Eine neue „Studie“: Rassismus gegen Journalisten

Gepostet am Aktualisiert am

Prof. Dr. Andreas Zick ist Konfliktforscher und Stiftungsratsvorsitzender der linken Amadeu-Antonio-Stiftung. Jetzt hat er eine Umfrage unter Journalisten gemacht und kommt auf Grund der Rückläufe (400-783) zu der Erkenntnis, dass es einen Rassismus gegen Journalisten gäbe. Fast jeder zweite der Befragten gibt an, von einem hasserfüllten Angriff getroffen worden zu sein.

Machen wir es kurz und zitieren aus einem höflichen, aber vernichtenden Kommentar zur Pressemitteilung:

„…empfiehlt es sich die Studie aufmerksam zu lesen.

Ich zitiere S. 10:
`Für einen großen Teil der befragten Journalist_innen lassen sich die Angriffe vor allem auf Gründe zurückführen, die eher auf einer Sachebene angesiedelt sind und Parameter wie redaktionelle Berichterstattung, Beitragsinhalte und ähnliches erfassen. (siehe Abb. 4)´

Die Frage, ob Journalisten ihren Berufsstand für die Angriffe verantwortlich machen war eine Ja/Nein-Frage und ein Schreiber, der aus beruflichen Gründen einen Text verfasst, persönlich sogar von der Richtigkeit überzeugt sein mag, antwortet auf eine solche Frage natürlich mit ‚Ja‘, auch wenn er Recherchefehler begangen hat. Demnach würde die Studie genauso die These belegen, dass Journalisten in der jüngeren Vergangenheit schlecht recherchieren und tendenziöse Berichterstattung betreiben. Zur Einführung in die Materie empfehle ich Noam Chomsky, Thought Control oder The Manufactured Consent. Ich würde Eulen nach Athen tragen, würde ich nun die Literatur und die Studien aufzählen, die in der jüngeren Vergangenheit das Totalversagen der Medien insbesondere bei den Themen Außenpolitik und Demokratie belegen. Einfach mal an das Bücherregal der Kommunikationswissenschaft der nächsten UB gehen.

Insofern ist die Aussage `Hass und Wut richten sich gegen den Berufstand´ propagandistisch. Weil er aus der Studie nicht zu folgern ist. Richtig wäre gewesen: `Das Publikum ist durch das verbreiterte Informationsangebot schneller bereit kritisch Stellung zur journalistischen Berichterstattung zu nehmen.´ Nur die absolute Minderheit der Kommentare gegen Journalisten lassen sich mit einem extremistischen Hintergrund erklären. Dieser Beitrag ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man mit empirischen Daten und einer freien Interpretation den gegenteiligen Eindruck von der Faktenlage erzeugen kann.“

(via AchGut, Vera Lengsfeld)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s