FAZ

Offene oder multikulturelle Gesellschaft? Beides geht nicht!

Gepostet am Aktualisiert am

Zur Erinnerung: „Die Skepsis gegenüber den Medienberichten zu rechtsextremistischen Hetzjagden in Chemnitz wird von mir geteilt. Es liegen dem Verfassungsschutz keine belastbaren Informationen darüber vor, dass solche Hetzjagden stattgefunden haben.“ Verfassungsschutzpräsident Maaßen

Die Reaktion: eine Hetzjagd auf Maaßen

„Schädling“, ZDF-Moderator Oliver Welke (wurde gelöscht!!!)

„Lusche, die von der SPD verjagt wurde“, SPD-MdB Prof. Lauterbach

„Maaßen gefährdet Sicherheit und Demokratie“, Göring-Eckardt

Die FAZ tritt gleich zweimal nach:

Der Fall ist vergleichbar dem Fall Globke, Reents, FAZ

Für unterschlagene Pfandbons verliert man seinen Job, aber der umstrittene Chef des Verfassungsschutzes wird befördert – wie soll man das erklären?, Nadine Bös, FAZ

Kommentar von Roger Köppel, Die Weltwoche, Schweiz

Nachbemerkung: Von unserem SPD-Bundespräsidenten Steinmeier ist kein Aufruf zur Mäßigung mehr zu erwarten. Er hat sich „ehrlich gemacht“ (Steinmeier-Deutsch) als er „Asyltourismus“ als Beispiel für Sprachverrohung nannte. Von ihm kann man keine große Rede zum Migrationsproblem mehr erwarten. Er ist halt ein Linker. Dass Merkel ausgerechnet ihn zum Präsidenten machte, ist ein weiterer Baustein der Linksverschiebung, die Merkels Kanzlerschaft gebracht hat. Die Linie von Steinmeiers Tätigkeit im DKP-Verlag Pahl-Rugenstein bis zur Kranzniederlegung an Arafats Grab ist ziemlich gerade.

Enttäuscht bin ich von der FDP. Anstatt die Hysterie der linksgrünen Politiker und Presseleute aufs Korn zu nehmen und ein Plädoyer für eine offene Gesellschaft zu halten, fällt ihr noch nicht einmal auf, dass der SPD-Präsident diesen urliberalen Begriff missbraucht und ihn mit einer diversen, Mulikulti-Gesellschaft gleichsetzt.

Lesetipp: Karl R. Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1 u. 2

Advertisements

FAZ-Satire: „Der Vernichtungsreflex“

Gepostet am Aktualisiert am

Dass es mit der FAZ soo schnell bergab gehen würde, hätte ich nicht erwartet. Aber die Medienhysterie um Chemnitz hat sie voll erwischt.

Die neueste Annäherung an die Standards von taz, Freitag, Zeit, SZ, ttt, Heute und Report steht am 20.9.18 im Feuilleton auf Seite 15: „Der Vernichtungsreflex“ von Kai Spanke. Herr Spanke schreibt über den gefakten AfD-Stand in Berlin-Lichtenberg, an dem Flugblätter an Nationalsozialisten erteilt wurden, eine kleine Menschenjagd stattfand und eine Reporterin angerempelt wird: Eine „aufwendige(sic!) Produktion“, „ein „humoristischer Rundumschlag“ gegen alle, die vom Tod eines jungen Mannes profitieren wollten.

Während des Drehs des Rundumschlags gab es Irritationen unter den Zuschauern wegen des Fakes. „Daraufhin habe man geduldig das Set und die Story erklärt… Jedem hätte klar sein müssen, dass es sich um Satire handelt, da das Filmteam… das Set mit entsprechenden Hinweisen versehen hatte.“

Nun lesen Ostdeutsche, zumal Berlin-Lichtenberger, keine FAZ. Dort durfte nämlich kürzlich Oliver Welke, Macher der Rüpelsendung „Heute-Show“ auf einer ganzen Seite erläutern, was Satire wäre. Nun sehen Schlecky Silberstein, der Erfinder des „Rundumschlags“, der vom Südwestrundfunk (SWR) bezahlt wurde und die Kulturschaffenden dieses ARD-Senders hohe Freiheitsgüter bedroht: die Kunstfreiheit, die  Meinungsfreiheit und die Pressefreiheit. Wenn ein Kunstschaffender erklärt, er habe eine Satire erschaffen, hat das eine Satire zu sein, basta. Wer das anders sieht ist… na, was schon?

