Brandenburg

Neuer historischer Reiseführer für Brandenburg

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Brandenburg-DDR-Staetten
Martin Kaule, Jürgen Danyel, Irmgard Zündorf:
Das heutige Brandenburg umfasst die einstigen DDR-Bezirke Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus. Der historische Reiseführer beschreibt Gebäude und deren Nutzung zu DDR-Zeiten.
Beispiele sind:
Militärgefängnis Schwedt
Glienicker Brücke
KGB-Gefängnis Potsdam
Eisenhüttenstadt
SED-Siedlung Wandlitz
FDJ-Hochschule Bogensee
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Brandenburg: Staatliches Taschengeld für Abiturienten, nicht für Azubis

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Es gibt zu wenig Auszubildende in Brandenburg. Das interessiert die regierende SPD nicht besonders.

Vor acht Jahren erfanden SPD-Politiker das Schüler-BAFöG. Eine bundesweit einmalige Sache, worauf jahrelang gebührend hingewiesen wurde. Gemeint ist die Förderung von Abiturienten aus einkommensschwachen Familien. Sie erhalten zwei Jahre lang vor dem Abitur monatlich 100 €.

Zwar gab es auch schon vor acht Jahren eine Abiturientenschwemme und zu wenig Auszubildende. Aber die soziale Großtat wurde trotz Kritik der Opposition durchgewunken. Der Landesschülerrat fand die Sache reichlich „naiv“. Aber die Erfinder, die SPD-Politiker Platzeck und Ness, ließen sich nicht beirren. Auch Informationen, dass Investitionen in frühkindliche Bildung, in Kita und Grundschule mehr brächten, konnten sie nicht irritieren.

Die antragsberechtigten Schüler sollten sich davon Bücher oder einen Laptop kaufen. Jugendpolitiker Torsten Krause, für die Postkommunisten im Landtag, legte noch eins drauf: „Glückliche Menschen lernen besser“, sagte er laut Zeitung. Wenn der Kauf von Kinokarten und Musiktiteln glücklich mache, dann seien BaföG-Mittel dafür gut angelegt. Kurz davor hatte ich ihm die Idee unterbreitet, die Summe in Schulbibliotheken zu investieren. Davon hielt er sichtlich nichts.

Die Grünen antworteten mir immerhin schriftlich ausführlich. Sie waren zwar gegen das Schüler-BAFöG, verwiesen aber (leider mit Recht) bezüglich der Schulbibliotheken auf die Unzuständigkeit des Landes. Die CDU hat nicht geantwortet.

5 Millionen € jährlich wurden in den Landeshaushalt eingestellt. Etwas mehr als 2.000 Schüler profitieren davon. Quittungen für Bücher, Laptops oder Kinokarten mussten nicht vorgelegt werden. Es sollte unbürokratisch ablaufen.

(Kurz nach Verabschiedung der Wohltat verhängte der Finanzminister eine Haushaltssperre. Ein direkter Zusammenhang zum Landes-BAFöG ist nicht belegbar.)

Nach zwei Jahren ließ die Landesregierung das Projekt „evaluieren“: Eine wissenschaftliche Studie der FH Wildau ergab, dass die Mehrzahl der  Zuwendungsempfänger, die antworteten die Zuwendung gut findet. (40% der angeschriebenen hatten geantwortet. Etwa die Hälfte gibt an, ohne die Zuwendung kein Abitur gemacht oder kein Studium begonnen zu haben. „Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Förderung und Wahl des Bildungsweges ist aufgrund der Höhe der Förderung nicht feststellbar“, sagen die Forscher aber.

Danach, wofür das Geld ausgegeben wurde, war nicht gefragt worden.

Zudem hat die Regierung festgestellt, dass es 15 Abiturklassen mehr gibt und führt das auf das Abiturtaschengeld zurück.

Warum dieser Ausflug in die Vergangenheit?

Das staatliche Taschengeld wird jetzt auf 125 € erhöht.

Bemerkenswert ist der Stil, in dem das durchgezogen wird. Auf die vorgeschriebenen drei parlamentarischen Lesungen verzichtet die Regierung. Bildungsministerin Ernst erklärt, warum: „Die Sache ist gut. Das ist unstrittig.“

Das Schema politischen Handelns ist erkennbar: Der patriarchalische Staat gibt gerne Zuschüsse. Er hilft hier ein wenig und dort etwas. Aber Steuern senken und strukturell etwas zu tun unterlässt er.

