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Wird Israel Christen und Muslime aus Jerusalem aussperren? Fragt die FAZ

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Ist noch Platz für die Christen in Jerusalem? Das fragt sich „Nahost-Experte“ Rainer Hermann in der FAZ v. 3.1.18, p 8, nachdem die Knesset den Anspruch Israels auf ganz Jerusalem bekräftigt hat. Auch für Muslime sieht er schwarz. Schließlich lebten „Palästinenser seit Generationen“ in Ostjerusalem.

Manche „Generation Palästinenser“ lebt dort erst, seit sie in der Zeit der jordanischen Annexion (1948 -1967) die Juden aus ihren Häusern vertrieben hat. Juden war übrigens der Zugang zu ihren heiligen Stätten im jordanisch besetzten Jerusalem nicht erlaubt. Heute fliehen Christen aus dem früher überwiegend christlichen Bethlehem (Westbank) nach Israel. Bei so viel israelischer Apartheid können wir nur hoffen, dass die Araber mehr Toleranz zeigen, wenn sie dereinst ganz Palästina beherrschen.

FAZ-Redakteur Hermann bezieht sein Wissen anscheinend nur von ARD, ZDF und Arte. Auch die FAZ tielt: Israel beschießt Gaza. Im Text findet der kluge Kopf dann den Grund dafür.

Solch einen Bericht las ich in der FAZ zuletzt 2014.

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Jerusalem: Israels Hauptstadt

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Bazonline: „Die heilige Stadt der Juden. Die übertriebene Kritik an der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt ist juristisch und rational nicht erklärbar.“

Dass ich einen solchen Artikel wie den der Basler Zeitung nicht in der Zeit, der SZ und FR zu lesen bekomme, ist klar, aber warum steht so etwas nicht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung?

Aber auch „diese Zeitung“, wie ihre Unbelangbaren von sich selbst reden, ist in den Sog linksgrüner Palästinasympathie geraten. Wie anders konnte die glatte Lüge eines arabischen Politologen von FAZ-Interviewerin Lena Bopp unkommentiert bleiben? Der Wissenschaftler behauptete, in der von Jordanien 19 Jahre lang widerrechtlich annektierten Jerusalemer Altstadt hätte es schon religiöse Toleranz gegeben, nicht erst,  nachdem Israel die Annexion beendet hatte.

Der jordanische König hatte 1948 die jüdischen Bewohner der Altstadt, die jetzt arabischer Teil Jerusalems genannt wird, vertrieben, Juden war das Betreten des Tempelbergs verboten, die Zufahrt zur Hebräischen Universität und zum Hadassah-Krankenhaus wurde für Juden gesperrt. Tausende Juden wurden vertrieben. Christen wurden repressiv behandelt, die Religionsausübung eingeschränkt. viele verließen die Stadt.

1967 beteiligte sich der jordanische König wieder am Krieg gegen Israel. Israel besetzte daraufhin das von Jordanien annektierte Jerusalemer Gebiet und machte es für Juden und Christen wieder zugänglich.

2016 ließ US-Präsident Obama zu, dass der UN-Sicherheitsrat in einer Resolution die heiligen jüdischen Stätten, das jüdische Wohngebiet, das Krankenhaus und die Universität als widerrechtlich von israel besetzt ansah und erkannte das Territorium den palästinensischen Arabern zu. Bis dahin galt die noch aus Mandatszeiten geltende Auffassung, das Jerusalem internationels Territorium sei und sein Status in einem Verhandlungsprozess festgelegt werden sollte. Die Araber haben den internationalen Status nie anerkannt. Warum Obama plötzlich Verhandlungsmasse für einen Friedensprozess preisgab und den Arabern ohne Gegenleistung überließ, ist unbekannt.

Es ist nicht bekannt, ob Frau Bopp in die Lokalredaktion oder zu „Schüler schreiben“ versetzt wurde.

