DDR-Museum

Katarina Witt wohnt jetzt in Potsdam

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Mit Katarina Witt, der mehrfachen Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Eiskunstlauf, Schauspielerin und Buchautorin, zieht weitere Prominenz nach Potsdam.

Anlass genug für den in Prenzlauer Berg wohnenden Potsdam-„Experten“ Claudius Seidl, den journalistischen Universalgelehrten (rbb-online) und Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die Neu-Potsdamerin zu interviewen.

Sie beweist wieder einmal, dass sie realistisch ist und selbstständig denkt. Von Seidl lässt sie sich nicht aufs Glatteis führen.

Er will wissen, warum die Ostdeutschen rassistisch sind. Frau Witt versteht es nicht, aber weiß, dass sie in der DDR als Auslandskader privilegiert war, aber auch gelernt hat, Leistungen zu respektieren, egal welche Hautfarbe der Sportler hatte. Sie versteht die materiellen Sorgen und Ängste der Ostdeutschen in der Zeit nach der Friedlichen Revolution. Vor allem aber schätzt sie das Glück, dass mit der Wende die Demokratie kam.

Seidl fasst nach: Könnte es sein, dass die Ostdeutschen sich in der neuen Bundesrepublik nicht repräsentiert fühlten mit ihrer DDR-Vorgeschichte? Wäre die DDR nur Irrtum und das Falsche gewesen?

Frau Witt bleibt dabei: Es könnte sein, dass man sich zu wichtig nähme. „Die Idee, dass die DDR das bessere Deutschland wäre, hat nicht funktioniert.“ Den Mauerfall sieht sie als Glücksfall. Vielleicht brauche es mehr Menschen, die das den Leuten noch besser erklärten.

Seidl gibt nicht auf: „Kolonisiert, dominiert vom Westen fühlten Sie sich nie?“

Witt: „Nein, null, wieso sollte ich?“

Dann spricht der Potsdam-Experte: „… in Potsdam fällt doch auf, wie radikal alles, was an die DDR erinnern könnte, aus dem Stadtbild entfernt wird.“

Witt: „Na, ein Glück.“ Und dann der K.o. für Seidl: „Und Potsdam, ich finde, das ist wunderschön geworden.“

Der Journalist geht zu anderen Themen über, der Schauspielerei und Trumps Telefonnummer. (Sie hat nicht zurückgerufen!)

Claudius Seidl, „Eine Frau muss ja mal den Anfang machen“, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.2.2018, p 53

Alexander Osang über Katarina Witt auf Spiegel Online 2002.

Frau Witt lässt sich weder von der Stasi noch von Edelfeder Seidl die Butter vom Brot nehmen.

 

 

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Neues Kartenspiel zur Vermittlung von Wissen über die DDR

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Mit den Karten des Spiels „Wendepunkte“ können Schüler der oberen Mittelstufe, aber nicht nur die, das Leben in der DDR und in der Zeit nach der Friedlichen Revolution kennenlernen.

Das Spiel entwickelt sich anhand von biographischen Elementen – Engagement in der Kirche, Eintritt in die SED, Studium in Moskau oder heimlich Flugblätter verteilen.

Die DDR ist nicht auf Statistik, Organigramm, Gesetzestext oder Mauerfoto reduziert, sondern es werden Lebensläufe und persönliche Entscheidungen mit dem kommunistischen System verschränkt und damit das Leben in diesem Staat konkret und nachvollziehbar.

Natürlich darf ein Lehrerheft nicht fehlen. Es enthält die nötigen Informationen zum Spiel, aber vor allem Anregungen, Materialien und Links zu sechs Themenblöcken, die wiederum der Verschränkung von Ideologie und individuellen Biographien treu bleiben.

Es ist ein großer Wurf!

Jeder Geschichtslehrer weiß, dass das, wozu Kartenspiel und vertiefende Arbeitsanregungen im Lehrerheft auffordern, im Regelunterricht zeitlich nicht zu leisten ist. Da stellt man mit Schrecken fest, dass das Schuljahr schon bald vorbei ist und man im Geschichtsunterricht beim Nationalsozialismus hängen geblieben ist. (Über Politikunterricht, den es in Berlin in der Mittelstufe so gut wie nicht gibt, und die Kompetenzorientierung von Unterricht, durch die Inhalte austauschbar werden, will ich gar nicht erst reden.) Aber man kann Projekttage und -wochen damit gestalten. Auch ist in Vergessenheit geraten, dass man Themenelemente auch schon in früheren Jahrgängen behandeln kann oder exemplarisch vorgeht.

Michael Geithner, Social Media Manager des Berliner DDR-Museums, das ich in diesem Blog schon mehrmals gelobt habe, ist einer der beiden Autoren des Kartenspiels. Dank der Unterstützung der Bundesstiftung Aufarbeitung kann es Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Dieses DDR-Museum leistet eine großartige Arbeit, eben weil es sich nicht als bloße Devotionaliensammlung von DDR-Alltagsgegenständen wie etwa das Museum in Eisenhüttenstadt versteht. (Wobei Alltagsleben und seine Objekte in Berlin keineswegs zu kurz kommen. Es gibt eine Objekt-Datenbank!) Es ist ein aktives Museum, das u. a. Veranstaltungen anbietet und einen Wissenschaftler Fragen zur DDR beantworten lässt.

 

Eine hübsche Idee des Berliner DDR-Museums

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Eine hübsche Idee des DDR-Museums: Eine S-Bahn in den Museumsfarben fährt jetzt durch Berlin.

Berliner DDR-Museum erweitert 2016

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Das private Berliner DDR-Museum ist gut besucht. Es gehört zu den Besuchermagneten Berlins. Seit 2006 kamen vier Millionen Besucher.

(c) DDR-Museum 2013

2016 werden die Ausstellungsflächen erweitert.

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