Damit „arme“ Schüler Bücher kaufen können, erhalten sie staatliches Taschengeld. Aber Schulen erhalten keine Schulbibliothek. Genauso geht es jetzt beim Baukindergeld zu: Die Grunderwerbssteuer wird erhöht, Steuern werden minimalst gesenkt, aber staatliches Baukindergeld wird verschenkt.

 

Brandenburg mag keine NATO-Panzer, die das Baltikum schützen sollen

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Foto von Reuters v. 16.6.18; US-Soldaten stürmen ostwärts

In Brandenburg ist man auch nach fast 30 Jahren noch nicht richtig im Westen angekommen. In dem am östlichen Rand der Bundesrepublik gelegenen Bundesland fühlt man sich „den Freunden“ in Russland besonders nahe. Sie sind für manche Politiker, Journalisten und Karikaturisten die östlichen Nachbarn.

Berliner spotten schon einmal, wenn sie gen Osten, in den Landkreis Märkisch-Oderland fahren, der sich zwischen Berlin und der Oder erstreckt: „Wir fahren nach Sibirien.“ Mit Polen, dem unmittelbaren Nachbarn, fremdelt man. So wie früher in der DDR, als man sich darüber aufregte, dass die Polen die Konsum-Läden westlich der Oder leer kaufen würden. Oder später wegen der vielen Autodiebstähle und Einbrüche im Grenzland. Jetzt sind es der nationalkonservative Kurs der Regierenden und ihre Deutschfeindlichkeit, die eine Annäherung erschweren. Da hält der rbb mit freundlichen Sendungen vergeblich dagegen. Wenn auf der Frankfurter Oderbrücke, direkt auf der Grenze, Polen gegen die Islamisierung Europas demonstrieren, berichtet man das lieber nicht.

Russland dagegen erfreut sich großer Beliebtheit. Putin kann anstellen, was er will, in der Ukraine Krieg führen, ein Passagierflugzeug abschießen, die Krim annektieren, in Moldawien Truppen stationieren, im Kaukasus einen blutigen Krieg führen und kritische Mitbürger in den GULag schicken. Brandenburger SPD-Politiker wie Woidke, Platzeck und Steinmeier, die Brandenburger Linkspartei und die Mehrheit der Bevölkerung kann all das nicht davon abhalten, Russland und Putin zu vertrauen und in ihm einen zuverlässigeren Bündnispartner zu sehen als im schlimmen Donald Trump.

Alle Jahre wieder wenden sich der Ministerpräsident („Ich werde nicht auf einen US-Panzer klettern.“) und die Linke gegen die Aggressionen der NATO, die sich erdreistet, den NATO-Partnern in Ostmitteleuropa (nicht Osteuropa, liebe Journalisten!), Polen und den baltischen Staaten, ein paar symbolische Panzer zu schicken, damit die weniger Angst vor den Russen haben. NATO-AWACS-Flugzeuge überwachen den baltischen Luftraum. Die russische Luftwaffe fliegt nämlich regelmäßig Scheinangriffe auf baltisches Territorium. Das Heer übt regelmäßig mit zehntausenden Soldaten die Rückeroberung des Baltikums. Russische Cybereinheiten stören die dortigen Computernetze. „Euch braucht keiner“ verkünden die russischen Propagandasender.

Die US-Truppen rollen durch Brandenburg ostwärts. Das ist der Linkspartei und SPD-Woidke ein Dorn im Auge. Jetzt wollen die Sozialisten wieder vor einer Kaserne protestieren, die als Zwischenstation vorgesehen ist, und dort „Ami, go home!“ rufen. An der Spitze das linke Regierungsmitglied Diana Golze, die Frauenministerin und Parteivorsitzende.

Der rbb meldet dazu passend, dass US-Panzer durch das friedliebende Brandenburg rollen, nicht etwa NATO-Panzer.

Gaulands Brandenburger AfD ist ebenfalls von Russland angetan. Ob so viel Übereinstimmung zwischen Links- und Rechtspopulisten einmal in eine Regierungskoalition mündet?

