeller, rechtlicher Gleichheit zum Trotz. Die religiösen Ultras leben auf Steuerzahlerkosten und vermehren sich eifrig. Die Zukunftsaussichten des Landes sieht auch Schneider wenig zuversichtlich. Andererseits, das Ende Israels wurde schon oft vorhergesagt.

Die Palästinenser sind für Israel kein ernstzunehmender Gesprächspartner mehr. Sie sind es aber auch für die umliegenden arabischen Staaten nicht. Die haben die Nase voll davon, dass der Konflikt das beherrschende Thema der arabischen Welt sein soll. Sie wollen lieber mit dem wirtschaftlich erfolgreichen Israel kooperieren und es neuerdings auch als Verbündeten gegen Iran, der Hamas, Hisbollah und andere Terrorgruppen finanziert, an ihrer Seite haben. Andererseits sind sie sich untereinander nicht grün.

Vielsagend ist diese Begebenheit: Er ist in der Familie eines Selbstmordattentäters und will herausbekommen, wie die Eltern denken. Der Vater ist nur imstande, über den Satan USA und den Satan Israel zu reden. Dann darf die Ehefrau, in Anwesenheit der Tochter, sprechen. Auch sie schimpft auf die verschiedenen Teufel, die einem aus der palästinensischen Propaganda geläufig sind. Bis die Tochter ruft: „Mama!“ Da weint sie und beschuldigt den Imam, den Sohn verhetzt zu haben.

Es ist der differenzierte Blick, der das Buch von Richard C. Schneider so glaubwürdig macht. Da hätte er gar nicht mehr diskutieren müssen, ob ein Jude objektiv über Israel schreiben könne.

Siehe auch ergänzend David Grossman im Interview mit der NZZ.

 

Philipp Kerr erzählt von Bernie Gunther

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Im März ist der schottische Schriftsteller Phlip Kerr gestorben. Am bekanntesten sind seine Bände über den Kettenraucher, Berliner Ex-Polizisten, Ex-SD-Mann und Privatdetektiv Bernie Gunther. Sie spielen in der Nazi- und der Nachkriegszeit. Kerr gelingt es mühelos Verbrechen aus der Nazi- und Kriegszeit mit Geschehnissen der Nachkriegszeit zu verbinden.

Es geht um Nazis in Argentinien, um Morde auf dem Obersalzberg, beim Bau des Olympiastadions, um den Massenmord in Katyn, um Goebbels´ Frauengeschichten, um Spionage in Zeiten des Kalten Krieges. Gunther ist kein Freund der Nazis, wird aber von NS-Größen wegen seiner kriminalistischen Fähigkeiten geschätzt, später auch von der Stasi.

Kerr hat gründlich recherchiert. Zeit- und Ortsschilderungen sind stimmig, Er weiß manchmal mehr, als in den Geschichtsbüchern steht. Die Charakterisierungen von Bormann, Heydrich, Goebbels oder Stasi-Wolf und Mielke sind glaubhaft. Bei ihm sind Leute wie Kaltenbrunner und Bormann nicht zuletzt auf ihren finanziellen Vorteil bedachte Kriminelle.

Problemlos werden bei Kerr Nazischergen zu MfS-Mitarbeitern. Man kennt sich in Geheimdienstkreisen und der Kripo, man hat im SD gearbeitet, erfüllt Aufträge des MfS.  Egal, ob Briten, Franzosen, Russen oder Deutsche, alle sind gewissenlos und gewalttätig.

Bernie Gunther gerät meist zwischen die Fronten, Nie weiß er, ob seine Auftraggeber ihn am Leben lassen werden. Aber der knallharte, selbst auch, falls es nicht anders geht, zum Töten bereite Zyniker schafft es durchzukommen.

Auf der Seite Krimicouch stehen Annotationen zu allen Büchern Kerrs.

Meine Lesetipps:

  • Game over
  • Das Wittgenstein-Programm
  • Kalter Frieden
  • Prussian Blue

In „Das letzte Experiment“ muss Gunther, wie tausende Nazis auf der „Rattenlinie“ nach Argentinien fliehen. Zwar ist er kein Kriegsverbrecher, aber jemand beging unter seinem Namen Verbrechen, für die er von US-Anklägern gesucht wird.

Ein argeninischer Geheimdienstchef erkennt seine detektivischen Qualitäten und setzt ihn 1952 auf einen Mord an, wie er ähnlich 1932 passierte. Den konnte Gunther damals nicht aufklären. Der Fall in Argentinien hat große Ähnlichkeit.

Natürlich kommen zahlreiche hohe Nazis vor, die in Argentinien nicht am Hungertuch nagen müssen. Diktator Peron, Präsident ab 1946,  ist auch involviert. Er hat eine Vorliebe für sehr junge Mädchen. Die Nazis haben Milliarden nach Argentinien verschoben, an denen auch Peron interessiert ist.

Gunther findet Dr. Josef Mengele, den berüchtigten Arzt von Auschwitz. Der hatte in Deutschland vor seiner KZ-Karriere mit Abtreibungen sein Geld verdient und tut das jetzt in Argentinien wieder.

Bei seinen Recherchen entdeckt Gunther im Norden des Landes ein hochherrschaftliches Gut des ranghöchsten KZ-Baumeisters Hans Kammler. Und nicht weit entfernt ein verlassenes, mit Stacheldraht eingezäuntes Gelände, ein ehemaliges KZ.

