Lehrstunde für deutsche Journalist/-innen

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Das kann ich nicht übergehen, auch wenn es in diesem Blog nicht um Palästina geht!

(Nachtrag September 2016: Geht es jetzt auch! In Deutschland gibt es inzwischen eine , israelfeindliche, letztlich antisemitische Querfront, zu der auch Mainstram-Medien zählen.)

Dieser Youtube-Clip zeigt, wie ein CNN-Moderator eine palästinensische Aktivistin (vormalige Sprecherin, jetzt Rechtsberaterin der Terroristen) interviewt. Er konfrontiert sie mit ihr sichtlich unangenehmen Fragen, er fragt hartnäckig nach, belegt seine Frage mit Einspielern. Sie weicht aus, leugnet, nennt die Hamas-Raketen Spielzeugraketen usw.

Ach, wäre das schön, statt Todenhöfer-Geflöte, Pallywood-Filmen der Hamas-Presseagentur oder den gnadenlosen Verhören von Israelis bei WDR und DLF, solche Interviews in deutschen Medien sehen zu dürfen.

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„Das Land Brandenburg ist gnadenlos“

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sagt der Oppositionsführer im Landtag, der Grüne Axel Vogel. Es geht einmal wieder um die Bodenreform.

Nach der Revolution 89/90 hatte sich das Land Brandenburg Ackerland angeeignet, das nach der sowjetzonalen Bodenreform an Neusiedler vergeben worden war. Weil die Erben angeblich unbekannt waren, hatte sich das Land in 7550 Fällen ins Grundbuch eintragen lassen. Der Bundesgerichtshof hielt das für Vorgehen des Landes für „sittenwidrig“ und forderte die Rückübertragung.

Bei der „Bodenreform“ waren 1947/48 nach sowjetischem Vorbild Großgrundbesitzer enteignet worden. Das Land wurde – vorübergehend – mit großem Pomp an „Neubauern“ vergeben, die es wenige Jahre später dann an die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften abgeben mussten. Dies führte dann zur DDR-Flucht von Bauern und zu Selbsttötungen. Widerstand wurde mit Gewalt – Schlägereien, Drohungen, Brandstiftung, Zuchthausstrafen – gebrochen. Die Folge war eine Versorgungskrise und der Entschluss, die Insassen der DDR durch eine Mauer und Grenzzäune einzusperren.

Zu den Empfehlungen der Enquetekommission zur Aufarbeitung des Umgangs Brandenburgs mit der untergegangenen DDR gehört, das Unrecht bei der Rückgabe enteigneten Bodens an Bauern wiedergutzumachen. Die Kommission konnte von den regierenden Linken und Sozialdemokraten nicht verhindert werden. Am Schluss haben alle Landtagsparteien die Arbeit gepriesen. Aber geschehen ist bis heute nichts. Der Finanzminister Görke (Die Linke.), von dem man gewohnt ist, in häufiger Folge Pressemitteilungen zu einer Vielzahl von Themen zu lesen, hält sich bedeckt. Zu Einzelfällen befragt, verweist er auf den Datenschutz. Seine Partei preist die LPGen auch heute noch als fortschrittliche Erfindung.

Ein haarsträubender Einzelfall ging dieser Tage durch die Presse:

Die Eltern von Günter Deißler hatten östlich der Oder einen Bauernhof in Rampitz, das heute zu Polen gehört, erworben. Als Flüchtlinge erwarben sie westlich der Oder 1950 Bodenreformland. Beide Höfe waren mit Krediten gekauft worden, die die Familie jahrzehntelang abbezahlte, auch nachdem der Boden längst verloren war. Der letzte Kredit lief bis 1997. Daneben mußte Deißler Geld aufnehmen, um einen Teil des elterlichen Hofes zurückzukaufen. Den Rest hatte die Gemeinde inzwischen zu Bauland gemacht.

