Nach der Wahl geht das AfD-Bashing erst richtig los

Es gibt wohl kein wichtigeres Thema als die AfD, wenn man unseren Medien glauben schenken darf.

Nun zeigt sich, was Auguren vorhergesagt haben: Die Umfragewerte für die AfD waren zu niedrig. Die Partei ist plötzlich zweistellig. Im Osten werden Ergebnisse um die 20% vermutet.

Es war zu erwarten, dass man mit einer Präferenz für die AfD hinterm Berg hält. Es könnten das Auto abgefackelt, der Arbeitgeber informiert, Adresse und Telefonnummer in linksextremen Medien veröffentlicht werden.

(Wie immer bei solchen Beiträgen: Ich wähle die Partei nicht, aber ich bin entsetzt, wie von den linksgrünen Medien alles, was rechts von rot-rot-grün ist, als Dunkeldeutschland diffamiert wird und unser Außenminister nicht mehr nur „Pack“, sondern „echte“ Nazis in den Bundestag einziehen sieht.)

Was wird sein, wenn demnächst 80 „echte Nazis“ in den Bundestag einziehen?

Wird die Antifa Molotowcocktails von den Zuschauertribünen schleudern oder mit Stahlzwillen schießen? Werden die Berliner Brauereien Kneipen nicht mehr beliefern, die AfD-Abgeordneten Bier ausschenken („Kein Bier für Rechts!“), wie das in München schon läuft? Gibt es eine Dauer-Mahnwache von Friedens-Aktivisten vor dem Bundestag? Werden die linken Projekte für mehr Demokratie den Bundestag ganz abschaffen wollen? Nicht zuletzt: Wird es einen ARD-Brennpunkt geben?

Inzwischen übt auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Schulterschluss mit SZ, Spiegel, Zeit usw. Der damit beauftragte Mitarbeiter schreibt, dass Frau Weidel in der berüchtigten ZDF-Sendung von Frau Slomka häufig unterbrochen worden sein soll. Er macht sich gar nicht mehr die Mühe, einen Mitschnitt der Sendung anzusehen, in dem er das unschwer hätte sehen und hören können. Er erzählt, dass andere Zeitungen erzählen, dass Frau Weidel vor vier Jahren eine schlimme E-Mail geschrieben haben soll und illegal eine Studentin und eine syrische Schutzsuchende beschäftigt und damit gegen Schweizer Vorschriften verstoßen haben soll. Verdächtig für FAZ-Mitarbeiter Justus Bender ist, dass Frau Weidel beidem mit „Vehemenz“ widerspricht. Er legt auch gleich noch eine weitere Spur: Die AfD reagiere erstaunlich gelassen. Also wohl eine willkommene Wahlkampfhilfe.

Im Feuilleton (12.9.17) geht es weiter: Der Politologe Dr. Martin Schäuble hat zahlreiche Jugendbücher zu Konflikten in allen Weltgegenden geschrieben. Jetzt nimmt er sich der AfD an. Dr. Schäuble vermutet, dass es die AfD Wähler abschrecken würde, wenn sie ihr Wahlprogramm auf große Plakate drucken würde. Zum Beweis zählt er auf: (Kursiv: meine Erläuterung)

  • Abschaffung der Erbschaftssteuer; er gibt selbst zu: stand in einem frühen Programm, wurde inzwischen gestrichen
  • Privatisierung der Arbeitslosenhilfe; die Forderung wurde bei der Abfassung des Grundsatzprogramms der Partei verworfen
  • Abschaffung der Schulpflicht im Programm der AfD-Sachsen-Anhalt. Home-Schooling ist z. B. in den USA erlaubt
  • Die AfD wolle nicht mehr die Erinnerung an den Holocaust als zentrales Element deutscher Erinnerungskultur. Laut Bundeszentrale f. pol. Bildung sieht sie darin ein zentrales Element, aber nicht das zentrale
  • Auf der Webseite stünde: „Multi-Kultur ist Nicht-Kultur“. Das ist m. E. diskutierbar. Bei multiplen Kulturen wird Integration unnötig
  • Die AfD vergifte die Alltagssprache, hätte eine Sprache der Verrohung erzeugt. Nun, „Bullenschweine“, „Deutschland Scheißdreck“ stammt nicht von der AfD. auch die AfD-Feinde stehen in nichts nach: Pack, Brut (Özdemir), echte Nazis. Das Wort „Lügenpresse“ wurde auch schon von SED und den 68ern verwendet. Dr. Schäuble hat wohl nie eine Pressemitteilung von Ulrike Marie Meinhof oder Veröffentlichungen auf Indymedia gelesen
  • Auch Zweifel am menschengemachten Klimawandel wirft der Politologe der AfD vor.
  • Stadtbibliotheken müssten schließen, wenn die AfD an die Macht käme. So wird auch noch jedem, dem Leseförderung am Herzen liegt, Anti-AfD-Bashing empfohlen

