Berlin

Muslimischer Antisemitismus ist seit über einer Generation in Deutschland verankert

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Arye Sharuz Shalicar ist iranischer Jude. In den 70ern zog seine Familie nach Berlin. Er wuchs in Wedding auf und gründete dort die Gang „Berlin Crime“, mit der er sich im muslimisch dominierten Bezirk Respekt verschaffte. 2001 wanderte er wegen des Antisemitismus der türkischen und arabischen Berliner nach Israel aus und machte Karriere in der israelischen Armee.

Er schrieb über seine Berliner Jahre ein Buch und wurde jetzt von der Berliner Morgenpost zu einem bekannt gewordenen antisemitischen Vorfall an einer Berliner Schule, einer Schule mit dem Label „Schule ohne Rassismus“, interviewt.

NB.: Elternvertreter der Schule beklagen vor allem eins: Die Berichterstattung über die Vorfälle. Sie führen die Vorfälle zurück auf das Verhalten der israelischen Regierung.

Die grünen Schilderstürmer

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Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin betrete ich, wenn ich auf eine Toilette muss oder in der Caféteria etwas trinken möchte. Von den Ausstellungen war ich so enttäuscht, dass ich sie seit Jahren nicht mehr beachte. Zeitungskritiken bestätigen mich in meiner Meinung. So war das auch mit der Ausstellung über den deutschen Kolonialismus. Man kennt die Tendenz von DDR-Schulbüchern.

In Afrika ist der Forscher Gustav Nachtigal hoch angesehen. Orte, Straßen und Plätze sind nach ihm benannt und Denkmäler gibt es. Niemand macht Anstalten im postkolonialistischen Afrika, dies zu ändern. Nachtigal war ein Kritiker des muslimischen Menschenhandels mit Schwarzen. Er hinterließ ein umfangreiches ethnographisches und geographisches Werk.

Das DHM nennt ihn einen „Verbrecher“, die Journalistin der taz sekundiert: ein „Unterdrücker“ und „Kolonialherr der übleren Sorte“.

Das ist also die Allianz der Gutmenschen, die Fake-News produzieren: ein provinzielles Museum, dem keine Ausstellung gelingt, Schweinejournalisten und infantile Bezirkpolitiker*innen, die 1984 spielen.

Der unbedingt lesenswerte Text von Ulli Kulke, auf den ich mich beziehe, nennt sehenswerte Videoclips, die – man staune – im Museum gezeigt werden. Die Gutmenschen sollten sie auf jeden Fall anschauen.

Berlin nicht konkurrenzfähig?

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Im neuesten der zahlreichen Städte-Rankings liegt Berlin abgeschlagen auf Platz 45.

Eine Wiener Unternehmensberatungsgesellschaft legte für die EU-Kommission eine vergleichende Liste der Städte und Regionen im Hinblick auf Wettbewerbs- und Konkurrenzfähigkeit vor. (PNN/Tagesspiegel v. 1.3.17, p 18).

Nun gibt es ständig Listen der innovativsten, reichsten, kreativsten usw. Städte. Je nachdem, welche Parameter wie gewichtet werden, gibt es Unterschiede. Wer sich von der Selbstüberschätzung, mit der Berlin sich als Start-up-, Mode-, Nachtleben- und Film-Metropole feiert, nicht anstecken lässt, wird wissen, dass es mit Infrastruktur (S-Bahn-Pannen, Staus, BER-Flughafen), Bildung (Schulgebäude, Vergleichstests) und Branchenmix nicht so gut bestellt ist.

Der gelegentliche Besuch in anderen deutschen Städten zeigt, dass auch dort die Zeit nicht stehen geblieben ist und die Innenstädte nicht weniger attraktiv, die Industriegebiete größer und die Zahl der innerstädtischen Baustellen nicht geringer ist als in der „Metropole“, das geschätzt häufigste Wort in Berliner Medien.

Also: Berlin (Platz 45 von 263) liegt immerhin vor Wien (49) und der Steiermark (99). Aber München (9) Frankfurt (13), Hamburg (14) sind sehr viel weiter vorn. Natürlich auch London (1), Stockholm (4), Kopenhagen (6), Luxemburg (7), Paris (8).

Es mag sein, dass 3 weitere britische Regionen, die neben London (vor der Brexit-Abstimmung) unter die ersten Zehn gekommen sind, sich demnächst verschlechtern werden. Wenn Berlin dann auf Platz 42 vorrückt, ist das nur eine technische Verbesserung und nicht einer Verbesserung in den Parametern zu verdanken.

Eine Berliner Landesregierung, die in ihrer Koalitionsvereinbarung Unisex-Klos und während der Rush-Hour den Buseinstieg auch hinten erlauben will, die Zahl der Berater für Schulen und die Zahl der Staatssekretäre erhöht sowie einen Preis für migrantische Ökonomie ausloben will, wirkt nicht gerade vertrauensbildend.

Einen Bericht über die neue Studie habe ich bisher nur in der Tiroler Volkszeitung gefunden.