Die AfD versteht halt keine Satire und nimmt übel. Ja, sie klingelt sogar an der Wohnungstür des Spaßmachers, um ihn zu befragen, wie er das mit seinem Rundumschlag gemeint habe.

Jetzt ist die publizistische Hölle los: Faschistische Methoden schreit Satiriker Schlecky Silberstein. Obwohl er in Berlin lebt und wirkt, hat er anscheinend nie etwas davon gehört, wie Antifaschisten mit Menschen umspringen, die sie zum Feind erklären: ihr Auto anzünden, ihre Häuserwand beschmieren, ihre Adresse veröffentlichen, zum Töten aufrufen. Aber erst der „Hausbesuch“ der AfD erinnert Herrn Silberstein an 1933. Es trifft sich, dass er Jude ist, denn prompt gibt es antisemitische Kommentare und anscheinend auch Mordaufrufe. Bei der AfD-Klientel greife der alte Vernichtungsreflex, weiß Silberstein. Dieses Wissen imponiert dem FAZ-Mitarbeiter, er wählt den Satz als Überschrift.

Da haben wir dann das Chemnitz-Syndrom: Es geht nicht um arabische Messerstecher und Totschläger, um eine Stadt, die Zusammenrottungen von kriminellen Geflüchteten satt hat, es geht jetzt nur noch um die antisemitische, nationalsozialistische AfD.

In Chemnitz ereignete sich wie bestellt ein Überfall auf ein jüdisches Restaurant, so dass die Redner/-innen im Bundestag sofort und unisono beim Stichwort Chemnitz rufen konnten: „Antisemitismus, das geht bei uns ganz und gar nicht!“

Wenn 100 Vermummte, wohl ein untrügliches Zeichen für nationalsozialistische Schläger, mehr als ein faustgroßes Loch in einer Fensterscheibe zustande gebracht hätten, wäre das bestimmt bundesweit blitzschnell bekannt geworden. Erstaunlich, dass man vorher nie von Vorfällen um ein jüdisches Restaurant in der angeblichen Nazi-Hochburg gehört hat. Wenn man schon den Rechtsstaat von einem Hitlergruß (dargeboten von einem Arm, auf dem RAF eintätowiert war) und einem nackten nationalsozialistischen Hintern bedroht sieht, wären nationalsozialistische Krawalle vor dem Restaurant wohl nicht unbemerkt geblieben.

Fazit: Schlecky Silberstein ist letztlich doch eine Satire gelungen: Er jubelt dem FAZ-Feuilletonchef seine Presseerklärung als Text eines FAZ-Journalisten unter.

Was sind das für Menschen, denen angesichts dessen, was in Chemnitz alles passiert ist, nichts Besseres einfällt, als ein Satirefilmchen zu machen und zu finanzieren?

Weitere „Meilensteine“ des FAZ-Journalismus siehe hier und hier!

FAZ arbeitet hart an ihrem Ansehensverlust

Gepostet am Aktualisiert am

Wenn es nach dem FAZ-Mitarbeiter Jasper von Altenbockum geht, muss Frau Merkel nicht die Videos zeigen, auf die sie sich beruft, wenn sie von Hetzjagden und Zusammenrottungen spricht. Es hat sich sogar in den Talkshows herumgesprochen, dass keine Hetzjagden, Pogrome (Anetta Kahane u. a.) gab. Irgendwie wär es aber doch so oder zumindest ähnlich gewesen, schreibt der FAZ-Mann. Was Hetzjagden sind, wäre halt Auslegungssache. Dass der sächsische Ministerpräsident darauf besteht, dass es keine Hetzjagden gab, geht für die FAZ gar nicht. Das rückt ihn ins Zwielicht.

Im Hambacher Forst bei Aachen passiert inzwischen das, was den Chemnitzern unterstellt wird: Gewalttätige Antifaschisten verletzen dort Polizisten. Das ist der FAZ eine Kurzmeldung wert.

FAZ-Mitarbeiter Patrick Bahners macht sich über Prof. Werner Patzelt lustig, der mittels Petition Frau Merkel auffordert, ihre Belege für Hetzjagden zu veröffentlichen.

Als er noch Feuilletonchef beleidigte Edelfeder Patrick Bahners Islamkritiker allesamt als unanständig.

