Haya (11) übt das Anlegen des Schleiers

Gepostet am Aktualisiert am

Henryk Broder sieht fern. (Auch die Kommentare sind lesenswert)

Was sieht er?

Beim WDR-Schulfunk „Planet Wissen“ vermisst er den Faktencheck, für den der Sender inzwischen berühmt ist.

Die FAZ setzt in ihrem Hochglanzmagazin, das dem Blatt gelegentlich beiliegt, die Verschleierungsgrenze nochmals herab. Das Lifestylemagazin lässt sechs junge, gut aussehende Musliminnen die von Islamisten seit ca. 30 Jahren forcierte Verschleierung als feministischen und modischen Gewinn für Frauen preisen. Eine von ihnen, von Beruf Kopftuch-Stylistin, erzählt: „Als meine Tochter neun Jahre alt war, wollte sie auch ein Kopftuch tragen. Ich fand das nicht gut… Aber sie wollte es von Herzen, und ich wollte es ihr nicht verbieten. Es macht sie glücklich, es zu tragen (Frankfurter Allgemeine Magazin, September 2017, p 56f).

Das Blatt findet Gefallen am islamischen Verschleierungsgebot. Im Feuilleton v. 29.9.17: „Schleier machen Frauen“ wird das Buch einer britischen Theologin rezensiert: Elizabeth Bucar, Pious Fashion, How Muslim Women Dress. Fazit: Das religiöse Verschleierungsgebot ist nun einmal in der Welt und die Frauen eignen es sich auf spezifische Weise an. Es wird zum modischen Accessoire. Frömmigkeit und Mode sind kein Widerspruch mehr, es gibt High-Tech-Kopftücher, Designer-Ganzkörperschleier und stylish-modische Outfits. Nachdem 1992 das Kopftuchverbot des Schahs aufgehoben wurde, sind Schleier wieder schick geworden. Der Tschador ist das bevorzugte Kleidungsstück bei festlichen Anlässen, ähnlich einem Kostüm im Westen, sie sind das bevorzugte Kleidungsstück. Zwar wird erwähnt, dass es „vielleicht“ Sanktionen der Sittenpolizei gibt. Viel schlimmer aber wäre die Kritik anderer Frauen, wenn man bei der Verschleierung daneben greift, etwa zu viel Haar zeigt, aber auch zu viel bedeckt, altmodisch oder zu westlich gekleidet wäre. Der von Frauen internalisierte Mäßigungsdruck auf ihr Geschlecht zeige sich vor allem in der Kleidung.

Im Westen ist es für Frauen doch viel schlimmer, schreibt die Rezensentin Felicia Englmann. Da zeige er sich beim Lohnniveau und der Vergabe von Führungspositionen. (Ob sie da den Buchinhalt referiert, kann ich nicht sagen.)

Jetzt bin ich gespannt auf ein Buch über Gender Pay Gap und Gender-Mainstreaming in muslimischen Ländern.

Bemerkenswert ist, dass Frau Bucar nur aus Teheran, Istanbul und Yogiakarta, Indonesien berichtet. Ein arabisches Land ist nicht dabei. Dabei wäre es doch spannend gewesen, von coolen Modetrends moderner Frauen bei Ganzkörperverschleierung in Saudi-Arabien zu erfahren.

 

 

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