 

Lutz Rackow: 80 Jahre in deutschen Irrgärten

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Lutz Rackow lebte, so sagt er es selbst, im geteilten Berlin „zweigleisig“. Er wohnte immer im Osten. Aber er studierte an der West-Berliner TU, war vor dem Mauerbau europaweit unterwegs und hatte viele Korrespondenzen in den Westen.

Schon die Nazis und 1946 die SED hatten ihn der Schule verwiesen. Er fand eine Anstellung bei der Zeitung der Liberaldemokraten. Die verließ er bald. (Der Chefredakteur war ein MfS-Mann.) Sein Geld verdiente er mit Artikeln für 15 Zeitungen zu Themen wie Haus und Garten, Autoreparatur, Motorsport und Segeln. Die Zeitungen waren an solchen unpolitischen Texten brennend interessiert. Das lasen die Leser gerne, aber die zu Parteisoldaten ausgebildeten hauptamtlichen Journalisten konnten das nicht liefern.

Von diesem Balanceakt zwischen Ost und West, seinen Beobachtungen zur Weiterführung des Stalinismus unter Ulbricht, seine Augenzeugenschaft am 17. Juni und die Vorhersehbarkeit des Mauerbaus (u. a. wurde der Bahnhof Friedrichstraße zum Sackbahnhof umgebaut) schildert er in seinem Buch „Spurensicherung. 80 Jahre in ostdeutschen Irrgärten“.

Auf Youtube erzählt er vom Volksaufstand am 17. Juni 1953.

In der Huffington Post schreibt er über seinen Lebensweg.

Holm kann wieder Baustaatssekretär werden

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Der durch den Konkurs der DDR heimat- und arbeitslos gewordene MfS-Offizier Dr. Andrej Holm wird von der Berliner Humboldt („Humbug“)-Universität doch nicht gekündigt.

Präsidentin Kunst sehe das Verhältnis zu ihm zwar als gestört, aber nicht mehr vollständig zerstört an und hat sich nachträglich für eine Abmahnung entschieden. Begründung: Holm habe zugegeben, dass er die Uni über seine MfS-Tätigkeit getäuscht habe.

Da der Regierende Bürgermeister die Beschäftigung Holms als Baustaatssekretär von der Entscheidung der Universität abhängig gemacht hatte, steht jetzt wohl nichts mehr im Weg, in Berlin endlich den Immobilienspekulanten das Handwerk zu legen, die angeblich die hohen Mietpreise und die fehlenden Wohnungen zu verantworten haben, und durch Hausbesetzungen den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. Die Linkspartei hat keine Probleme damit, ehemalige Stasi-Leute auch in Regierungsämter zu bringen.

Jeder andere Baustaatssekretär würde mir leid tun, denn die linke Bausenatorin Lompscher hat schon angekündigt, Holm auf jeden Fall als Berater einzustellen.

Linksetremisten hatten seit Tagen Räume der Uni besetzt und die Wiedereinstellung des Dr. Holm verlangt. Jetzt hat Frau Dr. Kunst nachgegeben.

Nachtrag: Die Hausbesetzer_innen haben daraufhin ein paar Räume, aber nicht alle, freigegeben. Sie haben weitergehende Forderungen: Gegen Kapitalismus, gegen Militarisierung und Ökonomisierung von Forschung und Lehre, für die Abschaffung menschenfeindlicher Lehrinhalte, für die Organisation des städtischen Lebensraums durch Bewohner*innen der Stadt, für Mietobergrenzen und eine Verschärfung der Mietpreibremse, für mehr Einfluss der Student_innen auf die Universität, für die Entwicklung alternativer Lebensmodelle.

Die Uni ist zu einem Runden Tisch bereit. Was bleibt ihr anderes übrig.

Was ist eigentlich mit den MfSlern und IMs, die von der Humboldt-Uni in den 90ern entlassen wurden, weil sie wahre Angaben über ihre DDR-Tätigkeit gemacht hatten?

Update: Berater der Bausenatorin ist er nicht geworden, aber Berater der sozialistischen Fraktion im Berliner Parlament. Der Unterschied ist gering, in beiden Fällen erhält er Staatsknete.

Vorschlag zur Linderung der Berliner Wohnungsnot

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Berlin, Hinterhof, spielende Kinder Es ist schon länger bekannt, dass es in Berlin fast 900.000 Einpersonen-Haushalte gibt. Kann man davon ausgehen, dass davon die Hälfte über mehr als Zwei-Zimmer-Küche-Bad verfügt? Dann wären ca. 500.000 Wohnungen fehlbelegt. Das sind ca. 25% des Wohnungsbestandes.

Das wurde m. W. bisher nicht thematisiert. Wenn man „Instrumente“ – ein im Koalitionsvertrag der rotrotgrünen Landesregierung beliebtes Wort – ausdächte, um die Fehlbelegung abzubauen, bedürfte es gar keiner Hausbesetzungen, mit den der inzwischen abgelöste Wohnungsbaustaatssekretär Dr. Andrej Holm dem fehlenden Wohnraum zu Leibe rücken wollte.

