Die Worthülsen der politisch-medialen Elite

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Heute Morgen im Berliner Tagesspiegel die übliche Tirade gegen alles, was rechts zu sein scheint. Diesmal von Frau Sauerbrey. Sie ist verwirrt, dass die AfD eine Spitzenkandidatin aufstellt, die Lesbierin ist. Und dann beginnt das Feuerwerk der Worthülsen: Wer die traditionelle heterosexuelle Familie schützen und fördern will, ist homophob, sexistisch und rassistisch. Wer, wie die AfD, eine Lesbierin aufstellt ist letztlich doch rassistisch, sexistisch und homophob. Das Publikum sieht in Frau Weidel nur die Lesbierin, das ist sexistisch, homophob und rassistisch. Frau Weidel tut alles zum Wohl ihrer adoptierten Kinder. Ist das nicht verdächtig nahe am rassistisch-sexistisch-homophoben Eintreten für die klassischen Familienideale? Zudem ist sie laut der Tagesspiegel-Kolumnistin noch islamophober als die islamophobesten AfD-Aktivisten.

Wer die richtigen Vokabeln aus dem Wörterbuch des Gutmenschen-Journalismus verwendet, muss nicht länger informieren, differenzieren und argumentieren.

Was Frau Sauerbrey wohl zu verwirren scheint: Frau Weidel ist eine gut aussehende, beruflich erfolgreiche Homosexuelle (Goldmann-Sachs!), die von gutmeinenden Journalisten als Mitglied einer Minderheit vor der weißen, heterosexuellen, fremdenfeindlichen, islamophoben und rassistischen Dominanzgesellschaft eigentlich geschützt werden müsste.

Um so größer dann die Enttäuschung, wenn das Objekt Zuneigung den Islam nicht liebt und einer nationalistischen Partei zuneigt. Muslime dürfen sexistisch, rassistisch, intolerant, militant und antisemitisch sein, das nehmen linke und linksliberale Journalist*innen nicht zur Kenntnis. Eine deutsche nationalistische, islamophobe Queer wird aber umstands- und mitleidlos zu einer hässlichen Deutschen.

Alles Nötige dazu von Prof. em. Dr. Egon Flaig: „Wir erleben eine demagogische Umprägung des politischen Wortschatzes“

Ähnlich Alexander Wendt, „Systematisch verdrehende, verwischende und verschleiernde Begriffe“

Umverteilung und Energiewende

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Zurzeit ist mir die Information über die aus dem Ruder laufende Umstellung auf erneuerbare Energien wichtiger als die Beobachtung und Kommentierung der DDR-Aufarbeitung. Den Rest des Beitrags lesen »

Russia Today: Warum Mitarbeiter vor laufender Kamera kündigen

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Der Propagandasender Russia Today, inzwischen nur RT genannt, inszeniert seine Fake-News perfekt.Auf den ersten, äußeren Blick unterscheidet er sich nicht von CNN, BBC oder N24. Das Englisch, Spanisch und Arabisch der Sprecher/-innen ist perfekt. Es sind natürlich Native-Speaker, die entsprechend gut bezahlt werden.

RT behauptet eine große Reichweite. Dabei taucht er in den Zahlen unabhängiger Marktbeobachter so gut wie nicht auf. Seine Reichweite ist in UK bei 0,17 %, im restlichen Europa bei 1 % der Nutzer. RT zahlt den Kabelanbietern, damit die ihn aufnehmen. Die Millionen Kabelempfänger werden dann von RT als Nutzer gerechnet.

Der Lieblingssender deutscher Rechtsalternativer verkündet, dass Schweden die EU verlassen will, dass außer Russland niemand in Aleppo humanitäre Hilfe leistete, dass die Ukraine einen Völkermord an russisch-sprechenden Einwohnern der Krim plant, der deutsche Außenminister Russland für seine konstruktive Rolle im Befreiungskampf der Ost-Ukraine lobe oder in dem abgeschossenen Flugzeug der Malysian Airlines wahlweise schon Leichen gesessen hätten oder Putin beim Überflug abgeschossen werden sollte.

Jetzt haben zwei Nachrichtensprecher vor laufender Kamera gesagt, dass sie die Annexion der Krim nicht billigen. Hier die Ansage von Liz Wahl.

Nach „Inside RT’s world of alternative news“, Disinfo Review, 13.4.2017

Fake-News: Klima und Umwelt (mit vielen Links!)

