Potsdamer „Linksalternative“ trainieren Jugendliche für Anti-G20-Demo

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Von der Stadtverwaltung Potsdam und den städtischen Firmen wird das „linksalternative Kulturzentrum Freiland“ alimentiert. Linke, Grüne und SPD begleiten die Aktivist/-innen mit wohlwollen. Das Grundstück gehört einer städtischen Firma.

Für die linksextreme Potsdamer Szene ist die Einrichtung von unschätzbarem Wert. Dort kann man ungestört in Marxismus schulen, Anti-Bullen-Training durchführen und auf dem Kinderfest aufblasbare Baseballschläger als Spielzeug verteilen.

Wenn die Stadtverwaltung Platz für Geflüchtete sucht, wehren sich die Freiland-Genossen erfolgreich. Eine Nachbarschaft zu Freiland, wo oft laut gefeiert würde, wäre für die traumatisierten Geflüchteten eine Belastung.

Zur Zeit läuft die Ausbildung für Demonstranten gegen den Hamburger G20-Gipfel. Freiland sieht die Lehrgänge naturgemäß anders: Es gehe einzig darum, jugendlichen Demonstranten ihre Ängste vor großen Menschenmassen zu nehmen und über ihre Rechte als Demonstranten aufzuklären.

Mehr über „Freiland“ im Blog.

Man stelle sich, vor NPD oder Pegida oder AfD würden das machen.

Ob der heutige Anschlag auf die Berliner S-Bahn eine praktische Übung war, ist bisher ungeklärt. Klar ist, dass die Tat als Protest gegen den Kapitalismus der G20 verübt wurde.

 

Neues von den Schweinejournalisten

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Die taz hat wieder einmal gezeigt, woher sie ihre Qualitätsmaßstäbe bezieht: aus der Jauchegrube.

taz Tod Kohls

Immerhin: der Chefredakteur entschuldigt sich.

Der 17. Juni 1953 am 17. Juni 2017 in Brandenburg

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SMAD-Befehl 17.6.51

Business as usual in Brandenburg, der „kleinen DDR“ des ersten Ministerpräsidenten Manfred Stolpe. Während anderswo des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 gedacht wird, hat kein Regierungsmitglied dafür Zeit.

Ministerpräsident Woidke nimmt am Jubiläum des Menschenrechtszentrum in Cottbus teil und findet bei dieser Gelegenheit auch Worte zum 17. Juni.

Beim 8. Mai war mehr Engagement.

Siehe auch hier!

17. Juni wieder nationaler Feiertag?

 

ARD zeigt Antisemitismusdoku doch

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Jetzt also doch: Am 21.6., 22.15 Uhr dürfen die Gebührenzahler das vom WDR abgenommene Werk, dessen Ausstrahlung der französisch-deutsche Sender Arte verweigerte, jetzt doch sehen. Nachdem es bild.de einen Tag lang gezeigt hat und es auf Youtube läuft.

WDR-Intendant Tom Buhrow wird von haOlam zitiert: „Wir haben den Film intensiv geprüft, und ich habe entschieden, die Dokumentation und unsere handwerklichen Fragezeichen dazu transparent zur Diskussion zu stellen.“

Anscheinend hat die zuständige Redakteurin, die den Film vor mehr als fünf Monaten abgenommen hatte, nicht intensiv geprüft. Ob sie eine Abmahnung bekommen hat? So transparent war Herr Buhrow dann doch nicht.

Im Anschluss an die Ausstrahlung am Mittwoch folgt die – unvermeidliche – Diskussionsrunde mit der Moderatorin Sandra Maischberger. Es ist also zu erwarten, dass uns der Film so serviert wird, dass wir unseren TV-Gewaltigen Recht geben müssen.

