Das Schimpfwort „neoliberal“ meint die soziale Marktwirtschaft

Gepostet am Aktualisiert am

„Neoliberal“ ist ein Schimpfwort geworden. Damit geißeln Linke und Linksextremisten den Turbokapitalismus. Eigentlich meint neoliberal die soziale Marktwirtschaft, d. h. eine Wirtschaft, die auf liberalen Prinzipien beruht, in der der Staat aber Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Tätigkeit setzt und kontrollierend eingreift.

Journalist*innen, Politiker_innen und SoziologInnen haben den Begriff umdefiniert.

Dr. Karen Horn, Wirtschaftsjournalistin und Wissenschaftlerin, u. a. für FAZ und NZZ schreibend, hat den heute so beliebten Faktencheck gemacht und die Behauptungen über Neoliberalismus überprüft.

Ich verlinke zu ihrem Text im Blog der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (Für Linke ein Gottseibeiuns des Turbokapitalismus). Sie urteilt viel abgewogener, als ich das getan hätte, und konzediert durchaus Schwächen und Fehler neoliberaler Konzepte.

Der Text

Anmerkung: Frau Horn machte kürzlich von sich reden, als sie den Vorsitz in der Friedrich-A.-Hayek-Gesellschaft niederlegte.

Die Gesellschaft ist ein Verein von Liberalen. Der Namensgeber, ein liberaler österreichischer Wirtschaftswissenschaftler hat mehrere wegweisende Bücher geschrieben, u.a. „Der Weg zur Knechtschaft“. In ihm beschreibt er den deutschen Nationalsozialismus und den italienischen Faschismus als Weiterentwicklungen des Sozialismus beschreibt. Hayek gilt als Vordenker des Liberalismus, auch des Neoliberalismus.

Frau Horn beklagte, dass die Hayek-Gesellschaft von Rechtskonservativen und Reaktionären unterwandert werde und sich am rechten politschen Rand bewege. Sie selbst und fünfzig weitere Mitglieder traten aus. Interessanterweise fand die Debatte darüber nicht zuletzt in dem Rechtsaußenblatt „Junge Freiheit“ statt. Frau Horn gilt jetzt als Linksliberale, die Andersdenkende ausgrenzen wolle, wie das bei Linken liebgewordene Gewohnheit ist.

Nun habe ich Karen Horn, deren Artikel ich gelegentlich lese, nie als Linke oder Linksliberale gesehen. Ich gebe durchaus zu, dass ich die Konfliktursachen nicht ganz verstehe. Vermutlich geht es um Beatrix von Storch, AfD-Politikerin und Mitglied der Hayek-Gesellschaft.

Vielleicht hilft ein Text von Ulf Poschardt weiter, dessen Eingangssätze ich zitiere: „Natürlich wünscht sich jeder moderne Mensch mehr Leser für den „Weg zur Knechtschaft“. Friedrich A. Hayeks viel zitiertes Meisterwerk aus dem Jahr 1944 warnte vor Totalitarismen und stellte die Freiheit des Einzelnen in den Mittelpunkt. Im Vergleich zu den Verehrungsriten der Keynesianer und Marxisten haben Hayekianer wenig Punch in Debatten. Auf jeden Hayek-Leser kommen an Universitäten und im Kultur- und Medienbetrieb Tausende von Marx-Benjamin-Habermas-Adepten. Deshalb gibt es Vereine, die dieses unverdiente Schattendasein beenden wollen. Nur: Wie bei allen Vereinen kommt dabei die Meierei ungefragt mit durch die Tür. Im Augenblick fetzt sich Karen Horn als Chefin der Hayek-Gesellschaft mit Konservativen in ihrem Verein, die sich von ihr als Rechte oder Reaktionäre denunziert sehen. Horn ist sauer, weil ein paar Leute aus ihrem Verein mit so verstaubt rechten Organen wie der „Jungen Freiheit“ gesprochen haben. Und sie hat ihre etwas nebulös geratene Abrechnung mit den Widersachern an die große mediale Glocke gehängt…“ (Forts.)

Ein weiterer Klärungsversuch

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s