Beschämend ist die Brandenburger Aktion vor allem vor dem historischen Hintergrund: Die Deutschen haben 1939 fast das gesamte Baltikum Stalin überlassen. Der hat Hunderttausende, vor allem die Eliten der Länder, nach Sibiren in den GULag deportiert.

Baltische Partisanen haben bis 1956 den sowjetischen Besatzern das Leben schwer gemacht. In den drei Staaten sind die Verbrechen der Kommunisten noch präsent. Sie übertreffen die der Deutschen um ein Vielfaches.

Man lese z. B. die Geschichte des „Waldbruders“ (Partisan) Mohdris Zimanis in „Horch und Guck“ Nr. 70, pp 64 – 67. Daran kann man ermessen, wie unverschämt Woidke, Golze und Genossen sowie die AfD im Baltikum wahrgenommen werden. (Die Seite 64 in der Datei muss von Hand eingetragen und aufgerufen werden!)

Nachtrag: Die Berliner US-Botschaft twittert – allerdings in einem anderen Zusammenhang – den Vorschlag, dass Anti-Amerikaner einmal die Pointe du Hoc besuchen sollten.

US-Botschaft_D-Day

 

Schülerwissen zur DDR

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Einreise_pixabayDer Politikwissenschaftler Klaus Schroeder beobachtet kritisch den Wissensstand in Sachen DDR. Seine Untersuchungen 2008 und 2012 zum Wissensstand west- und ostdeutscher Schüler sorgte für Aufsehen. Er konstatierte einen beklagenswerten Kenntnisstand, im Westen war er etwas besser als im Osten.

Hier mein Posting nach der zweiten Schroeder-Studie 2012:

Katastrophales Geschichtswissen: Je weniger ich weiß, desto besser finde ich die DDR

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Israel-Bashing auch im deutschen Film

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„Roter Teppich und Stars für den Propagandafilm ‚7 Tage Entebbe‘ bei der Berlinale 2018. Grauenvoller Revolutionskitsch und Geschichtsklitterung. Reinwaschung der Terroristen. Böse alias Brühl als Held. Israel ist an allem schuld. Jetzt auch an Entebbe.“. So schreibt Esther Schapira auf Twitter über einen Film, der sich in völliger Übereinstimmung mit dem Israel-Bashing in der deutschen Außenpolitik und den „Qualitätsmedien“ befindet.

Claudio Casula sagt dazu, was nötig ist: Entebbe im Kino: Hurra, doch noch ein Unentschieden!

Israel kann von Glück sagen, dass die Flugzeugentführung von 1976 nicht 30 Jahre später stattfand. Casula erfindet die Berichterstattung von Spiegel, Stern, taz und Frankfurter Rundschau, wenn die Geiselnahme 2007 stattgefunden hätte. Was heißt „erfindet“? Er braucht nur das Wort „Entebbe“ in die genormte Israel-Berichterstattung der Qualitätsmedien einzusetzen. Heute würde die UNO Israel wegen der Geiselbefreiung verurteilen.

Ins neudeutsche Bild passt, dass das Land Brandenburg nocht nicht einmal beim Tod (im Februar 2018) des GSG-9-Chefs Wegener, der in Entebbe inkognito dabei war und ein Jahr später in Mogadischu erfolgreich eine Geiselbefreiung leitete, sich zu einer Würdigung durchringen konnte.

Wegener war in der DDR wegen Flugblattverteilung eingesperrt worden. Da muss man annehmen dass die derzeit in Brandenburg mitregierende SED-Nachfolgepartei mit einer Ehrung nicht einverstanden war.

Mehr zu Wegener: Wehrhaftigkeit: Als Deutschland noch von Israel lernte, von Carl Christian Jancke

Warum gibt es in Brandenburg zwei Bauernverbände?

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An der rbb-Abendschau komme ich nicht vorbei. Sie machen eine hübsch in eine Land-und-Leute-Erzählung eingebettete Wettervorhersage, zeigen hervorragende Landschaftsfotos von Zuschauern und berichten im „Landschleicher vom oftmals gar nicht so eintönigen Leben in kleinen und kleinsten Dörfern draußen im Lande.

Nicht verpassen möchte ich auch das allabendliche Begrüßungsritual „Guuuten Aaaabend“ und das wirklich umwerfende Lächeln des Nachrichtensprechers.