Thilo Sarrazin beklagt auf Tichys Einblick (TE), dass FAZ-Mitarbeiter Rainer Herrmann sein Islam-Buch verreißt, und die FAZ-Redaktion seinen Leserbrief zum Verriss nicht abdruckt. Was ich bei dem renommierten Islamkenner Hermann vermisse: Seine Kritik ist kleinkariert. Kein Wort verschwendet die Islam-Koryphäe daran, ob es falsch ist, dass der Koran sich überwiegend mit Ungläubigen und dem Umgang mit ihnen beschäftigt, ob die Frauen im Islam als minderwertig gelten, ob mit dem Töten Ungläubiger dem Gläubigen von Allah die Sünden erlassen werden. Nein, Herr Sarrazin begeht den unverzeihlichen Fehler, in seinem Buch den Sudan zum Maghreb zu zählen

Einen Tag, nachdem dies auf TE bekannt geworden war, druckt die FAZ Sarrazins Leserbrief doch ab. Und der islamkundige Dr. Hermann weist natürlich in seiner Antwort alle Kritik Sarrazins zurück. Hermanns Hauptargument: Sarrazin kann, im Gegensatz zu ihm, kein Arabisch und vermag daher nichts Substantiiertes über den Islam zu sagen. Jetzt traue ich mich nicht mehr, etwas zur Bibel zu sagen. Ich kann sie nur auf Deutsch oder in „Einfacher Sprache“ lesen, nicht im Original.

Unter den Kommentaren auf TE ist auch dieser zu finden: Ein Leser sagt, er habe 10 Jahre in der arabischen Welt zugebracht. Alles, was Sarrazin sage, habe er dort angetroffen. Er könne ihm voll und ganz zustimmen.

Islamkoryphäe Hermann kennt sich auch im Nahostkonflikt bestens aus: Die Gründung des Staates Israel hätte die bürgerliche Ordnung der arabischen Welt zerstört. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „bürgerlich“ im Zusammenhang einer multitribalen Gesellschaft, „Ordnung“ im Zusammenhang einer autoritären, patriarchalischen, kriegerischen Gesellschaft.

Eine feine Gesellschaft ist in den Redaktionsstuben „dieser“ Zeitung versammelt.

Kürzlich wunderte ich mich, dass der Heute-Show-Moderator Oliver Welke auf einer ganzen FAZ-Seite als Fachmann für Satire interviewt wurde. Welke ist bekannt dafür, dass er Menschen in seiner Sendung herabsetzt, Politiker als Volltrottel und Deppen darstellt und AfD-Wähler als Idioten bezeichnet.

Jetzt hat ZDF-Welke den Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen als „Schädling“ bezeichnet. Maaßen hatte es gewagt, bei einem von der Antifa veröffentlichten und von der Tagesschau gesendeten Kürzest-Video über eine angebliche nationalsozialistische Hetzjagd in Chemnitz kritische Anmerkungen zu machen. Selbstredend sind Welke und seine Sendung für den Grimme-Preis nominiert (oder haben ihn gar schon bekommen).

zdfheuteshow

So, wie Welke und seine Mitschreier heute dem Zeitgeist huldigen, hätten sie es vor 80 Jahren sicher auch getan, und beim „Stürmer“ Karriere gemacht. Mit dem Wort Schädling allemal.

Bahners, FAZ: Antisemitismus ist Kunst

Gepostet am Aktualisiert am

Das Berliner Popkultur-Festival ist hochpolitisch und nach Selbsteinschätzung bunt und divers. Nur eines darf es nach Meinung von Hardcore-Linksextremisten nicht geben: Israelische Künstler.

Politisch korrekt ist das Festival zu 150%: Gender-Klos, kein Gender-Gap zwischen den Geschlechtern (also bei Männlein und Weiblein; bei Transgender, queer, homo, trans usw. sind mir die Zahlen nicht bekannt.), außerdem barrierefrei. Themen des Popkulturfestivals sind Gentrifizierung, Rechtsruck in Deutschland, zu wenig Wohnungsbau. Alles Themen, die selbstverständlich auch mit den Mitteln der Kunst erörtert werden dürfen.

Die arabischen und jüdischen Fanatiker von BDS, der „Bewegung“, die nicht nur israelische Waren boykottieren, sondern die Existenz des „Apartheid-Staates“ und kolonialistischen Projekts“ Israel beenden will, sorgte auch dieses Jahr wieder dafür, dass eingeladene Bands absagten, weil auch Künstler auftraten, die von der israelischen Botschaft mit einem Reisekostenzuschuss unterstützt wurden.

