Heute raubt der Kapitalismus…

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… den Menschen einen Großteil dessen,
was sie im Sozialismus nie bekommen hätten!“

Verfasser?

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KGB-Gefängnis Potsdam: Eine Ausstellung verfehlt ihr Thema

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Die Auseinandersetzung ist sogar schon handgreiflich und beleidigend geworden:  Überlebende des stalinistischen Terrors, Häftlinge im KGB-Gefängnis in der Potsdamer Leistikowstraße und ehemalige GULag-Gefangene haben über 15 Jahre für den Erhalt dieses Baus im noblen Viertel am Neuen Garten als Gedenkstätte gekämpft, bis sich dann eine Trägerschaft im Rahmen des Brandenburger Gedenkstättenkonzepts fand.

Es gab einen dezenten Kubus am Eingang mit Vortragsbereich und Informationstheke. Das Gefängnis wurde behutsam restauriert. Eine Ausstellung wurde (endlich) erarbeitet. An dieser Ausstellung haben die noch lebenden ehemaligen Häftlinge einiges auszusetzen.  Ministerpräsident Platzeck versprach ihnen bei der Einweihung Änderungen und Ergänzungen.

Ich versuche, den Konflikt zu verstehen. Die Forschungslage ist schwierig. Die sowjetischen Akten geben nicht viel her; jeder, der hier einsaß, war angeblich Nazi, Spion, Saboteur, Werwolf, russischer Deserteur. Überlebende Zeitzeugen werden von sachlich-distanziert forschenden Historikern mit Vorsicht betrachtet, das ist nicht nur in Brandenburg so. Wohl deshalb werden an der Informationstheke keine der zahlreichen Erinnerungsbücher und -hefte ehemaliger Insassen verkauft. Den Rest des Beitrags lesen »

Peter Fechter

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Für die DDR-Verharmloser sind im Moment harte Zeiten: Am 17. August 1962 verblutete Peter Fechter an der Mauer.

Berlins Regierender Bürgermeister darf man den Respekt nicht versagen: Er gedenkt aus Anlass des 50. Todestags von Peter Fechter im Mauerpark an der Bernauer Straße. Mit drei Schülern diskutiert er anschließend über deren Freiheitsvorstellungen, beim Schülerzeitungsmachen, bei Pussy Riot, bei Bootflüchtlingen.

Ich stelle mir gerade die brandenburgischen Bedenkenträger vor: „Wo bleibt das Gedenken an die fortschrittliche DDR?“ „Wir dürfen die Schüler nicht überwältigen mit den Leidensgeschichten der Opfer.“ „Kann man denn nicht mal von etwas anderem als der Repression erzählen?“ „Der Systemvergleich BRDDR kommt zu kurz.“

Linkspartei unterstützt Assad

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Neben dem Ex-CDU-Minister Todenhöfer ergreift auch die Linkspartei Partei für den syrischen Diktator Assad. Das geschieht sehr subtil: Die Bundesregierung wird dafür kritisiert, dass sie nicht fair und objektiv über die Massaker in Syrien berichte. Besonders schlimm: Der BND sammle in Syrien Informationen.

Linksfraktion im Bundestag

Aufarbeitungs-Pipapo (3)

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Auf einer vorübergehend aufgestellten Stele an der ehemaligen Grenze Falkenseer Chaussee/Spandauer Str. in Berlin lese ich:

„Willi Block ist von 1954 – 59 bei der Grenzpolizei der DDR. Er flüchtet 1962 zweimal, kehrt jedoch beide Male aus familiären Gründen zurück. Bei der zweiten Rückkehr wird er verhaftet und wegen angeblicher Spionagetätigkeit zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Er wird vorzeitig entlassen und flieht 1966 erneut. Er wird von zwei Grenzsoldaten gestellt. Da sich seine Kleidung im Stacheldraht verfangen hat, kann er sich nicht bewegen. Er liegt wehrlos am Boden. Der Kommandeur des 34. Grenzregiments tötet ihn mit einer MG-Salve. Der Kommandeur wird 1997 wegen Totschlags zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.“

„Beim Gebrauch der Schusswaffe ist das Leben der Personen nach Möglichkeit zu schonen“ (Dienstvorschrift 018/0/008 1974)

Ein Gedenkkreuz für Willi Block steht am Finkenkruger Weg in Spandau.