Als Anwalt der kleinen Leute versteht sich der Sender mit einer Aktion, in der ein hässlicher blauer Robur-Bus aus DDR-Zeiten Orte des Protestes gegen Windräder, Biogas-Anlagen, Neubaugebiete in Waldnähe, fehlende Rad- oder Fußgängerüberwege aufsucht. Da müssen fast immer auch Politiker und Behördenvertreter oder Investoren sich zu aussagen bequemen und es kommt Bewegung in die Sache.

Weniger attraktiv finde ich oft die Nachrichten. Gestern Abend zum Beispiel wird von der Jahrestagung des Bauernbundes Brandenburg berichtet. Es wird eingangs erwähnt, dass Brandenburg kurioserweise zwei Bauernvereinigungen hat. Der Bauernbund wäre der kleinere, von dem sich einige hundert Familienbetriebe vertreten lassen.

Einen erläuternden Satz hätte ich mir schon noch gewünscht. Auch wenn meine Frau an dieser Stelle einzuwenden pflegt, dass doch die Zeit in Nachrichtensendungen sehr knapp sei oder dass die Medienschaffenden vielleicht gar nicht wüssten, was ich wisse.

Der andere Verband, der Landesbauernverband, vertritt die Interessen der großen Landwirtschaftsbetriebe, der ehemaligen kommunistischen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften. Politik und Verwaltung Brandenburgs bevorzugen die Großagrarier. Das wurde von einer parlamentarischen Untersuchungskommission festgestellt, gegen die sich die SPD heftig gewehrt hat. In den neuen Bundesländern wurden die von den Kommunisten geschaffenen Strukturen weitgehend erhalten.

Treuhand und die Nachfolgegesellschaft z. B. verkauf(t)en in ihrem Besitz befindliche Ackerflächen lieber im Stück an Großbetriebe als an zahlreiche kleinere Familienbetriebe.

Die Erhaltung und Bevorzugung der großen Betriebe mit ihren riesigen Ackerflächen macht Brandenburg attraktiv für Agrarkonzerne, die solche Güter gerne kaufen. Das wird öffentlich beklagt. Der Hinweis auf Erhalt und Förderung der DDR-Strukturen als günstige Voraussetzung des beklagten Ausverkaufs der Heimat an Kapitalisten fehlt in solchen Diskussionen. Nur der Grünen-Politiker Axel Vogel scheut sich nicht, das zu sagen, während die mitregierende Linkspartei die LPGen als frühe Modernisierung der Landwirtschaft preist, mit der die DDR dem Westen um Jahrzehnte voraus gewesen wäre.

OK, jetzt wird es wirklich für eine Nachrichtensendung zu lang, aber siehe oben!

Der rbb-aktuell-Moderator setzt noch eins drauf: Er scheut nicht das heiße Eisen der Aufkäufe von Ackerflächen durch Agrarkonzerne. Und deswegen fragt er ausgerechnet den Vorsitzenden des Bauernbundes, des Verbandes der Familienbetriebe, was er denn tue, wenn seine Mitglieder ihren Hof verkauften. Da stellt er die richtige Frage dem falschen Adressaten. Aber wie meine Frau schon sagt: Vielleicht weiß er es nicht besser.

Nicht-wissen ist keine Schande, aber Nicht-wissen-wollen ist eine Schande. (Alte Bauernweisheit)

Die Leere von Cottbus

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Am Beispiel der Ereignisse in Cottbus werden die Folgen der Flüchtlingskrise besonders deutlich.

Eine Kommune überfordert sich und ihre Bürger durch Aufnahme einer überproportional großen Zahl von nahöstlichen Einwanderern. Man will die magische Zahl von 100.000 Einwohnern (Großstadt!) nicht unterschreiten. Seit einem Jahr schwelt ein Konflikt. Lassen wir beiseite, wer angefangen hat, wer wem das Messer durchs Gesicht gezogen hat, wer von wem Respekt verlangt hat. Lassen wir beiseite, ob die Bedrohung auf den Stadtplätzen oder bei Dunkelheit real oder gefühlt war.

