DDR-Bewohner schrieben an die BBC

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Susanne Schädlich fand zufällig in Stasi-Akten einen Hinweis auf abgefangene Briefe Ostdeutscher an die Londoner BBC. Sie wurden dort viele Jahre in einer in der DDR beliebten Hörfunksendung verlesen. Hier ihr Bericht. Sie hat inzwischen in einem britischen Archiv Originalbriefe gefunden und konnte einen vom MfS aufgespürten und verurteilten Briefschreiber interviewen. Daraus ist ein Buch entstanden.

Von Susanne Schädlich ist u. a.auch „Immer wieder Dezember“, die Geschichte, wie ihr Onkel ihren Vater, den Schriftsteller Hans-Joachim Schädlich an die Stasi verriet und sich dann selbst tötete.

Die BBC-Sendung „Briefe ohne Unterschrift“ lief von 1949 bis 1974 am Freitagabend 20.15 Uhr. Die Briefe wurden an wechselnde Deckadressen in Berlin (West) geschickt und nach London weitergeleitet. Die Stasi fing jährlich bis zu 1.000 Briefe ab und suchte intensiv nach den Briefschreibern.

Im Zuge der KSZE-Entspannungspolitk wurde die Sendung eingestellt. In den letzten Jahren häufte sich in den Briefen die Kritik an der sozialliberalen Ostpolitik, die der SED nach Meinung der Briefschreiber zu weit entgegenkam.

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