Ulrike jubelte

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Der Film von Georg M. Hafner über die Flugzeugentführungen und Mordanschläge der frühen 70er Jahre, die Palästinenser unter Mithilfe der linksextremen deutschen RAF, Tupamaros und Bewegung 2. Juni begingen und in der Katastrophe auf den Olympischen Spielen 1972 gipfelte, lässt mich nicht los.

Die deutschen Behörden ließen alle arabischen Beteiligten, die Mörder, die Hintermänner laufen, schoben sie ab. Die Fluggesellschaften hofften, sich durch Schutzgeldzahlungen an palästinensische Banden freikaufen zu kaufen. Die Hoffnung erfüllte sich nicht.

Von den Israels lernen wollte man nicht. Sie lebten damals schon 30 Jahre mit dem Vernichtungswillen ihrer Nachbarn. Nach ihren Erfahrungen wurden sie nicht gefragt.

Ich frage mich, was die Herren Steinmeier, Schulz, Gabriel und Nahles dazu bringt, um die Zuneigung der palästinensischen Araber zu buhlen:

  • Gabriel: „Mein Freund Abbas“, „Apartheid-Regime“, Gespräche mit umstrittenen Aktivisten
  • Nahles: SPD und PLO haben gemeinsame Werte
  • Schulz: „inspirierender“ Redner Abbas, falsche Zahlen zur Wasserversorgung auf der Westbank (auf Deutsch! in der Knesset!)
  • Bundespräsident Steinmeier: Kranzniederlegung am Grab von Abbas (Fotos), „klare Worte“ (Deutschlandfunk) zur Siedlungspolitik, aber nichts Erwähnenswertes zum 70jährigen militärischen und terroristischen Kampf der Araber gegen Israel oder zu 50 Jahren deutsch-israelischen Beziehungen

Die Journalist/-innen von SZ und FR spielen es herunter: Fehler, ein Versehen. Anna Pritzkau vermutet in der heutigen FAS, in einem ganzseitigen lesenswerten Text, was die SPD zu ihren „Versehen“ motiviert: die wachsende Zustimmung in der hier lebenden Bevölkerung zu anti-israelischen Positionen.

Ulrike Meinhof soll, so Hafner im Film, begeistert gewesen sein, als sie von dem Attentat auf die israelischen Olympioniken hörte. (Im Film: 1:25,20)

Das Internationale Olympische Komitee hat nie zugelassen, dass bei den nachfolgenden Spielen der toten jüdischen Sportler gedacht wurde.

Die Süddeutsche Zeitung hatte 2012 einmal Helden der 68er Szene besucht. Sie waren eng vernetzt mit denen, die antisemitisch und antiisraelisch waren, Anschläge gegen jüdische Einrichtungen planten oder die PLO besuchten. Sie sympathisierten mit den POL und Arafat und hielten Israel für rassistisch und imperialistisch: Renate Künast verehrte Rainer Kunzelmann. Sie habe viel von ihm gelernt, sagt sie. Mit den Journalisten sprechen will sie nicht. Der Verleger und Bundesverdienstkreuzträger K.D. Wolff will nicht mehr daran erinnert werden, dass es zwei ehemalige Mitarbeiter seines Verlages waren, die in dem nach Entebbe entführten Flugzeug die jüdischen Passagiere selegierten, wie einst ihre Väter an der Rampe in Auschwitz. Eine Verlagsmitarbeiterin heiratete Che Guevara und schenkte ihm einen Sohn. Joschka Fischer nahm an einer PLO-Konferenz teil, auf der die Vernichtung der Juden diskutiert wurde. Mit den Journalisten sprechen will der ehemalige Bundesaußenminister nicht. Grünen-MdB Ströbele, der einen Ex-RAF-Terroristen in seinem Büro eingestellt hat, ist im Film neben Kunzelmann zu sehen. Er ist der Ansicht, dass die Israelis selbst dran schuld seien, wenn die Araber sie bekämpfen. Cohn-Bendit war zwar erschrocken über den (missglückten) Bombenanschlag auf das Berliner jüdische Gemeindehaus 1969, aber geißelte den offiziellen deutschen Philosemitismus und wollte „die palästinensische Revolution“ nicht verraten.

Ist es nicht eine Ironie der Geschichte, dass den Vätern der 68er Generation vorgeworfen wurde, sie würden nicht über die Nazizeit und ihre mögliche Verstrickung reden wollen? Und jetzt sind es die Söhne, die fuchsteufelswild werden, wenn sie auf ihr Verhalten in der 68er Zeit angesprochen werden oder einfach stur schweigen.

 

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