Die Stadt bittet um Abhilfe, um Zuzugstopp für Migranten. Die Regierung in Potsdam lässt sich viele Monate Zeit. Jetzt breitet sie überstürzt das Füllhorn aus: Mehr Polizisten in Uniform und in Zivil, mehr Sozialarbeiter, Zuzugstopp (Mit Ausnahme des Familiennachzuges). Schon werden ähnlich überforderte Kommunen neidisch und fordern Gerechtigkeit.

Wie erging es den Bürgern der Stadt? Wer nahm ihre Sorgen und Ängste ernst?

Aktivisten demonstrieren sogleich gegen Rassismus, gegen Ausländerhass, gegen Generalverdacht, gegen die Wiederkehr von Auschwitz. Mit von dieser Partie sind die drei Linksparteien und die Antifa, assitiert von den grünlinken Medien. Die anderen, mindestens dreimal so viele, wehren sich gegen die gefühlte und vorhandene Bedrohung durch massenhaften Zuzug von Menschen aus anderen Kulturen. Sie glauben, allein gelassen zu werden angesichts der Veränderungen im alltäglichen Zusammenleben. Wer nimmt ihre Sorgen ernst? An SPD, Linkspartei und Grüne können sie sich nicht wenden. Deren Politiker/-innen fordern Familiennachzug, Stopp von Abschiebungen und unbegrenzte Einwanderung. Sie sehen in der Einwanderung von Menschen aus gänzlich anderen Kulturen eine Bereicherung und ein Geschenk.

Sie haben von Anfang an nicht unterschieden zwischen Kriegsflüchtlingen, begründetem individuellem Asyl und Wirtschaftsmigration. Sie diskutierten nie die Grenzen der Belastung. Alle sollen integriert werden. Es gibt keinen Masterplan für Wohnungsbau und Berufsausbildung für die Flüchtlinge.

Der Grünenvorsitzende fordert die Deutschen auf, sich in die multikulturelle Gesellschaft zu integrieren, die grüne Bundestagsvizepräsidentin fordert Geld für Deutsche, die Patenschaften für Einwanderer übernähmen, eine Frau aus dem SPD-Bundesvorstand sieht gar keine deutsche Gesellschaft, in die sich Ausländer integrieren müssten, sondern will tägliches Aushandeln des Umgangs von Kulturen miteinander. Die Grünen lassen eine 94jährige Holocaustüberlebende sagen, die Flüchtlinge wären die Juden von heute. Da fällt Cottbus sofort unter Naziverdacht. (Ob den muslimischen Schutzsuchenden der Vergleich gefällt?)

Schon wird ausgetestet, was geht: Städte und Firmen werben mit verschleierten Mitbürgerinnen. In manchen Kitas gibt es kein Schweinefleisch mehr. Weihnachtsmärkte heißen Wintermärkte, Universitäten richten Beträume für Gläubige ein, Imame fordern Schwimmbadzeiten für ganzkörperverhüllte Mitbürgerinnen. Muslimische Schüler weigern sich, eine Kirche zu betreten. Mehrfachverheiratete Gläubige dürfen die Ehe für alle in Anspruch nehmen und Hartz IV für drei Ehefrauen und acht Kinder.

Eine realistische Migrationspolitik findet nicht statt. Wer von Grenzen redet, von Überforderung, von Kosten, von Deutschland, gerät ins Visier der linksgrünen Medien und der Antifa, wird zu Pack und Dunkeldeutschland. In diese Leerstelle stoßen Rechte und Rechtsextreme.

Jetzt verläuft die Auseinandersetzung wieder in den gewohnten linken Bahnen: In den Medien reden sich die Rechtsextremismusexperten heiser. Sie erklären uns Cottbus: Alle wären dort aktiv, die NPD, Pegida, AfD, Identitäre, regionale Neonazis, Rocker. Sogar Journalisten würden angegriffen. Die Stadt wäre schon früher braun gewesen, jetzt wäre sie es wieder. No-go-Area für Multikultianhänger. Dass die Fastnachtshochburg Cottbus ein ausländisches, ein polnisches Prinzenpaar hat, fällt unter den Tisch.

Kaum ein Wort davon, dass der rechte Rand die Leerstelle besetzt, die die linken Parteien und die CDU geschaffen haben: Keine verlässliche Straftatenstatistik, keine Debatte über den Mehrbedarf an Polizisten, Richtern, Lehrern, Sozialarbeitern, Wohnungen, medizinischer Betreuung.

