Stirbt der politische Karneval an Political Correctness?

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Die Büttenreden in der Mainzer und Kölner Fastnacht sind legendär. Sie sind oft drastisch, manchmal unter der Gürtellinie, aber immer, wie es die Tradition will, unverblümte Kritik an den Herrschenden, denen da oben, wenigstens einmal im Jahr.

Diese Zeit scheint sich ihrem Ende zuzuneigen, wenn man liest, was sich in Köln zugetragen hat. Dort hat ein bekannter und beliebter Büttenredner es gewagt, die Linksgrünen Peter und Roth zu kritisieren.Der Karnevalist ist pensionierter Polizist und nahm zu Frau Peters Kritik an der schießwütigen Polizei Stellung.

Sexistisch, frauenfeindlich, unter der Gürtellinie, befand ein IG-Metall-Gewerkschaftsfunktionär und lud besagten Karnevalisten aus. Der als Ersatz eingeladene Büttenredner sagte aus Solidarität mit dem Kollegen ab.

Köln hat nun einen Büttenredner weniger, weil der Kritisierte den Aufstand der linken Gutmenschen gegen seine Rede nicht verkraftete und den Karnevalsjob an den Nagel hängte.

Ein grüner Kölner Bürgermeister forderte den Karnevalsverein auf, den Büttenrednern künftig rote Linien vorzuschreiben.

(via AchGut von Novo-Argumente)

Update: Die Kölner Karnevalisten üben sich schon mal in PC: Sie verlangen vom Maritim-Hotel, seinen Kongresssaal nach der Nutzung durch die Jecken nicht an die AfD zu vermieten.

Der Direktor bleibt bisher gelassen: Er will das Urteil über die AfD lieber den Wählern überlassen.

Inzwischen hat der linke Mob einen Boykottaufruf gegen die Maritim-Kette gestartet und verteilt auf Flyern die Durchwahlnummer des Kölner Hoteldirektors. Hat der Politologe Gerald Hensel, ehemals Werber bei der Agentur Scholz & Friends, eine neue Aufgabe gefunden?

Update: Die Maritim-Hotelkette folgt den Boykottaufrufen: Sie vermieten nicht mehr an die AfD.

Die nächste Kampagne:

Die Antonio-Amadeu-Stiftung hat mit Millionenförderung der Bundesregierung und publizistischer Unterstützung von Zeitungen definieren dürfen, was alles als rechts zu gelten hat und damit verfolgt werden darf.

Jetzt erwischt es den Karneval.

Annetta Kahane und ihre Stiftung zeigen dabei ganz unverhohlen, aus welcher Ecke sie stammen: Die Stiftung und der Verein der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke. starten gemeinsam eine Kampagne, die vor sechs Jahren in den USA begann: „Ich bin kein Kostüm“.

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Karnevalskostüm

 

 

 

        

Karnevalskostüme sind rassistisch.

Wer sich als Indianer, Geisha, Ölscheich, Josefine Baker verkleidet, vergeht sich an einer fremden Kultur, eignet sich etwas an, was ihm nicht zusteht, diskriminiert eine kulturelle Minderheit usw. usw.

Natürlich bleibt bei solchen überspannten Einfällen die pfiffige Gegenwehr nicht aus. In den USA kursieren diese Running Gags:

Poster gegen die überspannte Kostüm-Kampagne
via: http://unbesorgt.de/karneval-in-der-besserungsanstalt-fuer-korrektes-verkleiden/

 

Nachwort: Es sieht so aus, als ob man die Überschrift mit Ja beantworten kann.

Die große Kappensitzung in Mainz soll eine Anti-AfD-Sitzung gewesen sein und in Düsseldorf wurde der beliebte Hitler-Vergleich dargestellt.

Früher war Karneval eine Zeit gewesen, in der ungestraft die da oben ausgelacht werden durften. Heute reden die Karnevalisten so als ob sie Politiker oder Journalisten wären. Und Frau Ministerpräsidentin Kraft fährt am Rosenmontag mit im Zug und wirft fleißig Karamelbonbons auf die Zuschauer.

Video via Tapfer im Nirgendwo

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2 Kommentare zu „Stirbt der politische Karneval an Political Correctness?

    […] jagt inzwischen die Aneignung fremder kultureller Zeichen, etwa die Kostümierung als Indianer im Karneval, das Tragen von indianischem Schmuck durch nicht-indianische Frauen oder das Nachkochen […]

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    […] Update 22.2.17: Jetzt kämpft Frau Kahane zusammen mit den Genoss*innen von der Linkspartei gegen Karnevalskostüme. […]

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