Siehe auch hierhier und hier!

Warum der arabische Bürgermeister einer Jerusalemer Vorstadt lieber von Israel als von der Autonomiebehörde des Dr. Abbas regiert werden will.

 

Warum schaffen wir das nicht?

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Nachrichten aus den letzten 48 Stunden:

Bei der Gedenkfeier für den von Amri ermordeten polnischen LKW-Fahrer war der polnische Staatspräsident anwesend. Da der rbb-Reporter, der gerade eben von der Feier berichtete, den deutschen Botschafter nicht erwähnte, nehme ich an, dass der nicht anwesend war.

Es waren britische Fahrer-Kollegen, die nach dem Mord Geld für die Familie des Opfers gesammelt hatten, nicht deutsche.

Auf der Gedenkfeier für die Opfer des islamistischen Terroranschlags sprach der Imam einer Moschee, die der Verfassungsschutz beobachtet.

Ein Landgericht hatte das erstinstanzliche Urteil gegen die „Scharia-Police“-Aktivisten aufgehoben und sie frei gesprochen. Jetzt ist der BGH dran und der rbb-Reporter ist skeptisch, ob der BGH den Freispruch aufhebt. Der Anwalt der Muslime sagt: „Von den Jungs ging doch keine Bedrohung aus. Wer sollte sich bedroht fühlen?“ Warum haben die das dann eigentlich gemacht?

Die Welle der antisemitischen Demonstrationen hat die politische Elite kalt erwischt.

Es dauerte ein paar Tage, um etwas dazu sagen. Dann kam es routiniert: „Das darf nicht geduldet werden.“ „Das geht gar nicht.“ Noch nicht einmal Sätze wie: „Wir werden mit aller Härte dagegen vorgehen“ fielen. Herr Maas verurteilt zwar, schlug aber bisher keine Gesetzesverschärfung vor. Man beeilte sich, darauf hinzuweisen, dass Fahnen verbrennen nicht so einfach zu bestrafen wäre. Und wenn Ausländer Ausländern den Tod wünschen, ist die Strafbewehrung strittig. Da passte der Satz der Bundeskanzlerin wie die Faust aufs Auge, dass (Antisemitismus und) Fremdenhass nicht geduldet würden. Wenn nun aber Fremde Fremde hassen?

Die Berliner Polizei meldete die erste Demo als friedlich und gewaltfrei. Sind Todesdrohungen, das Anstecken von israelischen Flaggen und von Davidsternen in Berlin so normal, dass niemand mehr Anstoß nimmt? Es geht ja bei den Berliner Al Quds-Demos seit Jahren so zu.

Die Kriegsberichterstatter standen derweil enttäuscht in Jerusalem herum, weil der Dritte Weltkrieg nicht ausbrach. Dass in über 20 deutschen Städten gegen Israel gehetzt und teilweise auch gewalttätig demonstriert wurde, musste ich mir in den Medien zusammensuchen. Auch die TV-Nachrichten darüber waren nicht sehr zahlreich. In Berlin wurde nicht nur vor dem Brandenburger Tor, sondern auch im arabischen Neukölln und vor dem Bundeskanzleramt demonstriert. Auch schon bei der Anreise in der U-Bahn wurde Juden der Tod gewünscht. Es waren allein in Berlin tausende. Demonstrant/-innen

Jetzt lese ich in der FAZ, dass es ja nur wenige tausend waren. Wenn 200 Neonazis auftauchen, wird die Wiederkehr von Auschwitz beschworen. Wenn israelische Fahnen und Davidsterne angezündet werden, inmitten tausender Demonstranten, gilt es zuallererst, den Generalverdacht zu vermeiden. Es wären ja nur ganz wenige, die gezündelt hätten. Die FAZ spricht von einem Stoffstück, auf dem ein Davidstern drauf war. Sie ist bemüht zu differenzieren. Längst nicht alle arabischen Migranten wären antisemitisch. Es werden Umfragen zitiert. Allenfalls bei Syrern und Irakern sei Antisemitismus gesellschaftsfähig.