Bei den Koalitionsverhandlungen geht es vor allem um den Familiennachzug der Einwanderer und der zukünftige Minister Schulz erklärt alle Vereinbarungen über Obergrenzen für überflüssig. Es dürfen auch mehr kommen. Es wird, so scheint es, intensiver über den Wolf in Brandenburg als über die Folgen der Masseneinwanderung debattiert.

Die Welt ist scheinbar wieder in Ordnung. Wir zeigen mit dem Finger auf das braune Cottbus und demonstrieren gegen Rassisten, Faschisten, Fremden- und Islamhasser.

 

Strukturwandel im Südosten Brandenburgs

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Eigentlich könnte die Welt im Südosten Brandenburgs in Ordnung sein. Die Lausitz ist klimatisch begünstigt, sie ist im Sommer wärmer als die meisten anderen deutschen Landschaften und hat mehr Sonnenscheinstunden. Der Tourismus kommt ins Laufen. Es gibt den wunderbaren Spreewald nördlich von Cottbus, die renovierten Schlösser in Branitz und Bad Muskau mit den Parks des genialen Gartenarchitekten Fürst Pückler. Cottbus hat eine angesehene Hochschule, ein erfolgreiches Theater und ein gutes Kunstmuseum. Ein Festival des (mittel-)osteuropäischen Films gibt es, die Stadt ist Karnevals-Hochburg, es gibt in diesem Jahr ein polnisches Prinzenpaar. Die Stadt hatte 1989 130.000 Einwohner, jetzt ist sie bei 100.000 und wächst wieder.

Eine unmittelbar an der Stadtgrenze liegende Tagebaugrube soll in den nächsten Jahren zu einem großen See aufgefüllt werden, dem Ostsee. Cottbus könnte also einen Strand und eine Marina bekommen.

(Es könnte allerdings sein, dass der See, so groß wie der Müggelsee(!), zum Problemgewässer wird: Schwefel- und Eisenoxidgehalt der Spree könnten zunehmen. Zu- und Abfluss zur Spree liegen nebeneinander am Nordende, der nur zwei Meter tiefe See könnte also überwiegend zum stehenden Gewässer werden.)

Wer über die Autobahn 13 von Berlin nach Dresden fährt, sieht nicht viel von blühenden Landschaften, sondern bringt 100 Minuten öde Überlandfahrt hinter sich. Höchstens zwei Hinweisschilder verweisen auf bemerkenswerte Kuriositäten: Das Tropical Island und den Lausitzring.

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Brandenburg und der tote GSG-9-Oberst Wegener

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Der erste Chef der GSG 9, der Brandenburger Ulrich Wegener, ist tot. Er beendete in Mogadischu mit seiner Truppe 1977 erfolgreich die Entführung eines Flugzeuges durch arabische Palästinenser. In Kooperation mit den deutschen RAF-Terroristen sollten deren einsitzende Spitzenleute frei gepresst werden. Als das nicht gelang, brachten sich die RAFler selbst um.

Während bundesweit des Toten gedacht wird, verloren die rot-rote Koalition und an der Spitze SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke kein Wort.

Liegt es daran, dass Wegener in Stasi-Haft saß und bekannt dafür war, kein Freund von Kommunisten zu sein? Und Brandenburg „kleine DDR“ die Wende nur zögerlich anging. Die SED gewährte RAF-Terroristen in Brandenburg Rückzugsstützpunkte für Einsätze in Westdeutschland und hat ihnen später beim Untertauchen in zivile Tätigkeiten geholfen.

(nach Jouwatch)

Annalena Baerbock darf sich freuen: noch mehr Windräder in der Uckermark

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Liepnitzwald

Die einzige (zum Glück!) grüne Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg, Annalena Baerbock, sagte im Wahlkampf, sie freue sich jedes Mal, wenn sie ein Windrad sehe. Sie hat demnächst Anlass zu größter Freude:

Dem Liepnitzwald in der Uckermark droht dasselbe, was dem rheinland-pfälzischen Soonwald schon passiert ist : Er ist „Windeignungsgebiet“ und wird zum Windpark.

Dem dazugehörigen Ausflugsort wurde gerade die ÖPNV-Verbindung gestrichen. Verständlich, Touristen werden kaum noch anreisen.

liepnitzwald