Holm kann wieder Baustaatssekretär werden

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Der durch den Konkurs der DDR heimat- und arbeitslos gewordene MfS-Offizier Dr. Andrej Holm wird von der Berliner Humboldt („Humbug“)-Universität doch nicht gekündigt.

Präsidentin Kunst sehe das Verhältnis zu ihm zwar als gestört, aber nicht mehr vollständig zerstört an und hat sich nachträglich für eine Abmahnung entschieden. Begründung: Holm habe zugegeben, dass er die Uni über seine MfS-Tätigkeit getäuscht habe.

Da der Regierende Bürgermeister die Beschäftigung Holms als Baustaatssekretär von der Entscheidung der Universität abhängig gemacht hatte, steht jetzt wohl nichts mehr im Weg, in Berlin endlich den Immobilienspekulanten das Handwerk zu legen, die angeblich die hohen Mietpreise und die fehlenden Wohnungen zu verantworten haben, und durch Hausbesetzungen den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. Die Linkspartei hat keine Probleme damit, ehemalige Stasi-Leute auch in Regierungsämter zu bringen.

Jeder andere Baustaatssekretär würde mir leid tun, denn die linke Bausenatorin Lompscher hat schon angekündigt, Holm auf jeden Fall als Berater einzustellen.

Linksetremisten hatten seit Tagen Räume der Uni besetzt und die Wiedereinstellung des Dr. Holm verlangt. Jetzt hat Frau Dr. Kunst nachgegeben.

Nachtrag: Die Hausbesetzer_innen haben daraufhin ein paar Räume, aber nicht alle, freigegeben. Sie haben weitergehende Forderungen: Gegen Kapitalismus, gegen Militarisierung und Ökonomisierung von Forschung und Lehre, für die Abschaffung menschenfeindlicher Lehrinhalte, für die Organisation des städtischen Lebensraums durch Bewohner*innen der Stadt, für Mietobergrenzen und eine Verschärfung der Mietpreibremse, für mehr Einfluss der Student_innen auf die Universität, für die Entwicklung alternativer Lebensmodelle.

Die Uni ist zu einem Runden Tisch bereit. Was bleibt ihr anderes übrig.

Was ist eigentlich mit den MfSlern und IMs, die von der Humboldt-Uni in den 90ern entlassen wurden, weil sie wahre Angaben über ihre DDR-Tätigkeit gemacht hatten?

Update: Berater der Bausenatorin ist er nicht geworden, aber Berater der sozialistischen Fraktion im Berliner Parlament. Der Unterschied ist gering, in beiden Fällen erhält er Staatsknete.

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