DDR

Reise durch die DDR 1987

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Siegfried Wittenburg, mein ostdeutscher Lieblingsfotograf, startete 1987 eine Reise mit seinem Trabant 601 de luxe durch die DDR.

Reiseland DDR: Rundfahrt mit dem Trabi

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Adel in der DDR

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Eine leicht ironische Betrachtung in einestages vom Spiegel

Friedrich der Zweite mochte die Pommern

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Ueckermünde Friedrich der Zweite

Es beruhte auf Gegenseitigkeit: Der Besitzer dieses Hauses in Ueckermünde in Vorpommern war ein Bewunderer Friedrichs des Großen, wie man unschwer erkennen kann.

Während der SED-Herrschaft musste die Skulptur verschwinden und die Nische zugemauert werden. Absolutismus kam für die Kommunisten gleich nach Faschismus. Jener war gleichsam die Vorstufe zu diesem.

Mitte der 80er Jahre trauten sich Mitglieder des Kulturbundes, die vermauerte Skulptur wieder freizulegen. Keine zwei Tage später ließ die SED-Kreisleitung den Alten Fritz erneut, diesmal hinter einer Metallplatte, verschwinden.

2005 wurde die Skulptur freigelegt und restauriert.

Dass Friedrich II. Pommern mochte, lag daran, dass eine völlig ungeübte preußische Flotte im flachen Stettiner Haff 1759 heldenhaft gegen schwedische Schiffe kämpfte (und verlor). Es war wohl die einzige Seeschlacht Preußens.

Dokumentarfilm: Honeckers unheimlicher Plan

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Am 1.10.18, zu später Stunde, zeigt die ARD den Dokumentarfilm „Honeckers unheimlicher Plan“ über die Vorbereitungen der Staatsmacht, binnen 24 Stunden fast 100.000 „Konterrevolutionäre“ zu verhaften, in Lager einzusperren oder zumindest verschärft zu überwachen.

Zur Geschichte des Kommunismus gehört, dass Kommunisten sich immer bedroht gefühlt haben. Sie sahen und sehen überall Feinde, die sie vernichten wollen. Deshalb gibt es in allen kommunistischen Staaten Konzentrationslager und Gefängnisse für die angeblich allgegenwärtigen Spione, Agenten und Klassenfeinde. Bestenfalls werden die „Feinde“ des Volkes in Umerziehungslager gesteckt. Ihnen war bewusst, dass das neue Gesellschaftssystem und der neue Menschentyp, die sie der Menschheit  aufzwingen wollten, nur mit Gewalt durchsetzbar sind. Gewaltanwendung zieht sich von Lenin bis Dutschke wie ein roter Faden durch die Geschichte des Kommunismus.

Die mehr oder weniger umfassende Abschaffung von Individualität, von Freiheits- und Eigentumsrechten, die Abschaffung rechtlicher Schutzgarantien vor staatlichen Ein- und Übergriffen, die Diktatur einer Funktionärsklasse, die sich selbst den Lebensstandard vorkommunistischer Herrschaftsklassen gönnt, ihre Untertanen aber in eine Mangelgesellschaft zwingt, dies alles bedingt Überwachung, Geheimpolizei, Gefängnisse und drastische Gerichtsurteile.

Es ist daher kein Wunder, dass es auch in der DDR ein ausgefeiltes System der Beobachtung und Überwachung gab. Die kommunistische Urangst vor der Konterrevolution, die angeblich 1953 versucht worden war, löste auch die umfassenden Planungen für den Ernstfall aus, wenn es zu „Zusammenrottungen“ (wie das die SED und Bundeskanzlerin Merkel zu nennen pflegen) und Schlimmerem kommen würde.

Warum die DDR trotz aller weitreichenden Pläne gegen die Konterrevolution implodierte, gilt manchen Wissenschaftlern als wichtige Frage.

Siehe dazu auch: Die NVA 1989/90 oder Bürgerbewegung Potsdam als DVD, Langzeitwirkungen des kommunistischen Menschenexperiments und auch hier: Secondhand-Zeit.

 

Sozialistischer Städtebau

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Stalinallee Spielzeug

Bürger Potsdams, sowohl Alteingesessene als auch Neubürger, werden von ostalgischen Linksextremisten und überheblichen FAZ-Journalisten als Dumpfbacken denunziert, weil sie DDR-Baukultur nicht zu würdigen verstehen.

Was es mit sozialistischem Städtebau, den die o.a. Extremisten so toll finden, auf sich hat, darüber informiert ein immer noch aktueller Beitrag von 2012.

Ein, wegen sehr geringer Auflage prohibitiv teures Buch informiert mit Text und Fotos. Einen Einblick gibt Spiegel-Schatzkiste einestages. Zum Thema auch erwähnenswert: Roman Bezjak/Hatje Cantz Verlag Socialist Modernism – Archäologie einer Zeit; ebenfalls nicht gerade billig.

Der Spiegel hat immer wieder lesenswerte Stücke. Es ist schade, dass die Politikredaktion so abgrundtief schlecht geworden ist.