 

Aufarbeitungs-Pipapo (2)

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Im Radio ist die Rede davon, dass der NPD-Funktionär Pastörs zu Gefängnis auf Bewährung verurteilt wurde, weil er mit dem Wort „Betroffenheitstheater“ das Andenken Verstorbener verunglimpft hätte. Wie weit sind „Aufarbeitungsindustrie“ und „Aufarbeitungs-Jubiläen“ davon entfernt? Ich habe heute Morgen am Berliner Mauerweg zwischen Spandau und Falkensee eine kleine Ausstellung gesehen, in der zusammengetragen war, was sich an diesem vergleichsweise entlegenen Abschnitt der Mauer zugetragen hat.

Vor ein paar Tagen las ich die amüsierte Titelgebung „Aufarbeitungs-Jubiläen  – Chance oder Problem?“ des Einstein-Forums Potsdam zur DDR-Aufarbeitung, passend zum 13. August. Wie groß ist der Unterschied zwischen dem Nazi und den über die DDR-Aufarbeitung amüsierten Professoren? Rettet das Fragezeichen hinter dem Veranstaltungstitel die Ernsthaftigkeit der Fragestellung? Spätestens beim abschließenden Defa-Spielfilm amüsieren wir uns zusammen mit der SED über den Mauerbau.

Wie kann man sich über möglicherweise zu viel Gedenken an einen Staat amüsieren, aus dem Millionen Menschen geflohen sind, sich Menschen das Leben genommen haben, weil man ihnen den Bauernhof zwangskollektivierte, einen Staat, der einen Aufstand niederschlagen musste und am liebsten auch noch in Prag bei der Niederschlagung des dortigen Aufstands mitgeholfen hätte, der westdeutschen Terroristen, die über 30 Menschen ermordet haben, Rückzugsmöglicheiten bot, der weder Menschen- noch Bürgerrechte achtete.

Diesen Staat, so fordern Wissenschaftler, solle man in Augenhöhe mit dem „System“ der Bundesrepublik Deutschland vergleichen, ausgewogen und ergebnisoffen, nicht von Diktatur reden, nicht ständig über die Repression, sondern vom sozialen Fortschritt, vorbildlichen Kitas und Krankenhäusern, nicht zuletzt von den emanzipierten Frauen

Wie erbärmlich.

 

DDR-Aufarbeitung in Brandenburger Schulen: Was können Schulbibliotheken beitragen?

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Der 4. Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstag findet am Samstag, dem 8.9.12, im Marie-Curie-Gymnasium in Hohen-Neuendorf am Rande Berlins, aber schon in Brandenburg, statt.

Das Programm

Zum Programm gehört auch dieses Seminar:

A 5
Seminar
Dr. Jens Hüttmann,
Leiter des Arbeitsbereichs Schulische Bildungsarbeit, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Die Schulbibliothek als Lern- und Forschungsort zum Thema „DDR“ Ideen zum Unterrichtsthema „DDR“ und Erfahrungen mit den Medien der Stiftung Aufarbeitung im Schulunterricht

Auslöser für dieses Seminar war die Überlegung, dass die Schulbibliotheken in Brandenburg einen Beitrag zur Behandlung des Themas „DDR im Unterricht“ leisten könnten. Willkommen ist auch, wer kein vorrangiges Interesse an Schulbibliotheken hat.

Nachtrag 29.1.13: Als wir für den 4. Schulbibliothekstag die Seminare und Workshops zusammenstellten, wagte ich, dieses Thema vorzuschlagen. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass eine gute Schulbibliothek Medien dazu erschließen muss: Belletristik und Sachbücher, CDs und DVDs, Internetadressen. Als Ergänzung zu den umfangreichen Medien- und Materialkoffern, die man beim LISUM oder anderswo ordern kann. Medien, die aufgeschlossene Schüler/-innen beim Stöbern finden oder für Referate benutzen können oder Lehrkräfte im Unterricht. Man muss nicht erst lange suchen oder Bestellungen abschicken.

Jeder aufmerksame Berlin-Brandenburger Zeitungleser hätte mir vorausgesagt, dass das schiefgeht. Mangels Teilnehmern wurden beide Seminare gestrichen. Mit den beiden einzigen angemeldeten Kolleginnen konnte ich im Saal wenigstens ein Kolloquium durchführen.