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Umfrage aus dem Umweltministerium: Was die Ministerin herausliest, obwohl es nicht drinsteht.

Dieter Nuhr über den ARD-Brennpunkt

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„Der kanadische Wissenschaftler Steven Pinker hat eine Kulturgeschichte der Gewalt geschrieben und festgestellt: Noch nie in der Geschichte der Menschheit starben prozentual gesehen so wenig Menschen an körperlicher Gewalt wie heute. In Naturgesellschaften starb früher teilweise jeder Sechste durch Erschlagen. Bloß erfuhr das niemand, weil es um Viertel nach acht keinen „Brennpunkt“ gab.“

Dieter Nuhr in „Die Rettung der Welt“.

Kein Barockfaschismus in Dresden

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Erst beim Besuch am vergangenen Wochenende fiel es mir auf: Der DDR-Kulturpalast passt zu den rund um die Frauenkirche errichteten Neubauten mit barocker Fassade wie die Faust aufs Auge:

Dresden Kulturpalast

Das erinnerte mich an Potsdams Alten Markt mit dem DDR-Fachhochschulbau. Auch in Dresden wurden barocke Gebäude restauriert oder nachgebaut. Auch in Dresden gab es heftige Diskussionen. Durfte die zerstörte Frauenkirche wieder aufgebaut werden? Durften die Altstadthäuser moderne Betonbauten mit barocker Fassade werden? Die Gemüter haben sich wohl beruhigt. Zwinger, Residenzschloss, Hofkirche wurden aufwändig restauriert. Wenn man Fotos vom Zustand der 50er und 60er Jahre sieht, kann man kaum glauben, dass das in solcher Pracht wieder hergestellt werden konnte. Nur außen sind die Prunkbauten noch schwarzgrau. Da wartet man ungeduldig auf Besserung.

Was in Dresden zu fehlen scheint, ist der fanatische Kampf Linker gegen den „Barockfaschismus“, wie das in Potsdam der Fall ist. Woran mag das liegen? Von Brandenburg aus gesehen, das sich übrigens bis kurz vor Dresden erstreckt, liegt die Stadt schon fast in Italien. Ist es italienischer Lebensstil, der zu mehr Gelassenheit führt als preußische Zucht und Ordnung? (Ulbricht war die Ausnahme.)

Verglichen mit Dresden ist Potsdam eine sozialistische Hochburg. Linkspartei und die noch weiter links stehende Gruppe „Die Andere“ haben über 32% der Stimmen. Die CDU 15%. In Dresden sind die Sozialisten im Lauf der Jahre schwächer geworden und hatten zuletzt 16%. Die CDU 31%.

Zurück zum Kulturpalast: Der Konzertsaal erhält endlich eine gute Akustik. In Haus befindet sich jetzt eine moderne Stadtbibliothek.  Umgebaut wurde der „Palast der sozialistischen Kultur“ vom omnipräsenten Büro Gerkhan, Marg und Partner (Flughafen BER, Hauptbahnhof Berlin). Anhänger der Ostmoderne werden jubeln: Der Kulturpalast wurde in die Denkmalliste des Landes Sachsen aufgenommen.

Dabei kann man von Glück sagen, dass den SED-Oberen die Absicht, einen Kulturpalast im Moskauer Zuckerbäckstil. mit Turm à la Lomonossow-Universität, zu errichten, ausgeredet werden konnte.

In einem Immobilien-Magazin lese ich zum Kulturpalast: „Wie bewusst die Architekten den Kulturpalast als Monolithen in den urbanen Raum gestellt haben, wird so richtig erst jetzt wieder spürbar, da die ursprünglichen Quartiere und Straßenraster wieder hergestellt sind.“ Gibt es eine elegantere Umschreibung für „Holzhammermethode“?

Wie auf dem Foto zu erkennen ist, stehen Baukräne zwischen dem Kulturpalast und dem Platz an der Frauenkirche. Es sieht demnach so aus, dass der Kulturpalast hinter einem weiteren Neubau mit barocker Fassade verschwinden wird.

Nichts gegen ein Wochenende in Dresden, aber im preußischen Potsdam mit seinen sehr viel bescheideneren Barockbauten fühlen wir uns wohler.

