Umverteilung und Energiewende

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Zurzeit ist mir die Information über die aus dem Ruder laufende Umstellung auf erneuerbare Energien wichtiger als die Beobachtung und Kommentierung der DDR-Aufarbeitung.

Wie auch bei anderen Themen ist die Berichterstattung sehr selektiv. Wo liest man, dass die Windräder den Vogelbestand in Deutschland schon jetzt merkbar reduziert haben, insbesondere geschützte Arten? Während eine Autobahn neu geplant werden muss, weil ein Vogelpärchen auf der geplanten Trasse brütet, dürfen Windräder Tausende Vögel töten. Das wird höchstens einmal in einem „Tatort“ thematisiert, nicht aber in Nachrichtensendungen.

Wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint, wird Strom aus ausländischen Kohle, Öl- oder Atomkraftwerken hinzugekauft. Die Erzeuger alternativer Energien, dazu zählt jeder, der ein Solarpaneel auf dem Dach hat oder Mitbesitzer eines Windrades ist, erhalten Geld, auch wenn sie KEINEN Strom liefern. Erzeugen Wind und Sonne zu viel Strom, wird der ins Ausland verkauft oder auch verschenkt,um ihn überhaupt los zu werden. Dadurch werden nicht nur die Kalkulationen der dortigen Stromproduzenten durcheinander gebracht, die Netzbetreiber haben wegen der Schwankungen Angst um die Stabilität ihrer Leitung. Die Tschechoslowakei nimmt schon keinen deutschen Strom mehr ab.

Dabei hat Deutschland Glück, eine vergleichbare Energiewende in Groß-Britannien hätte höchstwahrscheinlich zu Stromausfällen geführt, da dort die stromliefernden Nachbarstaaten fehlen. In Südaustralien hat eine regionale Regierung konventionelle Kraftwerke abgeschaltet. Um den kommenden Kollaps zu vermeiden, hat man jetzt gigantische Speicherbatterien angeschafft. Eine 100 kWh-Batterie liefert für den Bezirk vier Minuten Strom und kostet so viel wie zehn konventionelle Kraftwerke.

Der CO2-Anteil an der Luft ist in Deutschland höher als in Frankreich (Atomkraftwerke!) und mit Ausnahme Belgiens auch in den anderen Staaten. Wie das, wenn Deutschland Vorreiter beim Schutz der Weltklimate sein will? Je mehr regenerativer Strom erzeugt wird, desto höher sind die Ausfälle, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Für diese Zeiten müssen konventionelle Kraftwerke in Bereitschaft gehalten werden. Dafür zahlen die Steuerzahler bzw. die Stromverbraucher Geld an die Kraftwerkkonzerne. Da neue konventionelle Kraftwerke mit hochwirksamen Filtern nicht gebaut werden dürfen, (Die Grünen verhinderten sogar ein Pumpspeicherwerk im Schwarzwald!) bleiben nur die alten Kraftwerke als Reserve. Wenn die dann gebraucht werden, blasen sie viel CO2 in die Luft. D. h.: je mehr alternativer Strom, desto mehr CO2-Ausstoß. Da weitere Atomkraftwerke stillgelegt werden, entsteht die Frage, ob nicht mehr konventionelle Kraftwerke als Reserve gebaut werden müssten.

Jetzt wird mit Hochdruck in Zapfanlagen für E-Mobile investiert: Wenn einmal 40 Millionen Autos mit Strom versorgt werden müssen, müssten die derzeit vorhandenen 30.000 Windräder um 35.000 mehr als verdoppelt oder 20 Gaskraftwerke gebaut werden. Diese neue Infrastruktur wird natürlich von allen Stromkunden bezahlt werden müssen. Da nahezu eine Verdopplung der Stromproduktion fällig wäre, kann man pi mal Daumen von einer Verdopplung der Subventionskosten ausgehen.

Möglich ist, dass die Energieausbeute pro Windrad durch technische Maßnahmen gesteigert werden kann und weil Ex-Wirtschaftsminister Gabriel einige marktwirtschaftliche Elemente in die Energiewende-Planwirtschaft eingeführt hat, so dass der Strom von den Offshore-Windrädern billiger werden könnte. Entscheidend wird das nicht sein. (Gabriel ist übrigens der Politiker, der gesagt hat, dass der Rest Europas uns wegen der Energiewende für bekloppt hält.)

25 – 27 Milliarden € kostet die Energiewende zurzeit jährlich zusätzlich. Ex-Minister Trittin ging vor 15 Jahren von monatlichen Mehrkosten in Höhe einer Eiskugel aus. Heute sind es schon 16 Eiskugeln!

Jetzt kriege ich die Wende zum Sozialismus-Thema dieses Blogs doch noch hin!

Martin Schulz, Jürgen Trittin, Andrea Nahles, die linken Armutsforscher/-innen und Sozialindustriellen kennen nur eines: Umverteilen! „Obszöne Gehälter“ verbieten, den „Reichen“ wegnehmen, neue Renten in Aussicht stellen, die angeblich ständig wachsende Alters-, Witwen-, Rentner- und Kinderarmut abstellen, das Ehegattensplitting abschaffen.

Worüber sie schweigen: Die Stromsubventions-Milliarden, die eine grünen-nahe, gut verdienende Schicht auf ihre Konten leitet. Finanziert wird das von denen, „die im Stau stehen“, wie der SPD-Vorsitzende zu sagen pflegt. Dafür gewährt er neue sozialpolitische Wohltaten, denn: „Wir haben Haushaltsüberschüsse in Milliardenhöhe.“ Wegen der explodierten Strompreise werden demnächst der Hartz-4-Satz, der Mindestlohn und die Rente mit 63 erhöht werden müssen.

Strompreise EU 2015 im Vergleich

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