Günter Deißler zählt zu den 6500 weiteren Fällen von Neusiedlererben, die legal vom Land Brandenburg enteignet wurden.  Denn Rückgabe an die Erben sieht das Zweite Vermögensrechtsänderungsgesetz von 1992 nur vor, wenn diese mindestens zehn Jahre Mitglied der LPG gewesen waren. Das war der Sohn Günter Deißler nicht. Deshalb wurde er von der Landesregierung legal enteignet.

In solchen Fällen übersteigen die Gerichtskosten inzwischen den Grundstückswert, haben zu Insolvenzen geführt, zu zerrütteten Ehen. Linksparteivorsitzender Görke hat gerade die Wahlkampfsaison gestartet. Seine Partei sieht sich als die Partei des sozialen Brandenburgs.

(nach MAZ v. 2.8.14)

Siehe auch hier!

Petition zum Erhalt der GULag-Gedenkstätte „Perm 36“

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Bitte unterstützen Sie die Petition!

 

Update 5.3.15: Das einzige GULag-Museum Russlands schließt. Der Druck der Staatsmacht war so groß geworden, dass die Bürgerinitiative jetzt aufgibt.

Zuletzt hatten regierungstreue Medien das Narrativ verbreitet, das Museum wäre eine Filiale der Kiewer Faschisten. Strom und Wasser waren schon vor einiger Zeit abgestellt worden.

Mehr als die Hälfte der russischen Bevölkerung sieht Stalin positiv. Da stört ein solches Museum.

 

Jetzt bin ich mal gespannt, wie Herr Platzeck, Frau Vollmer oder Herr Teltschik darauf reagieren.

Spielfilme zur DDR

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Das Babelsberger Filmkunsttheater Thalia zeigt unter dem Titel „Jede Mauer hat zwei Seiten“ von Juli bis November 2014 Spielfilme. Auf der Webseite gibt es zu jedem Film nähere Informationen. Auch wer nicht in Potsdam ins Kino gehen kann, erhält eine Filmliste mit mehreren guten Filmen

Neues Webportal zum GULag

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Die Stiftung Aufarbeitung widmet sich diesem Thema auf einer neuen Webseite. Sie enthält kommentierte Medienlisten (Internetadressen, Video, Audio, Bücher, soweit möglich mit Link zum Dokument), die schon an anderer Stelle im Blog erwähnte GULag-Ausstellung.

Das ist sehr verdienstvoll, angesichts der „Abwicklung“ der einzigen russischen GULag-Gedenkstätte „Perm 36“ durch den „Demokraten“ (Altkanzler Schröder und Ex-Ministerpräsident Plsatzeck) Putin.

Vom „Guten“ der DDR-Schule

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Der Beitrag wurde zuerst 2009 auf meinem Schulbibliotheks-Weblog Basedow1764 veröffentlicht. Ein Update ist von heute.

Ich bin erstaunt, wie toll manche westdeutsche Pädagogen das DDR-Schulsystem finden. Reformschulen wie  die Laborschule Bielefeld, Fritz-Karsen-Schule Berlin, Helene-Lange Wiesbaden, wer kennt die schon?

Bedarf es einer Diktatur (Konsens-, Fürsorgediktatur), um die urmarxistischen Ziele gleicher Bildungschancen für Stadt und Land, für Frauen und Männer, zu erreichen? Oder das gemeinsame Lernen bis Klasse 6 oder 8 oder 10?

Ich habe einmal zusammengestellt, warum m. E. die DDR-Schule bis in die oberste Schulaufsicht hinein so bewundert werden könnte:

 

