Kommunismus

Karl Marx und der realsozialistische Terror

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Man will uns einreden, dass man Marx nicht haftbar machen dürfe für den in seinem Namen begangenen millionenfachen Mord.

Bei Michael Klonovsky finde ich eine Zusammenstellung von Zitaten, die zeigen, wie inhärent Gewalttätigkeit seinem Denken war:

„Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats.“ („Kritik des Gothaer Programms“)

„Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung.“ („Manifest der Kommunistischen Partei“)

„Nachdem z.B. die irdische Familie als das Geheimnis der heiligen Familie entdeckt ist, muß nun erstere selbst theoretisch und praktisch vernichtet werden.“ („Thesen über Feuerbach“)

„Nur bei einer Ordnung der Dinge, wo es keine Klassen und keinen Klassengegensatz gibt, werden die gesellschaftlichen Evolutionen aufhören, politische Revolutionen zu sein. Bis dahin wird am Vorabend jeder allgemeinen Neugestaltung der Gesellschaft das letzte Wort der sozialen Wissenschaft stets lauten: ‚Kampf oder Tod; blutiger Krieg oder das Nichts. So ist die Frage unerbittlich gestellt.’“ („Das Elend der Philosophie“; das finale Zitat stammt pikanterweise von George Sand.)

„…der Kannibalismus der Kontrerevolution selbst wird die Völker überzeugen, daß es nur ein Mittel gibt, die mörderischen Todeswehen der alten Gesellschaft, die blutigen Geburtswehen der neuen Gesellschaft abzukürzen, zu vereinfachen, zu konzentrieren, nur ein Mittel – den revolutionären Terrorismus.“ („Sieg der Konterrevolution zu Wien“, Neue Rheinische Zeitung vom 7. November 1848)

 

Bei Klonovsky findet man zudem zitiert, was Marx von Juden, Russen, Proletariern und Kroaten, vom „jüdischen Nigger“ Lasalle und vom Parlamentarismus hielt: „demokratische Pissjauche“. Dagegen war Rosa Luxemburg fast zurückhaltend: „Kretinismus“ wollte sie erkannt haben.

 

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Age of Delirium. The Decline and Fall of the Soviet Communism

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David Satters Film gibt es auf Youtube! Das Buch bei Amazon.

Der Dokumentarfilm zeigt das Schicksal eines Russen, der nach Finnland flieht und von den finnischen Behörden zurückgeschickt wird. Er kommt in der UdSSR in eine psychiatrische Klinik.

Gezeigt wird der Alltag in der Sowjetunion, was es bedeutete, in diesem gigantischen Experiment der Umerziehung Opfer zu sein, wie hoch die psychischen Kosten dafür waren. Im Buch sind es über ein Dutzend Geschichten, die er erzählt.

Der Zeitraum ist die Breschnew- und Gorbatschow-Ära.

Der Journalist und Publizist Satter war 18 Jahre Korrespondent in Moskau.

Weltstaatsmann Dr. Gysi

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(Anmerkung: Die NVA wollte, durfte aber nicht nach Prag marschieren.)

Forschungszentrum für die Verbrechen des Kommunismus in Talinn

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Festung Patarei im Hafen von Talinn; Quelle: postimees/scanpix

Im ehemaligen Patarei-Gefängnis in Talinn, Estland, sollen ein Forschungszentrum und ein Museum der Verbrechen des Kommunismus entstehen. Die deutsche Stiftung für die Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt das Vorhaben.

Die frühere Festung im Hafen der estnischen Hauptstadt war von 1920 bis 2002 Gefängnis. Von 1940 bis 1990 war es NKWD- bzw. KGB-Gefängnis, unterbrochen nur von 1941 bis 1944, als Nazideutschland das Baltikum besetzt hatte und dort NS-Gegner einsaßen.

Der verlogene Systemvergleich

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Der in Zeiten des Kalten Krieges beliebte Systemvergleich stellte die kommunistischen Diktaturen des Ostblocks in Augenhöhe neben die westlichen Staaten. Das heißt, die soziale Marktwirtschaft und den liberalen Rechtsstaat neben Planwirtschaft und Herrschaft einer Partei ohne Meinungsfreiheit, freie Wahlen und unabhängige Gerichtsbarkeit.

Was ich allerdings gerne im Politikunterricht gemacht habe war, zuerst die SED-Konzeption einer „Demokratischen Republik“ vorzustellen und dann mit der Bundesrepublik Deutschland zu vergleichen. Um Systemkonkurrenz ging es dabei nicht!

Das LISUM, das Lehrerfortbildungsinstitut der Bundesländer Berlin und Brandenburg, empfahl Systemvergleiche noch nach dem Zusammenbruch der DDR.

Ich besuchte heute eine kleine Ausstellung im Landtag von Brandenburg. Dort wurde erinnert an den Kampf der Polen gegen die kommunistische Diktatur.

