Neues von den öff.-rechtl. Zensoren

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Inzwischen haben auch die grünlinken Mainstreammedien und die FAZ den Skandal um die verweigerte Ausstrahlung des Antisemitismusfilms „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner durch arte und WDR aufgegriffen. Nachdem der Zentralrat der Juden protestiert hat.

Dass der Programmdirektor Le Diberder des französisch-deutschen Senders kein Öl ins islamistische Feuer in Frankreich gießen will, mag nachvollziehbar sein. Dass die deutschen Demokratieabgabezahler sein hohes Gehalt mitfinanzieren und der WDR strammsteht, weniger.

Der Film wäre nicht ergebnisoffen, wird von den unbelangbaren Direktoren und Abteilungsleitern in Straßburg und Köln gesagt. Wie muss man sich das vorstellen? Ein ergebnisoffener Film über Antisemitismus? Ich höre das auch von DDR-Forscher*innen. Am besten man addiert die Pros und Contras der SED-Diktatur bzw. des Antisemitismus, so dass die Zuschauer sich dann ihr Narrativ heraussuchen.

Was wurde vereinbart, wenn den Filmemachern jetzt vorgeworfen wird, sie wären von der Vereinbarung abgewichen? Ich stelle mir vor, es wird eine Dokumentation zu einem Thema gemacht und heraus kommt etwas, woran man am Anfang gar nicht gedacht hat.

Es sieht nach etwas anderem aus: Wer den Film sehen konnte, sagt, dass man Bilder aus Gaza sieht, die man von den ARD- und ZDF-Resident*innen in Israel bisher nicht gesehen hätte. Das von unseren Medien gepflegte Bild vom „Freiluftgefängnis“ Gaza (Dunja Hayali) wird wohl etwas erschüttert.

(Gleich noch eine Kostprobe von der Art der Berichterstattung des Markus Rosch, Bayerischer Rundfunk: „In Jerusalem leben jüdische Siedler, Christen und Muslime auf engstem Raum“. Jüdische Siedler, nicht etwa Juden!; nochmal der Link zur Zusammenstellung der spezifischen Art der Israel-Berichterstattung im ö-r. TV.

Haben die Damen und Herren des ö.-r. TV erwartet, man liefert ihnen ein paar Bilder und O-Töne von Pegida-, NPD- und AfD-Nazis? Wäre der Film dann gesendet worden?

Jetzt legt der WDR, der die Herstellung ein Jahr begleitet und vor fünf Monaten abgenommen hat, nach: Der Film wäre handwerklich schlecht und werde den Qualitätsmaßstäben des Fernsehens nicht gerecht. Die Filmemacher müssen kurzfristig Quellen für ihre Aussage vorlegen, dass europäische Hilfsgelder für terroristische Zwecke ausgegeben werden.

Keine Probleme hatte der WDR dagegen bei der Ausstrahlung eines Films, bei dem dem niederländischen Rechtspopulisten Wilders dubiose israelische Verbindungen unterstellt wurden. Letztlich sollen es die Juden gewesen sein, die Wilders zu seinem antiislamischen Kurs bewegt hätten. Welche Qualitätsmaßstäbe wurden da angelegt? (Das wurde ein klein wenig korrigiert, als der Film in der Mediathek stand.)

Le Diberder fühlt sich tief betroffen von den Vorwürfen in den sozialen Medien. Er zeigt lieber einen Film über Israels Besatzungsregime. Dieser Film ist so fehlerhaft und manipulativ, dass ich ihm seine tiefe Betroffenheit nicht abnehme. Er ist einer der hoch bezahlten Unbelangbaren, die nervös werden, weil ihre „Qualitätsmaßstäbe“ nicht mehr kritiklos hingenommen werden.

Ob er noch alle Tassen im Schrank habe, hätte ich jeden gefragt, der mir noch vor zehn Jahr prophezeit hätte, dass 2017 ein Programmdirektor die Ausstrahlung einer seriös recherchierten Dokumentation verweigern könnte, weil sie sich nicht in die „editoriale Linie einfüge“. Mindestens hätte ich dem Unkenrufer entgegen gehalten, dass die Chefs kooperierender Anstalten dem Durchgeknallten in den Arm fallen würden.“ (Thomas Rietzschel auf AchGut)

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Ein Kommentar zu „Neues von den öff.-rechtl. Zensoren

    […] Siehe auch hier! […]

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