Kommunismus

Ein Mahnmal für die Opfer des Kommunismus in Deutschland

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Stephan Hilsberg plädierte 2013 für ein zentrales Denkmal für die Opfer des Kommunismus in Deutschland.

Alternativen zum Kapitalismus?

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Gestern Abend sprach der Frankfurter Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe bei der Stiftung Aufarbeitung im Rahmen der Reihe „Was bleibt vom Kommunismus?“

Er arbeitete klar die strukturellen Probleme kommunistischen Wirtschaftens heraus. Das wird in diesem Blog gelegentlich angesprochen, so dass ich hier nicht alles referieren möchte, was Prof. Plumpe erwähnte. (Die Stiftung wird auch demnächst, wie üblich, eine Audio-Datei des Vortrags online stellen.)

Zunächst zählt er die Vorwürfe der Kapitalismusgegner auf: Ausbeutung, Profitgier, soziale Ungerechtigkeit, zyklische Krisen. Dass es das im K. gibt, bestreitet er nicht. Aber, so fragt er, war das in vorkapitalistischen Zeiten anders? Es sei doch, im Gegenteil, sehr vieles sehr viel besser geworden im K. Die genannten Vorwürfe seien jedenfalls nicht konstitutiv für den K.

Anders als der Kommunismus sei der K. keine Wirtschaftstheorie. Kapitalismus sei die Wirklichkeit des wirtschaftlichen Handelns, auch der kleinen Leute. Er bestehe aus unendlich vielen einzelnen Handlungen. Er sei aber kein System.

Im Grunde mussten Kommunisten genauso wie Kapitalisten das Kapital erwirtschaften, mit dem sie die gewaltigen Investitionen finanzieren, die die Industrialisierung eines Landes ermöglichen. („Ursprüngliche Akkumulation“ nannte das Marx.) Während das im Kapitalismus über Jahrhunderte geschah, standen die kommunistischen Staaten vor dem Problem, ihre vorindustriellen Gesellschaften in kürzester Zeit zu Industriestaaten zu machen, um darauf das marxistische Wirtschaftssystem errichten zu können. Stalin und Mao gelang das mit äußerster Härte und Brutalität, mit millionenfachen Menschenopfern.(Siehe u. a. hier, zum von Mao herbeigeführten millionenfachen Hungertod in China; in Englisch)

Während bei Stahl, Kohle und Schwerindustrie ein Verzicht auf preisbildende Märkte und staatliche Preisfestsetzung noch einigermaßen funktioniere, sei eine zentrale Planungsbehörde aber nicht in der Lage, die sich ausdifferenzierende, kleinteilige Konsumgüterindustrie vorausschauend zu lenken, bis ins kleinste Detail zu organisieren und Innovationen vorauszusehen.

Da das auch Kommunisten erkannt haben, gab es immer wieder Phasen, in denen mit marktwirtschaftlichen Elementen (NÖSPL in der DDR, NEP in der UdSSR) experimentiert wurde. Das wurde aber immer abgeblasen, da es dem System der Zentralverwaltungswirtschaft widersprach.

Zuletzt hatten die kommunistischen Ökonomen die Hoffnung, dass ein Supercomputer ihre Lenkungsprobleme lösen würde. Der TV-Journalist Paul Mason spinnt diese Hoffnung 2016 weiter: Im „Postkapitalismus“ würde dank IT das marxistische Reich der Freiheit endlich anbrechen. Die Arbeit erledigten die Computer. Der Anarchist David Graeber dagegen sieht in der Steinzeit die einzige Alternative zur kapitalistischen Ausbeutergesellschaft. (Dazu fällt mir Kambodscha ein.)

Es hieße die strukturellen Probleme des Kommunismus zu verkennen, wenn man das Versagen des Realsozialismus mit der Gerontokratie des Ostblocks erkläre oder mit Fehlern Stalins und Maos.