  • Die niedrige Abiturientenquote (10%). Mit den Übriggebliebenen konnte man in der Oberstufe richtig gut arbeiten.
  • Schwierige, renitente Schüler landeten in den offenen oder geschlossenen Jugendwerkhöfen. Dort hat man sie auf ein Leben als Hilfsarbeiter vorbereitet.
Lesetipp: Grit Poppe, Weggesperrt
  • Auf integrativen Unterricht (gemeinsames Lernen behinderter und nicht-behinderter  Schüler/innen) mussten sich die Kolleginnen und Kollegen auch nicht einlassen.
  • Die Schule war weitestgehend ausländerfrei.
  • So modernes Zeug wie Schüler-, Handlungs- oder Problemorientierung war nicht handlungsleitend. Differenzierung war zeitweilig nötig, damit keiner abfiel, aber ebenfalls keine grundlegende Planungskategorie. Referate und Gruppenarbeit wurden in Fachzeitschriften immerhin diskutiert. Der Unterricht war eher rezeptiv.
Wir hatten Ende der 80er Jahre im Westen sehr häufig im laufenden Schuljahr Zugang von Übersiedlerkindern aus der DDR und konnten Stärken und Schwächen dieser Schüler/innen gut sehen.
  • Unterrichtsvorbereitung war solides Handwerk. Die Lehrpläne waren nicht bloß Rahmenpläne, sondern hoch verbindlich. Unterricht war zentral vorgeplant. Man musste nicht selbst aufwändig didaktische Analyse betreiben, Bildungsgehalt und -inhalt destillieren, kognitive, soziale und methodische Lernziele konstruieren. Zügig durchgeplante, kleinschrittige  Stundenverläufe gab es für jedes Fach.
Als westdeutscher Junglehrer habe ich nach diesen Handbüchern Sport und Turnen unterrichtet. Das Fach hatte ich nicht studiert.
  • Die Einschätzung der vormilitärischen Ausbildung fällt mir etwas schwer. Ob der Umgang mit Handgranaten und Maschinengewehren von Vorteil ist? In Westdeutschland hat man ja die Sportschützen dafür. Vielleicht Einübung in Befehl und Gehorsam als Teil der Staatsbürgerkunde?
  • Der polytechnische Unterricht
In dem musste ich in Hessen so komplizierte Themen wie „Streik und Aussperrung“, „Betriebsverfassungsgesetz“, „Berufswahlvorbereitung“ „Bewerbungstraining“ unterrichten. Viel lieber hätte ich die Klasse jede Woche zur „Produktiven Arbeit“ in Betriebe geschickt wie in Ostdeutschland („Einführung in die sozialistische Produktion“).  Das hätte mir auch die Mühe der Organisation des Betriebspraktikums erspart.
  • Der Schulleiter konnte in Anwesenheit seines Kollektivs und des Schülermaterials Lob und Tadel verteilen, auch mal einen Rausschmiss vor versammelter Mannschaft vom Pedell durchführen lassen, wie in der Berliner Ossietzky-Oberschule.
Ich hatte einmal einen notorischen Schläger mit dicker Schülerakte voller schriftlicher Tadel vorübergehend von der Schulpflicht „befreit“. Das erlaubt mir zwar das Schulgesetz, aber das Schulamt war nicht erfreut. Eine hessische Amtsrichterin, vor der ich mich wegen dieser „Untat“ auf Betreiben des Schülervaters rechtfertigen musste, wies die Klage ab, weil ich alle Formalia beachtet hatte. Sie äußerte aber sehr ruppig ihr Unverständnis über Lehrer, die sich von solchen Schülern auf der Nase herumtanzen ließen und nicht früher reagierten. Die Dame kennt das hessische Schulrecht und die Schuljuristen nicht.
Da war die DDR-Schule angenehmer. Im Rahmen des Screenings aller 14-/15Jährigen auf Tauglichkeit für das MfS wären solche auffäligen Schüler auch gleich in den Jugendwerkhöfen verschwunden. (Der Ex-DDR-Innenminister, Ex-CDU-Landesvorsitzende Brandenburg, Verteidiger eines Ex-Spitzels der Linkspartei im Landtag, Herr Rechtsanwalt Distel, durfte  unwidersprochen in der Zeitung behaupten, das MfS hätte keine Minderjährigen angeworben, weil das gesetzlich in der DDR verboten gewesen wäre.
  • Für den Lernerfolg ihrer Schüler/innen waren die Lehrer verantwortlich. Das war ein herrvorragendes Instrument für Schulleiter/innen, um ihr Kollektiv zu formen. Und trug nicht unerheblich zu den guten Noten bei.
  • In Spezialschulen wurden unerbittlich die Talente (Fremdsprachen, Sport, Naturwissenschaften, Mathematik) einseitig gedrillt.