Der Programmdirektor der ARD, Volker Herres ergänzt: „Ich halte es für richtig, die umstrittene Dokumentation jetzt (Hervorhebung von mir; GS) einem breiten Publikum zugänglich zu machen, auch und trotz ihrer handwerklichen Mängel. Nur so kann sich das Fernsehpublikum ein eigenes Bild machen.“

Jetzt bin ich mal gespannt, welche handwerklichen Mängel die Herren Herres und Buhrow gefunden haben.

Der Hauptmangel ist wohl der, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden: Statt der kahlrasierten „Sieg Heil“- und „Juden raus“- Schreier der rechten Szene war die Linksextremistin Brigitte Groth (Linkspartei) zu hören („Die Juden vergiften das Mittelmeer.“) und Mahmoud Abbas, Kampfname der 70er Jahre Abu Mazen, Freund von Außenminister Gabriel (Jüdische Rabbis fordern zur Brunnenvergiftung in arabischen Dörfern auf). Für diese Rede im Europäischen Parlament wird er vom späteren SPD-Vorsitzenden Schulz gelobt.

Linksextremisten in Paris und Berlin wünschen Israel die völlige Vernichtung. Freundlich lächelnde arabische Palästinenser antworten aalglatt auf die Frage, wo die Milliarden € aus Europa eigentlich geblieben sind usw. usw.

Wäre das nicht eine große Aufgabe für den Rechercheverbund von WDR, ndr und SZ herauszufinden, in welchen Taschen in Gaza und Ramallah die Milliarden gelandet sind?

Das Kino International in Berlin

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Es gibt sie, die Beispiele der architektonischen Ostmoderne. Hier ein weiteres: Das Kino International in Berlin, eröffnet 1963 in der 1961 von Stalinallee in Karl-Marx-Allee umbenannten Straße in der Nähe des Alexanderplatzes.

Kino International Berlin
Foto: Daniel Horn, Yorck Kinogruppe

In Monumente, der schönen Zeitschrift der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, steht mehr darüber.

 

Die Magd Wissenschaft

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Wer sich wundert, warum Wissenschaftler immer öfter Studien durchführen, die das vom Auftraggeber gewünschte Ergebnis zeigen, erhält hier eine plausible Erklärung.

Die Universitäten müssen sich für ihren Betrieb „Drittmittel“ beschaffen. Diese kommen von Firmen, Stiftung und in wachsendem Umfang von Ministerien und der EU. Die Geldgeber sind nicht immer selbstlos und lassen die Hochschulen einfach loslegen. Sie reden ein Wörtchen mit, bei der Frage, worum es geht. Da muss das gewünschte Ergebnis gar nicht vorgegeben werden. Drittmittelvergabe hat sich in den vergangenen ca. 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Wer Geld vom Bundesumweltministerium haben möchte, weiß, dass der Nachweis geführt werden muss, dass  Klimawandel von Menschen verursacht wird oder Dieselfahrzeuge aus der Stadt verbannt werden müssen. Wenn die Studie das nicht leistet, geht die Forschungseinrichtung das nächste Mal leer aus.

Forscher, die z. B. Gelder, die die Bundesregierung im Rahmen von Gender Mainstreaming- und Antirechts-Programmen ausgibt, bekommen wollen (und müssen, damit ihr Institut weiter finanziert werden kann), werden sich hüten zu untersuchen, ob das Geschlecht vielleicht doch nicht sozial vermittelt ist oder der Rechtsextremismus vielleicht doch nicht mit der Befürwortung einer Obergrenze für Flüchtende und Geflüchtete beginnt.

Der niederländische Migrationsforscher Ruud Koopmans hat sich mit Vergleichsstudien zur Integration von Migranten unbeliebt gemacht. Er kam darin zu dem Ergebnis, dass Länder mit großem Entgegenkommen gegenüber Flüchtlingen schlechtere Integrationsergebnisse haben, als Länder, die weniger großzügig sind.