Der Auffassung, dass Gosplan, die sowjetische Planbehörde, der Anarchie der kapitalistischen Märkte überlegen wäre, waren in den 30er Jahren auch die meisten Ökonomieprofessoren in Cambridge. Nur der Student Ronald Coase, dem Sozialismus auch nicht abgeneigt, erkannte 1937, dass zwar Unternehmen durchaus erfolgreich planwirtschaftlich organisiert sind, dass aber ab einer bestimmten Unternehmensgröße und vor allem im Austausch auf dem Markt planwirtschaftliche Strukturen hinderlich sind. Wenn Flexibilität, Innovation und Wettbewerb fehlten, seien die Kosten (Transaktionskosten) zu hoch. 1991 erhielt Coase den Nobelpreis für dieses Theorem, das er nach 1937 noch ausgearbeitet hatte.

(Lenin konnte Coase nicht mehr lesen. Er hat die Sowjetwirtschaft nach dem Vorbild der Deutschen Reichspost organisiert; GS)

In der Diskussionsrunde wurde die Frage aufgeworfen, warum trotz des Versagens der kommunistischen Zentralwirtschaft, die Kapitalismuskritik so beliebt ist.

Der Kommunismus sei eine romantische Fiktion, meint Prof. Plumpe. Die konkrete Ausgestaltung werde ausgeblendet. Demgegenüber fehle dem Kapitalismus ein Mythos, wie er den Marxismus umwehe.

Wohltuend war, dass im Publikum keine glühenden Verteidiger des Kommunismus Koreferate hielten. Kritisch wurde in einem Beitrag angemerkt, Plumpe habe vom globalen Siegeszug des Kapitalismus gesprochen. Das sei aber nicht der Fall, man denke an Afrika. Plumpe parierte: Manche afrikanischen Staaten besässen die Ressourcen für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung. Das beste was ihnen passieren könnte, sei der Kapitalismus.

Nachtrag: Der Audio-Mitschnitt der Veranstaltung kostenlos auf itunes

Immer bereit – Junge Pioniere in der DDR

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Dieser Dokumentarfilm von Lutz Pehnert wurde 2015 erstmals gezeigt und wird es im ZDF gerade wieder.

Er enthält viele Erinnerungen von Beteiligten.

Mit leuchtenden Augen und wehenden Fahnen sollten Kinder den Sozialismus in die Welt hinaustragen, begeistert in Reih und Glied marschieren und unermüdlich ihren Pioniergruß wiederholen: „Immer bereit“.

Für Unterrichtszwecke als Ganzes ist der Film natürlich viel zu lang, aber sehenswert. Man könnte sich die Mühe machen, die eine oder andere Sequenz als Gesprächs- oder „Forschungs“anlass zu zeigen.

Der naive Glaube von kommunistischen Sozialingenieuren, durch Indoktrination einen neuen Menschen herstellen zu können, erweist sich wieder einmal als Irrlehre.

Ausstellung: Der Kommunismus in seinem Zeitalter

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(c)  Bundesstiftung Aufarbeitung
(c) Bundesstiftung Aufarbeitung

Die Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“  der Bundesstiftung Aufarbeitung umfasst 25 Tafeln mit über 200 zeithistorischen Fotos, Dokumenten sowie QR-Codes, die zu Filmdokumenten im Internet führen. Die Poster stehen ab März 2017 im Format DIN A1 zur Verfügung und können ab sofort bestellt werden (30 €; Versand als gerollte Poster).

Flyer zur Ausstellung (pdf)

Autor ist Gerd Koenen (Text von ihm im Blog)

Auf seiner Homepage stehen mehrere seiner Texte und Rezensionen zu seinen Büchern.