Aufarbeitungs-Pipapo

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Manchen Leuten bereitet die Aufarbeitung der SED-Diktatur Verdruss. Damit muss man in einer pluralistischen Gesellschaft leben, wir sind ja nicht mehr in der DDR.
In Brandenburg wurde mit der Aufarbeitung spät angefangen und das auch noch gegen heftige Gegenwehr der SPD, die  das Land seit 1990 regiert. Auch in der Geschichtswissenschaft gibt es das Interesse, es mit der DDR-Aufarbeitung nicht zu übertreiben. Einige Wissenschaftler sind der „Aufarbeitungsindustrie“ (Prof. Großbölting) überdrüssig und wollen wieder mehr Nationalsozialismus erforschen. Die DDR wäre ausgeforscht und überforscht.

Jetzt veranstaltet das renommierte Potsdamer Einstein-Forum eine Tagung mit dem subtilen Titel „DDR-Aufarbeitungs-Jubiläen – Chance oder Problem?“. Nachbar des Forums ist das Institut für Zeitgeschichtliche Forschung. Der Direktor, Prof. Dr. Martin Sabrow, soll mit Dr. Ulrich Mählert, dem Leiter des Arbeitsbereichs Wissenschaft und Internationale Zusammenarbeit bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, diskutieren.

Sabrow schüttet gerne Wasser in den Wein der Aufarbeiter: Der Begriff „Friedliche Revolution“ gefällt ihm nicht. Er hat damit nicht gänzlich Unrecht: MfS und Vopo haben brutal zugeschlagen. Aber das sollte er dann auch sagen

 

Die Klage vom unzureichenden Wissen ostdeutscher Jugendlicher über die DDR gefällt ihm nicht. Sie wüssten nicht weniger, sondern anderes: Sie hätten das Narrativ von der fortschrittlichen DDR („Fortschrittsgedächtnis“)

 

Potsdam brauche ein Museum für die Erinnerung an den Alltag in der DDR

 

Der Feind einer wissenschaftlichen Darstellung von Zeitgeschichte ist für Prof. Dr. Sabrow der Zeitzeuge. Also nicht mehr so viele Zeitzeugen, die aus der Opferperspektive erzählen

 

Die Schulen sollen die Alltagsgeschichte der DDR in den Vordergrund stellen (FAZ v. 4.2.09), nicht die Repressionsgeschichte

In nahezu jedem Vortrag, den ich von ihm gehört habe, erwähnt Prof. Sabrow den „Zivilisationsbruch“, den die Nazis mit dem Massenmord an den Juden begangen hätten. Er muss nicht anfügen, dass demgegenüber die Verbrechen von Kommunisten überschaubar wären. Darin ist er sich mit seinem Mitdiskutanten Dr. Mählert einig: Vergleiche des Sozialismus mit dem Nationalsozialismus wären unzulässig.
Sabrows Vorgänger am Institut, Prof. Konrad Jarausch, nannte die DDR eine „partizipative Diktatur“. Wahrscheinlich, weil alle an der Mai-Demonstration teilnehmen durften (wie Richard Schröder vermutet).

Zu Sabrows Geschichtspolitik passt, dass bei der Behandlung der DDR in der Schule in Brandenburg neuerdings der „Beutelsbacher Konsens“ herangezogen wird. Der wurde 1976 relativ vage formuliert, um die parteipolitisch geprägten Politikdidaktiken der westdeutschen Bundesländer unter einen Hut zu bekommen und eine parteipolitisch unabhängige, wissenschaftsorientierte politische Bildung zu konstituieren. Gefordert wurde darin, dass Schüler nicht indoktriniert und überwältigt werden dürften. Dass dieses Papier in Brandenburg auf den Geschichtsunterricht über die DDR angewandt werden soll, irritiert. Soll jedem SED-Verfolgten der Stasi-Vernehmer als Zeitzeuge beigesellt werden, als Zeichen der Ausgewogenheit? Soll die ideologisch einseitige Staatsbürgerkunde der DDR jetzt wertneutral dargestellt werden?

