Vorbild Venezuela?

Gepostet am Aktualisiert am

Das Sehnsuchtsland der europäischen Kommunisten und Sozialisten ist Venezuela.

Viel mehr bleibt von den linken Staaten Lateinamerikas auch nicht. In Brasilien versinkt die Linke im Korruptionssumpf. In Chile und Argentinien wurden die linken Regierungen abgelöst. An Kuba fasziniert die Europäer mehr die pittoreske Armut als das Wirtschaftsmodell.

Von Venezuelas antikapitalistischer Revolution schwärmen in der Linkspartei nicht nur Dr. Sahra Wagenknecht und der verstorbene Prof. Dr. Bisky. Auch die Kapitalismuskritikerin Naomi Klein ist angetan.

In Venezuela ist man jetzt auf einer neuen Stufe der Zentralverwaltungswirtschaft angelangt: Für die Waren werden keine Preise mehr festgesetzt, sie werden der Bevölkerung gleich zugeteilt und vor die Tür gestellt. Das geht auf die Idee eines spanischen Marxisten zurück.

Hugo Chavez hatte anfangs der Zehnerjahre begonnen, die venezolanische Wirtschaft revolutionär zu ruinieren. Die durch Erdölvorkommen hohen Einnahmen des Landes wurden an die Armen verteilt, ohne Reserven zurückzubehalten. Die Wirtschaft wurde sozialistisch umgebaut: Enteignungen, Preisfestsetzungen, Devisenkontrollen.

Unternehmen konnten zu den regierungsamtlich verordneten Preisen nicht mehr produzieren, sie erhielten nicht genügend Devisen zugeteilt.

Da weltweit der Ölpreis sank, konnten die Rohöl-Einnahmen nicht mehr verteilt werden. Seit Jahren stehen die Venezolaner vor den leeren Geschäften Schlange. Mit Ausnahme der in sozialistischen Staaten üblichen korrupten Oberschicht aus Partei- uind Armeebonzen geht es der Bevölkerung schlechter als vor der „Revolution“.

Inzwischen sollen für viele Waren Armeegeneräle die Produktion und Versorgung sicherstellen. Für das knappe Gut Klopapier ist etwa ein Brigadegeneral zuständig. (Natürlich sind die USA schuld an der venezolanischen Misere).

Da durch die Preisfestsetzung ein Schwarzmarkt entstanden ist, werden die Waren jetzt durch lokale revolutionäre Komitees direkt von den Fabriken geholt und den Endverbrauchern zugeteilt.

(nach „Den Mangel verwalten“ von Carl Moses, FAZ v. 6.1.16, p 18)

Was mich, wie schon gelegentlich erwähnt, wundert, ist, dass Frau Dr. Wagenknecht, an deren angeblichen ökonomischen Scharfsinn auch die FAZ einen Narren gefressen hat, nach meiner Kenntnis noch in keiner Talkshow auf ihre Sympathie für die venezolanischen Zustände angesprochen wurde. Oder hat sie etwa, wie bei ihrer Sympathie für Stalin, in einem entlegenen marxistischen Blättchen lau widerrufen?

Nachtrag Mai 2017:

Was mich noch mehr wundert.

Venzeuela ist nun permanent in den Schlagzeilen. Bei Demonstrationen gegen den geplanten Staatsstreich des Sozialisten Madouro und die Not der Menschen im einst reichen Venezuela hat es inzwischen über 40 Tote gegeben.

Aber in keiner einzigen Tagesschau-Nachricht und auch nicht in den Zeitungen habe ich gehört oder gelesen, dass ein seit 15 Jahren stattfindende ruinöse sozialistische Wirtschaftspolitik das Land ruiniert hat. Mal ist es der gefallene Ölpreis, mal ist es die Korruption, mal ist es der Schmuggel von Waren ins Ausland.

Die FAZ, in der die Kommunistin und Chavez-Verehrerin Sahra Wagenknecht regelmäßig publiziert oder interviewt wird, schafft es noch nicht einmal in ihrem Wirtschaftsteil(!), korrekt zu berichten. Auch dort ist es die Korruption, die am Niedergang des Landes schuld wäre.

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