Karl-Eduard von Schni

Gepostet am Aktualisiert am

Gerade ist eine der vier Frauen, mit denen der kommunistische Journalist Karl-Eduard von Schnitzler verheiratet war, gestorben. Grete Keller war eine der renommiertesten Schauspielerinnen der DDR.

Daher komme ich auf Schnitzler. Der Journalist betrieb die üble Hetzsendung „Der Schwarze Kanal“. In der agitierte er gegen die Bundesrepublik und die USA und pries die SED und ihren Staat.

Das hinderte ihn nicht, auch noch nach dem von ihm bejubelten Mauerbau nach Berlin(W) zu fahren, um einzukaufen und nach Frauenbekanntschaften Ausschau zu halten. Eine andere seiner Ehefrauen wurde in West-Berlin einmal beim Ladendiebstahl ertappt.

Bei den SED-Untertanen gab es diese Witze: Was ist ein Schnitz? Antwort: Der Bruchteil einer Sekunde, den es dauert, den Fernseher auszuschalten, wenn der Schwarze Kanal kommt.

Der Spitzname Karl-Eduard von Schni kam daher, dass man noch vor dem Ende der Namensnennung auf einen anderen Kanal umgeschaltet hatte.

In der Friedlichen Revolution gab es den Ruf „Schnitzler lass das Lügen sein, kauf nicht mehr im Westen ein!“

Wolf Biermann widmete ihm im Dezember 1989 bei seinem ersten Auftritt in der DDR nach seinem Rauswurf 1976 eine Strophe in seiner „Ballade von den verdorbenen Greisen“.

Schnitzler erhielt in der DDR sieben hohe Auszeichnungen und Orden.

Die von Dr. Gysi gerade gerettete SED beeilte sich, Schnitzler auszuschließen und das Neue Deutschland kritisierte ihn jetzt als „Fossil“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s