Postmodernismus ist die Mutter der Fake-News

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Den Postmodernisten oder Poststrukturalisten, am bekanntesten sind Foucauld, Lacan, Lyotard und Baudrillard, gebührt die Ehre, herkömmliche Wissenschaft, Rationalismus, Aufklärung und Liberalismus als „Narrative“, Erzählungen, gleichwertig neben Kreationismus und Islamismus gestellt zu haben. Alles ist unterschiedslos narrativ. Empirische Forschung ist von Gestern, es geht jetzt vor allem um Diskurse. Ihre Sprache ist schwer verständlich. Kritiker entlarven sie als sprachspielerischen Nonsens, in dem gerne mathematische und naturwissenschaftliche Begriffe verwendet werden..

Link: Klaus Laermann, Lacancan und Derridada, Zeit Online, 30.5.1986

Das Faktische und das Postfaktische sind nicht nur gleichberechtigt, das Faktische, wissenschaftliche Erkenntnis, wird denunziert: Sie wäre abhängig vom Geschlecht, der Rasse, der sexuellen Orientierung des Wissenschaftlers, wäre Ausdruck von Macht (weißer, europäischer Männer).

Wenn die russische Propaganda fünf Versionen vom Abschuss einer Passagiermaschine über der Ostukraine erzählt, sind das aus postmoderner Sicht ernstzunehmende Narrative. Objektivität, belegbare Beweise? Siehe oben!

Dieses Konzept hat den Genderismus ermöglicht, der jetzt naturwissenschaftliche Erkenntnis bedroht, die Gendersterne eingeführt hat und in der vorherrschenden heterosexuellen Dominanzkultur eine Aggression gegenüber anderen Formen sexueller Existenz sieht.

Womit die linken, wenngleich nicht vulgär-marxistischen postmodernen Sprachrevolutionär*innen nicht gerechnet haben, ist, dass auch die Rechten postmodern wurden und Narrative und Diskurse erfinden und verbreiten.

Die helle Aufregung darüber hat die Jagd von linken Journalisten und Linguisten nach rechten gefakten und postfaktischen Erzählungen ausgelöst. (Oder hat jemand schon einmal gehört, dass „postfaktisch“ auf linke Parolen angewandt worden wäre?) Auch das postmoderne Konzept, mit „Identität“ den Individualismus westlicher Gesellschaften zugunsten von Gruppenmerkmalen – Transgender, Queer, Araber, Schwarzer, Weißer, Geflüchtete – auszuhebeln, wurde von Rechten übernommen, z. B. den „Identitären“. Sie treten, übrigens nach französischem Vorbild, für die Erhaltung und Förderung kultureller Identität gegen die von ihnen behauptete Islamisierung Europas ein.

Daran können die Gesetze von Herrn Maas und die Millionen € von Frau Schwesig zur Bekämpfung von AfD und Identitären wenig ändern. Der Geist ist aus der Flasche.

 

Ist „soziale Gerechtigkeit“ Unsinn?

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Der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Friedrichs August von Hayek: „Mehr als zehn Jahre lang habe ich mich intensiv damit befasst, den Sinn des Begriff ‚soziale Gerechtigkeit’ herauszufinden… ich bin zu dem Schluss gelangt, dass für eine Gesellschaft freier Menschen dieses Wort überhaupt keinen Sinn hat.“

In einem Buch zum Thema schrieb Hayek, der Ausdruck „soziale Gerechtigkeit“ gehöre „in die Kategorie des Unsinns“.

So zitiert Rainer Zitelmann August von Hayek im European. Hier der gesamte Text des lesenswerten Artikels von Dr. Zitelmann.

Hayek, so zitiert ihn wiederum Thomas Meyer in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung v. 9.4.17, meinte, dass „soziale Gerechtigkeit“ ein Trojanisches Pferd sei, mit dem sich der Totalitarismus in die Gesellschaft einschleiche.

Der Staat, so Mayer, könne soziale Gerechtigkeit nur herstellen, indem er die Freiheit der Staatsangehörigen beschränke, also Eigentumsrechte einschränke und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten beschneide. Soziale Gerechtigkeit würde zu einem Machtkampf von Interessengruppen, die für ihre Mitglieder Vorteile erzielen wollten.

Ein liberaler Rechtsstaat verfolge keine Glückvorstellungen, ihm gehe es um Nothilfe für die Armen, aber nicht um ein Konzept für „soziale Gerechtigkeit“.