Das Bundesamt für Migration habe 779 Schutzsuchende, darunter auch Syrer und Iraker, befragt. 97% lehnten Antisemitismus ab. Aber selbst die Forscher sind irritiert ob der widersprüchlichen Antworten: Man respektiere Juden, aber Israel müsse vernichtet werden. Das ist ganz nach dem Geschmack der linken Israelfeinde. Sie unterstützen Hamas und BDS, gratulieren aber den Juden zu Chanukka.

arabischer Antisemitismus

Die Organisation „Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland“ (PGD) akzeptiert nach eigenen Angaben keinen Antisemitismus. Das hindert sie nicht, Sprechchöre mit Hassparolen zu initiieren.

Die Facebook-Redakteure von „Die Bundesregierung“ watschen jeden Kommentator ab, der es wagt, Flüchtlingskrise und Masseneinwanderung in Verbindung mit den antisemitischen Krawallen zu bringen. Zu unsachlich, weil man doch gar nicht wisse, ob nicht auch Deutsche unter den Demonstranten waren. Außerdem wäre nur ein kleiner Prozentsatz gewalttätig geworden.

Die Israelfeinde von der Boykott-NGO BDS liefen auch mit. Wieso fragt kein Journalist, warum der Außenminister wegen eines Gesprächstermins mit diesen Fanatikern den Termin bei Netanjahu aufs Spiel setzte. Er hätte sich doch jetzt locker mit ihnen am Rande der Demo treffen können, nur ein kurzer Fußweg von seinem Amtssitz entfernt.

Wenn es um die Fehltritte von Trump geht, können sich unsere grünlinken Mainstreammedien nicht einkriegen. Wenn Erdogan zum Mord an Juden aufruft, taucht das noch nicht einmal unter Vermischtes auf. Wenn Russland „West“-Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkennt, juckt das unsere „Unbelangbaren“ nicht. Wenn arabische Staaten „Ost“-Jerusalem zur Hauptstadt der arabischen Palästinenser proklamieren, ist das keinen Leitartikel wert.

Nachtrag: Bundespräsident Steinmeier reibt sich zwar an der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch die USA, aber er nimmt doch deutlicher als alle anderen Politiker/-innen Stellung: Deutschland habe Verantwortung für die Sicherheit Israels und lehne jede Form von Rassismus und Antisemitismus ab. Auch für die Einwanderer gebe es keine Ausnahme.

FAZ-online zitiert Steinmeier in der Schlagzeile mit: „Der Antisemitismus ist noch nicht überwunden.“ Der Satz erinnert mich an den seit 70 Jahren gleichbleibenden harten Kern von ca. 5% Nazis in Deutschland. Zur derzeitigen durch in Deutschland lebende Araber geschaffenen Situation passt er allerdings nicht. Letztlich traut sich auch der Bundespräsident nicht, unseren palästinensischen Wutbürger/-innen Einhalt zu gebieten. Bei Pegida und AfD war man um drastische Vergleiche nicht verlegen.

Steinmeier hat wenigstens angemessener Stellung genommen als die Bundeskanzlerin. Da hat er wohl seit seiner Kranzniederlegung am Grab des Terrorpaten Arafat dazugelernt.

Andererseits lässt das SPD-geführte Außenministerium seinen UN-Botschafter in der Regel den unzähligen israelfeindlichen Entschließungen zustimmen. Steinmeier hat sie sogar ausdrücklich begrüßt.

FAZ: Die palästinensischen Araber sind Opfer!

