Zeitzeuge Siegfried Wittenburg

Gepostet am Aktualisiert am

Unter den Kommentaren zum Spiegel-Artikel über den DDR-Versandhandel befindet sich auch der von Siegfried Wittenburg. Er bestätigt, was der Spiegel-Autor geschrieben hat und nimmt die Ostalgiker aufs Korn, die den Artikel zum Anlass nehmen auf den schlimmen kapitalistischen Westen zu schimpfen. U. a. schreibt er (Kommentar 5) über die DDR-Planwirtschaft:

„Als der Sozialismus den Brotpreis regulierte, landeten frische Brote massenhaft in den Schweinetrögen. Als der Sozialismus die Schweinefleischpreise subventionierte, machten die Züchter traumhafte Gewinne und die Menschen aßen fast nur noch Koteletts. Als der Sozialismus die Brötchen billig machte, landeten sie massenhaft in den Mülltonnen. Als der Sozialismus die Energiepreise subventionierte, wurde die Wohnungstemperatur mit dem Fenster reguliert. Als der Sozialismus die Mietpreise regulierte, verfielen die Städte. Als der Sozialismus nicht genügend Autos liefern konnte, stiegen die Schwarzmarktpreise. Als der Sozialismus private Handwerksbetriebe verstaatlichte, blühte die Schwarzarbeit. Als der Sozialismus nicht genügend Waren produzieren konnte, verdienten sich die Leute eine goldene Nase, die sich an den Verteilerstellen befanden.“

Ich habe Herrn Wittenburg einmal auf einer Tagung kennengelernt und freue mich jetzt über den überraschenden Fund.

Siegfried Wittenburg ist Fotograf. „Bildautor“ sagt er selbst. Er hat beeindruckende Bildbände und Ausstellungen zum Alltag in der DDR gemacht.

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