Kritischer Rationalismus

Die Fakten und die Wissenschaft: ein komplexes Verhältnis

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In FAZ v. 28.6.17, p N4, ist ein Vortrag des Kultur- und Wissenssoziologen Armin Nassehi abgedruckt: „Zu Fakten gibt es oft eine Alternative“.

Er kritisiert darin, dass die Gesellschaft von der Wissenschaft unumstößliche Wahrheiten erwartet. Das kann nur enttäuscht werden.

Hier drei „Zitate“ aus seiner Rede vor Universitätsrektoren

„Vitale wissenschaftliche Fächer leben vom Widerspruch und von pluralistischen Lösungen – allzu stabile Konsense wären eher ein Ausweis von Erstarrung und Unbeweglichkeit.“

„…Wissenschaftskitsch, wie man ihn letztens auf March of Science lesen konnte: Dort wurde plakatiert, zu Fakten gebe es keine Alternative – was für ein Unsinn. Was Wissenschaft vorführt, sind nicht alternativlose Fakten, sondern alternative Aussagen über jene Fakten, die Wissenschaft stets nur durch die Brille ihrer Theorien und Methoden und Verfahren sehen kann.“

„Kluge Wissenschaft wird jedenfalls Fragen nach ihrer Praxistauglichkeit, nach ihrer Verwertbarkeit und ihrer gesellschaftlichen Relevanz offensiver formulieren müssen.“

Ich erinnere mich dankbar, dass ich in den wildesten 68er Zeiten an der Frankfurter Goethe-Universität, wo die meisten Studenten an den Lippen von Adorno und Habermas hingen, von Popper und Hans Albert hören und lesen durfte. Vermutlich ist deren kritischer Rationalismus denen fremd, die Kritiker des menschengemachten Klimawandels am liebsten vom Verfassungsschutz beobachten lassen würden.

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So geht Forschung: menschengemachter Klimawandel und eine korrupte Wissenschaft

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Ulrich Schödlbauer erklärt, warum die Hypothese vom menschengemachten Klimawandel zur Klimareligion werden konnte.

Was Schödlbauer in essayistischer Form komprimiert, belegt Klimaforscher Timothy (Tim) Ball in The Deliberate Corruption Of Climate Science akribisch.

Das Folgende ist ein Nachtrag am 1.9.17

Mir war aufgefallen, dass der IPCC-Bericht über den menschengemachten Klimawandel an keiner Stelle eine wissenschaftliche Studie nennt, die einen kausalen Zusammenhang zwischen einem einzelnen Klimaphänomen wie dem von Menschen verursachten CO2-Ausstoß und der Erderwärmung nennt. Stattdessen wimmelt es von vorsichtigen Formulierungen wie „könnte sein“, „möglicherweise“, „wahrscheinlich“. Den Rest des Beitrags lesen »

Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

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In den wilden und wüsten 68er Jahren hatte ich das große Glück im Studium an der Frankfurter Goethe-Uni von Karl R. Popper und Hans Albert zu hören. Das half mir, nicht der Kritischen Theorie zu erliegen, die in Frankfurt großen Einfluss auf Pädagogik und Sozialwissenschaften hatte.

Daher freute es mich, heute in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ein Zitat von Karl Popper bei Volker Zastrow  zu finden. Der ruft Poppers „offene Gesellschaft  und ihre Feinde“ angesichts des islamistischen Massakers in Paris in Erinnerung.  Popper hatte geschrieben, dass es im Menschen selbst angelegt sei, zu einem harmonischen Urzustand zurückzukehren, zum „verlorenen Gruppengeist des Stammes“.  Aber er – der anfänglich Sozialist gewesen war – hielt dem das Streben nach Freiheit entgegen:

„Wir können niemals zur angeblichen Unschuld und Schönheit der geschlossenen Gesellschaft zurückkehren. Unser Traum vom Himmel lässt sich auf Erden nicht verwirklichen. Wenn wir erst mit der Unterdrückung von Vernunft und Wahrheit beginnen, dann müssen wir mit der brutalsten und heftigsten Zerstörung all dessen enden, das menschlich ist. Es gibt keine Rückkehr in einen harmonischen Naturzustand. Wenn wir uns zurückwenden, dann müssen wir den ganzen Weg gehen – wir müssen zu Bestien werden. Aber wenn wir Menschen bleiben wollen, dann gibt es nur einen Weg, den Weg in die offene Gesellschaft.“ (FAS 11.1.15, p8, „Güte“, von Volker Zastrow).

popperPopper und der deutsche Vertreter des „Kritischen Rationalismus“, Hans Albert, halfen mir, die kommunistische Ideologie einzuordnen. Eine Lehre, deren Basis Heilsversprechen und Gewissheiten sind, die nicht kritisch hinterfragt werden dürfen, kann nicht im „Systemvergleich“ gleichberechtigt neben eine offene Gesellschaft gestellt werden, in der es keinen Gewissheitsanspruch einer Partei oder einer Religion gibt. In einer offenen Gesellschaft geht es ständig um Veränderung und Verbesserung, aber niemand darf behaupten, er habe die Gesetze entdeckt, nach denen sich die Menschheit entwickelt.

 

 

Ein Karl Popper-Interview von 1992

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Den Kritischen Rationalismus von Karl Popper (gest. 1994) lernte ich dank eines politikwissenschaftlichen Assistenten an der Frankfurter Goethe-Universität kennen. (Die beiden anderen, mit denen ich zu tun hatte und denen ich ebenfalls viel verdanke, waren Marxisten.)

Im Spiegel-Archiv findet sich ein Interview mit Popper aus dem damals aktuellen Anlass des Zusammenbruchs des Ostblocks.

(Den Hinweis verdanke ich der „Achse des Guten“)