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FAZ-kluger_kopf
CC BY 2.0 ladydi saster

Schade, dass der in Gaza lehrende Professor Atu Abu Saif in dem von Lena Bopp geführten Interview in der FAZ v. 7.12.17, p 8, unwidersprochen die Palästinenser als Opfer darstellen kann, die nichts sehnlicher als Frieden wünschten.
Er will die in Gaza regierende Hamas „ermächtigen“, die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und den Wohnungsbau voranzutreiben. Abgesehen davon, dass sich die Hamas von niemandem ermächtigen lässt: Warum wurde, als Israel Gaza 2005 ohne Vorbedingungen räumte, daraus keine blühende Landschaft? Fruchtbare Plantagen hatte Israel hinterlassen. Warum wurde Gaza zu einer Militärbasis, von der aus Israel beschossen wird? Warum sperren Israel und noch viel strikter Ägypten die Grenze zu Gaza? Wenn Wohnungen nicht fertig gebaut werden, wie der Politologe beklagt: Könnte es daran liegen, dass die Hamas den Zement, den Israel liefert und die EU bezahlt, für Terrortunnel statt für Wohnhäuser verwendet wird? (Israel liefert laut COGAT wöchentlich ca. 15.000 Tonnen Waren auf 500 LKW über die angeblich gepserrte Grenze.)
Israel räumte auch den Sinai. Von dort schießen heute mit der Hamas verbündete Islamisten auf Israel.
Was ist mit den ständig erneuerten arabischen Schwüren, Israel als Staat auszuradieren und die Juden ins Meer zu treiben? Die palästinensische Nationalcharta sagt in Art. 19: Israel bleibt auf ewig illegal. Die Charta der Fatah fordert in Art. 12 die Auslöschung der Zionisten. Die Hamas-Gründungsurkunde besagt in Art. 13: Die Lösung des Problems ist der Jihad, der Krieg gegen die Juden.
Auf Verhandlungsangebote der Israelis zuletzt 2000, 2008 und 2013 antworteten die Araber nicht.
Der Wissenschaftler behauptet, dass Präsident Trump Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt hat. Das war sie auch schon vor Trump. Dort sitzen das Parlament, der oberste Gerichtshof, und der überwiegende Teil der Regierung.
Auch seine Behauptung, Jerusalem wäre schon vor dem Einmarsch der israelischen Streitkräfte unter jordanischer Annexion eine tolerante Stadt gewesen, ist gewagt. Wenn jüdische Grabsteine als Fußboden für jordanische Latrinen benutzt werden und jüdische Friedhöfe mit Wohnhäusern bebaut werden, ist das eine sehr spezifische Art von Toleranz.
Leider ersparte Frau Bopp dem Professor kritische Fragen.

Die FAZ wirbt mit diesem Slogan für sich: „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“. Sie scheint aber manchmal ihre Leser zu unterschätzen. Warum kaufe ich eigentlich eine Zeitung, wenn ich dann feststelle, dass ich für dumm verkauft werde? Ich gehe nicht davon aus, dass Frau Bopp den beschränkten Horizont eines Professors aus Gaza ausstellen wollte.

Sie sollte einmal beim FAZ-eigenen Blogger Don Alphonso vorbeischauen:

„Palästina war nie ein Staat. Nie.
Nach mehreren Jahrhunderten unter den Osmanen war dort britisches Mandatsgebiet. Die Briten teilten den Osten am Ufer des Jordan ab. Dann teilten sie den kleinen Rest auf.
Wem taugte das nicht? Wer griff sofort mit 5 Armeen an? Arabia.

1967 die Befreiung Jerusalems nach einem weiteren Angriffskrieg der Araber. Vor 50 Jahren.

Die Stadt Davids ist die Stadt Israels“

Kürzer kann man es nicht sagen. Hier die Quelle: Rebellen ohne Markt, Eintrag v. 7.12.17, 22 Uhr 23

Siehe auch Joachim Nikolaus Steinhöfel, Thomas Eppinger oder Roger Letsch

Steinhöfel verweist noch auf eine leider nur allzu treffende Satire von Claudio Casula: „So wird man Nahostkorrespondent“. Man könnte herzlich lachen, wenn es nicht wahr wäre.