Abschließend, um Missverständnisse zu vermeiden, verweise ich auf Claudia Rusch:

“Deutlich zu benennen, welche Strukturen, Manipulationen und Repressalien das System bestimmt haben, heißt ja keineswegs, das dort stattgefundene Leben aller gleich mit zu verdammen.

Zum Umgang mit der DDR in Brandenburgs Schulen nach der Revolution.
Zum Mythos, Finnland hätte das DDR-Schulsystem übernommen.
Freya Klier über Schule in der DDR

Update 31.7.2014:

In der FAZ v. 31.7.14, S. 6,  interviewt die Bildungsredakteurin Heike Schmoll den emeritierten Erziehungswissenschaftler Heinz-Elmar Tenorth: „Ein blamables Ergebnis für die Gymnasien“ (Gegen Gebühr im FAZ-Archiv). Am Rande erwähnt Prof. Tenorth auch das Schulsystem der DDR: Der Anteil der Arbeiterkinder auf der Universität habe in den 80er Jahren bei 8%, in der Bundesrepublik bei 16% gelegen. Die kurze zweijährige Oberstufe war eingebettet in propädeutische Klassen in 8 und 9 und in Spezialschulen. Das Hochschulsystem unterschied sich stark vom westdeutschen: Es gab Seminargruppen, d. h. eine Fortsetzung der Oberstufe. Die Selbständigkeit, die schon von westdeutschen Erstsemestern abverlangt wurde, war nicht nötig und vor allem nicht erwünscht.

 

 

 

 

 

Jakob Augstein ist ein deutscher Journalist, …

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der nie gelernt hat, eine ordentliche Reportage zu schreiben. Er ist meinungsstark und nicht durch zu viel Information angekränkelt. Bei ihm fragt man sich, ob das, was er veröffentlicht, noch antizionistisch oder schon antisemitisch ist. Als Ziehsohn von Rudolf Augstein, der alles andere als Philosemit war, kann er wohl nicht anders. Er glaubt, die Zustände in Gaza und in Israel bestens zu kennen, obwohl er nie dort war und auch ausdrücklich nicht hinfahren will. Sein Wochenblatt Freitag ist ein bevorzugtes Blatt für linke Antisemiten und Antizionisten. Als Mitbesitzer des Spiegels darf er dort eine Kolumne schreiben, als Gegengewicht zum konservativen Jan Fleischhauer.

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Platz der Demokratie

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Um ausgewogen zu berichten geht es jetzt einmal um einen thüringischen Straßennamen. Bisher hatte ich vor allem Brandenburg im Visier. Neben Brandenburg ist auch Thüringen  ein Land, in dem die alten Einstellungen und Strukturen lange leben. Man kann sogar von sehr langer Dauer sprechen: In Thüringen gab es einen kommunistischen militärischen Aufstand, mit dem die Weimarer Republik beseitigt werden sollte. Und jetzt ist es das Bundesland, in dem mit knapper Mehrheit ein Linker Regierungschef werden könnte. Dabei sah es nach der Revolution so aus, dass dieses Land in unmittelbarer Nachbarschaft zu Westdeutschland, mit kräftiger Aufbauhilfe aus Bayern und Hessen, die Jahre der SED-dikatutr und des wirtschaftlichen Niedergangs am schnellsten abschütteln könnte. Allerdings geben die CDU-Ministerpräsidentin und die mitregierende SPD ein klägliches Bild ab und da bleibt wohl nur die Linkspartei übrig.

Im Norden Weimars liegt die kleine Gemeinde Kromsdorf. Im dortigen Schloss gibt es eine Verkaufsstelle des „Weinhauses zu Weimar“. Dieses Weingut des schon an der Saale als Weinproduzent tätigen Prinzen zur Lippe produziert in der Umgebung seit kurzem auf wenigen Hektar exzellente Weine. Es knüpft an eine Tradition an, die vor 150 Jahren abbrach.