Man sorgt sich in Brandenburg darum, dass Schüler nicht emotional überwältigt werden, wenn ein Zeitzeuge von seinem Aufenthalt in einem MfS-Gefängnis erzählt. Man soll nicht gleich mit dem Thema SED-Diktatur im Unterricht anfangen, sondern von der fortschrittlichen Sozialpolitik und Kinderbetreuung reden. Und wenn am Ende des Unterrichts herauskommt, dass die DDR keine Diktatur war, sei das auch o.k., so etwa Tilmann Grammes, Professor für Erziehungswissenschaft in Hamburg.

Man stelle sich vor, bei der Behandlung der NS-Diktatur hätten besorgte Historiker und Erziehungswissenschaftler so argumentiert: Multiperspektivisch muss der Unterricht sein. Nicht ständig die Überwältigung durch Überlebende der KZs als Zeitzeugen in den Schulen, Ausgewogenheit. Wenn die Schüler sich  ein Geschichtsbild konstruieren, in dem Hitler als Demokrat aufscheint, auch gut?

Wir haben uns als Geschichtslehrer der 68er Generation in Westdeutschland vorwerfen lassen müssen, dass wir es übertreiben mit der Betonung der Nazi-Gräueltaten. Aber kein Erziehungswissenschaftler und kein Geschichtsprofessor hat uns gesagt, wir sollten auf den Diktaturbegriff verzichten, auf Ausgewogenheit achten und wenn das Schülernarrativ die Nazizeit positiv sieht, wäre das ein legitimes Ergebnis subjektorientierten Geschichtsunterrichts.

Doch zurück zur Veranstaltung des Einstein-Forums:
Zum Abschluss soll ein Film gezeigt werden: Sonntagsfahrer, DDR 1963. Leipziger Familien wollen am 12. August 1961 nach Berlin fahren, um in den Westen zu fliehen. Der Mauerbau macht das Vorhaben unmöglich. Sie müssen zurückkehren. „Ein Defa-Versuch, über die Mauer zu lachen“, urteilt der Spiegel.

Nicht gezeigt werden diese Filme:
• Das ganze Halt (DDR 1963). Der Mauerbau wird als notwendige Schutzmaßnahme gegen die Aggressivität des westdeutschen Imperialismus dargestellt.
• Deutschland – Endstation Ost (DDR 1964; von der SED nicht freigegeben). Der belgische Dokumentarist Frans Buyens zeichnet ein eindrucksvolles Stimmungsbild der DDR-Bevölkerung kurz nach dem Mauerbau.

Wenn ein Film, in dem sich die SED über den Mauerbau amüsiert, so gut zu Geschichtswissenschaftlern passt, die sich über die Aufarbeitungs-Jubiläen amüsieren: hier Vorschläge für eine ganze Filmreihe:
• Der Partykeller von Hohenschönhausen
• Der 17. Juni in Berlin: Übermut tut keinem gut
• Erlebnispädagogik im Jugendwerkhof Torgau
• Wir hatten den besseren Sex (Regie und Hauptrolle: Katharina Thalbach)

Was fehlt: Das Wort vom „Aufarbeitungsfaschismus„.

Wahrscheinlich sind die sprachschöpferisch versierten Potsdamer Linksalternativen noch in Malle.

– Aufarbeitungs-Pipapo (3), (2)

Joachim Gauck Ehrenbürger Rostocks

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Nun ging es doch gut aus: Bundespräsident Gauck ist Ehrenbürger Rostocks.

Die linke Parlamentsfraktion hatte es vehement abgelehnt. Bei der Übergabe der Urkunde war kein linker Stadtverordneter anwesend.

Für eine Partei, die weiß, wie sich die Gesellschaft entwickelt und für die es nur das Freund-Feind-Schema gibt, ist der Parlamentarismus eine Herausforderung. Da muss man nämlich auch mit Abstimmungsniederlagen leben.

Gauck sagte einmal in anderem Zusammenhang, dass es in Mecklenburg immer ein wenig länger brauche als anderswo. In Brandenburg gilt laut Umfragen und Gutachtern der Enquetekommission die Linkspartei als die Partei, die sich am gründlichsten mit der DDR-Vergangenheit auseinandergesetzt hätte. Da sollten sich die Mecklenburger ein Vorbild nehmen. (So wäre meine „offizielle“ Version.)