Wird das Buch des Politologen Dr. Schäuble Pflichtlektüre in rot-rot-grün regierten Bundesländern werden? Wird es die Bundeszentrale f. pol. Bildung ankaufen?

Ich bin gespannt auf ein Buch des Jugendbuchautors über das Programm der Linkspartei.

Wenn ich vorhergesagt habe, dass der hysterische Abwehrkampf gegen die AfD noch gesteigert werden wird, so kommen mir doch Zweifel, ob eine Steigerung überhaupt noch sein kann:

  • Der Tagesspiegel bringt schon die Steckbriefe potentieller „echter Nazis“, sprich AfD-MdBs. Darunter ein besonders niedlicher: der echte Nazi ist überdies noch Klimaleugner.
  • Cem Özdemir legt noch eine Schippe drauf: Die AfD stelle all das infrage, was Nachkriegskonsens war: „Nie wieder Auschwitz!“ Das schreibt er in seinem Facebook-Account. Wenn ich richtig lese, sagt er damit, dass die AfD ein neues Auschwitz vorbereitet
  • Ein Artikel der Zeit war über die angeblich illegal beschäftigte Putzhilfe bei Alice Weidel: „Alice Weidel ließ Asylbewerberin schwarz für sich arbeiten“. Die Zeit-Faktenfinder vermuteten nicht, sondern waren sich gewiss, dass Frau Weidel gegen Schweizer Recht verstoßen hat. Zeit Online zensiert Kommentare so rigoros wie die SZ und wie Facebook löscht. Ein User „Thyrm“ kommentierte ironisch: „Eine Homosexuelle mit asiatischstämmiger Lebenspartnerin und syrischer Putzhilfe scheint mir nicht unbedingt der Inbegriff eines Neonazis zu sein…“. Die Zeit-Moderatoren antworteten so: 

    „Hallo Thyrm,
    sie wissen aber schon, dass die Nationalsozialisten damals mit Japan (Asiaten) verbündet waren und die Juden (ganz entfernt mit der im Text erwähnten Syrerin vergleichbar) für sich haben arbeiten lassen? Insofern kann man auch sagen: der absolute Inbegriff eines Neonazis.
    Die Redaktion/sq“ (gefunden bei Unbesorgt.de)

    Auch die Süddeutsche Zeitung Online löscht, was ihr nicht passt. Stehen bleiben darf aber, dass in den Kommentaren zu dem Thema ein User unmoderiert schreiben darf: „Da sollte die Politik vielleicht über Zwangsadoptionen und Umerziehung von AfD-Kindern nachdenken.“

    Lässt sich das noch steigern? Vielleicht wühlt eine Zeit-Feuilleton-Redakteurin gerade in der Weidelschen Mülltonne?

Update: Die AfD fordert ihre Wähler auf, die Stimmenauszählung zu beobachten. Nachdem es schon in Bremen und NRW einmal zu Unregelmäßigkeiten gekommen war, befürchten sie dies erst recht am Sonntag.

Update: Statt der Wiederkehr von Auschwitz, wie es Cem Özdemir angesichts des Einzugs der AfD in den Bundestag prophezeit, nun dies:

Rede von Dr. Alice Weidel zu EZB

Rede von Tino Chrupalla  zu Siemens Entlassungen und Energiewende

Rede von Joana Eleonora Cotar  zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz

Rede von Prof. Dr. Heiko Heßenkämper zu Siemens (mit SPD-Helau-Ruf 1:43)

 

2 Kommentare zu „Nach der Wahl geht das AfD-Bashing erst richtig los

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