 

Die Privilegien der kommunistischen Eliten

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Gerne wird über den verschwenderischen Lebenswandel der Reichen und Schönen im Kapitalismus gelästert. Wieso eigentlich macht man Kapitalisten zum Vorwurf, dass sie kapitalistisch leben? Müsste man ihnen nicht zugute halten, dass sie mehr Geld ausgeben als Arme und damit die Wirtschaft stärken? Sie sind konsumfreudiger, sie schaffen Arbeitsplätze für Chauffeure, Friseure, Gärtner, Köche. Sehr wahrscheinlich konsumieren sie nicht nur, sondern investieren auch, was ja für die Mehrheit der Bevölkerung auch nicht von Nachteil ist, weil es Arbeitsplätze schafft.

Müsste man dagegen nicht bei denen genauer hinsehen, die den Kapitalismus abschaffen (wollen), Kapitalisten enteignen, einsperren und totschlagen? Wie leben die eigentlich?

Das Eigentümliche ist, dass die kommunistischen Eliten, wenn sie an der Macht sind und die Reichen enteignet haben, nichts besseres wissen, als selbst Wein zu trinken, aber Wasser zu predigen. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Aufarbeitung kommunistischer Verbrechen in Ostmitteleuropa

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Die Prager Europäische Plattform „Gedenken und Gewissen“ setzt sich für die juristische Aufarbeitung der Verbrechen der kommunistischen Regimes im ehemaligen Ostblock ein.

In Polen, den baltischen Staaten, Ungarn und neuerdings auch in Rumänien findet das statt, In Slowenien, der Slowakei und in Bulgarien nicht.

Als Verbrechen der Regimes gelten: Tötungen entlang des Eisernen Vorhangs,, ethnische Säuberungen, Massenmord, Deportationen, Versklavung, außergerichtliche Tötungen, Entführungen, Folter, erzwungene Sterilisierung, Zwangsprostitution, Missbrauch der Psychiatrie, pseudomedizinische Experimente an Gefangenen.

In Tschechien wurden bisher 40 Täter verurteilt. Andererseits verherrlichen tschechische Altkommunisten bis heute die Zeit des Kommunismus und verteidigen auch Gewaltanwendung.

Allein auf dem tschechischen Abschnitt des Eisernen Vorhangs gab es mindestens 320 Tote. Dort waren auch Kampfhunde eingesetzt. In Bulgarien sollte die türkische Minderheit zwangsassimiliert werden, z. B. durch das Verbot türkisch zu sprechen. Fast die Hälfte der ca. 850.000 Türken flohen in die Türkei. Bei Demonstrationen wurden Dutzende Türken erschossen, einig tausend wurden zwangsumgesiedelt.

(nach Karl-Peter Schwarz, Späte Aufarbeitung, FAZ v. 28.04.14)

Antisemitismus in Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg

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Während wir in Brandenburg neuerdings den Tag der Befreiung vom Faschismus als staatlichen Gedenktag erleben dürfen und der 23. August 1939 in den Nachrichten des rbb nicht vorkommt, bleibt verborgen, wie es Juden in Ost- und Ostmitteleuropa erging, wenn sie, falls sie die Lager der Deutschen überlebt hatten, in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren wollten.

Sie wurden erneut vertrieben, falls sie nicht verprügelt oder gleich totgeschlagen wurden. In ihrem Hab und Gut hatten sich längst andere eingerichtet. Die kommunistischen Herren schwiegen oder organisierten selbst auf Geheiß Stalins Judenverfolgungen. Die katholische Kirche schwieg, obwohl der religiöse Judenhaß ein maßgebliches, nicht auszurottendes Motiv war.

Für die diskriminierten und stigmatisierten jüdischen Minderheiten des Zarenreiches schien die kommunistische Ideologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Weg zur Emanzipation und Gleichberechtigung aufzuzeigen. Unter den Bolschewisten waren viele Juden. Der Hass auf die neuen Unterdrücker, die russischen Kommunisten, richtete sich auch deswegen, sozusagen als Ventil, gegen die Juden.

