ARD sucht anderswo nach Fake-News

Gepostet am Aktualisiert am

„faktenfinder“ nennt sich das Portal, das die ARD gerade gestartet hat, um „gezielte Falschmeldungen“ und ihre Urheber ausfindig zu machen.

Zuerst dachte ich, die überprüfen ihre Nachrichtensendungen und Magazine und was sie von dpa kriegen. Etwa das Narrativ des ARD-Nahost-Korrespondenten über die Wasserversorgung auf der Westbank. Oder sie überprüfen den Wahrheitsgehalt von „Studien“ über Pay Gap oder wachsende Armut, bevor sie deren Inhalt verkünden. Oder die dpa-Mitteilung, dass Juden Trumps Wahl finanziert hätten.

Aber nein, es geht nicht um das eigene Schaffen. Es geht – natürlich – um Lügen, Halbwahrheiten und Gerüchte im Netz. Das ZDF plant das gleiche. Die ARD produziert keine Fake-News, sondern höchstens „handwerkliche Fehler“.

Update: Die FAZ spricht inzwischen von der „Fake-News-Suche“ als neuem Big Business. Es gäbe

  • ARD-faktenfinder
  • Correctiv (finanziert von G. Soros, BILD, Spiegel, Deutsche Bank) Chefredakteur Markus Gill ist nach mehreren halbgaren, aufgeblasenen oder schlicht falschen Enthüllungen nicht mehr dabei. (31.8.17)
  • Deutschland sicher im Netz
  • Deutsches Internet-Institut
  • Stiftung digitale Chancen
  • Hoaxmap (will Fake-News über Geflüchtete aufspüren)
  • Clicksafe (EU)
  • in Vorbereitung: ZDF-Faktenfinder
  • Jeff Jarvis, der Internet-Nerd, will gar weltweit die Fake-News-Produktion erforschen. (Jarvis informiert sich über das Weltgeschehen durch Twitter und Facebook und meint, wenn BILD den Lesern Kameras schenke, sei das die Zukunft des Journalismus; GS)

Bemerkenswert ist, dass zahlreiche Querverbindungen zur Kahane-Stiftung bestehen und manche Fake-Expert*innen an mehreren Stellen präsent sind. Jedenfalls gibt es neue Arbeitsplätze für alle, die etwas mit Medien und Kommunikation machen wollen.

 

Gerade frisch eingetroffen:

mdr-Fake. Eine beengt wohnende Linken-Stadträtin als Frau von der Straße über steigende Mieten. Die ARD-Faktenchecker waren wohl außer Haus unterwegs. (1.9.17)

ZDF-Klartext: Eine Linksparteiaktivistin als Frau von der Straße:

Frau Merkel wird in der Sendung mit Petra Vogel, einer Gebäudereinigerin aus Bochum, konfrontiert. Die  verdient so wenig, dass sie nach 40 Berufsjahren nur 654 Euro Rente verdienen wird. Die resolute Frau wird sogar mit einem Einspielfilm gezeigt, der sie bei ihrer Arbeit zeigt. Was der Zuschauer nicht erfährt: Die Frau ist nicht nur in der Industriegewerkschaft Bau als Betriebsrätin tätig, sondern auch bei der Linkspartei aktiv. Ihre E-Mailadresse gehört zu einer Linksparteidomain.

… Die Gebäudereinigerin hält Merkel das österreichische Rentensystem entgegen, das Menschen nach einem vergleichbaren Arbeitsleben viel besserstellt. Dort müssten „die Alten nicht am Bahnhof herumstreichen, um Flaschen zu sammeln“. (Text zu ZDF-Klartext nach welt.de)

Beides, das Flaschensammeln armer Rentner*innen und das vorbildliche österreichische Rentensystem, sind stereotype Wahlkampfslogans der Linkspartei

Weitere Fake-News-Beiträge im Blog

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