Siehe auch im Blog hier!

Prima Klima oder Wann geht die Welt unter?

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Als ich heute Morgen in der FAZ las, dass ein Professor Anders Levermann vorschlägt, den „unumkehrbaren“ Pegelanstieg der Weltmeere mit Riesenpumpen auf den Eispanzer der Antarktis zu befördern, schaute ich verunsichert auf den Kalender. War denn schon der 1. April? Der zweite Blick galt der Verfasserangabe: ein Professor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Alles klar!

Warum traut die FAZ ihren Lesern, die sie ja als kluge Köpfe apostrophiert, nicht zu, sich selbstständig ein Urteil zu bilden? Sie bezieht Klimainformationen ausschließlich aus Potsdam.

Bei EIKE, dem unabhängigen Europäischen Institut für Klima & Energie finde ich dagegen die Glosse zu einer Rede des Leiters des Potsdam-Instituts auf einem Grünen-Parteitag.

Science Files weist auf den Physiker und Nobelpreisträger Prof. Ivar Giaever hin. Auf einem Treffen der Nobelpreisträger in Lindau im Jahr 2015 hielt er einen Vortrag über den Klimawandel (Englisch mit Untertiteln) .

Prof. hat u.a. methodische Fragen an die Klimaforscher:

  • Warum werden die Einheiten von Abbildungen, z.B. von Klimakurven variiert?
  • Welchen Sinn hat es, eine Durchschnittstemperatur für die gesamte Erde zu messen und Abweichungen von ein paar Zehntel Grad Celsius zu dramatisieren?
  • Welchen Sinn hat dies vor dem Hintergrund, dass die meisten Messstationen, die die Rohdaten für die Berechnung der durchschnittlichen Temperatur der Erde bereitstellen, auf der nördlichen Halbkugel zu finden sind, während der Kontinent der Antarktis mit gerade einmal 8 Messstationen erfasst werden soll? (Wo, fragt Giaever, würde man acht Messstationen errichten, um die Durchschnittstemperatur von Deutschland zu erfassen?)

(zitiert bei Science Files)

Siehe im Blog auch u.a. hier!

Missglückte FAZ-Ferndiagnose

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garnisonkirche_in_potsdam-zeno-org-contumax-gmbh-co-kg-im-maerkischen-museum-berlinZum Städtebau Potsdams hatten sich unlängst schon die FAZ-Mitarbeiter Niklas Maak und Claudius Seidl (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 2.4.17, p 41) kritisch geäußert. Jetzt setzt Kunsthistoriker und FAZ-Mitarbeiter Dr. Arnold Bartetzky den Verriss fort.

Dr. Bartetzky übernimmt das von Dr. Goebbels inszenierte Narrativ, dass die Garnisonkirche für die Versöhnung von Adel und Nazis stünde. Er verlässt sich auf das „sorgfältig recherchierte Buch“ des Journalistenkollegen und Garnisonkirchengegners Matthias Grünzig. Der trägt seit Jahren seine These vor, dass die evangelische Kirche in der DDR den Wiederaufbau nicht wollte. Dem wurde von Kirchenrepräsentanten widersprochen. Erst kürzlich setzte sich der Potsdamer Historiker Prof. Dr. Martin Sabrow kritisch mit Grünzig auseinander.

Bartetzky stört sich am „martialischen“ Schmuck des Garnisonkirchenturms. Was ihn nicht stört, ist das Mosaikband um das Rechenzentrum, das die SED teilweise auf das Kirchengelände baute. Das zeigt sowjetische Jagdflugzeuge, Jagdbomber und Radarstellungen.