Nun ließ dieses Jahr die Festivalleitung erstmals über die BDS-Aktivitäten diskutieren. Das ging gründlich in die Hose: Die Hälfte des Saales hatten die Fanatiker/-innen von BDS besetzt. Sie schrien jeden nieder, der pro Israel sprechen wollte. Die BDS-Fanatiker hatten sich gut vorbereitet. Sie nahmen die Hälfte der Plätze ein. Dabei waren auf dem Podium schon genügend (auch jüdische) Boykott-Sympathisanten.

Heute hat der Journalist Patrick Bahners in der FAZ von einer Veranstaltung berichtet, in der „Israel-Verteidiger“ die gesamte Veranstaltung mit Zwischenrufen stören würden (p 9: „Antisemitismus oder Freiheit der Kunst?“) Es wäre ein Mob unhöflicher Menschen gewesen, die die BDS-Unterstützer beschimpft hätten. Im Tagesspiegel, immerhin ein linkes Blatt, las sich das total anders. Da waren es die BDS-Fanatiker, die die Veranstaltung sprengten.

Islamfreund Bahners deutet schon mit der Schlagzeile seine Tendenz an: der Boykott israelischer Waren unterläge der Kunstfreiheit. Vereinfacht gesagt: Wenn Antisemitismus Kunst ist, ist es kein Antisemitismus mehr, sondern Kunst. So gelingt es dem Journalisten, das Problem umzudrehen: Es ist für die (frühere) Edelfeder nicht so, dass die BDS-Fanatiker, unterstützt z. B. vom Israelhasser Noam Chomsky, der unvermeidlichen Judith Butler, Naomi Klein oder dem Stalinisten und FAZ-Glossisten Slavoj Žižek, Künstler auffordern, nicht in Israel aufzutreten oder den Auftritt bei Veranstaltungen abzusagen, an denen Israelis teilnehmen. Für Herrn Bahners ist es umgekehrt und bedroht, wenn ich es richtig verstehe, die Kunstfreiheit, wenn  Kommunen und Veranstalter den BDS boykottieren und seine Aufmärsche untersagen. Nicht zum ersten Mal haben BDS-Fanatiker Veranstaltungen gestört und dabei auch oft Gewalt angewendet.

Am Rande sei vermerkt, dass es den jüdischen und arabischen BDS-Aktivisten und deren Sympathisantenszene um mehr als Waren- und Künstlerboykott geht: Sie wollen, dass Israel nicht weiterexistiert.

Mehr Beiträge zur Bewegung boycott, divestment and sanctions im Blog hier!

Bahners geht es nicht nur um seine Art von Kunstfreiheit. Er sieht auch, schrieb er an anderer Stelle einmal, die Meinungsfreiheit bedroht, wenn man nicht über das Ende des israelischen Staates diskutieren dürfe.

Wes Geistes Kind Bahners ist, zeigt Thilo Sarrazin Dass dieser Text in der FAZ erscheint, zeigt, dass der Stellenwert Bahners´in dem Blatt nicht mehr allzu groß ist.

Wo ist das Geld geblieben?

Gepostet am Aktualisiert am

Die USA geben den palästinensischen Arabern zehnmal so viel finanzielle Unterstützung wie alle arabischen Bruderstaaten zusammen. (2017 364 Millionen Dollar. Dazu kommen ca. 300 Millionen von nichtstaatlichen Us-amerikanischen Organisationen,)

Das hätte ich gerne an deutlich sichtbarer Stelle in den Berichten der Nahost-Korrespondenten von ARD und FAZ gelesen oder gehört.

 

Störer Israel

Gepostet am Aktualisiert am

Der Israel-Korrespondent der FAZ, Jochen Stahnke, hat seiner einäugigen Berichterstattung ein neues Stück hinzugefügt: „Dem jüdischen Volke“ überschreibt er es (FAZ v. 27.7.18, Leitkommentar p 1). Es geht um den aktuellen Aufreger, die neuen Festlegungen zur israelischen Verfassung.

Lassen wir unbeachtet, dass er zu erwähnen vergisst, dass die arabische Sprache weiterhin einen besonderen Status hat: Es bleibt bei dem bisherigen Status. Amtssprache war sie nie.

