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Weltspitze in sozialer Ungleichheit: die arabischen Palästinensergebiete

Gepostet am Aktualisiert am

Während hierzulande jeden Monat neue Ungleichheitsstatistiken von der Armutsindustrie veröffentlicht und in den Nachrichtensendungen kommentarlos verlesen werden, bleiben die wirklich krassen Unterschiede in der Welt unerwähnt. Das sind die Staaten im Nahen Osten! An der Spitze stehen die Palästinensergebiete; sie sind weltweit führend in sozialer Ungleichheit.

Und ausgerechnet denen gilt das Mitgefühl der deutschen Gutmenschen. Fast nie, vor allem nicht in den Berichten der Mainstreammedien, wird der Reichtum der nahöstlichen Oberschichten thematisiert. (Nicht gemeint sind die mittelöstlichen Golfstaaten!) Nur in der Antisemitismusdoku von Hafner/Shapira wurden einmal die Prachtvillen mit Pool und Fitnessstudio der Herrscher in Gaza gezeigt. Der Film wurde von den Unbelangbaren bei Arte und WDR erbittert bekämpft.

Die Zahlen stehen im neuesten Bericht zur weltweiten Ungleichheit, den Thomas Piketty und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung veröffentlichten. (Hoffen wir, dass Pikettys Daten belastbar sind. Das ist nicht immer der Fall.). Alexander Wendt schreibt in seinem Blog Publico darüber. Daraus habe ich die Zahlen entnommen:

„In Europa kassieren die obersten zehn Prozent der Gesellschaft 37 Prozent aller Einkommen. Im Nahen Osten fließen 61 Prozent aller Einkommen in die Taschen des obersten Zehntels.“

Der sagenhafte Reichtum der islamistischen Oberschicht in Palästina erklärt sich aus den Zuwendungen der reichen Golfstaaten, den Spenden der islamischen Umma, den Milliarden von EU, UNO und den USA. (Obama hatte noch einmal draufgelegt.) Das Geld kommt nicht bei den Bedürftigen an, sondern bleibt bei den Funktionären von Hamas und Fatah hängen. Schon Arafat war Milliardär, seine in Paris lebende Ehefrau Millionärin. (Allerdings war er schon vorher gut verdienender Bauunternehmer in den Golfstaaten.) Dazu kommt noch das Geld, das die Hoheit über den Schmuggel nach Gaza bringt. Die Hamas enteignet rigoros Geschäfte und Grundstücke. Auch von Geldwäsche für al Quaida und IS ist die Rede.

Die Reichen entbehren in Gaza und auf der Westbank nichts, was es in USA und Europa zu kaufen gibt. Zu den Reichen gehört auch Ismail Haniyeh, bisher Premierminister von Gaza. Er zählt zu den 600 Millionären in Gaza, es gibt allerdings auch Milliardäre im arabischen Palästina. Die Zahl stand in der als glaubwürdig geltenden arabischen, in London erscheinenden Zeitung Asharq al Awsat.

Das Narrativ vom Apartheidstaat Israel als der Ursache allen Übels in Nahost, von der Pallywood-Industrie und Helfershelfern wie Sigmar Gabriel und der EU verbreitet, erfüllt seinen Zweck: Abzulenken von dem obszönen Reichtum der arabischen Oberschicht in Palästina. Wenn die Armen in Gaza und im ganzen Nahen Osten erkennen würden, dass sie ihre Unterdrücker und Ausbeuter selbst gewählt haben, würde mehr und anderes brennen als israelische Fahnen.

Und so berichtet die führende deutsche Qualitätszeitung, die Süddeutsche Zeitung:

SZ

Die taz, notorisch israelkritisch, hatte schon 2009 einen israelhassenden kommunistischen Juden Shir Hever aufgetrieben, der wissen wollte, dass Israel nach den USA das Land mit der größten Ungleichheit wäre.

Einer der wenigen kritischen Kommentare zum taz-Artikel:

„Ist ja schön von der taz, daß sie immer wieder Israelis und Juden zu Wort kommen läßt, die in Opposition zur offizielen israelischen Palästinenser-Politik stehen (gibt es eigentlich noch einen, der in der taz noch nicht veröffentlicht wurde?), aber mich wundert, warum ausgerechnet die taz palästinensische Oppositionelle ignoriert, die sich gegen die offizielle palästinensische Israel-Politik wenden und fordern, den Juden die selben Menschenrechte (nämlich nicht in die Luft gebombt zu werden, nicht mit Kassam-Raketen terrorisiert zu werden, nicht von der vollständigen Auslöschung bedroht zu werden) wie den Palästinensern zuzugestehen…“

Update 26.12.17:

Ein Google-Suchlauf („soziale Ungleicheit Palästina“) zeigt bei den ersten 50 Treffern keinen Hinweis auf die aktuelle Piketty-Studie bzw darauf, dass das arabische Palästina an der Spitze sozialer Ungleichheit steht. Der linksextremen taz (s. o.) und den rechtsextremen Deutschen Wirtschaftsnachrichten gelingt es sogar, Israel einen Spitzenplatz an Ungleichheit zuzuweisen.

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2 Kommentare zu „Weltspitze in sozialer Ungleichheit: die arabischen Palästinensergebiete

    […] Hamas und PLO vor allem sich selbst bereichern und unfähig sind, ihre Gebiete wirtschaftlich zu entwickeln, liest man weniger. Aber der Plan funktioniert. Die Zahl der Flüchtlinge wächst mit jeder Geburt. […]

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    […] Siehe auch hier! […]

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