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Kunst am Bau: Sowjetische Jagdbomber

Es gelingt ihm sogar, in dem Artikel eine Kritik der westdeutschen Zerstörungen von denkmalgeschützten Gebäuden unterzubringen. Dass die SED ganze Straßenzüge abriss, in einer Länge von mehr als fünf Kilometern, bleibt dagegen unerwähnt. „Brachial“ ist für ihn der heutige Potsdamer Stadtumbau. So werde u. a. die Fachhochschule, ein „zartgliedriger“ Bau der DDR-Moderne, abgerissen.

Die Chuzpe, mit der Dr. Bartetzky die SED-Abrissorgie unerwähnt lässt und von heutigem brachialem Abriss heute spricht, ist erstaunlich. Er moniert, dass für den Schlossnachbau eine mehrspurige Straße verlegt werden musste. Was er anscheinend nicht weiß, ist, dass die SED-Stadtplaner über das Schlossgrundstück bewusst eine Fernverkehrsstraße legten. Er bedauert, dass der „schon vollendete“ Rohbau eines Stadttheaters auf dem Schlossplatz dem „brachialen“ Stadtumbau der Nachwendezeit zum Opfer fiel. Was Dr. Bartetzky unerwähnt lässt: Die Planung des Neubaus des Schauspielhauses als Schlossersatz begann 1947. Und 1989 war es erst ein Rohbau. (Sogar der Flughafen BER dürfte schneller fertigwerden.)

Der monströse, „zartgliedrige“ FH-Bau begrub zwei Stadtquartiere unter sich! Rauten, mit denen an einigen Stellen die Fassade verdeckt worden war, sah man in den 60ern an Horten-Kaufhäusern in Westdeutschland. Jetzt gelten sie als erhaltenswerte DDR-Baukunst.

Auch die stadtsoziologischen Erkenntnisse Bartetzkys sind fragwürdig: Vor allem junge, gebildete Leute fühlten sich dem DDR-Bauerbe näher als den Barockfassaden, schreibt er. Wer in Potsdam lebt, sieht immer wieder dieselben zwei Dutzend Aktivisten aus den linksalternativen Netzwerken, die Veranstaltungen stören und den Nachrichtenjournalisten Bilder und griffige Parolen liefern. Beim Gottesdienst zum Beginn des Wiederaufbaus schrieen sie „Halt´s Maul, Du Nazischlampe“, als die Pfarrerin das Vaterunser betete.

Update 2.12.17: Erfreulich ist wenigstens, dass die FAZ am 2.12. einen ausgezeichneten Leserbrief der Kunsthistorikerin und Potsdamer Stadtverordneten Saskia Hüneke veröffentlicht, in dem Dr. Bartetzkys fehlende Kompetenz deutlich wird.

 

Die Beseitigung des alten Potsdam durch die SED

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In einem neuen Fotobuch ist dokumentiert, wie Abrissbagger in den 70er und 80er Jahren, bis kurz vor der „Wende“, das alte Potsdam abräumten:

Siegfried Lieberenz/Rainer Lambrecht, Bevor der Abrissbagger kommt, Knotenpunkt-Verlag: Potsdam 2017, 26,95 €

(Die – zu kleine – erste Auflage ist schon vergriffen. Es wird aber nachgedruckt.)

Die SED wollte aus Potsdam eine moderne Bezirkshauptstadt machen und betrieb daher, wie es in der Buchvorstellung im Tagesspiegel/PNN heißt, einen systematischen Kahlschlag. Aneinandergereiht ergeben die abgerissenen Gebäude fünf Kilometer. Zuletzt sollte es dem Holländischen Viertel an den Kragen gehen und 1985 wurde noch die einzige Jugendstilkirche abgerissen.

Neue Plattenbauten wurden dicht an alte, bewohnte Gebäude gesetzt. Einwohner erhielten von heute auf Morgen den Befehl, ihre Wohnung zu räumen.

Angesichts des lauten Wehklagens einiger Kunsthistoriker und des linken Potsdamer Politspektrums über den Abriss einer Handvoll Gebäude aus der DDR-Zeit, ist es verwunderlich, dass die Abrisswut der kommunistischen Altvorderen, mit Ausnahme von Schloss und Garnisonkirche, nie thematisiert wurde.

