Gegen die Hitlerei der Ränder

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Images via Facebook page of Action News Now, Chico, CA

Der Publizist Parviz Amoghli über den Irrsinn, in der Tagespolitik ständig von Auschwitz und dem Holocaust zu reden.

Die Rechten wollen die Befreiung vom „Schuldkult“ und die nationale Wiedergeburt, den aufrechten Gang, nicht selten garniert mit biologistischem Drall. Das alles ergibt eine schaurige Demagogie aus ver- und untergegangenen Zeiten.

Die Linken treiben jeden Tag eine neue braune Sau durchs Dorf. Dann kann es schon mal passieren, dass der Holocaust durch die inflationäre Bezugnahme darauf relativiert wird. Gleichzeitig wird der Staat Israel zum faschistischen Übel, eine palästinensische Terrororganisation hingegen, deren einzige Kritik an Hitler die Nichtvollendung des Holocausts ist, zum Heils- und Friedensbringer erklärt.

Und was ist mit der Mitte, also jener politischen Kraft, die eigentlich derlei unausgegorenen Flachsinnigkeiten von links und rechts Einhalt gebieten und für Stabilität und Kontinuität sorgen sollte?

Parviz Amoghli, „Schluss mit der Hitlerei!“

Axel Feuerherdt, „Das Gehirn, der Holocaust und die leidigen Analogien“

David Berger, „Glaubwürdigen Stolz auf die Heimat gibt es nicht ohne Erinnerung an die Schuld!“

Nikolas Fest, „Wer über Katrin Göring-Eckardt nicht reden will, sollte über Trump schweigen“

Gerd Buurmann über „Hitler beim Karneval“, mit einer Liste von haarsträubenden Holocaust-Vergleichen.

Update März 2017: Die Empörung ist groß, wenn Erdogan Frau Merkel mit Hitler vergleicht. Dabei ist man in Deutschland selbst freigebig mit Hitler-Vergleichen. Wie war das etwa im Karneval mit Trump und Hitler?

Trump als HitlerDass der Linguist und Linksextremist Noam Chomsky Trump mit Hitler vergleicht, überrascht nicht. Dabei zeigt Chomsky durchaus Sympathien für Massenmörder, sie müssen aber links sein.

Hugo Chavez hat Venezuela mit seiner sozialistischen Politik ruiniert. Er fand noch Zeit, die Bundeskanzlerin und die CDU in die Nähe der NSDAP zu rücken. Frau Dr. Wagenknecht lobte nicht nur Chavez´ruinöse Politik. Sie findet auch korrekt, dass die CDU mit der NSDAP in Verbindung gebracht wird. Weil die Zentrumspartei dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt hat, somit die Faschisten unterstützt hätte, und die CDU aus der Zentrumspartei hervorgegangen wäre.

Bei kommunistischen Geschichtsnarrativen muss man genau hinschauen. Die katholische Zentrumspartei wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründet und bestand neben der neuen überkonfessionellen Christlich-Demokratischen Union. Es kann also keine Rede davon sein, dass diese aus jener hervorgegangen wäre. (Bei sich selbst bestehen Nach-Wende-Kommunisten aber sogar darauf, dass die Linkspartei eine gänzlich neue Partei wäre und nichts mit der SED zu tun hätte.) Aber für Antifaschisten ist jede andere Partei faschistisch.

Es gab in Weimar wohl keine Partei, die den Nationalsozialisten ferner stand als das Zentrum. Den Hitler-Gegner Reichskanzler Brüning (Zentrum) in die Nähe von Hitler zu rücken, wie das Dr. Wagenknecht und die sozialistische Bundestagsfraktion tun, ist widerlich.

Es gab in der Weimarer Zeit häufiger Ermächtigungsgesetze und Notverordnungen. Damit sollte die Exekutive in Krisenzeiten handlungsfähig bleiben. Dem fatalen Ermächtigungsgesetz vom 24.3.1933 stimmten mit Ausnahme der sozialistischen SPD die bürgerlichen Parteien im Vertrauen auf Hitlers Garantien zu. Zentrumsabgeordnete und ihre Familien hatten Morddrohungen erhalten, falls die Fraktion nicht zustimmen würde.

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