Er weist in einem Interview mit FAZ darauf hin, dass das Bundesbildungsministerium gerade Projekte zur Flüchtlinsintegration ausgeschrieben habe. Darin sei ausdrücklich darauf verwiesen worden, dass Länder vergleichende Studien nicht gefördert würden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Damit einhergehend, so konstatiert Michael Klein von Science Files (Link wie oben) ein Verfall des wissenschaftlichen Ethos. Kritik und Widerspruch, die Falsifizierung von Hypothesen, seien weniger erwünscht. Widerspruch oder konträre Ergebnisse werden diffamiert und bekämpft. Das lässt sich wiederum am besten in der Klimaforschung (und im Genderismus) nachweisen. Als Wissenschaft gelte nur, was nachwiese, dass der Meeresspiegel steige, die Eiskappen schmölzen und das menschengemachte CO2 an der Erderwärmung schuld wäre. Naturwissenschaftliche Studien, die zu einem anderen Ergebnis kommen, werden als rechts diffamiert.

 

Vorbild und Zerrbild: wie wirkt die DDR-Schule nach?

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Veranstaltungen der Bundesstiftung Aufarbeitung in Berlin besuche ich recht häufig. Sie lohnen sich fast immer. Hochkarätige Referenten oder mit ausgewiesenen Experten besetzte Podien sind die Regel. Im Publikum sitzen überwiegend ältere Jahrgänge, fast immer mit  Erfahrungen und Wissen zum Thema.

Jedes Mal wäge ich ab: Bleibe ich im schönen Potsdam auf dem Balkon sitzen, rauche eine Zigarre und trinke einen Rosé oder mache ich mich auf den Weg nach Berlin-Mitte?

Diesmal hieß die Veranstaltung „Vorbild oder Zerrbild? Die DDR-Schule in der gesamtdeutschen Bildungsdebatte“.

Mir gefiel die Formulierung nicht. In der deutschen Bildungsdebatte spielt die Ostschule keine große Rolle. Das Wort „gesamtdeutsch“ gehört in die Zeit der Teilung. „Vorbild oder Zerrbild?“ taugt als provozierende Schlagzeile, um aufzufallen. Die beiden Pole, um die eine Diskussion über die Ostschule kreisen sollte, sind sie für mich nicht.

Die eingeladenen Referenten sagten mir, abgesehen von Prof. Geißler und Frau Teuteberg nichts. Als Moderator wurde David Ensikat genannt. Vor drei Jahren hatte sein (Jugend-)buch über das kleine Land mit der großen Mauer ebenfalls schon gemischte Gefühle hinterlassen.

Das, was ich hier aufschreibe, spielte sich in Sekunden im Kopf oder eher im Bauch ab: Ich fahre nicht hin.

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Was hat der CO2-Ausstoß in Stuttgart mit dem Untergang von Kiribati zu tun?

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Ein Dauerbrenner wird gerade (wieder) die Nachricht von den untergehenden Marschall-Inseln im Südpazifik. Die ARD wiederholte letzte Woche eine entsprechende Dokumentation. Das Berliner Regionalblatt Tagesspiegel berichtet heute vom Besuch der Präsidentin der Marshall-inseln in Brüssel. Sie will Gelder von der EU, weil die von den EU-Staaten verursachte Erderwärmung zur Überschwemmung ihrer Heimat führen würde. Ich wünschte mir von den Medien, für die ich Rundfunksteuer und Abonnementgebühren bezahle, dass sie mich umfassend informieren und nicht einseitig. Wenn es ins Weltbild der Journalisten passt schreiben sie „umstritten“, etwa der umstrittene Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche. Noch nie aber habe ich gelesen: die umstrittene Behauptung vom menschengemachten Klimawandel oder die umstrittene Behauptung von der wachsenden Altersarmut.

Christian Vooren nimmt den Besuch der Präsidentin zum Anlass, gleich weitere Forderungen anzumelden: Anerkennung der Inselbewohner als Umweltgeflüchtete bzw. noch zu Fliehende.

Also muss ich selbst herausfinden, ob Bayerischer Rundfunk und Tagesspiegel Fake-News verbreiten. Deren Faktenfinder sind wohl ausgeschwärmt, um Rechtspopulisten aufzuspüren.