Am Montag, dem 27.11.17, 18 Uhr, wird das Buch in der Französischen Kirche vorgestellt.

Es kommt 3 nach 12, gerade noch recht, um zu zeigen, wie verlogen die Debatte ist: Was ist der Abriss einer Fachhochschule gegen die Abrissorgie der SED?

Die SED hat, neben zahllosen Bürgerhäusern, das Schauspielhaus, die Garnisonkirche, das Schloss, historische Villen und Kirchen abgerissen und den Stadtkanal zugeschüttet. Der Stadtumbau dauerte bis 1989 an und hätte weitergehen sollen. Die noch existrierenden Bürgerhäuser in der Jägeralle sollten weiteren Amtsgebäuden weichen. auch das Holländische Viertel blieb dank der „Wende“ erhalten.

Traurig ist, dass präpotente, aber ahnungslose westdeutsche Journalisten, wie die der FAZ, die Vorgeschichte nicht kennen.

Auch die FAZ im Lager der Israelkritiker

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hamas.JPGDie Berichte des Nahostkorrespondenten Jochen Stahnke finde ich irritierend. Er schreibt verständnisvoll über die Einschränkungen der Pressefreiheit im Gebiet der arabischen Palästinenser. Auf Twitter lässt er sich kaum eine Missetat der israelischen Besatzer entgehen. Er spricht wie selbstverständlich von palästinensischer Kultur und dem palästinensischen Volk.

Noch nie habe ich von ihm etwas gelesen, was dem Inhalt des Films „Eyeless in Gaza“ entspräche. Dass arabische homosexuelle Palästinenser Schutz in Israel suchen, das finde ich in der FAZ nicht.

Die Berichterstattung ist, gelinde gesagt, von vornehmer Zurückhaltung geprägt. Lässt es sich nicht vermeiden, einmal etwas Missliches über Hamas oder Dr. Abbas zu vermelden, wird es als Aussage von Dritten kolportiert. Breiten Raum nehmen die Darstellungen und Rechtfertigungen der arabischen Offiziellen ein.

Vielleicht sollte Herr Stahnke seinen Wohnsitz nach Ramallah verlegen, um näher am Geschehen zu sein. Bei aller Reserviertheit gegenüber Israel, als Wohnsitz bevorzugt er dann doch Tel Aviv. Letztlich ist er auch Korrepondent für Israel, nicht für Nahost. Über die Korruption in der Familie Nethanjahu oder das Treiben der Evangelikalen (Nachtrag: FAZ v. 22.1.17) in Jerusalem zu berichten ist halt risikoloser als über Millionäre in Gaza.

Gerne überlässt man die Nahostberichterstattung der für ihre Unvoreingenommenheit berühmten dpa. Von der übernimmt die FAZ dann die Meldung, dass Israel zur Eskalation beitrüge, weil die Armee einen Hamas- oder IS-Tunnel sprengt, der auf israelisches Staatsgebiet führt. Der Hinweis, dass das ausgerechnet kurz vor der Übergabe der Grenzkontrolle in Gaza an die Autonomiebehörde passiert, darf nicht fehlen. Anderswo lese ich, dass der Iran die neue Einigkeit von Hamas und PLO hintertreibe. Für die FAZ ist es allein Israel.

Heute kommentiert FAZ-Redakteur Rainer Hermann: „Hundert Jahre Unfrieden“.

Für ihn sind Engländer, die die Rechte des palästinensischen Volkes missachten und ihr Land den Juden geben, die Urheber der Ursünde. Seither sind dann die Juden an allem schuld. Israel wolle keine Zweistaatenlösung liest man. Es verweigere dem palästinensischen Volk, dessen jahrhundertealte Geschichte und Kultur auch für Herrmann eine Realität zu sein scheint, das Recht auf einen Staat.