Selbstredend verwendet Stahnke auch das beliebte Klischee vom Verstoß gegen Völkerrecht, Genfer Konvention usw., wenn Israel die Westbank und Gaza besetzen würde.

Und er redet vom palästinensischen Volk und Staat, als ob es das seit Jahrtausenden (wie die palästinensisch-arabische Propaganda behauptet) gegeben hätte. Dabei waren sich bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts Araber und Juden einig, dass letztere die Palästinenser wären. Kein in Palästina lebender Araber hätte sich Palästineser genannt.

Damit hat Herr Stahnke das im Westen, in der arabischen Welt und in der FAZ beliebte Szenario skizziert: Mit ihrem kolonialistischen Projekt eines jüdischen Staates im Herzen und auf dem Staatsgebiet des palästinensischen Volkes werden die Juden zu einer Apartheids- und Besatzungsmacht, die ein friedliches, Ackerbau und Viehzucht betreibendes Völkchen drangsalieren, ihnen Land rauben und kein Wasser zuteilen.

Nun hatten sechs arabische Armeen Israel überfallen, aber nicht ihr Ziel erreicht, die Juden ins Meer zu treiben. Jordanien besetzte immerhin die Westbank und annektierte einen Teil Jerusalems. Jordanien besetzte damals kein palästinensisches Staatsgebiet. Israel nahm 1967 die Westbank den Jordaniern ab. (Die israelische Regierung hatte Jordanien 1967 gewarnt, am bevorstehenden neuen Krieg gegen Israel teilzunehmen. Sie taten es dennoch und verloren die Westbank und den jordanischen teil Jerusalems an Israel. Das Völkerrecht und die Genfer Konvention verbieten so etwas nicht. (Man könnte mit der völker- und staatsrechtlichen Argumentation, mit der Israels Besatzungs- und Siedlungsrecht bestritten wird, gut und gerne die Grenzziehungen und Vertreibungen in Mitteleuropa nach 1945 in Frage stellen.)

Siehe auch Das Völkerrecht und der Staat Israel

Den Rest des Beitrags lesen »

Wie ein Absolvent des Roten Klosters heute ehemalige DDR-Dissidenten denunziert

Gepostet am

FAZ-Journalist Frank Pergande schrieb einst an der SED-Journalistenschule Rotes Kloster  in Leipzig eine Diplomarbeit über eine Zeitung des Klassenfeindes, die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Das qualifizierte ihn anscheinend, ausgerechnet bei ihr Arbeit zu suchen. Er schrieb bisher fundierte Texte über Politik und Alltag in Norddeutschland, nebenbei auch Krimis und Reiseführer.

Jetzt ist er Redakteur in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Da empfiehlt er sich mit einem Text über ehemalige DDR-Dissidenten, die er psychisch instabil sieht, weil sie mit AfD oder Pegida sympathisieren.

Pergande war seinerseits in der DDR cleverer. Er hat sich angepasst oder zumindest verstellt. Während er damals der SED in den Hintern kroch, um Journalist werden zu können, denunziert er heute die, die damals aufrecht gingen und sich nicht anpassten, als psychisch gestört, weil sie mit der AfD sympathisieren.

Arnold Vaatz schrieb ihm einen Offenen Brief.

FAZ-Edelfeder wütet erneut gegen Potsdam

Gepostet am Aktualisiert am

Claudius Seidl, Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) hat nachgetreten.

Vor nicht ganz einem Jahr hat er, der Genießer teuren französischen Rotweins die Cola-trinkenden provinziellen Potsdamer (so Seidl in jenem Text) dafür niedergemacht, dass sie aus dem Alten Markt einen missglückten Wendehammer gemacht hätten und den „filigranen und eleganten“ Bau der Fachhochschule, für ihn ein Meisterwerk der Ostmoderne, abreißen würden. Genauer: Die „Obrigkeit und die Zugezogenen“, die „Gesinnungspotsdamer“ hätten das bewirkt. (Zitierte Worte aus dem aktuellen Artikel)

Die UnbelangbarenJetzt hat er nachgetreten. Wie er selbst gesteht, war sein damaliges Werk nicht nur auf Zustimmung gestoßen. Claudius Seidl ist der Prototyp des unbelangbaren Journalisten. Die verstehen sich als Schleusenwärter im Nachrichtenstrom. Sie entscheiden, was sie durchlassen. Sie entscheiden,  was der Leser erfahren darf.

