Deutschlandfunk: Plattner erpresst Potsdam

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Von der Kulturkorrespondentin der öffentlich-rechtlichen Radiowellen Deutschlandfunk/DeutschlandRadio, Christiane Habermalz, hatte ich bisher nicht gehört. Ich kann also nichts zur Güte ihrer Arbeit als Journalistin sagen.

Jetzt berichtet sie über die Eröffnung des Potsdamer Barberini-Museums. Da hat sie nicht viel recherchiert, sondern verkündet das, was die Potsdamer linksalternative Szene herunterbetet: Die Reichen, die Kapitalisten, die reaktionären Preußenfans hätten die Stadt gekapert.

Frau Habermalzens Expertenwissen sieht so aus: Der Milliardär Plattner würde als Großinvestor die Stadt erpressbar machen und Preußen in Potsdam rekonstruieren.

Die Neugestaltung der Potsdamer Mitte wurde vom Stadtparlament beschlossen. Auch der Bau des Palais Barberini. Es war nicht Plattner, der das beschlossen hat. Er wollte der Stadt allerdings an anderer Stelle ein Museum bauen. Diese andere Stelle wurde ihm vom Oberbürgermeister vorgeschlagen, der auch gleich hoffte, dass Herr Plattner das dort noch stehende DDR-Hotelhochhaus (heute: Hotel Mercure) auf eigene Kosten abreißen lassen würde. Das haben Linkspopulisten ziemlich lautstark verhindert, u.a. indem sie Plattner als Raubtierkapitalisten beschimpften. Plattner zog seine Zusage eingeschüchtert zurück. Er wollte einem uneinigen Potsdam nichts aufzwingen.

Er spendete in letzter Sekunde Millionen für Dach und Fassade des Landtagsschlosses. Die äußere Rekonstruktion des von den Kommunisten gesprengten Schlosses hat nicht er erzwungen, sondern Potsdamer Bürger. Trotz aller Finessen gelang es Finanzminister Speer (SPD) nicht, die äußere Rekonstruktion des Schlosses zu verhindern.

Damals hieß es, Plattner wollte in dem verhinderten Neubau  an exponierter Stelle im Lustgarten seine DDR-Kunstsammlung ausstellen. Ich war davon nicht begeistert. Was ich von den Bildern vorab sehen konnte, beeindruckte mich nicht sehr. Wenn man unbedingt die offizielle und die unterdrückte Malerei in der DDR dauerhaft zeigen wollte, warum ausgerechnet im Herzen Potsdams? (Es gab in Cottbus einmal eine beeindruckende Ausstellung.)

Jetzt wurde ihm das Palais Barberini angeboten. Es ist architektonisch ein Juwel geworden. Die geplanten Ausstellungen versprechen interessant zu werden. Das Haus wird jetzt schon international beachtet.

Es kann sein, dass Kunstkritiker/-innen die Impressionismus-Ausstellung, die gerade läuft, als konventionell bezeichnen werden und bestimmte Kunstwerke oder eine andere Hängung oder eine dekonstruierende Perspektive vermissen. Das alles hätte aber eine andere Qualität als das antikapitalistische Geschwätz einer öff-rechtl. Journalistin.

Fake-News und Hate-Speech werden leider nur verfolgt, wenn sie von rechts kommen.

Doppelt genäht hält besser: Frau Habermalz trat nur nach, vorher hatte schon Carsten Probst Kritik geübt.

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2 Kommentare zu „Deutschlandfunk: Plattner erpresst Potsdam

    friederikesehmsdorf sagte:
    23/01/2017 um 8:47 am

    Guten Morgen, leider sind Sie über die Rolle Speers nicht so ganz richtig informiert….Wenn Sie beim Neujahrsempfang letzten Freitag Herrn Plattner zugehört hätten, hätten Sie auch hören können, dass das Gelingen der historischen Schlossfassade nicht zuletzt auch Speers Verhandlungsgeschick zu verdanken war. Da ich mich selbst bei Mitteschön zu dieser Zeit engagiert habe, kann ich Ihnen sagen, daß es zwischen mir und Speer einige Gespräche gab. Aus diesen ist mit einer inneren positiven Haltung zur historischen Gewandung rausgegangen. (Er hat schließlich auch als Möbelrestaurator mal sein Geld verdient) Die historische Fassade ist nicht gegen Speer, sondern mit ihm gelungen. Ein Dankesbrief von Barbara Kuster an ihn liegt mir vor…. Wissen Sie, der Erfolg hat immer viele Väter…das ist bekannt, aber hier wird einer der wichtigsten Protagonisten immer wieder verleumdet. Diejenigen, die am wenigsten persönlich „gerissen“ haben, schreiben jetzt Bücher ! Vielleicht recherchieren Sie das noch mal genau und laufen nicht immer den eigenen Vorurteilen hinterher. Das würde ihren Blog glaubwürdig machen.

      Basedow1764 sagte:
      23/01/2017 um 9:07 am

      Sie ertappen mich bei einer sprachlichen Ungenauigkeit: Wenn ich sage, dass es Speer trotz aller Finessen nicht gelang, die Schlossanmutung beim Landtagsbau zu verhindern, meinte ich das Gesamtprojekt. Das hat er nun einmal immer wieder hintertrieben.
      Dass er sich von Speer das Kupferdach und ein paar barocke Zutaten bezahlen ließ, spricht dafür, dass er, wie man in Bayern sagt „a Hund“ ist.
      Bitte ’ne Nummer kleiner. Wenn der Blog unglaubwürdig ist, warum lesen Sie ihn dann?

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