Auf den Posten war zu lesen von Demonstrationen, Aufständen, Streiks in Polen in den Jahren 1956, 1968, 1970 1976, 1980 und 1982.

Womit soll diese Konstante des östlichen Systems im westlichen System verglichen werden?

 

Frank Trentmann: Die Herrschaft der Dinge

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Der in Groß-Britannien lehrende deutsche Historiker Frank Trentmann hat eine faszinierende Weltgeschichte geschrieben: Die Herrschaft der Dinge. Die Geschichte des Konsums vom 15. bis ins 21. Jahrhundert. Es ist eine enzyklopädische Geschichte des Konsums rund um die Welt.

Das von mir benutzte Taschenbuch umfasst 850 Seiten, davon 700 Seiten Text. Es geht um Konsum, um die Lust auf Dinge, auf kostbare Kleidung, schöne Möbel, exotische Früchte und Waschmaschinen. Lust auf Konsum beginnt nicht erst in der Renaissance, schon die Frachtschiffe der Römer schafften die Dinge heran, die die Bewohner der Hauptstadt begehrten. Man erfährt viel Neues, z. B. über die ersten Warenhäuser, über erste Werbung, Marketing und Konsumentenkredite oder über das Luxusgut Kakao.

Es ist nicht der westliche Kapitalismus, der zum Konsum verführt. Trentmann erzählt gut lesbar vom Konsum in Japan, China, in Hitlerdeutschland und in kommunistischen Diktaturen. Letzteres interessiert mich natürlich besonders. Trentmann macht deutlich, dass die kommunistischen Herrscher in mehrfacher Hinsicht mit dem Bedürfnis ihrer Untertanen nach Konsumgütern nicht klarkamen. Die Ideologie ging davon aus, dass in einer sozialistischen Gesellschaft die Entfremdung der Menschen von der Arbeit aufgehoben sei. Der Mensch verwirkliche sich in der nicht mehr entfremdeten Arbeit. Eine Flucht in das Privatleben, in die Freizeit und eben den Konsum wäre nicht mehr notwendig. Die Proletarier folgten dem nicht.

Es war nicht allein die Verlockung der westlichen Konsumgesellschaft, die den Kommunismus kollabieren ließ. Den Rest des Beitrags lesen »

Zum Vergleich von Kommunismus und Nationalsozialismus (8): kleine Verschiebung

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„Wenn Links nicht mit GULag, stalinistischen Schauprozessen und Exekutionskommandos, „Rechts“ aber mit KZ und Judenverfolgung assoziiert wird, dann ist das eine psychologische Meisterleistung der Verschiebung, die an die Stelle der Gleichwertigkeit ein moralisches Wertungsgefälle durchsetzt…

Rudolf Brandtner, Analytik des Gutmenschen, Heft Sommer 2016, Tumult – Vierteljahresschrift für Konsensstörung

Ein Mahnmal für die Opfer des Kommunismus in Deutschland

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Stephan Hilsberg plädierte 2013 für ein zentrales Denkmal für die Opfer des Kommunismus in Deutschland.

Alternativen zum Kapitalismus?

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Gestern Abend sprach der Frankfurter Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe bei der Stiftung Aufarbeitung im Rahmen der Reihe „Was bleibt vom Kommunismus?“

Er arbeitete klar die strukturellen Probleme kommunistischen Wirtschaftens heraus. Das wird in diesem Blog gelegentlich angesprochen, so dass ich hier nicht alles referieren möchte, was Prof. Plumpe erwähnte. (Die Stiftung wird auch demnächst, wie üblich, eine Audio-Datei des Vortrags online stellen.)

Zunächst zählt er die Vorwürfe der Kapitalismusgegner auf: Ausbeutung, Profitgier, soziale Ungerechtigkeit, zyklische Krisen. Dass es das im K. gibt, bestreitet er nicht. Aber, so fragt er, war das in vorkapitalistischen Zeiten anders? Es sei doch, im Gegenteil, sehr vieles sehr viel besser geworden im K. Die genannten Vorwürfe seien jedenfalls nicht konstitutiv für den K.

Anders als der Kommunismus sei der K. keine Wirtschaftstheorie. Kapitalismus sei die Wirklichkeit des wirtschaftlichen Handelns, auch der kleinen Leute. Er bestehe aus unendlich vielen einzelnen Handlungen. Er sei aber kein System.