Die Wissenschaftler des unabhängigen EIKE-Instituts haben sich die Mühe gemacht, die Aussagen des Films des Bayerischen Rundfunks mit Klimadaten zu vergleichen. Da sieht das mit der Überschwemmung in spätestens 30 Jahren etwas anders aus.

Bei Arte würde man sagen die Dokumentation wäre unausgewogen, handwerklich schlecht, verstieße gegen Qualitätsmaßstäbe.

Nachdem ich das geschrieben habe, lese ich weiter, dass eine ARD-Mitarbeiterin einem EIKE-Wissenschaftler auf eine Mail mit detailliert aufgeführten Fakes erklärt: Die Sendung entspricht unseren Qualitätsmaßstäben.

Der Reporter interviewt Einheimische. Die haben alle das Narrativ von den Europäern, die ihre Inseln unter Wasser setzen, drauf. Dass die Korallenriffe nicht absterben, dass es Wirbelstürme, Regen und Überschwemmungen seit Jahrtausenden gibt, was ficht es den Filmemacher an. Auch die Redakteurin, die den Film abgnommen hat, erkannte keine unsaubere Arbeit. Eine im Film gezeigte Sturmflut vor 12 Jahren war Folge eines Zusamentreffens regionaler Wetterereignisse, sie ist nicht regelmäßig oder gar zunehmend wiederkehrend. Die gezeigte Überflutung einer Lagune war von Menschen verursacht. Warum seit ewigen Zeiten in Kiribati Hütten auf Stelzen gebaut werden, wurde im Film nicht geklärt.

In den EIKE-Beitrag wurde ein Leserkommentar vom Blog Donner + Doria im Dezember 2012 zum Thema untergehende Inseln aufgenommen:
„… Ich kenne mich auf den Inseln von Kiribati sehr gut aus und habe unter anderem das ganze Jahr 2011 auf Tarawa verbracht. Vorher bereiste ich binnen drei Jahren auch die Inseln Makin, Beru und Nonouti in der Gilbertgruppe. Es geht den I-Kiribati (so nennt sich der Volksstamm selbst) nur und ausschließlich um Geld. Sie haben im neunzehnten Jahrhundert ihre kulturelle Identität durch die christliche Missionierung verloren und leben nun nach den kruden Moralvorstellungen der Missionare. Dadurch (und durch andere Faktoren, wie z.B. eine völlig unzureichende Bildung) sind die westlichen Industrienationen der Buhmann und der Geldesel. Die Insel Nonouti wird seit Jahrhunderten alle fünf bis zehn Jahre einmal überspült. Wenn dann aber der Chiefcounsiler (Inselhauptmann) ein Fernsehteam der BBC einlädt, das mit ernsten Mienen die Folgen der Klimaerwärmung just zum Zeitpunkt der höchsten Flut dreht, dann geht es dem Chief schlicht nur darum, soviel Geld wie möglich im Ausland locker zu machen durch diese Berichterstattung. Ich habe es selbst erlebt und das Feixen des Chief noch gut vor Augen…“

Warum die untergehenden Südsee-Inseln so viel mediale Aufmerksamkeit bekommt, liegt wohl auch daran, dass Umweltministerin Hendricks und Umwelt-NGOs dafür sorgen, dass Geldmittel in die Südsee fließen.

Die EIKE-Tabellen zu lesen, ist mühsam, aber es gibt auch zusammenfassende Texte. Weitere Links hier.