In „Besuchen Sie Potsdam, solange es noch steht“, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 1.7.18, p 69, holt er zur Totalvernichtung Potsdams aus.

Da geht es nicht mehr nur um das filigrane und elegante Betonmonstrum der Fachhochschule. Des Journalisten Verdikt trifft auch den Ruinenberg, eine Kulissenarchitektur aus antiken Ruinen, die ein Wasserreservoir für die Fontäne im Park Sanssouci verdecken sollte. Anders als romantische Kulissenarchitektur in anderen Fürstenparks wäre diese zu groß geraten und offenbare die Sehnsucht der preußischen Herrscher nach einer Vergangenheit, die sie niemals hatten. Abgerissen wird der Ruinenberg allerdings nicht. Warum er ihn dann erwähnt, wenn es um die Entsorgung der sozialistischen Architekturgeschichte Potsdams geht, wird nicht ersichtlich. Aber immerhin hat er so Gelegenheit, Friedrich den Zweiten als „sogenannten Großen“ zu apostrophieren. Auch das Palais Berberini ist sogenannt, eine „ärmliche Replik“ des prächtigen gleichnamigen Palazzos in Rom.

Dann stößt er auf das DDR-Rechenzentrum, das teilweise auf dem Grundstück der Garnisonkirche steht und durch einen Coup der linken parlamentarischen und außerparlamentarischen Szene jetzt als von der Stadt zu renovierendem Haus für Kunstschaffende den Wiederaufbau der Kirche erschwert. Auch dies angeblich ein Werk der Ostmoderne. Als Kunst am Bau verherrlicht hier ein Mosaik sowjetische Raumfahrt und Militärtechnik. Zu Recht wird dieses Mosaik als Erinnerung an DDR-Kunst und -Architektur erhalten bleiben. Was der Autor verschweigt.

Flaneur Seidl wandert zum Brauhausberg, wo ein durchaus architektonisch anerkennenswertes DDR-Hallenbad abgerissen wird. Es war in die Jahre gekommen. In der Nachbarschaft entstand ein modernes Bad. Es sollte finanziert werden durch die Bebauung des restlichen Brauhausberges mit Wohnhäusern.

Deswegen soll auch das benachbarte Café Minsk abgerissen werden, ein „kantig-elegantes“ Terrassengebäude. Man kann den DDR-Architekten dankbar sein, dass sie den brutalistischen Beton-Baustil der ehemaligen Partnerstadt nur modifiziert übernommen hatten. Dass man in Westdeutschland ähnlich gebaut hat, kann aber doch nicht als Argument für den Erhalt gelten, wie Seidl zu meinen scheint.

Weiter geht es über Neuen Garten, der von „halbeleganten“ Villen des 19. Jahrhunderts gesäumt wird, zum Bertiniweg. Dort verfällt eine Architekturikone der Zwanziger Jahre. Es ist eine Villa im Bauhausstil, zu der sich der Bankier Louis Hagen einen Vorgängerbau umbauen ließ.

In der Weimarer Zeit besaß sie einen gläsernen Aussichtsturm, Dachterrassen, Veranden und Wintergärten, ein Kino. Fahrzeuge wurden mit einem Fahrstuhl nach unten in eine Tiefgarage gebracht! Im Bootshaus lag ein Elektroboot, darüber befand sich die Turnhalle.

In der DDR wurde der Bau für ein volkseigenes Rechenzentrum genutzt, teilweise um- und angebaut. Ein Architekt hatte den heruntergekommenen, zerfallenden Bau gemeinsam mit Freunden erworben. Der Architekturliebhaber erzählt, dass die Restaurierung an den widersprüchlichen Auflagen von Denkmal- und Brandschutz scheiterte. Seine Freunde sind längst ausgestiegen. Eine Renovierung des vom Schwamm befallenen Hauses würde Millionen kosten. Inzwischen hat er den Abriss beantragt. Was das mit dem fehlenden „geschichtsdidaktischen Verständnis“ des Oberbürgermeisters zu tun hat, erklärt der Feuilletonchef nicht.

Zwischendurch wird Claudius Seidl niederträchtig: Auf die Überwindung der SED-Herrschaft könnten die Potsdamer vielleicht zu Recht stolz sein.

Mir bleibt jetzt nur noch, auch gemein zu sein: Ich freue mich über den Auflagenschwund der FAS.