Wenig bekannt ist, dass Hunderttausende – um von den nach 1945 Getöteten zu schweigen – erneut flohen oder nicht zurückkehren konnten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ins Massengrab

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Eine fast vergessene Aktion aus der unmittelbaren Nachkriegszeit beschreibt der FAZ-Korrespondent für Südosteuropa, Karl-Peter Schwarz: „Eine schändliche Operation“

Sechs Millionen Sowjetbürger wurden in den letzten Jahren des Krieges und kurz danach repatriiert, also Stalin ausgeliefert. So war das in Jalta vereinbart worden. Dazu zählten vor allem die Zwangsarbeiter/-innen, die die Deutschen aus den besetzten Ostgebieten nach Deutschland geholt hatten, ebenso die Soldaten, die die Kriegsgefangenschaft bei den Deutschen überlebt hatten. (Von den ca. sechs Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen ließen die Deutschen etwa die Hälfte verhungern, erfrieren oder ermordete sie.) Dazu kamen Soldaten der Wlassow-Armee, die mit den Deutschen gegen die Sowjetunion gekämpft hatten. Auch einige tausend Russen, die keine Sowjetbürger waren, wurden ausgeliefert. Die West-Alliierten wussten, dass es unter Stalin das „big killing“ geben würde, wie es der US-Kriegsminister nannte. Aber da sich viele westalliierte Soldaten noch in sowjetisch besetzten Gebieten befanden, war man gefällig. Stalin hatte schon einige alliierte Soldaten mit russischen Wurzeln erschießen lassen.

Er hatte angeordnet, dass jeder Sowjetbürger, der in Kriegsgefangenschaft geraten war, als „Verräter“ behandelt werden sollte, d. h. er würde vom NKWD erschossen werden. Schon vor dem Mai 1945 hatte der NKWD die Planung von Lagern begonnen.

Die Kosaken hatten mit dem Einmarsch der Hitlerarmee gehofft, sie könnten den Kampf gegen die Bolschewisten gemeinsam mit Hitler führen. Der wollte davon nichts wissen, ähnlich wie bei den ukrainischen Freiheitskämpfern. Die Kosakenarmee wurde zuletzt zur Bekämpfung der kommunistischen Partisanen in Jugoslawien eingesetzt.

Im Mai 1945 befanden sich in Kärnten und Osttirol ca. 25.000 Kosaken, Soldaten, Offiziere und ihre Familien. Dazu kamen Menschen aus dem Kaukasus sowie Ukrainer der SS-Division „Galizien“, einige tausend antikommunistische Bosniaken, Kroaten und Slowenen, die vor den Partisanen Titos geflohen waren. Innerhalb von nur vier Wochen verluden die Briten ca. 15.000 Menschen, Männer, Frauen und Kinder auf Lkws und brachten sie zu Übergabepunkten.

Ein britischer Soldat sprach von einer „schändlichen Operation“. Britische Soldaten sollen mit Tränen in den Augen auf die Menschen, die passiven Widerstand leisteten, eingeschlagen haben. Tausende flohen unter den Schüssen der Briten in die Tiroler Berge, Männer töteten sich selbst, Frauen sprangen mit Kindern von Brücken in Flüsse.

Die westlichen Alliierten wollten Stalin um jeden Preis bei Laune halten, daher hielten sie sich an die Abmachung, auch wenn die Moral der eigenen Leute darunter litt und Menschen lieber Selbstmord begingen als Stalin in die Hände zu fallen. Einzig US-General Patton hatte 5.000 sowjetische Kriegsgefangene, die in seinem Gewahrsam waren, ungefragt freigelassen. Ca. 500 Soldaten der unter den Deutschen kämpfenden „1. Russischen Nationalarmee“ erbaten am 3.5.45 in Liechtenstein politisches Asyl. Sie wurden vom liechtensteinischen Fürsten Franz Josef II. nicht ausgeliefert.

Ca. 200.000 Jugoslawen, die in Hitlers Armee gekämpft hatten, waren im britischen Teil Österreichs interniert. Sie wurden jugoslawischen Partisanen übergeben. Man hat in Slowenien und Kroatien ca. 600 Massengräber entdeckt und vermutet noch weitere 900.