Kammler beging in Wirklichkeit in Deutschland Selbstmord. Kerr lässt Gunther Augenzeuge des Abwerfens von Menschen aus Flugzeugen werden. Das ist m. W. erst in der späteren Militärdiktatur eingeführt worden, um Oppositionelle „verschwinden“ zu lassen.

Über die Tötung von Juden in einem argentinischen KZ gibt es Gerüchte. Peron war  Nazi-Sympathisant. Argentinien hatte bis 1939 45.000 Juden aus Europa aufgenommen, mehr als jeder andere Staat. Aber dann sollte die massenhafte Einwanderung von Juden verhindert werden. Im geheimen Circular 11 wurde 1938 die Verschärfung der Einreisebestimmungen festgelegt. Die Zahl jüdischer Flüchtlinge halbierte sich 1939, in den 40er Jahren ging sie gegen Null.

Dass tausende Juden in einem KZ ermordet wurden, ist nicht zu beweisen. Die Akten zur Circular 11 wurden in den 90er Jahren vernichtet, das Circular selbst 2005.

 

Die rote Mafia. Korruption in der UdSSR

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Sehr zum Verdruß von überzeugten Sozialisten starb die Korruption im Paradies der Werktätigen keineswegs aus. Eher war das Gegenteil der Fall. Wenn alles Volkseigentum ist, kann man sich ohne schlechtes Gewissen bedienen.

Eine sechsteilige (russische?) Produktion aus dem Jahr 2013 stellt in Spielszenen, mit Dokumentaraufnahmen und in Interviews mit Zeitzeugen die allgegenwärtige Korruption in Politik, Armee, Hochseefischerei, nach der Oktoberrevolution und nach dem Zweiten Weltkrieg dar.

Als DVD über Amazon für ca. 12 €. Auf Youtube finde ich vier der sechs Teile.

Überzeugte Sozialisten und Anhänger der Verstaatlichung der Wirtschaft ficht das nicht an. Der reale Sozialismus in der UdSSR wäre halt nicht wirklich Sozialismus gewesen. Man müsse es noch einmal, aber richtig, machen. So glauben es auch Dr. Gregor Gysi, der beim Untergang der DDR weinte, und die Schauspielerin Katharina Thalbach.

In der DDR war es m. E. nicht viel anders. Leider gibt es dazu wenig Material.

Wer lieber ein Buch liest: Kerstin Holm, Das korrupte Imperium. Ein russisches Panorama. München 2003, 263 Seiten, 19,90 Euro. (Gehört nicht zum Film!)

Erinnerung: Lesetipps zur DDR

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Im vorhergehenden Interview über Monika Marons neues Buch wird die Wiederkehr einer Verhaltensweise aus der DDR angesprochen: das Abtasten, d. h. herausfinden, ob man der Person, mit der man gerade redet, vertrauen kann, ob man ihr gegenüber offen reden kann.

(Hervorragend zu beobachten in einer Szene im Film „Barbara“: Die in die Provinz strafversetzte Ärztin taxiert ihren neuen Kollegen. Ist er ein Stasi-Spitzel, der über sie berichten muss. Muss sie vorsichtig sein oder kann sie ihm vertrauen?

Bei so viel Buch und DDR fällt mir meine Leseliste zur DDR wieder ein. Sie wurde 2011/12 zusammengestellt. Es sind Bücher, die ich mit großem Gewinn gelesen habe. Einige wenige vergriffene oder nicht mehr ganz aktuelle habe ich jetzt heraus genommen (Die Originalliste hier).

SB meint: Für Schulbibliotheken empfohlen; hervorgehoben: besonders empfohlen

Und dann gibt es noch den Bestand der Medienkiste „Ampelmännchen und Todesschüsse“ mit Anna Funder, Claudia Rusch, Erika Riemann, Stefan Wolle u. a.

Man kann auch im Blog unter „Lesetipp“ Nachträge zu suchen.

Spielfilme zur DDR

Lesetipp: Die größten Politik-Irrtümer

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Mein gestriger Besuch im Berliner Deutschen Historischen Museum (DHM) hat sich gelohnt. Ich habe ein Büchlein entdeckt: Die größten Politik-Irrtümer der heutigen Zeit, von Helmut Böttiger. Böttiger kannte ich bisher als lesenswerten Literaturkritiker. Dass er auch fundiert über Klima und Energie schreibt, war mir bisher entgangen.

Ich kann an keiner Buchhandlung vorbeigehen, ohne mich darin umzusehen. Es kann also auch daran gelegen haben, dass ich dem Buch nirgendwo begegnete, weil kein Sortimenter sich traut, Kritisches zum menschengemachten Klimawandel auszulegen. Der Buchladen im DHM hatte es. Eine Google-Suche zeigt, dass die einschlägigen Qualitätsmedien und Perlentaucher das Buch nicht anzeigen oder gar besprechen.

Die Politik-Irrtümer sind u. a.:

  • DDT gefährdet die Umwelt
  • Der deutsche Wald wird bis zum Jahr 2000 gestorben sein
  • Tausende werden an der Vogelgrippe sterben
  • Die Erde erwärmt sich wegen der CO2-Emission
  • Kernenergie ist ein Auslaufmodell

Wer sich auf 20 schmalen Seiten fundiert, aber leicht lesbar über die Fehler, Auslassungen und Fälschungen der Klima-Alarmisten informieren will, sollte das hier lesen.