Aber in Brandenburg läuft aber auch nicht alles so, wie es Meinungsforschungsinstitute und Gutachtern zu erkennen glauben. Nur der linke Ortsvereinsvorsitzende von Potsdam, ein angehender Politikwissenschaftler, hat das mit dem Pluralismus „begriffen“: Die Linkspartei und ihre linksalternativen Hilfstruppen hatten mit ihren Einwänden den Milliardär und Mäzen Hasso Plattner bewogen, darauf zu verzichten, eine Kunsthalle an Stelle eines DDR-Hotelturms in der Innenstadt zu bauen.Er baut stattdessen am Stadtrand. Der Linke meinte gelassen, davon gehe die „westliche Demokratie“ nicht unter, wenn Plattner nicht in der Innenstadt baue.

Wie war das mit der Renazifizierung der BRD?

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Die Unverfrorenheit, mit der ostdeutsche Politiker/-innen den Westdeutschen ihre „faschistoide“ Vergangenheit erklären, ist groß.

Der Brandenburger Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg, Mitglied der postkommunistischen Partei „Die Linke.“, in der DDR Lehrbeauftragter für sozialistisches Recht und Rechtsanwalt, heute Justizminister im Bundesland Brandenburg, hat in einer Veranstaltung, die mir unvergesslich bleiben wird, ohne jeglichen Widerspruch von „Renazifizierung“ der BRD gesprochen. Das hat er sicher während seines Studiums so gelernt. Er hat studiert bei einem Rechtsgelehrten, der zuerst Nationalsozialist, dann Sozialist war.

Mit brandenburgischen Steuergeldern macht er auch schon einmal ein Seminar über den „Rechtsstaat DDR“. Sein Chef, SPD-Ministerpräsident Platzeck, erklärt den Westdeutschen, wie die sich mit dem Faschismus versöhnt hätten.

Den Begriff „Renazifizierung“ sollte man sich genauer ansehen. Er meint die Wiederkehr der Nazis und dass sie in Westdeutschland wieder das Sagen gehabt hätten. Das ist schon besonders perfide. Denn, egal wie viele ehemalige Nazis weiter beschäftigt wurden oder sogar Karriere machten. (Das waren nun wirklich wenige.) Dass sie die Herrschaft angestrebt hätten, die Bundesrepublik destabilisierten und eine neue faschistische Diktatur errichten wollten, ja hätten, wie es „Renazifizierung“ nahelegt, ist falsch.

Das legt sogar eine Studie der sozialistischen Rosa-Luxemburg-Stiftung nahe, die zustimmend Ulrich Herbert, NS-Eliten in der Bundesrepublik, S.110, zitiert:

„Der Begriff »Renazifizierung«, mit dem bisweilen auch im aktuellen geschichts-
wissenschaftlichen Diskurs das Wiedereinrücken der schon vor 1945 in Elite-Posi-
tionen tätigen bürgerlichen Funktionsträger umschrieben wird, ist unglücklich, da er
den Opportunismus und die Anpassungsbereitschaft dieser Schicht unterschätzt und
offen lässt, inwieweit sich diese Gruppe gegen die Bundesrepublik engagiert hat. Es
stellt sich Frage, warum dieser Personenkreis, der in der frühen Bundesrepublik
weiterhin deutliche Wohlstands- und Statusgewinne verzeichnen konnte, sich gegen
die BRD wenden sollte. Im Übrigen ist festzustellen, dass die bürgerlichen Eliten des
»Dritten Reichs« nach 1945 vom Aufbau der BRD deutlich besser profitierten als
jene NS-Funktionsträger, die aus der Arbeiterschaft und dem Kleinbürgertum kom-
mend im »Dritten Reich« die mittleren und zum Teil auch hohen Ränge von Partei
und SA, teilweise auch der Waffen-SS gestellt hatten und dann im Zuge des Wirt-
schaftswunder ihr Auskommen auf »bestenfalls mittlerem Niveau fanden«.
(Fußnote 15 auf Seite 13)

 

Das veranlasst mich, aufzuzeigen, dass die BRD seit ihrer Gründung ein antifaschistischer Staat war, darin ehrlicher als die DDR mit ihrem verlogenen Antifaschismus. Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal tun würde, denn ich war gegenüber der westdeutschen Vergangenheitsbewältigung immer kritisch eingestellt und habe nur die Unzulänglichkeiten gesehen. Aber angesichts der Geschichtspolitik der Kommunist/-innen, die von Repräsentanten der Brandenburger politischen Elite perpetuiert wird, muss das sein. Den Rest des Beitrags lesen »