Siehe auch: Jörg Baberowski, Verwüstetes Land: Die Sowjetunion nach Holocaust und Krieg, in: Deutschland Archiv, 22.5.2015, http://www.bpb.de/207010

Stephen Kotkin, Stalin

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Jörg Baberowski ist begeistert vom ersten Band der auf drei Bände angelegten Stalin-Biographie Kotkins: „Paradoxes of Power“. (FAZ 13.1.15, p 10)

Der erste Band erzählt weniger von Stalin als von den ersten Jahren der bolschewistischen Herrschaft. Lenin hätte keinen Plan gehabt, er wäre kein Stratege gewesen. Die Bolschewisten, die unter dem Zaren in Gefängnissen, in der Verbannung, im Untergrund gelebt hätten, hätten keine Ahnung davon gehabt, wie man einen Staat regiert. Sie konnten sich ihrer Herrschaft nicht sicher sein, hatten Angst, jederzeit zu verlieren. Sie herrschten durch Raub und Umverteilung, durch Einschüchterung und Terror. So konnten sie sich schließlich im Bürgerkrieg durchsetzen. Von diesen ersten Jahren sei die Sowjetunion dauerhaft geprägt worden: Misstrauen, Gewalt, Angst, Terror.

Stalin verstand es, Intrigen zu spinnen und Konkurrenten auszuschalten. Er war ganz nach dem Geschmack Lenins. Kotkin verweist die oft erzählten Spannungen zwischen Lenin und Stalin ins Reich der Märchen.

Was der Westen nie begriffen hat

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Die Erwartung, dass sich Russland nach dem Zusammenbruch des Imperiums ähnlich marktwirtschaftlich und parlamentarisch entwickeln würden wie die ostmitteleuropäischen Staaten, hat sich nicht der erfüllt. Was man im Westen nicht begriffen hat, benennt Marko Martin in der NZZ vom 10.3.15: „Westeuropas historische Amnesie“

„… Verwundern kann das freilich nur, weil im westlichen Ausland ebenjener Charakter der Jahrhundert-Umwälzung von 1917 nie wirklich begriffen wurde. Ließ nämlich selbst das völkermörderische NS-Regime die Eigentumsverhältnisse im Inneren Deutschlands weitgehend intakt, so feierte in der Sowjetunion die Verstaatlichung Triumphe – eine Tabula rasa über Jahrzehnte hinweg.

Die renitente Bauernschaft entweder ausgerottet oder in Kolchosen gezwungen, die Arbeiter bar jeder gewerkschaftlichen Vertretung, eine durch millionenfache Zwangsarbeit bewerkstelligte Schwerindustrialisierung, die aus proletarischen Kreisen aufgestiegenen Akademiker und Intellektuellen auf Linie gehalten, Generation um Generation im Sinne der Einheitspartei gehirngewaschen und jeder Alltag ideologisch okkupiert – das war ein flächendeckend erfolgreiches Experiment zur Züchtung des «neuen Menschen».

Um wirklich zu verstehen, was damals geschah – und bis heute mental und strukturell fortlebt –, genügt es nicht, Alexander Solschenizyns «Archipel Gulag» ungelesen im Bücherschrank stehen zu haben. Eher sollte man noch einmal die Bücher des emigrierten Dissidenten Alexander Sinowjew lesen, der seinen «Homo sovieticus» bereits 1982 prophezeien ließ, wie dieses gigantische Unterordnungsmodell noch ausgeweitet werden sollte: «Wir werden der Welt unseren Willen aufzwingen. Das ist es, weshalb wir um jeden Preis Westeuropa isolieren, neutralisieren, demoralisieren, absondern und aufweichen müssen.“

Die menschenverachtende Züchtung des neuen Menschen zeigt erschütternd am Beispiel des Steinzeitkommunismus in Kambodscha der Film „The Missing Picture“