Lesetipp: Dorit Linke, Jenseits der blauen Grenze

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Dorit Linke

Dorit Linke, Jenseits der blauen Grenze

In dem Jugendbuch geht es um eine waghalsige Flucht zweier Jugendlicher aus der DDR über die Ostsee. 50 km, 25 Stunden, eine nahezu übermenschliche Anstrengung. Hanna, die Sportschwimmerin, übersteht die Strapazen und wird von einem Boot aufgenommen. Ihr Freund Andreas wohl nicht.

In dem Buch wechseln sich die Kapitel, die den Kampf gegen die Kälte und Wellen, die zunehmende Erschöpfung und die Angst vor Entdeckung schildern, mit Kapiteln ab, in denen Hanna während des Schwimmens Situationen aus der Schule, dem Familienleben, der Freizeit durch den Kopf gehen.

Sind es anfänglich harmlose Streiche, patzige Antworten an ideologisch verknöcherte Lehrpersonen, die unerwünschte Lust auf Westmusik und auf Nutella, die die Stasi immer aus den Westpaketen klaut, so gewinnt die Repression allmählich an Schärfe. Andreas muss vorübergehend in einen Jugendwerkhof, eine Art Jugendknast, Hanna darf nicht studieren, sondern muss in einer Fabrik Dosenöffner zusammenschrauben. Am Ende steht der Entschluss zur Flucht über die Ostsee.

Dorit Linke, selbst frühere Leistungsschwimmerin, beschreibt minutiös die Muskelschmerzen und Krämpfe, die aufgesprungenen Lippen, das in den Neoprenanzug eindringende kalte Meerwasser, die von den Flossen blutig gescheuerten Füße. Die Sätze werden im Lauf der Flucht, mit wachsender Erschöpfung, immer kürzer. In den letzten Fluchtkapiteln ist es nur noch ein Stakkato von Wörtern und unvollständigen Sätzen.

Das Buch war 2015 für den Deutschen Jugendbuchpreis nominiert. Das freut mich sehr. Ich habe in meiner Zeit als Lehrer den Preis intensiv verfolgt und auch viele Jahre die Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse besucht. Betrübt war ich, weil es Bücher zum Thema DDR extrem selten, nach meiner Erinnerung eigentlich nie (Doch, eine Ausnahme: Ein Sachbuch), in die Auswahl schafften. Aber nahezu jedes Jahr wurde ein Kinder- oder Jugendbuch über den Nationalsozialismus ausgezeichnet.

Das Buch erschien 2017 in der 2. Auflage. Es gab anscheinend ein Theaterstück, aber die Webseite ist verschwunden. Eine Unterrichtseinheit gibt es auch. Als Konzession an den Zeitgeist wird darin den Schülern ein Arbeitsblatt zur aktuellen Einwanderung in Europa aufgegeben:

„Um Flüchtlinge aufzuhalten und sie an der Einreise ins eigene Land zu hindern, haben
im Zusammenhang mit den syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen einige europäische Staa-

ten Grenzzäune gezogen und Grenzeinrichten (sic!) errichtet.

Glaubst du, dass das ein probates Mittel ist?“

 

In der Ostsee sind sehr viel weniger DDR-Flüchtlinge ertrunken, als Einwanderer nach Europa im Mittelmeer. Was lehrt uns das?

Mehr Lesetipps u. a. hier!

#Chemnitz #tagesschau

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ard-antifa-zeckenbiss

Jenseits der hysterischen Mainstreammedien gibt es einen sachlichen Bericht zu dem Mord und den beiden Mordversuchen und den Folgen in Chemnitz: „Was bisher geschah“.

SED-Jargon: „Zusammenrottung“
8. Oktober 1989 um 11 Uhr schickt Hans Modrow ein Fernschreiben an Erich Honecker: „Im Verlauf des gestrigen Tages kam es in verschiedenen Bezirken, besonders in Berlin, Leipzig, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Halle, Erfurt und Potsdam, zu Demonstrationen, die gegen die verfassungsmäßigen Grundlagen unseres sozialistischen Staates gerichtet waren.
„Vor allem in Dresden, Plauen und Leipzig trugen sie den Charakter rowdyhafter Zusammenrottungen und gewalttätiger Ausschreitungen, die unsere Bürger in höchstem Maße beunruhigen. Es ist damit zu rechnen, daß es zu weiteren Krawallen kommt. Sie sind von vornherein zu unterbinden.“ (Spiegel Online 12.02.90)
So ähnlich Regierungssprecher Seibert und Bundeskanzlerin Merkel am 28.08.18 zu angeblichen Hetzjagden und Zusammenrottungen nach dem tödlichen Raubüberfall in Chemnitz (zu hören auf Spiegel Online 28.8.90).
(nach danisch.de)

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Nur kapitalistische Neutronenbomben sind schlecht

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Was passierte, als Schüler 1977 in der DDR gegen die Neutronenbombe protestierten? Wahrer Pazifismus