FH-Potsdam Abriss
Foto: GS; Abriss eines „filigranen“ Gebäudes

Das Narrativ von der Nakba als Urgrund der palästinensischen Nation

Gepostet am

Seit vielen Jahren arbeiten die palästinensischen Propagandaeinrichtungen am Narrativ der jahrtausendealten palästinensischen Nation und ihren kulturellen Schätzen. Unterstützt werden sie von der UN und ihren Unterorganisationen etwa dadurch, dass die jüdische Stadt Hebron als palästinensisches Weltkulturerbe gilt oder für den Tempelberg die arabische Bezeichnung verwendet wird. Auch die Bundesregierung befolgt das. Schriftrollen, die Funde vom Toten Meer, die bedeutsam für Juden- und Christentum sind, werden als palästinensisches Kulturerbe gesehen und ihre Herausgabe wird verlangt. Israel erlaubt nicht, sie in ausländischen Museen zu zeigen, weil damit zu rechnen ist, dass fremde Regierungen sie zugunsten der Palästinenser beschlagnahmen werden.

Eine wesentliche Rolle spielen, in Ermangelung eines weiter in die Vergangenheit reichende „nationalen“ Gedächtnisses, die Erzählungen von der Nakba, der Flucht und Vertreibung in den von Arabern geführten Kriegen gegen Israel.

Nun hat der Sozialwissenschaftler Abbad Yahya in Ramallah die Erinnerungen an die Nakba untersucht. Er stellt fest, dass sie sehr schablonenhaft sind, sich oft bis in den Wortlaut gleichen und alle den Opferstatus betonen.

Bei seinen eigenen Befragungen von Frauen eines arabischen Dorfes stieß er auf Abweichungen von der ideologisch gefestigten Linie. Die Frauen verklärten nicht die Vorkriegszeit, die Zeit vor dem 48er Überfall auf Israel. Das ist sonst üblich in den Nakba-Narrativen.

Die Frauen berichteten von den regelmäßigen Überfällen von Banden und Familienclans aus anderen arabischen Dörfern. Durch die israelischen Soldaten wurden diese Räuber dezimiert. Für die Frauen brachten die Israelis größere Freiheiten, als ihnen vorher gewährt wurde. Die Verklärung von Land und Grundbesitz und deren Verlust durch  Flucht und Vertreibung verdeckt gegenläufige Entwicklungen. Landlose Araber lebten vor 1948 als eine Art Leibeigene.

Abbad Yahya, Oral History and Dual Marginalization: Palestinian Peasant Women and Nakba Narratives, in: Jerusalem Quarterly 70

(nach FAZ[!] v. 23.5.18, p N3)

Die deutsche Nakba: FAZ-Interview mit einem palästinensischen Menschenrechtler

Gepostet am Aktualisiert am

gazafriedlich.JPG
Twitter-Screenshot: Foto vom „Friedensmarsch“

FAZ-Israelexperte Jochen Stahnke stellt einem Mudar Kassis von der Universität Birzeit/Westbank Fragen zu Hamas, Israel und dem „Friedensmarsch.

Die Fragen und Antworten stehen im Feuilleton der FAZ v. 22.3.18, auf Seite 13, neben Texten zu den Filmfestspielen in Cannes und der Würdigung eines Literaturwissenschaftlers. Sie stehen nicht im Politikteil. Beim ersten Überfliegen von „Dann bleibt den Palästinensern nur noch der Mars“ fragte ich mich, ob Mudar Kassis an der palästinensischen Universität als Wissenschaftler oder als Kantinenpächter arbeitet. Erst auf den zweiten Blick entdeckte ich die Unterzeile der Überschrift. Der Herr ist Direktor des Instituts für Demokratie und Menschenrechte an besagter Alma Mater. Wenn er den Titel seines Instituts ernst nähme, wäre er voll ausgelastet mit der Menschenrechtssituation im palästinensischen Gebiet. Die Hamas wirft bekanntlich Gegner aus den Reihen der Fatah von Hochhäusern. Um die Pressefreiheit ist es nicht nur in Gaza, sondern auch im Gebiet der Palästinensischen Administration schlecht bestellt. Homosexuelle fliehen vor Gefängnis und Hinrichtung nach Israel. Abbas regiert seit zehn Jahren, ohne dass er gewählt wurde. Korruption ist allgegenwärtig.

All das interessiert den palästinensischen Wissenschaftler nicht. Den Rest des Beitrags lesen »