Der Schlossplatz heißt, ja nun, „Platz der Demokratie“.

DDR-Straßenschild Demokratie

Das scheint eine realsozialistische Tradition zu sein: Propaganda, wo es nur geht, an Häuserwänden, auf Plakaten, in der Wochenschau, bei Straßennamen.

Um genau zu sein: Der Platz in dem Dörfchen wurde kürzlich umbenannt in „Stéphane-Hessel-Platz“. Der Namensgeber, Sohn des Schriftstellers Franz Hessel, Jude, französischer Widerstandskämpfer, KZ-Häftling, Kapitalismuskritiker und Verfasser eines weit verbreiteten Pamphlets „Empört Euch!“.

Was gerne übersehen wird, Hessel ist, so paradox das klingt, Antisemit und Antizionist. In seinem 13-seitigen Pamphlet, in dem er sich nicht die Mühe macht, irgend etwas zu begründen, empört er sich über die Nazis, den Kapitalismus und vor allem über Israel. Er schiebt Israel ein Kriegsverbrechen in die Schuhe, das laut UN-Tribunal die Hamas begangen hat. Dies wurde in keiner weiteren Auflage getilgt. Weniger Empörung, mehr Reflexion und Wahrheit wäre angebracht gewesen. Insofern ist der jetzige Platzname aber ein „würdiger“ Nachfolger für diesen thüringischen Platz der Demokratie.

„Darf man sich auch nicht entrüsten?“  Pierre Assouline in Le Monde; in französisch

Religion ist Opium fürs Volk

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sagte Karl Marx. Er machte sich zwar lustig über die, die seine Theorien in die Praxis umsetzen wollten, das hinderte Lenin nicht, als eine der ersten Maßnahmen nach dem bolschewistischen Putsch 1917 tausende Pfarrer erschießen zu lassen. Ulbricht wollte keine Kirchtürme mehr auf seinen Fahrten über Land sehen und schickte deswegen die Sprengmeister herum.

Der Kommunismus braucht keine fremden Götter, er ist selbst eine Kirche: Die Partei hat immer recht. Sie ist unfehlbar wie der katholische Papst. Das Böse wird nicht vom Teufel verkörpert, sondern von der Bourgeoisie und ihrem Kapitalismus. Das Paradies liegt nicht im Himmel, sondern kommt, nach einem langen, entbehrungsreichen Weg, schon im Diesseits.

Das muss der Regionalbischöfin i. R.  Elfried Begrich zusagen, denn sie schwärmt auf der Webseite der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dass die Genossinnen und Genossen zu den alten Werten zurückgefunden hätten und der Utopie einen Ort verschaffen würden. Ein Baustein sei das kommunistisch-sozialistische Gesellschaftsmodell.

Frau Dr. theol. Begrich schob auf Nachfrage nach, dass ihr nicht unbekannt sei, dass im „staatlich verordneten“ Kommunismus der DDR durchaus auch schon mal Unrecht geschehen wäre. Die Christenverfolgung in der DDR sprach sie nicht an.

Für die Linkspartei saß die Pfarrerin auch in der Bundesversammlung 2010, wo von ihr erwartet wurde, dass sie nicht den Pfarrerkollegen Gauck, sondern die westdeutsche Salonkommunistin Lukretzia Jochimsen zum Bundespräsidenten wählte.

Thüringen, wo der fromme Linke Bodo Ramelow demnächst Ministerpräsident werden könnte, ist anscheinend ein Hort christlich-kommunistischer Gemeinsamkeiten. In der Zeit berichtet Christoph Dieckmann von einer ökumenischen Tagung der Linkspartei in Erfurt 2010, die von Frau Dr. Begrich moderiert wurde:

„… Ein Schlusschoral entfiel, doch Ramelow sprach den Segen: »Toleranz gespürt, Verantwortung angemahnt, Dialog verabredet.« Dann reiste man ab, ein jeglicher in seine Stadt, um daselbst den Genossen das Wunder von Erfurt zu verkünden. Da staunten im Westen wohl viele. Im Osten entrang sich gewiss manch alter Tschekistenbrust das Stoßgebet: »Sankt Erich, hilf!« Ein Gemischtwarenladen war die Linkspartei schon immer. Jetzt wird sie auch noch vom Luther geritten.“

Der SED-Kunstraub

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Auf der Suche nach Geld hat die SED auch Kunsträuber losgeschickt, die das Land durchkämmt haben. War man fündig, kamen Stasi, Steuerfahnder und Kripo. Die Kunstbesitzer landeten im Knast und die SED verdiente auch noch an ihrem Freikauf durch die Bundesrepublik.