Im Grunde mussten Kommunisten genauso wie Kapitalisten das Kapital erwirtschaften, mit dem sie die gewaltigen Investitionen finanzieren, die die Industrialisierung eines Landes ermöglichen. („Ursprüngliche Akkumulation“ nannte das Marx.) Während das im Kapitalismus über Jahrhunderte geschah, standen die kommunistischen Staaten vor dem Problem, ihre vorindustriellen Gesellschaften in kürzester Zeit zu Industriestaaten zu machen, um darauf das marxistische Wirtschaftssystem errichten zu können. Stalin und Mao gelang das mit äußerster Härte und Brutalität, mit millionenfachen Menschenopfern.(Siehe u. a. hier, zum von Mao herbeigeführten millionenfachen Hungertod in China; in Englisch)

Während bei Stahl, Kohle und Schwerindustrie ein Verzicht auf preisbildende Märkte und staatliche Preisfestsetzung noch einigermaßen funktioniere, sei eine zentrale Planungsbehörde aber nicht in der Lage, die sich ausdifferenzierende, kleinteilige Konsumgüterindustrie vorausschauend zu lenken, bis ins kleinste Detail zu organisieren und Innovationen vorauszusehen.

Da das auch Kommunisten erkannt haben, gab es immer wieder Phasen, in denen mit marktwirtschaftlichen Elementen (NÖSPL in der DDR, NEP in der UdSSR) experimentiert wurde. Das wurde aber immer abgeblasen, da es dem System der Zentralverwaltungswirtschaft widersprach.

Zuletzt hatten die kommunistischen Ökonomen die Hoffnung, dass ein Supercomputer ihre Lenkungsprobleme lösen würde. Der TV-Journalist Paul Mason spinnt diese Hoffnung 2016 weiter: Im „Postkapitalismus“ würde dank IT das marxistische Reich der Freiheit endlich anbrechen. Die Arbeit erledigten die Computer. Der Anarchist David Graeber dagegen sieht in der Steinzeit die einzige Alternative zur kapitalistischen Ausbeutergesellschaft. (Dazu fällt mir Kambodscha ein.)

Es hieße die strukturellen Probleme des Kommunismus zu verkennen, wenn man das Versagen des Realsozialismus mit der Gerontokratie des Ostblocks erkläre oder mit Fehlern Stalins und Maos.

Der Auffassung, dass Gosplan, die sowjetische Planbehörde, der Anarchie der kapitalistischen Märkte überlegen wäre, waren in den 30er Jahren auch die meisten Ökonomieprofessoren in Cambridge. Nur der Student Ronald Coase, dem Sozialismus auch nicht abgeneigt, erkannte 1937, dass zwar Unternehmen durchaus erfolgreich planwirtschaftlich organisiert sind, dass aber ab einer bestimmten Unternehmensgröße und vor allem im Austausch auf dem Markt planwirtschaftliche Strukturen hinderlich sind. Wenn Flexibilität, Innovation und Wettbewerb fehlten, seien die Kosten (Transaktionskosten) zu hoch. 1991 erhielt Coase den Nobelpreis für dieses Theorem, das er nach 1937 noch ausgearbeitet hatte.

(Lenin konnte Coase nicht mehr lesen. Er hat die Sowjetwirtschaft nach dem Vorbild der Deutschen Reichspost organisiert; GS)

In der Diskussionsrunde wurde die Frage aufgeworfen, warum trotz des Versagens der kommunistischen Zentralwirtschaft, die Kapitalismuskritik so beliebt ist.

Der Kommunismus sei eine romantische Fiktion, meint Prof. Plumpe. Die konkrete Ausgestaltung werde ausgeblendet. Demgegenüber fehle dem Kapitalismus ein Mythos, wie er den Marxismus umwehe.

Wohltuend war, dass im Publikum keine glühenden Verteidiger des Kommunismus Koreferate hielten. Kritisch wurde in einem Beitrag angemerkt, Plumpe habe vom globalen Siegeszug des Kapitalismus gesprochen. Das sei aber nicht der Fall, man denke an Afrika. Plumpe parierte: Manche afrikanischen Staaten besässen die Ressourcen für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung. Das beste was ihnen passieren könnte, sei der Kapitalismus.

Nachtrag: Der Audio-Mitschnitt der Veranstaltung kostenlos auf itunes

Immer bereit – Junge Pioniere in der DDR

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Dieser Dokumentarfilm von Lutz Pehnert wurde 2015 erstmals gezeigt und wird es im ZDF gerade wieder.

Er enthält viele Erinnerungen von Beteiligten.

Mit leuchtenden Augen und wehenden Fahnen sollten Kinder den Sozialismus in die Welt hinaustragen, begeistert in Reih und Glied marschieren und unermüdlich ihren Pioniergruß wiederholen: „Immer bereit“.

Für Unterrichtszwecke als Ganzes ist der Film natürlich viel zu lang, aber sehenswert. Man könnte sich die Mühe machen, die eine oder andere Sequenz als Gesprächs- oder „Forschungs“anlass zu zeigen.

Der naive Glaube von kommunistischen Sozialingenieuren, durch Indoktrination einen neuen Menschen herstellen zu können, erweist sich wieder einmal als Irrlehre.