FAZ-Blogger Don Alphonso hat sich jetzt des Themas angenommen und einen herrlichen Beitrag geschrieben: „Vergesst Andrej Holm! Hier kommt der Sexzwang.“.

Kongenial ist der Kommentar-Thread, der sich daraus entwickelt hat. Anders als sonst in den sog. sozialen Medien üblich, finden sich keine Sammlung links- und rechtsextremistischer postfaktischer Ergüsse, sondern köstliche Ergänzungen.

N.B.: Heute, 10.2.17,  lese ich in der Zeitung, dass Berlin die zweithöchsten Abgaben für Wasser, Abwasser, Grundsteuer usw. unter den deutschen Städten hat. Die Gebühren für Abwasser sind in Potsdam dreimal so hoch wie in Mainz.

 

Foto: CC BY-SA 3.0 de; File: Bundesarchiv Bild 183-15091-0008, Berlin, Hinterhof, spielende Kinder.jpg; erstellt: 13. Juni 1952

 

Flug entlang der Mauer im Jahr 2009

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Auf Youtube gibt es einen Film, in dem der Mauerverlauf in eine Google-Earth-Karte mit Stand 2009 montiert ist.

Es geht ein bisschen schnell und leider sind nur wenige Ortsnamen eingeblendet. Man könnte sich beim Anschauen auf den Innenstadtbereich beschränken, also etwa von Minute 3 bis Minute 7. 

(via Berliner Zeitung)

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Gedenktafeln für zwei DDR-Einwohner, die bei der Flucht durch die Havel von Sacrow nach Berlin-West ertrunken sind. Im Hintergrund die Sacrower Heilandskiirche

Kreuzberger Intifada gegen Polizei

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Es war nicht der rechte Mob, es waren keine Neonazis, keine AfD-Abgeordnete. Daher ist das Medienecho auch nicht sehr groß:

In Kreuzberg wurden vier Polizeiwagen mit Steinen beworfen. Die splitternden Scheiben verletzten Polizisten leicht.

Ist ja auch nicht der Rede wert, denn in Kreuzberg gehört das zum Alltag.

1915 wurden 54 Polizeiautos durch Würfe von Steinen, Flaschen oder Böllern angegriffen. Insgesamt wurden 197 Autos beschädigt. Die Täter zerkratzten den Lack, stachen in die Reifen und schlugen Scheiben ein. Das sagt der Senat laut Bild.

Berichtenswert ist es dieses Mal, weil der Innensenator jetzt anordnet, dass die Scheiben der Einsatzwagen in den für die Polizei gefährlichen Stadtteilen mit einer Sicherheitsfolie beklebt werden, damit Polizisten nicht mehr durch Glassplitter verletzt werden. (Die Frontscheiben sind schon seit einiger Zeit verstärkt.)

Opfer Holm

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Es war zu erwarten: Ein Linker als Kultursenator ist Dienstherr des Leiters der Gedenkstätte Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Das kann nicht gutgehen. Schon der sozialistische Berliner Kultursenator Dr. Thomas Flierl hatte Knabe das Leben schwer gemacht. Zuvor waren schon eine sozialistische Bezriksbürgermeisterin und die um das Gefängnis herum ihre Ruhestandsgehälter verzehrenden hauptamtlichen MfS-Mitarbeiter damit beschäftigt, dem Leiter immer wieder einmal ein Stöckchen hinzuhalten. Sei es, dass ihm verboten wurde Hinweisschilder anzubringen oder angebrachte über Nacht abmontiert wurden.

Öffentlich gemacht wurde die Kaderakte Holm 2007 auf Antrag von rbb und Berliner Zeitung.

Nun hat Knabe die Stasiakte des Dr. Holm noch einmal öffentlich gemacht. Kultursenator Lederer und der Berliner Tagesspiegel finden das bedenklich, ersterer will dienstrechtlich gegen Knabe vorgehen. Knabe soll gegen das Stasiunterlagengesetz verstoßen haben. Allerdings hilft wie so oft ein Blick ins Gesetz. Da steht nichts davon, dass für die Täter grundsätzlich Datenschutz besteht. Im Gegenteil, anders als in Bulgarien können die Stasiakten bei uns öffentlich gemacht werden.

Dass Lederer dem Gesinnungsfreund Holm hilft, war zu erwarten. Dass der Tagesspiegel die Version Lederer hochkocht, statt sich über Transparenz und Offenheit zu freuen, verwundert. Ein seriöser Artikel hätte Recherchergebnisse enthalten: Hat Knabe etwas getan, was er nicht hätte tun dürfen? Hat er Unterlagen an die Presse gegeben? War die Akte nicht schon längst bekannt? Hatte Knabe die Akte von einem Journalisten und sie weitergegeben?

Wozu sind Journalisten eigentlich da? Oder soll der Rechercheverbund von MDR, WDR und SZ alles alleine machen? Den Rest des Beitrags lesen »