Das „Militärgeld“ der DDR

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Die Truppen des Warschauer Paktes gingen in ihrer Planung davon aus, dass Berlin (West) nach einem halben Tag, Westeuropa nach 14 Tagen, der Rest des freien Europa nach einem Monat erobert worden wäre.

Für diesen Fall brauchte die Truppe eigenes Geld, das „Militärgeld“. Dafür wurden in der DDR, um Geld zu sparen ungebrauchte Noten aus den 50er Jahren benutzt, die in Lagern gehortet wurden. Mit Ausnahme eines Depots in Leipzig, wo die Notendruckerei stand, und auf Rügen (für die Seestreitkräfte), waren die Depots in Orten, die auf dem zukünftigen Weg der Truppen nach Westen lagen.

Es lässt sich ausschließen, dass das Geld für den Verteidigungsfall der DDR vorgesehen war. Westliche Militärexperten können nicht ersehen, dass die SED eine mehrtägige Verteidigung des Territoriums geübt hätte. Sie gehen sogar davon aus, dass der Warschauer Pakt einen NATO-Angriff nicht abgewartet hätte, bevor er nach Westen vorstieß.

Geld als Waffe? Zur Funktion des „Militärgeldes“ in der DDR, von Michael Braun, Deutschlandarchiv, online am 20.9.16

Irritierend ist der Satz: In der Bundesrepublik hatte die Bundesbank dagegen ihr „Ersatzgeld“ neu drucken lassen.

„Dagegen“ suggeriert, dass in Westdeutschland vice versa das Gleiche geplant worden wäre. Für manche Historiker lenkt die Annahme einer Systemkonkurrenz zwischen BRD und DDR das Erkenntnisinteresse. Leider führt Herr Braun das nicht weiter aus.

Die Bundesbank hatte Ersatzgeld vorbereitet für den Fall, dass die DM-Währung durch Falschgeld in großen Mengen gefährdet worden wäre.

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