Während von Russland „Beutekunst“ zurückgefordert wird und von den Nazis enteignete Kunstwerke aus ehemals jüdischem Besitz neuerdings verstärkt gesucht und zurückgegeben werden, gibt es vergleichbare Aktivitäten beim SED-Kunstraub so gut wie nicht.

Jahrelang hatte die Bundesregierung DDR-Kulturgüter, die angeblich aus Museen stammten aufgekauft, um der SED bei der Devisenbeschaffung zu helfen. Als das – von Herbert Wehner als Gesamtdeutschem Minister – gestoppt wurde, begann der Raubzug durch die Wohnungen. Devisenbeschaffer Schalck-Golodkowski ließ Hallen bauen, in den West-Antiquitätenhändler die geraubten Gegenstände besichtigen und kaufen konnten. Die SED-Gesetzgebung hat die Besitzer von wertvollen Möbeln und Bildern als Händler definiert und Steuersätze von 90% bei An- und Verkauf festgelegt. Da entstanden schnell Steuerforderungen in Millionenhöhe. Da mit diesen Gesetzen, wie erpresserisch auch immer sie sein mochten, die Rechtsstaatlichkeit gegeben war, tun sich die Gerichte der Bundesrepublik schwer mit Rückgabeforderungen. Außerdem dreuen im Hintergrund die nicht entschädigten Enteignungen bei Mauergrundstücken und der Bodenreform. Dort, wo im Osten die Linkspartei regiert oder mitregiert, besteht keine Hoffnung auf Änderung. Die Linke sieht die DDR als Rechtsstaat.

Für westdeutsche Antiquitätenhändler war es eine Bonanza. Die SED lud zur Besichtigung nach Mühlenbeck am nördlichen Berliner Autobahnring ein, Übernachtung im Ostberliner Luxushotel inklusive. Für die Händler waren es meist Schnäppchen und man konnte leicht Schwarzgeld waschen.

Der Kunstraub war übrigens schon Teil der „Bodenreform“, bei der es um die Enteignung von Großgrundbesitzern und Unternehmern ging. Nach sowjetischem Vorbild sollte diese Bourgeoisie ausgelöscht werden. Daher wurde ihnen nicht nur der Grundbesitz weggenommen, sondern es erfolgte jegliche Vermögenseinziehung, Vertreibung von Haus und Hof, Berufsverbot und Wahlrechtsentzug.

Die Bundesregierung war durch den BND seit 1983 über den staatlichen Kunstraub informiert, hielt aber, der guten Beziehungen zur DDR wegen, still. Erste Rückgabeklagen, nachdem Raubgut im Westen erkannt worden war, wurden abgewiesen.

Ein besonders krasser Fall geschueht in Erfurt. Dort wird einem Ostasiatica-Sammler der Besitz weggenommen. Er kommt ins Gefängnis und erhält eine Millionenstrafe. Der größte Teil seiner Sammlung landet im Erfurter Anger-Museum.

Als der in USA lebende Sohn wenigstens ein paar Erinnerungsobjekte hjaben möchte, ansonsten die Sammlung im Museum belassen möchte, erklärt die sozialistische Erfurter Kulturdezernentin Tamara Thierbach, in der DDR sei alles rechtens vor sich gegangen, von Willkür könne keine Rede sein. Da könne jeder kommen und behaupten, das seien seine Kunstwerke.

nach: Der Spiegel 30/2014, pp 40 – 43: „Da klebt doch Blut dran.“