Lesetipp: Manfred Quiring, Putins russische Welt

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Quiring, PutinDas Buch der US-amerikanischen Politologin Karen Dawisha über Putins Kleptokratie hat keine Chance, ins Deutsche übersetzt zu werden, weil die Verlage Angst vor Putins Anwaltskanzleien haben.
Nun hat der Moskau-Korrepondent der (Ost-)Berliner Zeitung und später der Welt, Manfred Quiring, beschrieben, wie in Russland Geheimdienstleute (früher KGB, jetzt FSB), Oligarchen und Mafia-Clans die zarten marktwirtschaftlichen und demokratischen Ansätze der frühen 90er Jahre erst zu ihren Gunsten ausgenutzt und inzwischen beseitigt zu haben.
Das Volk wird mit nationalistischem Getöse zugedröhnt: Siegesfeiern über die Deutschen, Propaganda vom bedrohten, aber überlegenen Russland, Lobpreisung Stalins.
Der Westen gilt als dekadent und russlandfeindlich. Aber die Milliardäre um Putin bringen ihr Geld und ihren Immobilienbesitz gerne auf den Cayman-Inseln und bei panamaischen Banken unter, lassen ihre Kinder an der US-Ostküste studieren und fahren deutsche Edelautos.
Der langjährige Russlandkenner Quiring zitiert immer wieder russische Quellen und kennt aus seiner Korrespondententätigkeit manche Drahtzieher.
Er greift die deutsche Debatte über die angebliche Ost-Erweiterung der NATO auf und geht Satz für Satz durch, warum das eine unsägliche Geschichtsklitterung ist.

Man wünscht sich, dass die Putin-Versteher, allen voran Matthias Platzeck, einen Blick in das Buch werfen. Wenn man russische Sprache, russische Literatur liebt und russische Freunde hat, muss man nicht ständig dem Westen Überheblichkeit und Aggressivität vorwerfen und bei Russland großzügig über alles hinwegsehen.

Ein Gewinn ist, dass Quiring es versteht, Skandale, Morde, unfassbare Geldgeschäfte, Aufstieg und Fall einzelner Personen in den Gesamtzusammenhang der Transformation Russlands von einem hoffnungsvollen Partner des Westens zu einem Failed State a la Somalia und Venezuela zu stellen.

Ein russischer Wissenschaftler hat die Weltmarkterlöse für Rohstoffe mit der russischen Außenpolitik verglichen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass immer dann, wenn steigende Preise für Öl und Gas Geld in die Kassen des Kreml spülte, Russland als Aggressor auftrat: Der Beginn des Tschetchenien-Krieges, der Einmarsch in Afghanistan, Krim-Annexion und Ostukrainekrieg fanden in Zeiten hoher Rohstoffpreise statt. Wenn die Kassen leerer wurden, wurde Russland außenpolitisch zahm und nahm auch gerne westliche Kredite in Anspruch.

Das Buch ist eine Dokumentation, kein Kriminalroman. Aber man liest es mit offenem Mund.

Ein Nebeneffekt der Lektüre (nicht nur dieser): Wie gut, dass die Transformation der DDR in eine Marktwirtschaft und Demokratie nicht so verlaufen ist. Es gab zwar Ansätze, einiges lief so. Aber  es war doch eine Nummer kleiner und mit der Eingliederung in die Bundesrepublik blieb Ostdeutschland nicht sich selbst überlassen. Zwar wanderten auch Grundstücke und Häuser preisgünstigst aus Staats- und Parteibesitz an schlaue Kader. Manche Manager verkauften ihren Betrieb an der Treuhand vorbei oder sahen sich plötzlich als Chef einer Agro-GmbH, die sie vorher als LPG-Vorsitzender geleitet hatten.

Die Idee, der Bevölkerung Anteilscheine an den Staatsfirmen zu geben, führte in Russland dazu, dass clevere Unternehmer diese von den ahnungslosen Menschen kauften und so in den Besitz der privatisierten Staatskonzerne kamen. Die Idee gab es auch beim Zusammenbruch der DDR. Und sie wird bis heute glorifiziert. Dumm war nur, dass das Volkseigentum an zum großen Teil maroden, nicht weltmarktfähigen, die Umwelt belastenden Betrieben nicht viel wert war. Und die Abnehmer im Comecon waren weggebrochen oder kauften lieber im Westen.

Wie gut, dass man alles, was schief ging, der Treuhand in die Schuhe schieben kann.