Man kann durchaus vermuten, dass Israel kein gesteigertes Interesse an einem Hamas/IS/Fatah-Staat hat, einem erwartbaren weiteren nahöstlichen Failed State. Vor allem deswegen, weil nichts dafür spricht, dass dann weniger Tunnel nach Israel gegraben würden oder weniger Raketen die israelischen Städte bedrohen würden.

Was aber bei dem FAZ-Redakteur verblüfft: An keiner Stelle erwähnt er, dass die palästinensischen Araberführer zig Gelegenheiten verstreichen ließen, um in der Staatsgründung weiterzukommen oder gar einen Staat zu gründen. Für die FAZ-Mitarbeiter ist es immer Israel, das für Unfrieden in der Region sorgt.

Kann es sein, dass die Araberführer gar keinen eigenen Staat wollen? Dass ihr Ziel die Vernichtung Israels ist und bleibt? Das haben in diesen Tagen wieder Dr. Abbas und der Chef der Hamas in Gaza bekräftigt.

Hermann formuliert einen besonders niederträchtigen Satz: Das Prinzip der zionistischen Landnahme wäre, sich das Land nicht durch Kämpfen anzueignen, sondern durch Siedlungen.

Dass Israel sich in 70 Jahren mehrmals gegen zahlenmässig überlegene arabische Armeen zur Wehr setzen musste und siegte, dafür war im Kommentar Hermanns auf Seite 1(!) der FAZ kein Platz mehr.

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Es hat ein bisschen lange gedauert

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Aber jetzt hat auch Michael Hansen in der FAZ erkannt, was vielen Gebührenzahlern schon lange missfällt:

Wenn die Unbelangbaren über die AfD und ihre Wähler berichten, hat das etwas von einer Exkursion von Völkerkundler/-innen zu einem exotischen Stamm. Die idealtypische Sendung, wie sie seit Jahren und auch jetzt nach der Wahl stattfindet, geht so: Zuerst erzählt eine Grünen-Politikerin, was sie von der AfD hält und wie sie mit ihr im Parlament umgehen will, nämlich ausgrenzen. Dann ist die ARD-Hauptstadtkorrespondentin mit einer Einschätzung der Lage dran und zum Schluss kommt der Politologe und Rechtsextremismusforscher, der von den Nazis, den Holocaustleugnern und Rechtsextremisten in der Partei redet.

Vor kurzem klang es bei den klugen Köpfen in Frankfurt/M noch ganz anders.

PNN/Tagesspiegel können sich am selben Tag (5.10.17, p 14, „Rechts in Tracht“) noch nicht von der ethnographischen Betrachtungsweise lösen.

Siehe auch hier im Blog!

Nach der Wahl geht das AfD-Bashing erst richtig los

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Es gibt wohl kein wichtigeres Thema als die AfD, wenn man unseren Medien glauben schenken darf.

Nun zeigt sich, was Auguren vorhergesagt haben: Die Umfragewerte für die AfD waren zu niedrig. Die Partei ist plötzlich zweistellig. Im Osten werden Ergebnisse um die 20% vermutet.

Es war zu erwarten, dass man mit einer Präferenz für die AfD hinterm Berg hält. Es könnten das Auto abgefackelt, der Arbeitgeber informiert, Adresse und Telefonnummer in linksextremen Medien veröffentlicht werden.

(Wie immer bei solchen Beiträgen: Ich wähle die Partei nicht, aber ich bin entsetzt, wie von den linksgrünen Medien alles, was rechts von rot-rot-grün ist, als Dunkeldeutschland diffamiert wird und unser Außenminister nicht mehr nur „Pack“, sondern „echte“ Nazis in den Bundestag einziehen sieht.)

Was wird sein, wenn demnächst 80 „echte Nazis“ in den Bundestag einziehen? Den Rest des Beitrags lesen »